Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
Seite
180
JPEG-Download
 

i8c>

bra

brannten oder nahmen die grasten Engt. schiffe weg, und die--ses alles unter den äugen des Hertzogs von Iorck, und des Ge-neral Moncks, zu nicht geringer schwach Engellands, und Ver-wunderung des gantzen Europens. Brackel, welcher indessenseine chaloupe verlohren hatte, bediente sich einer andern, undgriff ein Englisches schiff von 6c>. canonen an, bestige solches,bekam die sämtliche mannschafft, samt dem Capitain gefangen,und verbrannte das schiff. Der Admiral von Gent schicketeihn den 28. iun. nach Goeree an der Maas, mit zwey schiffen,welche den Engelländern waren weggenommen worden, davondas einte Carolum II. in Engelland geführet hatte, und mitroo. canonen besetzt war. Die General - Staaten verehretenBrackel eine güldene müntze, samt einer ketten von gleichemmetall, welche 1200. gülden werth war, nebst 1200. güldenin geld, um solches mit seiner mannschafft zu theilen. End-lich gab man ihm das commando eines ansehnlichen schiffes,der Wassenaer genannt, welches 54. canonen und 250. mannaufhatte. Er dienete mit diesem schiff an. 1671. in der esca-dre des Admiral Ruyters. An. 1672. commandirte er dasschiff Groot Hollandia, mit 60. canonen, welches zu der flottedes Admiral Nes gehörte. Er hielte sich in der schlacht, wel-che den 7. junii gemeldten jahres vorgienge, mit rühm, indemer ein schiffvon 104. canonen und ivoo. mann, welches blaueflaggen trüge, und von Montag» commandirt wurde, angrif-fe , also daß Montag», welcher sich in einen allzu sehr belade-nen nachen salviren muste, elendiglich umkam. Endlich wurdeer Contre-Admiral, und hatte an. 1689. mit theil an der Unter-nehmung Wilhelmi III. Er führte das schiff 1 a Meuse genannt,mit 68. canonen. An. 1690. da er unter dem commando desAdmirals Torrington stunde, wurde er durch eure canon-kuge!den io. jun. getödtet, indem er wider die Französische armerstritte, welche der Graf von Tourville anführete. «2ein leibwurde in der St. Lorentzen-kirche zu Rotterdam begraben, undmit seinem bildnis aus weißem marmor, wie auch mit dem wa-pen Wilhelmi III. gezieret. (?. vls äs blultsr. tVe ä-<?«MLM lII. ss. sVrtt'nrei-, Lc.

Brackeley, ein städtgen in der Englischen provintz Nord-hampton.

* Brackelonde, (Jocelin) ein Engellander aus dem Be-

nedictiner-orden, welcher in dem XIII. Lculo lebte, und sichdurch einige historische schriften bekannt machte. Darunter sindnebst andern eine chronick seines klosters, desgleichen das lebenSt. Roderti des Märtyrers, rc. L--/E/.

* Brackenberg, ein Churfürstlich-Hannoverisches amt und

städtlein in Nieder - Hessen, beym Rheinholdswalde zwischenGöttingen und Münden. Hertzog Ernst von Göttingen fleug an.i;c>4. an dasschloß daselbst zu bauen, und an. 1)4;. brachteer es zu stände. Im XV. sseculo war es ein raub-nest, welchesOtto Cocles Hertzog zu Göttingen an. 1411. zerstörte, woraufes Dreterich von Grona, und dessen nachkommen lange zeitpfand-weise inne gehabt. skron. spuck Nsäsr. p.

Ly z. pfeffingers Historie des Braunschweigisch- LüneburgischenHauses, II. z. p. 2V2. II. 7. p. 216. Schneiders beschrelbungdes alten Sachsenlandes, x. 42.

