bra
bastel nuovo und Santa Lucia, daß es der Papst für ein glückachtete, mit ihm friede zu fchliessen, wobey er ihm zugleicherlauben mnste, Oirrä äi Lüttsllo, eine fehr gute stadt im Peru-nmfchen, welche fonsten immer den Päpsten gehöret hatte,tur sich selbst einzunehmen, und zu feiner schon habenden Perust-stlfchen Herrschafft zu schlagen. Braccio schöbe indessen dieemiiehmung dieser stadt auf eine bequemere zeit auf, und giengohne Verzug wieder auf den Sforza los, dessen volck sehr zer-Ichmoltzen war, und da ihn dieser am fluß Garigliano, wo erwüsten sehr tief ist, aufzuhalten vermeynle, fand er doch ei-«en ort, da die Pferde nur wenige schritte lang zu schwimmenMten, welcher deswegen hernach des Braccii fürt, vaäo üt«raLLio genennet worden, setzte seine trouppen mit grosser be-uurtzung der feinden über, als die ihm sodann den weg nach^apua frey lassen musten, allwo er mit jedermanns freudevon der stadt und dem Fürstenthum besitz nähme, auch dasHsste schloß der stadt, welches ein gewisser Pacano nun langeM innhatte, und ohne jemand für seinen Oder-Herrn zu erken-nen , aus der gantzen umliegenden gegend grosse beuten ge-macht , nach einer sehr scharfen belagerung zur übergab zwan-»e, so daß Pacano von allem zusammen geraften reichthumjucht mehr als eine flasche Weins, und einen fcheffel frucht davonMchte, welches ihm Braccio zum schimpf mitgeben liesse.Aoch von grösserer Wichtigkeit war die eroberung Acerra, wel-we stadt er ohne einigen Verlust der seinigen blos mit schreckenM vermittelst grabung eines unterirdischen gangs, von dem^ belagerten Nichtwissen konnten , wo er sich hinwendete, nochwelchem ort der stadt er sollte geöfnet werden, zur über-W zwange. So brachte ihm auch der tod des Tartaglia, wel-M,um diese M, wie schon oben zum theil angedeutet, aus^tehl des Sforza zu Aversa enthauptet wurde, nicht geringeAvstarckung, indem dessen beste reuter aus entrüstung über dieserM bey gegebener gelegenheit zu Braccio übergiengen. BaldDarauf brächte er auch dem Sforza selbst durch eine beson.,/re kriegs - list einen gewaltigen streich an. Dann als er,"w Capua besser mit lebens - Mitteln zll versehen, viele wä-8» von Napoli kommen liesse, diese aber ohnedem nächstb Aversa vorder, gehen musten, bestellte Braccio heimlichvn, Anzahl trompeter von selbigem ort bis gen Capua, so weiteinander, daß je einer den nächst vor ihm stehenden wohld^en möchte, mit beseht, sobald die convoi angegriffen wur-d ' sollte der nächste tapfer in seine trompete blasen, und so-de« 2 bie andere, bis an sein lager, welches nur wenige stun-Wäa von war. Wie er nun zugleich die zeit wüste, da diewj, ? ", der gegend Aversa anlangen sollten; hielte er sichstlncx reuterey bereit, und rannte auf das erste empfan-ten ?^chen so schnell herbey, daß er die Sforzamfchen mit-si. 'w plündern der proviant-wagen, und also zugleich aus-staö?^v vrdnung antraf, auch den meisten den rückweg zuraufgesperrete; so, daß der gröste theil von selbigem volck>Ult vem platz bliebe, oder gefangen ward, und Sforza selbststissMauster Mh, indem er nemlich samt dem pserd in denactinn en zu Aversa gesprungen, entrinnen mochte. Diesetzs.v wachte für dießmal dem krieg ein ende , welcher deniicl, abermal nur wenige monate gekostet hatte. Dann weildi/gM Sforza fast alles seines volcks entblösset sahe, auchtuch'"v.re alle sich dem Braccio ergaben, war für ihn nichtssiüAbbrig, als ein vergleich; weswegen er sich von freyenitgue? blesem bis dahin gewesenen so grossen feinde anver-spreiÄ ' km mit i;. mann in sein lager kam, auch das ver-ihg erhielte, daß Braccio allen ffeiß anwenden wollte,tvieg," , vrum bey der Königin auszusöhnen ; welches er auch,
"' wegen ihrem raachgierigen' jenem wiederum ein an-
bra
177
, . ..
