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Schweidnitz, Iauer, und Oelße liegen, Mieslaus den oberntheil, wo die Fürstenthümmer Oppeln, Ratibor, Teschen, Ja-gerndorff und Troppau, und Conradus Loripes das unteretheil, wo die Fürstenthümmer Groß-Glogau, Sagan und Crvs-sen sind. Boleslaus war also Hertzog zu Breßlau und Liegnitz,und als sein bruder Conradus an. 1178. zu Groß-Glogau ohneerben starb, vermachte er ihm sein gantzes antheil, weswegenMieslaus zu den waffen griff, und Breßlau soll eingenommenhaben. Da sich denn Casimirus II. der gerechte, so kurtz zuvorOber-Regente in Polen worden, ins mitte! schlug, an. 1179.Boleslao Breßlau wieder gab, und Mieslao einige guther imCracauistben, als das Fürstenthum Auschwitz, einräumte, wel-ches auch bis an. 1454. bey Schlesien geblieben. Also entstundeine neue landes-theilung in 2. theile, nemlich in Nieder-Schle-fien, welches mit dem mittlern theile von Schlesien vereinbartwurde, so Boleslaus, und Ober-Schlesien, so Mieslaus be-hielt. Boleslaus ließ sich hierauf angelegen seyn, sein land mitstädten anzubauen, und Teutsche hinein zu ziehen, sundirte auchan. 1178. am tage St. Michaelis das berühmte Cistercienser-kloster zu Leubus an der Oder, und starb den 6. dec. an. 1204.im 77. jähr seines alters. Seine erste gemahlin Wenceslawina,eine Fürstin aus Reußland, gebahr ihm i.) Jaroslaum, so an.1198. Bischofs zu Breßlau wurde, seinen eignen vatter bekriegte,und an. i2or. den 2;. jan. starb; 2.) Boleslaum, so in der ju-gend gestorben, als er in fremde länder reisen wollen; ;.) Otti-liam oder Algam. Seine andere gemahlin Adelheid, Graf Be-rengarii zu Sultzbach tochter, gebahr ihm 1.) Henricum I. zu-genannt mit dem hart, der sein gesthlecht fortgepflantzt, 2.)Conradum, Iohannem, so beyde jung gestorben, 4.) Adel-heiden , so Theobaldnm II. Hertzog in Bohmen geheurathet.
rrr kiü. kolon. D/ttLoA. niü. ?oI.
tib. IV. legg. äs kolon. red. Lnnsl. 8 i 1 e 5 .
/«s Schief, chron. lib. I. c. 19. üb. II. c. 2. cle 8stcs.
red. c. 11. 12. Lilesiac.
Boleslaus II. LMvus oder 8LVUS, auf Polnisch Rogvtkaoder der wütrich, Hertzog zu Liegnitz, der älteste söhn Her-tzogs Henrici II. in Nieder-Schlesien und Groß-Polen, von An-na , einer Königlichen Printzeßin aus Böhmen, gebohren an.1217. Weil er an. 1241. als sein vatter in der TartarischenMacht sein leben eingebüßt, schon majorenn war, so erwehlte ihnder Cracauische und Sendomirische Adel zum Hertzog überKlein-Polen, und zu des landes Ober-Regenten. In Schlesienaber führte seine Mutter nebst dem BischofsThoma das regiment,indem sie ohne diesen Boleslaum noch ;. jüngere söhne hatte;weil aber Boleslaus sein unruhiges gemüthe bald zu erkennengab, wurden die Polen seiner überdrüßig, und verlohr er Klein-Polen, als ihn Conradus, Hertzog von Masau, und Sventopol-rus von Pommern an. 1242. mit krieg überzogen; die aus Groß-Polen aber beruften des vertriebenen Uladislai Spmswri« söh-ne, Premislaum und Boleslaum, zu ihren Landes - Fürsten.Nach diesem Verlust der Polnischen länder, drunge er auf dietheilung der Schlesischen, welche man an.124;. vornahm, da er,weil er die wähl hatte, das Fürstenthum Breßlau und zugehöri-ge lande nahm, die Liegnitz-und Glogauische landschasft aberseinem bruder Henrico überließ, wobey sie ihre zwey dem geistli-chen stände gewiedmete brüder, Boleslaus den Conradum undHenricus den Uladislaum abzustatten übernahmen. Allein infolgendem fahre reuete Boleslaum diese wähl, und muste Hen-ricüs sein antheil mit ihm verwechseln. Es kam aber bald dar-auf sein bruder Conradus von der Universität zu Paris nach Hau-se, und wollte nicht bey dem geistlichen stände bleiben, sondernsein väterliches erbtheil an landern haben, da denn BoleslausHenrico abermals zumuthete, mit ihm zu tauschen, und die ab-stattung Conradi an statt Uladislai (als welcher geistlich blieb,)übernehmen sollte. Weil er es nun nicht thun wollte, so bela-gerte er Breßlau drey monat, wiewol vergebens, und besetzte-as gantze land mit raub-schlössern, verpfändete an. 1247. Gör-litz und Sittau, und belagerte Breßlau noch einmal, ward abergefangen. Als ihn sein bruder Henricus, da er Conrado satis-faction zu geben