Brackenheim, ein Würtembergisches städtgen und amt amAuß Zaber, im Zabergow, 2. weilen von Heilbronn, -f Die-ses städtgen liegt an dem kleinen flüßlein Brack, welches davorbey in die Zaber fleußt. An. 1,67. soll es an Graf Eber-hard von Würtemberg verkauft worden seyn. An. 1519. wurde esnebst andern von dem Schwäbischen Bund erobert. An. 160;.ist es durch die pest fast gantz ausqestorben. An. 1691. den 28may gieng die helste davon nebst dem damal daselbst sich befin-denden grossen magasin in dem feuer auf. Sonst hat es auch infeindlichen einfallen vieles erlitten, ist aber an. 169z. durch die8suveZsrcle gerettet worden. Allhier ist übrigens ein Fürstl.schloß, so anfänglich von Hertzog Christoph erbauet, um dasjähr 1670. abgebrannt, und nachqehends wieder aufgebauetworden. 8uev. LolmoM. Rebftocks

beschr. Wurtemb. rc. , ' "

Braclaw, siehe Braslaw.

* , ein volck, so in einer provintz vonPeru gleiches nahmens wohnet; siehe kstLstMOKW.

* Bractcm, (Heinrich) ein berühmter EngelländischerRechtsgelehrter des XIII. lM. war aus Devonshire gebürtig,

und hat seine studien zu Oxford mit ungememem fleiß gema-chet. Nachdem er insonderheit die lurs wohl studiret hatte,nahm er den grscium Loäkoris an, und kam naher Londen,aüwo er sich alsbald einen grossen ruhmerwarbe, und bey Kö-nig Henricv III. in sonderbare Misten kam, welcher ihn indem 2y. jähr seiner reqierung zu einem ^uüuisrio irinsr-mt?ernannte. Er hat seine grosse gelchrtheit in seinem wercke clsconfuewüiwkrls 8c i,eNbu8LngIiX an den tag gegeben, wel-ches an. I?6y. und 1640. zu Londen in fol. ist gedruckt wor-den, und fernem Urheber einen unsterblichen rühm zuwege» ge-bracht hat. Man kan nicht sagen, wann er eigentlich gestor-ben, noch wo er begraben sey; dieses aber ist gewiß, daß eruni das lahr 1240. flonret hat. Englischer S«?/?.

Bradaucs, ein fluß in der Neapolitanischen provintz Basi-licata, hat seinen Ursprung in dem Apenninische,iqebiÄ'gehet bey Cirenza, moncekeloso, mcmre Lssglioso, Lc. vor-

bra

bey, und nachdem er etliche kleine flnsse in sich genommen,ergießet er sich in den meer-busen von Tarento, gegen Terra -IIOtranto, welche provintz er bey seinem einfluß ins meer vonBasilicata absondert.

* Bkadsteld, ein flecken in Engelland, in der gegne East-Medine, auf der insul Wight, 70. Englische weilen vonLonden. EnA. L/Ko«.

Bradford, mit dem beynahmen South oder das Südli-che , ist eines von den sogenannten Hundreds, oder abtheilun-gen, der Englischen provintz Shropshire, an den grentzen vonStaffordshire. Darinnen liegt Ercol-Castle, ein alter sitz deredlen familie von Newport, welche in selbiger provintz einelange zeit in grossem ansehen gelebt. Aus derselben war ent-sprossen der Ritter Richard Newport von High-Ercol, wel-chen der König Carolus I. in ansehung vieler ihm geleistetendienste, an. 164;. zum Baron von Engelland, mit dem tituleines Lords Newport von High-Ercol, erelärte. Nachdem erwegen seiner treue vor den gedachten König viel erlitten, reti-rirte er sich nach Franckreich, und starb daselbst zu Mvulins,an. 1650. nachdem ihm seine gemahlin Nahet, eine tochterIohamus Levefon von Haling, zwey söhne und sieben töchtergebohren. Der älteste söhn, Franciscus, ließ sich gleichfallsdas Königliche interesse sehr eifrig angelegen seyn, und wider-setzte sich insonderheit mit grosser tapferkeit der widrigen parteyin Northwales, worüber er aber an. 1644. gefangen ward.Wegen dieser und andrer personal-meriten, machte ihn derKönig Carolus II. nach seiner bevestigung auf dem Englischenthron, zum Controllenr und nachmals zum Schatzmeisterseines Hauses, auch endlich den n. wart. an. 1675. zum Vice-Graftn Newport von Bradford. Sowol unter des gedach-ten Königs, als auch unter den folgenden regierungen conti-nuirte er sein Schatzmeister-amt mit einer so redlichen und klu-gen conduile, daß er den n. may an. 1694. zum Grafen von ,Bradford erhoben ward. Mit seiner gemahlin Diana, einertochterFrancisci, Grafen vonBedford, hat er z. söhne und so-viel töchter gezeugt, wovon folgende völlig erwachsen, i.) Rl-chard, von dem unten ; 2.) Thomas, einer von den Zoll-CoM-missarien; ;.) Elisabeth, verheurathet an den Baronet, Hen-ricum Ltttleton von Franckley; 4.) Catharina, verheurathet anHenricum, Lord Herbert von Cherbury; 5.) Diana, verheu-rathet an den Ritter Thomas Howard, und nach dessen tode anWtlhelmum Fielding, einen bruder Basilii, Grafen von Den-biqh. Der älteste söhn Richard, welcher den 2z. jun. an. 17??'als Lord-Lieutenant der Grafschafft Schrewsbury und mitglteddes Königl. geheimen Raths mit tode abgegangen, bekam nachdes vattcrs tode den titul eines Grafen von Brabford, und heu-rathete Mariam, eine tochter des Ritters ThomäWilbroughaMwelche ihm folgende kinder gebohren: Henricum , Lord Mce-Graftn Newport, Richardum, Thomam, Wilhelmum,ria>n, Elisabeth, Annam, Dianam. belp ro Ln-