8emü^"'cht ohne schwiertgkeit, wc
sehy,,^- dewcrckstelligte,^ sogar daß ....
te» 6.^» Gouvernement überlassen wurde. Nachdem bequem-sirejm ^übrige städte und Grosse des Reichs ohne schwerdt-
Evum-' .Braccio, der mit seinen kriegs-leuthen nie müßig seynsche o.'^diente sich dieser gelegenheit wieder in seine Perusini-schafft zuziehen, und sonderlich liksrnum libsriinmider Lsssello in seinen gewalt zu bringen, welches ihm
sey. Lll m dem vorher gemeldten vergleich hatte zugeben mus-sich dAs er nach diesem für einige zeit ruhe hatte, bediente erschier g", ein seinem lande sehr nützliches werck, und welchesalten Römischen Unternehmungen zu vergleichen,ber ' Dieses war, daß er einen graben von ungemei-vieujs^ auswerffen liesse, welcher das Wasser aus dem Trasi-viestx M ste oder I>Lgo äiksruZia abführen sollte; da bisherlch'NeiK? keinen ablauf gehabt , und deswegen bey jeweiligenwet halben schneen die gantze umliegende gegend überschwem-ivgess "e. Aber bald ward er wieder ins Napolitanische ge-tete. ' Mo das ende seiner thaten und lebens aus ihn war-vvrub?,, hatten sich da gleich nach seiner abreise viele neue?°san«en gesponnen. S/orza war aus gefaßtem argwohn*°sgelass^nommen, und hart gefoltert, jedoch zuletzt wiederbiißtra,,-« 'Horden; doch so, baß zwischen beyden theilen dasviele« aufhörte. Es siengen auch viele Grosse benebst
Alph.'Men des Reichs von neuem an sich aufzulehnen; so baß'va»n Johanna sich nicht anders sicher achteten, als
bey du^oraccio wieder bey ihnen haben wurden. Er wurde da-x^Nodien x"/Gesandtschafft Verrissen, welche ihm zugleich dieAten unv^b Napolitanischen Fürstenthums , als eme güldene^dura, y.« ? Mitbrachten, und mit grossem gepräng zu Peru-^ ven damaligen Fürsten von Foligno anlegen und auf-
setzen liessen. Nach diesem säumte sich Braccio nicht mit essnem wolgerüsteten und verstärken volck hinzuziehen. Mittler-weil aber, da er im anzug begriffen war, hatte sich grosseUneinigkeit und Verbitterung erreget, zwischen der KöniginJohanna selbst, und ihrem zuvor angenommenen söhn underklärten erben Alphonso ; so daß jene dieses letztem kriegs-volck durch Sforza überfallen und berauben liesse, Alphonsusaber, nachdem er frische hülffe aus Sicilien erhalten, ausdem Lsttel nuovo, worein er sich zuvor einschliessen müssen,in die stadt Napoli fiele, und dieselbe meist ausplündern lies-se. Weil nun Johanna den Braccio mehr ihrem gegentheilals ihro zugethan achtete, erklärte sie auch denselben, ehe er rechtins Königreich kommen war, für ihren feiud, und machte da-gegen den Sforza zu ihrem obersten Feldherrn. Diesem zu-folg schlösse alsobald die stadt Aquila dem Braccio die thorezu, welche doch insonderheit zu seinem Gouvernement gehö,ren sollte; weswegen er aufs äusserste entrüstet, nach einneb-ln ung der umliegenden örter die stadt sechsten hart belagerte.Ader da stetige das knegs-glück, welches ihm bisher immergünstig gewesen, auf einmal an Braccio den rücken zu keh-ren. Die belagerung selbst- verzöge sich bis in den eilften mo-nat, weil Braccio wegen grosser vestigkeit des orts und Man-gel fuß-volcks solchen mehr durch Hunger als mit gewalt mustezu bezwingen suchen. Die Florentiner, welche bisher immerseine freunde gewesen, und nun von dem Papst und HertzogevonMauland sehr angefochten wurden, auch eme grosse seld-schlacht gegen dieselbige verlohren hatten, rüsten ihn gar sehn-lich um hulsse an: so daß er sich in erinneruna der von dieserstadt empfangenen diensten nicht einbrechen konnte, selbiger400. reuter, und zwar den rechten kern seines volcks, zuzusen-den ; wobey er sich großmüthig erklärte: er wolle lieber im Napol.krieg unten liegen, als gegen seinen getreuen bunds-genossen