versprochen, losgelassen, fieng er Händel mitGroß-Polen an, und verkaufte er an. 1250. das schloß und dendistrict von Lubus, so jetzo die neue Marck ist,an Iohannem undOttonem/Marggraftn von Brandenburg, berennle Breßlau zumdritten mal vergeblich, und verwüstete selbige landschafft. Erzog auch einige Magnaten von Größ-Polen an sich, und wolltedieses land wieder an sich bringen, verlohr aber endlich sowolsein land als vermögen, und gerreth in solche armuth, daß er öf-ters nur mit einem knecht, dann und wann auch zu fuß herumziehen muste; denn weil er seine foldaten in den raub-schlössernnicht mehr besolden konnte, so plünderten sie sein eigen land aus.Jedoch behielt er Liegnitz, Crossen aber nahm seinen bruder Con-radum zum Herrn an, welcher mit hulffe Premislai, Hertzogsvon Gnesen und Calisch, seine brüder bekriegte, und nachdem erHenricum IU. gefangen,brachten es endlich der Breßlauische Bi-schofs Thomas und allerseits Land-Stande an.1255. dahin, daßihm Boleslaus Glogau, Sagan, Sprottau, Crossen und waser in Laußnitz hatte, abtrat. An. ir;6. ließ der unruhige Bo-leslaus den Bischofs Thomam, weil er ihm die zehenden Mseinem lande vor 10000. marck nicht verkauffen wollte, nebstzwey Dom-Herren den 6. oct. zu Gorkau in der nacht ausden betten nehmen, und zu Liegnitz in einen thurm werf-fen, weswegen ihn der Ertz-Bischoff von Gnesen in den dann
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that, und der Papst Alexander IV. an. 1257. das creutz widekihn predigen ließ; allein er kehrte sich daran nicht, sondern nö-thigte den Bischofs, die zehnden fahren zu lassen, den ange-tragenen Bischoffs-vierdung davor anzunehmen, und noch 2000»marck baar zu zahlen, die Dom-Herren aber musten etliche tu-cher scharlach geben. Hierauf lud er seinen bruder Conradumnach Liegnitz, und wollte ihn daselbst gefangen nehmen, alleinderselbe kam mit einiger mannschafft dahin, brachte ihn selbstgefangen mit nach Glogau, und erpreßte von ihm das geld,welches er von dem Bischofs bekommen. An. 1266. starb seinbruder Henricus III. und an. 1270. der andere Uladislaus, Ertz-Bischoff zu Valtzburg, von welchen beyden Henrici III. söhnHenricus IV. erbte, welchen er deswegen an. 127;. den 2. mertzzu Ieltsch in der nacht gefangen nehmen, und auf das schloß zuLehn führen ließ. Die Breßlauer nahmen sich zwar seinertreulich an, er übergab sein land dem Kayser RudolphoIpursiso an. 127;. zu lehn, machte auch mit dem Könige MBöhmen einen vergleich, daß derselbe, wann er ohne erben stür-be, die Grafschafft Glatz überkommen sollte; allein dem unge-achtet fiel Boleslaus an. 1277. in Henrici IV. land, und liefer-te den Breßlauern und ihren Mitten, Premislao, Hertzoge zuPosen, und Conrado, Hertzoge zu Glogau, den 18. apr. eineMacht, darinnen er die oberhand behielt, und Premislaum ge-fangen bekam. Worauf Henricus ihm Neumarckt, Striegau,Strehlen, Greiffenberg und andere städte mehr abtreten muste,ehe er nebst Premislao auf freyen fuß kam. Boleslaus starbendlich den 17. jan. an. 1278. und ward in dem von ihm zuLiegnitz gestifteten kloster zum H. Creutz begraben. Seine erstegemahlin ward an. 124;. Hedwig, Henrici Fürsten zu Anhalttochter, so an. 1275. gestorben, worauf er sich bald mit Adelheid,des Hertzogs Samborii von Pommern tochter, vermählte, dieaber wegen seiner maitreffe, mit welcher er Jaroslaum genü-get hatte, nicht bey ihm bleiben wollte, sondern zu fuß wiederzu ihrem vatter gieng. Seine aus der ersten ehe gezeugte kinderwaren 1.) Hedwig, geb. an. 1244. eine gemahlin Hertzogs Con-radi in Masau. 2.) Agnes, geb. an. 1245. eine gemahlin Ulri-ci IV. Grafen zu Würtemberg. ;.) dl. geb. an. 1246. Ludovicrvon Hackeborn gemahlin. 4 ) Henricus V. geb. an. 1248. wel-cher Liegnitz, und endlich auch Breßlau erhalten. 5.) Bernhar-dus, geb. an. 1240. der wegen seiner Hurtigkeit im springen 8al-iswr genennet wurde, und an. 1277. starb. 6.) Anna, geb. an.issi. ward Aebtißin zu Trebnitz. 7.) Constantia, geb. an.i2?2.starb als ein kind. 8.) Boleslaus oder Bolcko, geb. an. 12;;.welcher Hertzog zu Schweidnitz, Iauer und Münsterberg wor-den. lib. VII. bist. (Vonre,. snnsl. 8i-
lest geneslog. Oucum 8iles. L^nsec. 8i!ss-
Schles. chron.
