Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
Seite
178
JPEG-Download
 

i?8

bra

am dritten tag nach der Macht, den 2. jul. an. 1424. seinesalters ; 6. jähr, da seine mutter annoch im leben war. Erhinterliesse die Herrschafft Perugia seinem söhn , nahmensCarola Fortebraccio, der hernach der Venetianer Generalward. Oddo, ein anderer seiner söhnen, dienete den Florenti-nern. Wir haben an Braccio ein exempel eines aus geringemUrsprung so hoch gestiegenen mannes, dergleichen in der neuenHistorie wenige vorkommen, st) daß die gegebene weitläuftige be-schreibung an diesem ort hoffentlich nicht übel angelegt seyn wird;zumalen da diese geschichten auch sonsten bisher in Teutschlandwenig sind bekannt gewesen , und endlich der gantzen Ita-liänischen Historie selbiger zeit, durch diese erzehlung ein ziem-liches licht gegeben wird; dieweil daraus erhellet, wieman damals in diesen landen kriege zu führen gepfleget; wieman da nemlich mit einer kleinen armee das gantze land durch-streifte, Fürsten, Herren, städte, ja die Päpste selbst in schre-cken und contribution setzte, bald dieser, bald jener partey dien-te , und endlich auch für sich und seine nachkommende neue Herr-schafften und Fürstenthümmer aufrichtete, rc. als welche gewohn-heit mmmehro erloschen ist. M vira Urssen.

sto/ro, IM. äi Müano k-rrts IV. )i/ascl-rav,//,chik. äi kir. lib. IV.lls/crs, eloz;. äi Lsxit. 111. *

Bracciolinus, oderBrandokinus, (Iacobus) war einsöhn des Poggii klorsmim, der eine Historie geschrieben,' welchedieser Iacobus ins Italiänische übersetzet, wie er denn auch an-dere bucher verfertiget hat. Sein vatter hatte ihm zwar guteMittel hinterlassen; aber er verschwendete alles; er war dabeyvon grossem Hochmuth besessen, und mißgönnete allen die in ho-herm stand waren ihr glück; diese lasier zogen ihn mit in dencomplot derer Pazzi wider Julianum und Laurentmm äs Me-dicis. Bey ansführnng denelben Vorhabens nahm er auf sichNeben dem Ertz-Bischoff Salviatt, und einigen andern der zu-sammen-geschworeneu das Rathhaus zu Florentz zu besetzen.Als aber alles fehlschlug, wurde er ohne saumnis, ehe noch dertumult gantz gestillet, zu einem fenster des Rathhanses ausgehän-get. Diß geschahe an. ,478. Sonst was die iiuäi» anlanget,hatte dieser Poggins wohl einige wissenschafft von den Histo-rien , machte sich aber damit viel grösser als es die fach ver-diente, und schalte sehr gerne auf andere Gelehrte, die mehrwüsten, als er. Er ist von einem andern söhn des Poggii,welcher bey Leone X. sehr wohl stand, wohl zu unterscheiden.

bitt. ccwj. kack. /srE, m eloA Log. L Ich. IV. VNLTeonk X. *

Bracciolinus poggius, siehe poggius Bracciolinus.Bracciolinus oder Bracciolini, (Franciscus) ein be-rühmter Poet, war von Pistoja, einer stadt in Toscana, undstudirte mit Maffäo Barberini. Weil beyde nun eine grossezuneigung zur Poesie und zu den Äuäik sIeMntiorikm8 hatten,so wurden ihre gemüther sehr zusammen vereiniget, dergestalt,daß, als Barberini unter Elemente VIII. als Xuncius machFranckreich gieng, er den Bracciolini als 8esre«Äriuni mit-nahm , welches diesem sehr angenehm war, in Hoffnung seinebeförderung zu erlangen, wenn Barberini Cardinal würde.Weil aber solches nicht bald geschahe, und an. ,605. ClemensVIII. starb, so verließ er ihn, und begab sich nach Pistoja, daer einen theil von seinen Poesien verfertigte. Als aber Barberiniuachgehends Cardinal und an. ,62z. unter dem nahmen Urba-rst VIII. Papst wurde, erkannte Bracciolini sein versehen, be-gab sich wieder zu ihm, und überreichte ihin ein Italiänisch ge-lichte in 2z. büchern, welches er auf seine wähl gemacht hatte.Dieses nahm Nrbanus VIII. sehr wohl auf, beschenckte ihnreichlich, brachte ihn zu seinem bruder, dem Cardinal St.Onuphrii, und gab ihm den nahmen Bracciolinus nb Lpistus.Dieser schrieb ferner verschiedene Lateinische und Italiänischewercke in gebundener und ungebundener rede, und unter andernein getichte von erfindung des creutzes unter Heraclio, welchesihm grossen rühm zuwege gebracht. Als Urbanus VIII. an. 1644.mit tobe abgieng, begab sich Bracciolini, der bey nahe 80. jähralt war, in sein vatterland, und starb nicht lange hernach. Lesm Urbsn. xin. III. ssv. 4;. Vstcaör

