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i; 28. gebohren. Weil er mgemeine lust zu untersiichung derAntiquitäten hatte, so begab er sich nach Italien, und brachtedaselbst mit Abzeichnung der alten monumenten und inscriptio-uen gantze 6. jähr zu. Er gieng zu Rom einsmals mit et-lichen guten freunden in den garten des Cardinals Carpi, ver-lohr sich aber von ihnen, und versteckte sich an einen ver-borgenen ort, daß indessen der garten geschlossen wurde, Bois-fard aber gelegenheit bekam, die darinnen befindlichen alter-thümmer zu cvpiren. Er war des morgens mit dieser ar-beit noch beschäfftiget, als ihn der Cardinal selbst antraf, undsich sehr verwunderte, wie ein fremder mensch zu so ungewöhn-licher zeit sich in seinem garten antreffen liesse. Als er aberaus seine frage die gantze fache von Boissarden vernommen,gefiel ihm dieser eifer so wohl, daß er ihm nicht nur ein früh-stücke geben ließ, sondern ihm auch vergonnete, alles mit weilin seinem garten abzuzeichnen. Als er aus Calabrien wegender Banditen nicht sicher zurück reisen konnte, schiffte er vonOtranto nach Corfu, von dar nach Cephalonien und Zante,Und kam endlich in Morea. Von hier wollte er nach Jeru-salem und Syrien gehen, allein ein hitziges fieber, so ihn zuModon überfiel, unterbrach diesen Vorsatz , worauf er nach er.langtet gesundheit die an der küste von Morea gelegene orterbesähe, und alsdenn seinen rückweg nahm. Nachdem er inseinem vatterlande angelanget, wurde er bey den söhnen ClaudiiAntonii äs Vienne, Barons von Clervant, Hofmeister, undreisete mit ihnen durch Franckreich,. Teutschland und Italien,da er denn bey seiner schwester zu Mompelgard seine antiquitätenhinterließ, von welchen er aber, als die Lothringischen troup-pen die Grafschasst Burgund, und benachbarte gegend ausplün-derten , nicht mehr übrig behielt, als diejenigen, welche eruach Metz gebracht hatte. Doch weil bekannt war, daß er einegrosse collectiv« von Römischen antiquitäten heraus geben woll-te , wurden ihm von allen orten viele abrisse von alten monu-menten zugeschickt, so daß er zu Franckfurt am Mayn in sechstheilen und IV.romi» in fol. die Antiquitäten Komans» publicirenkonnte, worzn Theodorus cle Bry und nach ihm seine beydensöhne die kupfer gestochen. Er starb zu Metz, woselbst er sich nie-dergelassen hatte, den zc>. oct. an. 1602. Seine eigene schriftensind reeentiori» ttoma, ftopograxkia; cle kuneribus >L lepelisn-tti inoclis »xuä Antiguas ulirstis; welche beyderseits in seinercollectiv» der Römischen antiquitäten mit zu befinden; Liblio-tkeca LkalLograpkisa illuttrium virorum, da er Unter jedesbild einige das leben desselben mannes in sich fassende verse gesetzthat; äs Oivinatione L sslagicis krTÜigii», iLe. äs kom.
ftript. tom. I. c. 76. 0 ^ Kakle«/ tom. IV. obst l. Ka?/,-.