un-Lanckbar erfunden werdest. Auch machte ihm der absall desorts Larigiano in dem Aquilanischen einige Hindernis, als dener nicht ohne mühe wieder eroberte, aber dabey wider seinevorige gewohnheit nicht nur gegen die männer sich sehr grausamerzeigte, sondern auch die weibs-personen auf eine sehr schänd-liche weise mißhandeln lassen; welches dann nur dazu gedient,daß die Aquilaner aus besorgung gleichen Verfahrens in ihrervorigen Hartnäckigkeit desto mehr gestarcket worden. Letztlichda es nun mit dieser stadt auf dem äussersten war, und siekümmerlich noch für 14. tag lebens-mittel hatte, rückte der ent-satz von allen orten an. Und obschon Sforza selbst im über-setzen über den fluß Pescara unglücklich ertranck, so gierigendoch die trouppen unter vielen Generalen, darunter auch desSforza söhn, Franciscus Sforzia, war, auf den Bracciolos; so daß es zu einer heftigen schlackst kam, in deren Braccioallem ansehen nach leicht hätte können obliegen, wo er nichtaus einer unzeitigen bravade den feind gesamter Hand ohne ei-nige Hindernis hätte über den berg, so ihn von demselben ab-sonderte , herab ziehen, und hernach in der ebene in ordmmgstellen lassen,ehe er denselben angegriffen; auch darauf durch seistsuß-volck selbigen paß einnehmen und sperren lassen, gleich alsob er voraus versichert wäre, die gantze und sehr grosse machtder feinden nach seinem gefallen auf einmal aufzureiben. Abereben dieses allzugrosse vertrauen auf sich selbst verursachte ihmden Untergang. Dann obschon er darauf den feind etlichemal in Unordnung und auf die flucht brachte, wendete sich die-ser dennoch immer gezwungener weise, weil ihm der weg zurflucht allerdings gesperrct war, und föchte also recht verzwei-felt. Braccio dagegen war ohne suß-volck, eben weil er sol-ches zu besetzung des Wegs, durch den der feind sich hätte zurückziehen können, gebrauchet, niit ausdrücklichem befehl nichtvon dar zu weichen, wie es ihm auch gienge; da er doch das-selbige hernach, sonderlich die zu fuß ausfallende Aquilanerzurück zu halten, höchst nöthig gehabt hätte. An diesem aus-säst der Aquilaner« hat Nicolo Picinino, sonsten ein berühmterkriegsmann, die gröste schuld; dann als selbiger, ob er gleichvon Braccio gegen die stadt geordnet war, um solches zu ver-hindern , die feinde in Unordnung gesehen, und nun meynete,die schlacht wäre scholl gewonnen, fieng er an sich auch mitden seinigen ins handgemeng zu mischen, und sonderlich de-ren plunder tapfer zu berauben; wodurch dann die belagerteerst gelegenheit bekommen, den Braccio auch von ihrer seltenim rücken anzugreiffen. Solcher gestalt wurde dessen reu-lerey durch den langen streit endlich sehr erkundet; und dagleichwol des Braccii tapferkeit solche «och t>eysammenhielte, geschahe es endlich in dem heftigen Handgemenge, daßBraccio von einem gemeinen reuter des gegenryetts, nah-mens Fuglinato, eine tiefe wm>dem den hals empfienge,und weil ihm sogleich die krafften eMgiengen, auch gefan,gen wurde. Dieses machte aufeinnal demtrcffen em ende,und verstoben die seinlge, so blslier, gis lange er gelebt, niewaren überwunden worden, nachdem sie ihn HM todt und iyder feinden gewalt sahen, in einem augenbltck. Die Ge-neralen des gegentheils erzeigten chm zwar alle Höflichkeit,führten auch achte herbey, »m wo möglich sein leben zuerhalten. Aber man konnte kein Wort aus ihm bringen» vicl-, wemgerdenselbenbewegen , sperseoder artzneyenzusich zuneh-men ; wobey jedoch ungewiß, ob es wegen der grossen wundeim hals, oder für Verdruß, und daß er sich in die plötzliche Ver-änderung stmes zujtands nicht schicken können, auch deswegen dasleben nicht langer behalten wollen, geschehen. Er starb daher