Boleslaus, oder Bolcko, »»genannt Lloriolus und LeM-colus, Hertzog zu Schweidnitz, Herr zu Fürstenberg, der jüngstefbhn Hertzogs Boleslai II. L»Ivi, war an. 12;;. gebohren. Alssein vatter an. 1278. mit tobe abgieng, bekam er nur Lembergund Buntzlau, welcher letztere ort ihm noch dazu von seines vat-ters bruder, Hertzoge Conrado zu Glogau,vorenthalten wurde.Jedoch erhielt er an. 1286. wegen Ungleichheit der vätterlichentheilung auch Schweidnitz mit dessen weichbilde, und nach die-sem Iauer und Munsterberg, wodurch er ein mächtiger Fürstwurde, und sich bey öffentlichen einzögen ein blosses schwerdt(so noch auf dem rathhause zu Schweidnitz gezeiget wird) zumzeichen seiner souverainität vortragen ließ. Seine Fürstenthüm-mer regierte er sehr löblich, führte die Ritter-dienste darinnenein, brachte selbige nach Proportion der güther, in einen gewisssen anschlag, und seine lande in die jetzige abtheilung. Diestadt Schweidnitz verbesserte er mit vielen gebauden, führtefeine bürg darinnen auf, und introducirre das vogel-schiessenin Schlesien. An. 1295. stiftete er das Jungfern - kloster zNSt. Clara in Strehlen, und an. 1297. das berühmte Erstescienser-kloster zu Grissau, darinnen er auch begraben. Als am
1296. den 22. febr. sein bruder Henricus V. starb, trug er ihmdie vormundschafft feiner Printzen Boleslai, Henrici und Ula-dislai auf, welche er nach überkommung des Mostes Zobtenannahm. Ob er nun gleich diesem seinem bruder stets vieleVerdrießlichkeiten zugefüget, und ihm einen ort nach dem änderstabgedrungen hatte, so stund er doch den unmündigen Printze»sehr wohl vor. Den Hertzog Conradum zu Glogau zwang ^durch krieg, ihnen abzutreten, was er ihrem vatter wegge-nommen , machte in ihrem lande gute einrichtung, versähe d>cstädte Brieg, Nimptsch und Glogau mit schloß und Mauer»,und sammlete ihnen einen schätz von soovoo. marck. A»'
1297. befand er sich bey der cronung Königs Wenceslal MBohmen, und hernach fortificirte er Landshut. Er stM»den ;c>. jan. an. i;or. nachdem er von Beatrix, welche insge-mein vor Ottonis bonsi, Marggrafen von Brandenburg, toAter gehalten wird,;. söhne gezeuget, Bernhardum, fo Schwew-nitz, Henricum, der Iauer,und Boleslaum, der Münsterberg Akommen. Der unmündigen söhne Vormund wurde seiner gemamlin bruder Hermannus Longu», Marggraf zu Brandenburgund Herr zu Henneberg; und haben diese;. brüder lange Agememschafftlich regiert. Seine töchter waren Constantia,tzogs Primislai zu Glogau gemahlin , so hernach Acbtißm ATzaniza in der Cracautschen viosces worden, und Jutha, fo IUmit Stephan», Hertzoge zu Bayern, vermählet, welchen ams
noch Catharinam/Ottonis Königs in Ungarn gemahlin,beyfe^