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erneuerte nicht allein die ehemalige verordmmg wegen der Ma-tzung der Geistlichen, sondern verlangte auch durch den Bi-fchoff zu Pamiers, seinen Abgesandten , daß der König ihn vorsein Oberhaupt in geistlichen und weltlichen dingen erkennensollte. Der König hingegen ließ ermeldten Bischoff in das ge-fängnis legen, und schrieb dem Papst einen heftigen brief. Jaalle Stände in Franckreich thaten desgleichen, und waren wil-lens ein LonLilium zu beruffen, um Bonifacium abzusetzen.Dieser aber gieng gleichfalls so weit, daß er an. izoz. auf ei-nem S^noäo den König Philippum in bann that, seine Unter-thanen von dem eyd der treue los sprach, und das Königreichdem Kaystr Alberto offerirte, der aber solches nicht annehmenwollte. Inzwischen als der Papst eben darüber begriffen war,brachten die Franzosen einige von den Gibellinern auf ihre fei-te, welche unter anführung der Cardinäle von Colonna nachAnagnia, woselbst der Papst sich aufhielt, giengen, in den pal-last cindrungen, und den Papst nach einigen schlügen gefan-gen setzten. Die einwohner von Anagnia ergriffen zwar dieWaffen, dannenhero er nach dreytägigem gefängnis wiederumbefreyet wurde, und nach Rom kam, aber bald darauf den 12.oct. desselben jahrs i zoz. starb. (Von allem bisherigen siehe mitmehrerm den artickul Philippus IV. der schöne, König inFranckreich.) Seine grosse feindfchafft gegen die Gibellincr er-hellet unter andern daraus, daß als der Ertz-Bischoff von Ge-nua in der fasten zu ihm kam, nach gewohnheit die asche vonihm zu empfahen, er ihm eine haist-voll davon in die äugengemorsten, und dabey gesagt : Gedeucke, daß du ein Gideüiuerbist, und dermaleins mit ihnen zu asche und staub werden wirst.Man hat von diesem Papst, nebst seinen Lpiwolis und Lonlti-tutioiübus, insonderheit stelcrixtum 6s InäulZentiis LNNI zubi-Is°i, ingleichen Lonttitutionem äs I'rivilez-Üs vocckoruni <L üu-äemwm in sirns urbe; hernach hat er auch eine neue colle-ctiv» der Päpstlichen vecretorum, Ziemlich derer, die üach dercollectiv« des Papsts Gregorii IX. heraus gekommen, und inwelcher insonderheit dieses Bonifacii seine mit begriffen, verfer-tigen lassen, und befohlen, daß in den schulen öffentlich dar-über sollte gelesen werden.
c?r«co-r. O«
Lsov»« st. L. 1296. 1297. stq. LÄ-
stea». 6c tVKn--?/. in clelenf. ÜonifgLÜ. v.'< , äilker. äs
Vkilip. 6c äs Lonikss. Lonikacins VIII. kontik. Xom.
Bonifacius IX. hieß vorher Petrus Thomacelli, und warvon Neapolis aus einer vornehmen familie, die aber sehr insabnehmen gerathen. Aus einem armen Geistlichen wurde er an.i;8i. Cardinal, und endlich zur zeit des IsKiLnstis an Urba-Ni VI. stelle den 10. nov. an. izgy. von den Cardinälen zuRom zum Papst gemacht, wider Clementem VII. und hernachBenedictum XIII. die zu Avignon fassen. Es geschahe abermit vorhergegangener ausdrücklichen bedingung, daß er sogleichwieder, um das Ickilma zu endigen, die Päpstliche würde frey-willig ablegen sollte, wenn sein gegner dergleichen thun würde.Anfangs bezeugte er einen grossen eifer, diesem versprechennachzukommen, aber hernach machte er und sein gegner heim-lich einen stillstand von bann-strahlen mit einander, und erreg-ten beyde so viel Hindernissen, daß der streit nie geendiget wür-be. Sonsten verordnete Bonifacius die annaten, hielt an.1400. ein jubel-jahr, machte aber dadurch seinen nahmen ver-haßt , weil er seinen anverwandten gar zu grosse freyheit ver-stattete. Theodoricus äs Niem, der sein bedienter gewesen,redet sehr verächtlich von seinem geitz, welcher ihn veranlasset,allerley ablaß und andere dergleichen dinge zu verkauffen. Bo-nifacius starb den i. oct. an. 1404. Sein Nachfolger war Jn-nocentius VII. Es werden ihm einige episteln und conttim-riones beygelegt. IVatr-ra. o-rr^dr. cVaco». O« LVe«e.