bibl. Lvütis. cVgF's, sloZ. k. II.

Bracelli, (Iacobus) gebürtig von Sarzane in dem Genue-sischen , lebte an. ,450. und üo. Er wurde 8ecretariu8 bey derRepublic Genua, und Nicolaus V. welcher gleichfalls vonSarzane war, wollte thn zu seinem 8esretario machen, wel-ches er aber abschlug. , Er schrieb eine Historie von dem kriege,der zwischen den Spamern und Genuesern von an. ,412. bis1444. qeführet worden, welche am 1579. zu Rom gedruckt,undJoh. BaptistäBracelli, Bischofs zu Sarzane, einem enckeldes hier gedachten Jacobt, dediclrt ist. Er (unterließ auch einbuch von den berühmten leuthen zu Genua; eine beschreibungder Genuesischen küste; rc. F'oZLee«, elog. Oenuenstbist. 6eliuenst bibl. äessr. Ital. <L /«-

stsritt. äsUs I.iMr. in slog. H2. in xrxes.

tiiL vrsL. äs Ditt.

Brachbant, ein gewisser landstrich in der Grafschafft Hen-negau, welcher vormals ein theil der Grafschafft Valenciennesausmachte, wird auch sonsten klein Brabant oder das Archi- >diaconat von Brabant genennet. Ath, Leuse und Condä sinddarinnen die vornehmsten stadte.

Brachelius, ( Johannes Adolphus) war von Cöln amRhein, und dem geistlichen stände zugethan. Er starb an. 165».

bra

rm sepk. gar jung, und ist deswegen berühmt, weil er iWorlMlui remporib, von an. 1618. bis an. 1652. herausgegeben, wel-che aus der Lateinischen auch in die Teutsche und Holländischespräche übersetzet worden. Christianus Adolphus Thuldenus,e-moinLU8 zu Cöln, hat dieses werck weitlänftiger von an. ,652.bis i66i. continuiret, und den z. 4. z. und 6. theil hinzugefü-get , welches Henricns Brewer, ststsost sticsm. in dem 7. theilbis an. 1672. fortgeführet,

Brächet, (Benedictus) General der Benedictiner von derCongregation St. Mauri in Franckreich, wurde in der Abtey zuFleury erzogen, und rm 16. jähr seines alters nahm er die refor-mation seines ordens am Erwürbe darauf Unter-Prior in derAbtey zu Tiron imd Magister rkiloloplM, da er nur das 22.jähr erreichet. Als die 2. LongreMtione8 von Clugni undSt. Maur vereiniget wurden , erwehlte inan ihn zum Priorbey St. Martin äe8 Lstumxs zu Paris, ob er gleich noch nichtPriester und auch nur 2;. jähr alt war. Nachgehends wurde erPrior in der Abley zu St. Germain äe8 kre8, und hat vonderselben zeit an seinem orden und der kirche grosse dienste ge-than. Ludovicns XIII. bot ihm ein Bißthum an, welches eraber sowol als die pension von,2000. pfund, die ein Printz ihmgeben wollte, ausfchlug. Die Cardinale Richelieu und Ma-zarin zogen ihn zu ihren rathschlägen in kirchen - fachen. Erwurde auch zweymal nach Rom geschickt, und der König er-nennte ihn zum oftern nebst Cardinälen, Ertz - und Bischöffcn,und Staats-Rathen zum Lommistsirio, dergleichen auch dasParlement mehr als zehenmal that. An. 1670. muste er imnahmen des Königs, auf den Französischen grentzen, den an-kommenden König Casimirum von Polen empfangen. An.1682. im april wurde er zum General seiner Congregation er-wehlet, und starb in der Abtey zu <2t. Germain äe8 lste« zuParis den 7. jan. an. ,637. im 77. i"hre seines alters. Er waraus dem Hause äs Brächet, welches wegen seines alterthumsnnd seiner getroffenen heurathen berühint ist. Es hat seinen Ur-sprung aus der stadt Blois, und hat sich hernach zu Orkansund Paris niedergelassen. Es hat verschiedene ansehnliche Per-sonen hervor gebracht, welche von den Königen vornemlichdarzu gebrauchet worden, die städte bey den innerlichen kriegeu >im gehorsam zu erhalten. Es ist auch diese familie jederzeit tMflor geblieben, und hat sich in verschiedene link» zertheilet, un-ter den Herren von Marolles, äs la Bouache, äs I2 Mittlere,und äs Peruse. Iacobus, ein bruder des vorhergedachten Ge-nerals der Benedictiner, war Cabinet - 8ssremriu8 des Königs,desgleichen Intendant über die armee in Italien bey 2;. jähr,und starb in Königlichen diensten an. 1659. Der andere bruder,Carolus, war gleichfalls Intendant über die Französische armeeim Lupenburgischen. ä«

