Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
Seite
108
JPEG-Download
 

io8

bon

des klosters Fleury von den Hugenottischen foldaten erkauft,solche nach dessen erfolgtem tode neben Paulo Petavio an sicherhandelt hat, und zur helfte qetheilet; auch hatte er sich ausdes Cujacii bibliothecke, da sie schon zerstreuet war, noch vielgutes angeschaffet. Es hat Bvngarsius eine sehr gute auflägevon Iustino besorgt, und die Oetka Del per krariL 03 in 2. ban-den in fol. heraus gegeben. So hat man auch seine briefe auf-behalten, die im Haag 169;. zusammen gedruckt worden, auswelchen vieles , so zu den geschichten selbiger zeit gehört, zunehmen, im übrigen aber eine sonderbare frömmigkeit und red-lichkeit hervor leuchtet, insonderheit aber zu ersehen ist, daß eran den reliqions-kriegen der Hugenotten in Franckreich keinen ge-fallen gehabt. Varillas schreibt von ihm ohne gründ, daß erauf die bann-bulle des Papsts Sirti V. gegen seinen Konig in ei-ner heftigen schrift geantwortet, und solche selbst in Rom nebendie Päpstliche bulle angeschlagen. äiar. biogr. *

Hongeville, ( Wilhelmus äs ) aus der Normandie, einMönch in der Abtey Bec, reisete in verschiedene länder, undvornemlich nach Engelland, welches ihn veranlaßte, eine chro-nick zu schreiben, welche indem jähr 1000. anfangt, und sichbis an. 1280. erstrecket, zu welcher zeit er geledet.

Boni, siehe Bonni.

* Boni, ( Wilhelm) ein Franzose von St. Flour aus Au-vergne gebürtig, wird von Gesnero Bonida genennet. Er hatdie 8 onnet 8 des Petri Nonsardi mit 4. stimmen gesetzt, an.1^79. in 4. ingieichen die tzuLrrain8 des Herrn äs Pydrac an.1582. mit;. 4.5. stimmen, und im letzt - gedachten jähre diePsalmen Davids Mit 6. stimmen, cuin Oracioos IkeM 12.vocum, allerstits zu Paris im druck heraus gegeben. ^biblisch.

* Bonichon, (Franciscus) ein Priester des Oratoni,lehrte mit grossem lob die Humaniora in dieser Congregationund bekam nachgehends die Pfarrey St. Michael äu Tertre, zu-nächst bey dem Haus, so das Oratorium zu Angers besitzet.AIs Heinrich Arnauld zum Bischoff von Angers ernennet wurde,schrieb Bonichon ein buch, welches man hoch gehalten, unterder Überschrift: Lompa Lpilbopalis; worinn er von den gebrau-chen handelt, welche ein jeweiliger Bischoff von Angers beyseinem einzug zu beobachten pfleget. Als bald darauf dieBettel-Mönche fowol mit schriften , als in der that dem Bi-schöfflichen ansehen sich widersetzten, vertheidigte Bonichon das-selbe in einem besondern werck, welches nicht weniger, als daserste geschähet wird. Die Versammlung der Geistlichkeit an.iü;§. verwarf auch die aufführung der Mönchen. Eraber starb zu Angers den 14. nov. an. 1662.

Bonifacio, eine kleine, aber ziemlich bevestigte Handels-stadt nebst einem Hafen in der insul Corsica, au der südlichenküste, aufciner halb-insul gelegen. Sie wurde an. i;;;. vonden Franzosen erobert. Die meer-enge zwischen dieser stadt undder insul Sardinien, wird le Locolie äi Lonikacio oder der ca-nal Bonifacii genennet. Man hält sie vor des Ptolemäi ?»IIa,vor des Plinii kretum Tapliros, und des Pomponii Melästemm Ltrllloum, welche von Eustachio ÜNU8 8ar6oniv8, undvon einigen neuern le Losobe äs Lsixonneroa genennet wird.