, in vit. ?onti 5 . Ds X/<?»r, kill. ftkilm. lib. I. L II. O»
kill. äs Ickikme. bibl. ?omik. bist.
in snnal. minor. Lssvrr«, 6cc.
Berühmte Leuthe.
Bonifacius, Graf von Savoyen, ein söhn Amadei IV. vonCäcilia, e«ner tochter Raimundi, Grafen von Provence. Erfuccedirte seinem vatter an. 12;;. oder nach anderer meynungan. 1246. und ward wegen seiner sonderbaren leibes-stärcke Ro-landus zugenannt. Er zog der Gräfin Margaretha von Flan-dern wider ihre rebellische söhne zu hülffe. Als er von bannenzurück gekommen, belagerte er dre stadt Turin, welche nebstdem Marggrafen von Montferrat, und denen von Asti, sichfeindselig gegen ihn erklärt hatte. Well er nun über diese sei-ne feinde bey Rivoli einigen Vortheil erlangt, so fieng er an, siezu verachten, und ließ sich mit ihnen, ungeachtet sie ihm anmannschafft weit überlegen waren, unvorsichtiger weise in eintreffen ein, worinnen er nebst seinem absonderlichen freunde,dem jungen Marggrafen von Saluzzo, gefangen, und nach Tu-rin geführt ward. Alexander IV. verlangte zwar, daß manihn den strafe des banns wieder auf freyen fuß stellen sollte;allein die von Turin weigerten sich, und tractirten ihn noch dar-Z« sehr hart, welches ihn, weil er ohne dem von einem garhohen geist war, so sehr kranckte, daß er endlich an. i2;6.(andere setzen an. 126z.) vor kummer mit tode abgieng ;wiewol auch einige davor gehalten haben , daß man ihm heim-uch Ast beygebracht. Vor die auslieferung seines eörpers
ward eine grosse summe gelbes bezahlt, und selbiger nachmalszu St. Jean äs Maurienne beerdiget. Weil er sich nichtvermählt gehabt, so fuccedirte ihm (mit ausschliessung seinerschwester Eonstantia) seines vattern bruder Petrus. 6«,^
«0», Kill. äs Tavo^e. eie»- , 8abauäor.
Luc. kill. p. 29.
Bonifacius, ein Graf, oder nach der gewohnheit seiner zeitCome», linter welchem nahmen in dem IV. und V. stsculo rd«evornehmste bediente des Römischen Reichs benennet wurden,hatte in dem kriege einen grossen rühm erlanget, nachdem eraber wider die Vandaler in Spanien geschickt wurde, gieng Ca-stinus, der den obersten gemalt als Nagister Mlimm in der ar-mee hatte, so übel mit ihm um, daß er an. 42z. nach Rom /und von dar in Africam hinüber gieng, da er sich durch diediensie» welche er dem Reich leistete, grossen reichthum zuwe-ge brachte. Mit dem H. Augusiino machte er sich daselbst be-kannt , und dieser Umgang würckte hernach so viel bey ihm,daß er gelobete, das kloster-leben zu erwchlen. Allein Augusti-nus rieth ihm in dem weltlichen stände zu bleiben, und dabeyein Christliches leben zu führen, weil er hierdurch der kirche diebesten dienste thun könnte. Hernach aber heurathete er eineArianische krau, ließ seine tochter von den Arianern taufen, undsich auch selbst zu einigem unrecht verleiten; welches Augusti-num veranlaßte, ihm einen vortreflichen brief zu schreiben,und ihn mit dem banne zu strafen, weil er einen Übelthäter,der sich in die kirche retiriret, mit gemalt hatte heraus ziehenlassen. Bonifacius erkannte sein versehen, gab den Übelthäterwieder heraus, und wurde in die gemeinschafft der kirche wie-der aufgenommen. Einige zeit hernach wurde er fast wider sei-nen willen in eine empörung wider seinen Herrn gestürtzet, le-diglich durch die list Aetii, welcher sowol wegen des im kriegerworbenen ruhms, als dem ansehen bey Hof sehr eifersüchtigauf ihn war; wiewol Prosper in seinem Lkroniso diese schuldvielmehr dem Felix auflegen will, so um diese zeit auch Mgi-Her Mliti-x, d. i. einer der vornehmsten Feld-Obersten