Boissat, oder Doissac, (Petrus äs) Vice-Stadt-Vogt undRichter zu Vienne, leistete seinem vatterlande bey den innerli-chen kriegen gute dienste. Er war in der Griechischen spräche,der Rechtsgelehrsamkeit und Historie überaus wohl erfahren,und starb an. 1616. Man hat von ihm IMüoire äs I'Orcire cle8. ^ean äs ^srulalem äs Alaltke, wie auch eine Historie von demMedicäischen Hause. Sein söhn, Petrus äs Boissat, Herrvon Licien und Avernay, war ein Mitglied der FranzösischenAcademie, und einer von den gelehrtesten leuthen seiner zeit.Er starb um das jähr 1660. Sein getichte von Carolo Martellowird vor ein unvergleichlich werck gehalten. In wie grosserHochachtung dieser mann in seinem vatterland gewesen, magman aus dem abnehmen, was ihm mit dem Grafen von Sault,Königl. Statthalter in Dauphins, und hernach Hertzog äs Les-diguieres, begegnet ist. Dieser hatte sich eingebildet, Boissat hattegegen seiner gemahiin den respect verlohren, und ihn deswe-en gegen ende des jahrs i6;6. durch feine Gardes und andereediente, als er eben ohne degen war, abprügeln lassen. Bois-sat forderte denselben auf den degen aus. Und weil solches einemKönigl. Statthalter in der provintz nicht anstehen wollte, sowurde zwar dem beleidigten alle Hoffnung abgeschnitten, durchdiesen weg des ihm zugefügten schimpft halber satisfaction zuerhalten; aber der gantze Adel von Dauphins unternahm da-gegen mit solchem ernst, ihm dieselbe aus andere weise zu ver-schaffen, und arbeitete gantzer 1;. monate so heftig daran,daß endlich der Graf von Sault sich zu dergleichen Mitteln be-quemen muste, zu welchen vielleicht nie kein Herr von seinemrang gegen einem Edelmann kommen ist. Dann, nachdemBoissat durch einen seiner verwandten der gemahlin des Grafendie erklärung thun lassen, wie er nie keine qedancken gehabt hät-te, sie zu beschimpfen, so erschiene ihr Herr, der Graf, vor dem ge-samten deswegen vcrsammleten Adel, bezeugte mit den kräff-ligsten Worten dem Boissat seine reu und leidwesen über alles sovorgegangen , bäte ihn zu verschiedenen malen ausdrücklich umVerzeihung, liesse seine Gardes und bediente ohnbewehrt vor ihmauf die knie fallen, da auch der Prafident der VersammlungBoissaten einen stock in die Hand gab, um damit nach beliebengegen diese kerls zu verfahren, sie auch so lang in die gefängniswiese, als es ihm gefallen wurde, rc. rc. bitt. äs vau-
xkin. Kitt. cle l'Lssä. kr. *
* Boisselier, (Anton) ein Französischer Dominicaner-Mönchaus Langres in Champagne, aüwo er auch ums jähr iszz. denorden angenommen. Er hat zu Paris studiret, ist nachgehendsPrior in seiner vatter - stadt worden, hat aber, nachdem ersolche würde drey jahr.lang bekleidet, bis an. 171;. da er ge-storben , ohne weitere öffentliche bedienung gelebet, sondern isteinzig und allein dem studiren obgelegen, darinnen er es son-derlich , was die auflosnng der schwersten Schrift - stellen be-trift, sehr weit gebracht. Man hat von ihm Lrisre ä» kro-
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xkeks Uakscuc xvm les kaute» clu keuxls äs Disu. LHünk,script. O. ?. rom. II. p. 784.
* Boißieres, (Joh. von) aus Montferrand in Auvergne ge-bürtig , lebte in dem XVI. Leu!», und gab eine Historie dercreutz-zügen in Französischer spräche heraus, ingleichen an.i z8?.eine sammlung von getichten,wie auch eine Übersetzung des ftolan-
tto Luriolo. I-a A/H? A cir, . kikI.Lranq.
* Boißteres, (Claudius) ein zu seiner zeit berühmter As-rkemstisu» aus Dauphins, lebte um das jähr i;;v. und 1555.und schrieb verschiedene wercke, darunter eines, so er Xirkmo.msckie betitelt, und Antonio Escalin äs» Ämiars, Baronvon In Garde dedicirte. k.« n« A/„r»e Ls.
* Boistnau, oder Boaiftnau, (Petrus) von Nantes inBretagne gebürtig; war ein sehr gelehrter mann, und einerder besten Rednern seiner zeit. Er schrieb ein buch, unter demtitul: Tkentre clu ssloncle; davon mehr als zwanzig ausgabensind gemacht worden; desgleichen einige andre tractate. I.«Oo,.r N» A^a,»e Ac.
Boisy, eine Herrschafft in dem lande Chablais in Savoyen,welche jetzund dem ältesten aus dem adelichen Hause von Vera-ce-Buds zugehöret. Es ist aber noch eine andere Herrschafftdieses nahmens in Franckreich, von deren Gouffier äs Boisyden nahmen getragen, der unter Francisco I. berühmt wäre,und bisher in dem Supplement von Moreri gar unrecht indas Hause Veracs-Buds ist versetzet, und mit der HerrschafftBoisy in Chablais begäbet worden; Massen unstreitig ist, daß zuder zeit, da Boisy dem Francisco I. gute kriegs-dienste geleistet,das Haus Buds noch, nichts in Chablais besessen, und sich erstnach dem tod des berühmten Gul. Budäi, von welchem es her-stammet, unter Henrici II. regierung gen Genf gezogen, unddre Herrschafft Boisy erkauft hat. *
Boitzenburg, ein Mecklenburgisch städtlein undsschloß inder Grafschasst Schwerin, 1. mcile von Lauenburg, an derElbe gelegen, allwo es einen berühmten zoll hat. Im ;o. jäh-rigen kriege an. 1644. ist das schloß daselbst von den Kayserlichengesprenget worden. An. 1709. den 16. oct. wurde dieser ortdurch eine feuersbrunst fast gäntzlich in die asche gelegt. 2le,/e-
» topogr. 8ax. ink. p. 41. rom. V. p. 446.