St. Bomfacius, ein berühmter Lehrer der kirche, war einEngellander, und zwar, wie etliche dafür halten, aus der stadtCridiadunum in Devonshire, welche heutiges tages Kirwnheist. Seine geburt wird ins jähr 684. von andern aber insjähr 68;. gesetzt. Er war von vornehmen geschlecht, und ließin seiner jugend einen guten verstand, auch zugleich eine sonder-bare begierde zu GOttes Wort von sich spüren, dannenhero ersich in das kloster zu Excester begab, welches im 12. oder 1;.iahr seines alters, wie einige muthmassen, geschehen ist. Nach-dem er hier etliche jähre zugebracht, begab er sich in das klosterNutizell, weil er daselbst bessere gelegenheit fand, seine üuäiafortzusetzen, und da er sich daselbst viele jähre in allerhand llu-äii8 geubet, wurde er ungefehr im ;o. jähr seines alters inden priesterlichen stand aufgenommen, da er denn in sol-ches ansehen kam , daß er auf einem 8711060 von dem Kö-nige zum Ertz-Bffchoff von Canterbury, demselben die absiehtdes 871106! kund zu machen, geschickt wurde. Bald daraufentschloß er sich, eine reise nach Teutschland zu thun, umdie Christliche religwn daselbst auszubreiten, weil ftine Vor-eltern aus Teutschland entsprossen. Also reiste er aus Engel-land an. 716. nach Baronn und anderer meynung, oder wieSerrarius dafür hält, an. 704. und kam nach Frießland, wur-de von Willibrordo, der sich vorher dahin begeben, wohl em-pfangen ; hatte bey dem Könige der Friesen, Ratdodp, audientz,und bemühcte sich, denselbigen von Verfolgung der Christen ab-zumahnen. An. 717. wie es scheinet, kam er wiederum nachEngelland, und wurde an des verstorbenen Winberti stelle inseinem kloster zum Abt erwehlel, welche wurde er aber nichtannehmen wollte, weil er entschlossen war, noch weiter zu rei-fen; wie er dann auch bald darauf nach Rom gieng, wo-selbst er an. 718. von Gregorio II. gewalt bekam, nach densatzungen der Römischen kirche zu lehren , welches auszurich-ten er durch die Lombardey und Bayern nach Thüringenreiste. Denn daß einige vorgeben, er habe den Thüringernzuerst das Evangelium geprediget, findet keinen gründ, aber