hieß man in der alten kirche ein paar mikwachs bestrichene Handschuh, welche der Bischofs anzog, wenn ersonnabends vor Ostern die Lsreclmmeno8 taufte, damit ernen andern ornat nicht naß machte. .Sonsten bedeutet diesesWort bey den mittlern scribenten schlechtcrdmgen einen ermel,sowol an der geistlichen als weltlichen kkidung. stex.

ssclsst p. 97. O« in (Holst *

wurden im dritten Lcolo gewisse ketzer ge-nennet, weiche den irrthümmern des Manetis und der Onottico-rum nachfoigeten; wiewolen deren deutliche Meldung bey denalten nicht zu finden. sVar,-,/. elsnsk. k°eret.

Brachio , siehe Braccio.

, werden Indianische kKiloMKi gencmnet, von welchen unter andern Strabo gar sonderbare dinge amgemercket. Sie schienen die unterrichtung ihrer schüler anzmfangen, da selbige noch in mutterleibe waren. Denn wenn Eweibs-person schwanger war, giengen sie zu derselben, ri»t^dem vorwand der mutter und dem kinde glück zu wünschen, vamit sie glücklich niederkommen möchte, in der that aber der mUter allerhand gute lehren zu geben. Da man dann als einzeichen für das kind annahm, wenn die mutter diese discEgerne hörte. So bald nun das kind ansieng heran zu wachst^muste es gleichsam durch unterschiedene (lassen der lehrmE^geführt werben, bis es seine Vollkommenheit erhielt. Die Brawmanen selbst hielten sich ausser der stadt in einem walde auf,führten eine sehr strenge lebens-art, schliefen auf festen st Asen kein fleisch, und enthielten sich des weiblichen geschlccM'

Ja einige schliefen auf der blossen erde unter freyemmel. Andere stunden unbeweglich den gantzen tag am *nemfuß, doch Wechselsweise in brennendem fände, imd"trachteten mit unbeweglichen äugen die sonne; welches mvon einigen in zweifel gezogen wird. Sonst brachten siezeit mit nützlichen discursen zu , und theilten auch ihre wnmschafft andern mit, welche aber weder reden noch ausspev^.durften. Wenn man jähr in dieser gesellfchafft zugebe«^hatte, war es einem erlaubet eine bequemere lebens-art zu st,wehlen, auch das fleisch derjenigen thiere, deren sich diescheu zu ihrer arbeit nicht gebrauchen, zu gemessen , aum ^Weiber zu nehmen, doch mit der bedmgung, daß sie mm" ^geheimnisse der Philosophie nicht mittheilten, aus furchr,'mochten dieselben andern erofnen, oder nachdem ihrennern nicht mehr als wie vorher gehorchen wollen. ^hielten dafür, daß unser leben nicht anders anzusehen, yder zustand eines kindes in mutterleibe, und daß durch ven.,man r» dem wahren leben gleichsam gebohren wurde, ^