glisk bistor^ p. 2;i. 0/ ?. I. p. ; 4;.

* Bradfort, oder Bradefort, (Ioh.) ein Loclor Tb-ol.und Protestantischer Prediger in Londen, gebohren zu Manckst-ster in Engelland, legte sich anfangs auf die sturs, hernach aberauf die Theologie. Weil er aber an. iz;z. desBischoffs

ner seinen Capellan, der wider Ednardum VI. gepredigek, n>>odarüber in lebens - gefahr gerathen, vor der wüth des volEbey welchem Bradeforl in grossem ansehen stund, in sicherlMgebracht hatte; so ward er eines aufruhrs und ketzereyschuldiget, und 2. jähr ins gefangnis gemorsten, auch enkl>Aan. i;zz. den 1. jul. zu Londen verbrannt. Er hat heraufgegeben: (^uerimonism veritstl8 ; Titters8 scl L^mmsrtzzceb -LonLione8 clus8 clsllssipissentis Losns Lomini; äs LIekb,ne Lei lib. I. 6e Lruce ferencln lib. I. äs 1 ui 8 piecstioniboIch. I. super krLceptis veenlogi lib. I. äe Lbriffi vivin's^,lib. I. äs suis Lxsmirir-I:ionibu8 lib. I. Lollognia cum kseua"Vockoribu8; Meäldchioires mortis in coreere; sä gustuoLrbe8 lib.I.Lc. Auch hat er ins Englische übersetzt:.^ .

PTUM äs Lege L Lvnngelio; LbrzToüoinum cle OrstioN 'Melnnektkonis 1oco8 communcs. , elo§. Tbeol- ^

prrr, bist. ä'stnZIet. tom. VI. Kenteret,. ^

Bradshaw, (Johann) ein Engelländer aus einemadelichen geschlecht herstammend, welcher anfangsst Tsvv oder Locstor von dem durch gewohnheit eingefuw tz,Recht, nachmals aber Präsident von dem hohen Gerichte wa .welches den 8. ian. 1649. sich zum ersten mal versammlete,den 27. desselben monats Carolum I. König von Groß -kannten, zum tode verurtheilte. Ohne hier von der unvtwund abfcheulichkeit dieses gantzen Verfahrens zureden, 'V,,?gewiß, daß absonderlich Bradshaw in Worten und thaten,solche scharfe und härtiqkeit gegen diesen unglückseligen Pü-tzen erzeigt, welche sich auch gegen einen gemeinenscheu mentalen entschuldigen liesse. Wie nun bey vA-Handlung sein absehen hauptsächlich dahin gieng, daß du ^glische nation hinführo auf die art einer vollkommenenblick regiert werden möchte; also widersetzte er sich nachgeo ^sehr nachdrücklich den absichten Olivier Cromwels, aio ^selbe anfieng, einer mehr als Königlichen gemalt stw "Massen. Da auch selbiger von ihm forderte, daß er du sdem Parlement empfangene commißion eines Ober-R'»^,,)von Ehester niederlegen, und hingegen von ihm (Crom'v m,als Lorä - TroteÄors. eine neue sich geben lassen U'