bon

dieses ist ausgemacht, daß ihr Christenthum zu seiner zeitnoch nicht in allen stücken richtig gewesen. Weswegen Bo-nifacius eine reformation anzustellen sich angelegen seyn ließ.Aus Thüringen that er noch an. 718. wiederum eine reuenach Frießland, nachdem er vernommen, daß der Heydru-sche Konig Ratdodus gestorben, und daß sich, unter protectionder Francken, die Christliche religion mehr und mehr aus-breitete , wozu Bomfacius ein grosses mit beytrug. Dannen-hero ihn auch der Ertz-Bischoff Willibrordus zum Bischoffmachen wollte, welche würde er aber ausschlug, weil er derPäpstlichen einwiüigung nicht versichert war. Er predigte hier-auf zu Amönedurg in Hessen, und bauete daselbst eine kirche,berichtete auch dem Papst Gregorio den glücklichen fortgana sei-ner lehre, ja er reiste selbst auf dessen verlangen an. 721. nachRom, woselbst ihn der Papst zum Bischoff ordinirte, und ihmden nahmen Bomfacius gab, da er sonst wunfried oder Win-fried hieß. Hierauf schickte er ihn mit unterschiedenen äiplo-Niatibu8 und recommendations - schreiben wieder nach Teutsch-land , da er sich denn insonderheit an den Fränckischen KönigCarolum Marteüum addreßirte, und von demselben einenschütz - brief erhielt, auch mit dessen consens nach Hessen zog,die Christliche religion daselbst weiter auszubreiten, vornem-lich aber die abgefallenen wieder zu bekehren. Er zerstörte da-selbst viel götzen-bilder, und zog ferner nach Thüringen, all-wo er die alten Christlichen Priester, die sich der Römischenktrchen-verfassung nicht unterwerssen wollten, heftig verfolgte,und an deren stelle andere einsetzte.Er fundirte damals die Stifts-kirche zu St. Marien in Erfurt, legte auch daselbst einen B>-schöfflichen sitz an, wiewol er baldwiederum, vermuthlich inden kriegen der Francken mit den wachsen, eingegangen. Erstiftete dabey unterschiedene kloster, und verschrieb einige ge-hülffen aus Engelland, auch etliche frauen und jungftauen,darunter Kunigild samt Bergthit, Kundrut, Tecla, Lioba,und Waldburg waren, die alle in der Historie berühmt sind,und deren einige Aebtißinnen in verschiedenen klöstern gewesenNach dem tode Gregor» II. fertigte er einige Gesandten an des-sen Nachfolger Gregorium III. ab, der ihm nebst unterschied-lichen Heiligthümmern den Ertz-Bischöfflichen mantel überschick-te; doch war er nicht über gewisse länder Ertz - Bischoff, dan-nenhero er auch über andere Bischöffe keine eigentliche ge-malt bekommen, weil damals der Papst solches in Teutsch-land nicht zuwegen bringen konnte. Er crbauete zu dersel-ben zeit die kirche zu Fritzlar, und weyhete die zu Amelburgein. Um das jähr 7;;. kam er nach Bayern, woselbst da-mals ein berühmter Lehrer, Ehrnhilss oder Ehrnwolff war,welcher des Bonifacii beginnen nicht in allem billigen woll-te , dannenhero Bomfacius den Ehrnhilss einm ketzer schal»und ihn auch in den bann that. Unterdessen reisete Bom-facius an. 7;8. «dermal nach Rom, Gregorium III. zu spre-chen, kehrte auch mit unterschiedenen wichtigen schreiben,insonderheit an unterschiedene Teutsche völcker, wiederum zu-rück , und kam in Bayern an, da ihm von den Geistliche»scharf widersprochen wurde. Er theilte das Bayerland in 4>Parochien, deren jeder er einen Bischoff zuordnete, nemlich«»Saltzburg, Regenspurg, Freysingen und Passau, welches allesdarauf zielte, daß er Bayern dem Papst unterwerssen möchte'Er stiftete auch in Francken das Bischoffthum Aichstädt, undsetzte Wilibaldum, der auf befehl des Papsts zu ihm aus E»kgelland kommen missen, daselbst zum Bischoff ein, welchesums jähr 746. oder wie andere wollen, einige jähr vorher so»geschehen seyn. Nicht weniger hat er das BischoffthuMWürtzburg ungefehr um diese zeit gestiftet, und daselbstchardum zum ersten Bischoff verordnet. Er beobachtete aumseine und des Papsts autorität aufden 8700618, welche Carolo-mannus an. 742. in Bayern vermuthlich zu Regenspurg, «m74;. zu Lesdain, und an. 744. zu Soissons halten ließ; dan-nenhero auch die Papste sich ihm sehr gewogen erzeigtemAls er an. 74;. von Carolomanno und seinem bruder Pipü'Szum Ertz-Bischoff von Mayntz verordnet wurde, ertheilte ihm dckPapst Aacharias die consirmatwn. Einige melden, daß damalsdie Ertz-Bischöffliche wurde, welche bisher zu Worms gewesen,nach Mayntz, da es vorher nur Bischöffe gehabt, verleget wor-den , wiewol andere meynen, daß das Bischoffthum Wormsvielmehr jederzeit unter das Mayntzische Stift gehöret habt'Um diese zeit ist auch das berühmte Stift zu Fulda aufgerichtetworden, und zwar von einem jünger des Bonifacii, Sturm.g"nannt, welcher der erste Abt allda gewesen, da denn Boniw-cius von dem Papste die confirmation, und von dem Könige Mpino das Privilegium für dieses kloster auswürckte. Denn wensich Carolomannus um diese zeit in den geistlichen stand begebe»,erlangte Pipinus das regiment, dem sich dessen älterer bruderGrypho widersetzte ; Bomfacius aber hielt Pipini partey,und salbete denselben zum König zu Soissons, weswegen die-ser Bonifacio sehr gewogen war, und nebst seinen Nachle-sern zu erhebung des Mayntzische» stuhls nicht wenig bei-tragen. Als der Papst Zacharias gestorben, befürchtetenifacius, es möchte ihm dessen Nachfolger Stephanus mwürde des Vicariats entziehen, weswegen er an. 742.demselben schriftlich darum anhielt, und ist wohl nicht A

zweifeln, daß er solches erhalten. Darauf wollte er noch, ein

reise nach Frießland thun, schlug aber vorher Lullum zu sel»»'»Nachfolger im Stift Mayntz vor, welches er von dem^w^