Valen-tiniani gewesen ist, und Aetio noch an alter und würde vorge-gangen. Denn da Bonifacius eben das Gouvernement in Afti-ca durch die gunst der Kayserin Placidiä, als Vormündern, ihressohns Valentiniani III. vor Aetio erhalten, versäumte dieser kei-ne gelegenheit Bonifacium bey dieser Fürstin einzuhauen, undbrachte sonderlich viel au von den geld-ervressungen, welche je-ner in seiner provintz verüben sollte, und nachdem dieses an-fienge glauben zu finden, setzte er endlich hinzu : Bonifaciusselbst wüste sich so schuldig, daß er auf alles schreiben der Kay-serin, oder ihres sohns, wo sie ihn an Hof beruften, nimmer er-scheinen wurde. Die Kayserin wollte es versuchen, aber Aetiuswar schon zuvor kommen, und hatte Bonifacium unter demschein der freundschafft gewarnet, als ob ihn Placidia wollteins verderben stürtzeu, wie denn seine zurückruffung aus Aftica-welche in wenig tagen ohne einige erhebliche ursach geschehensollte, dessen ein beweis seyn könnte. Dieser glaubte es, underkläret! sich deswegen auf erhaltenen befehl von Hof ziemlichtrotzig, mit vermelden, er würde weder aus Placidiä noch Da-lentiniani befehl seine provintz verlassen. Man schickte so gleichdrey Oberste, Mavortium, Galbionem, und Sinoecen widerihn ; da er zwar die 2. erstere durch hülffe des dritten, so sichheimlich mit ihm verstünde, umbringen lassen; weil er abernach solchem förchten muste, von dem Kaystr mit mehrerergemalt angegriffen zu werden, gebrauchte er das gefährlichMittel, die Vandalen unter ihrem König Gistrich oder Genst-rich aus Spanien zu hülffe zu ruffen ; allwo sie eben an dermeer-seiten gegen Aftica sich niedergelassen hatten. Diese er-griffen die gelegenheit mit beyden Händen, an welche sie st"-sten, wie sehr ihnen auch das maul nach Aftica wässerte, ausMangel der schiffen nie hätten gedencken dörfen; giengen alstauf den fahrzeugen, die ihnen Bonifacius angeschaffet, mit al-ler ihrer macht in Mauritanien über. Unterdessen hatten d>rfreunde, so Bonifacius zu Rom und an dem Hofe gelassen, d»efach untersucht, und weil sie nicht begreifst» konnten, wie diestrmann, dessen treu gegen den Kaystr und das Reich ihnen be-kannt war, einen so verzweifelten entschluß gefaßt, giengen ei-nige mit willen Placidia zu ihm über in Aftica, denen er 1 ?dann Aetii briefe auswiest, und so viel dadurch würckte, bassich Placidia gern mit ihm versöhnen ließ, und nun vielmehrmittet suchte, sich an Aetio zu rächen, als der sie beyde so sthaM'lich hinter das licht geführet hatte. Da mochte es nun Bomfacium sehr gereuen, daß er so beschwerliche gäste eingeladen-aber die Vandalen waren so leicht nicht fortzubringen, stistE'das deswegen angebotene geld aus, und als es zur schiffkam, überwanden sie Bonifacium, daß er sich gen Hippona m>der flucht retten muste. Jene belagerten ihn zwar darmmvergeblich, und musten zuletzt wegen Hunger abziehen; aber -Bonifacius durch viele trouppen unter Aspar, einem anderRömischen Kriegs-Obersten, verstärcket sich nun meister «ndunckte, und eine neue schlackst wagte, litte er eine groistVerlag, und muste Aftica gar verlassen , worinnen hernach r-Vandalen ihr Reich dermasscn bevestigten, daß ValentimanJnach kurtzem mit ihnen muste frieden schließen. Bonstac .war indessen nach Rom gezogen , und hatte seine versoynw ,mit Placidia vollkommen richtig gemacht, auch die anschM'Awürde eines Nsßittri Mlstuin erhalten ; allein der nerv rdie eifersucht zwischen ihm und Aetio brachen bald hernam ^einen offenen krieg aus, in welchem vermöge des Prosper« er«