*Boivin, (Johannes) mit dem zunahmen cle Villeneuve,em kkilologu», war zu Montreuil-Largile, einer kleinen stadtin der obern Normandie, den 28. mertz an. 166;. gebohren.Weil er seinen vatter sehr frühzeitig durch den rod verlohren,nahm ihn sein älterer bruder Ludovicus, von dem bald her-nach , in seinem zehenden jähre zu sich, und erzog ihn zu Pa-ris, mit sonderbarer sorgfalt, zugleich aber auch mit solcherscharfe, daß er täglich mit den büchern so lange eingesperretbleiben muste, bis er das gelernet, was ihm aufgegeben wor-den. Nach drey jähren aber wurde Ludovico von dem Staats-Minister, le Pelelier, die auferziehung seiner söhne anvertrauet,da dann auch Johannes mit in dessen Haus aufgenommen, undnach einiger zeit in das Lollegium von Pleßis mit geschiftetwurde. Als er daselbst die Philosophie gehöret, und sodannauch einige rkele» sowol Griechisch als Lateinisch öffentlich ver-theidigt, sahe er sich eine zeitlang in den Rechten um, undlegte sich nachhero gäntzlich auf das ttuäium der alten Griechi-schen und Lateinsschen scribenten, worinnen er auch eine solchekenntnis und geschickllchkeit erlangte, daß er von gar vielen sehransehnlichen Personen zu Paris gesuchet wurde, die dergleichenschriften unter seiner anweisung sich bekannter machen, oderauch derselben lesung wiederholen wollten. Hierauf erhielt ervon dem Abt äs Louvois ein appartement in der Königlichenbibliotheck, und gelangte an. 1692. zu der stelle, welche Ar.Element, der Nachfolger des berühmten Thevenot, erledigt hatte,worauf er auch noch an. 170;. zu einem Mitglied der Acade-mie äs» Infsriptioa», in dem folgenden jähre aber zum krofes.kor OiLST kinZUL in dem Königlichen Lollegio erwehlet wur-de. Endlich genoß er auch der ehre, daß rhn an. 1721. dieFranzösische Academie, ingleichen die Academie äella Lrukcs,unter ihre glieder aufgenommen, und starb den 29. octobr. an.1726. in dem 6;. jähre seines alters. Seine schriften sind: M-tkemscici veteres, 6r. >L Kar. welche sammlung Thevenotheraus geben wollen , aber noch sehr unvollkommen hinter-lassen hat ; NiLepkon LreZorse tüüoria da er die
2. ersten buchcr sehr verbessert, die iz. folgende aber zu allererstans steht gestellet, und nicht nur mit einer Lateinischen Überse-tzung , sondern auch mit gelehrten anmerckungen versehen;Apologie ä'Homere L Louelier cl'ÜLkille ; ?et. kitkosi vica,Llogia Le. Ir. Llauclü keleterü vira, so dem vorigen beygefü-get ; Lstrackomyomackis ä'Homere ; koettes AnaereontiguesOregue»; Osclipe, rragsäie cle 8opkocls , L le» Oifesux,comsäis ä'Ariüopkane traäuite»; ttemargues Hittorigue»Lritigues kur I'Aorkologis Mre. gui eü ä la kikliorkegue cluXoi, welche, nebst verschiedenen andern dergleichen abhand-lungen in den Iftemoire» äs I'Acacl. äes Inlcrixr. kom. II. I'.V. VI. VII. befindlich sind. So hat er auch dem HerrnDespreautverschiedene anmerckungen über den konginum äs lublimi mitge-theilet, welche in desselben wercke mit gedruckt worden. ^cle, rom. VII. m.m. tvM. XXVI-
* Boivin, (Ludovicus) ein bruder des vorigen, war zuMontreuil-Largils den 20. mertz an. 1649. gebohren. Er stu-dirte anfänglich unter den Jesuiten zu Röuen, nachgehendsaber zu Paris, und legte sich eine zeitlang, weil er sich zu nichtsgewisses entschliesscn konnte, aus die Theologie, ft-ra unddicin, hatte aber sonderlich in ilumamoriku» sehr guten fort-gang, und kam dadurch in solchen ruf, daß verschiedene m