Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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* Braun, oder Bruno, Lrunus, (Sirius) war Valen-tini Brauns Superintendentens zu Wurtzen söhn , lebte in derandern helftedes i6. jahrhunderts, war Erb-Herr auf Grossen-Jena, und wurde nebst allen seinen brüdern und nachkommenan. 161;. vom Kayser in den Adelstand gesetzet, wurde auchan. l;9;. Bürgermeister zu Naumburg, daselbst er viel gutesgestiftet, und starb an. 1614. den 21. julii. Er gab ans lichtI-eonarcll Lrunl, ftretini, Kilt. klorent. lib. XII. constsn-lsm, <L guiclem ex msnuftripr. autographis kslstilris, Straß-burg IÜIO. in fol. Xaumburg. IlrterLt. 42.

Brauna., eine stadt und vortreflich reiches Benedictiner-kloster in Böhmen im Königgrätzer kreise. Das Stift ist aufangebung des H. Adelberti von dem Hertzoge Boleslao fundirt,und an. 1674. von gründ aus aufs neue sehr wohl erbauet wor-den. Dessen Abt ist als Prälat zu St. Margaretha bey Pragallezeit Villmwr der übrigen Benedictiner-klöster.

Braunau, Brunow, eine kleine stadt in dem Königgrä-tzer kreis in Böhmen, 2. messen von Glatz, nahe an den Mäh-rischen grentzen gelegen, gehört dem Abssdes klosters St.Wen-ceslar daselbst. Als an. 1618. die Lutheraner an diesem orteeine kirche baueten, ließ sie der Abt mit gemalt niederreißen;wodurch die Böhmen unter andern veranlasset wurden , denansang zu dem blutigen zo. jährigen kriege zu machen. Sonstist noch ein anderes Braunau in eben diesem kreise, ohnweitdem Ursprung der Eide. . wpoZriipK. Lolism. p.iz.

La-Hi« miläsll. ssec. I. lib. III. L. 7. §. ). x>. 74. Vögten jetzt-lebendes Böhmen, x. 82. .

Braunau, eine reaulirte vestung und wohlgebaute stadt mOder-Bayern, im Bißlhum Passau, unterhalb Burckhausenan dem Jnnffnß gelegen , so ihr eigenes zum Rent-amt Burck-hausen gehöriges Land-Gericht hat. Auf den vestungs-bau hatChurfürst Ferdinand Maria ein ungemein grosses geld verwen-det , ehe er solchen zu stände gebracht. Die in der stadt befind-liche schöne Pfarr-kirche aber soll der Kayser Henricus III. gestif-tet haben. Sonst will nmn vorgeben, es habe hier das be-kannte Lrunöuuum der alten Römer gestanden. An. 1705.ward diese vestung von den Bayerischen dauern zweymal ver-geblich bestürmet, als sie aber den ;. stürm wagen wollten,nöthigten die bürger den Commendanten, Grafen von Tetten-bach zu capituliren, welcher hernach gefangen und dessen ge-mahlin in der confnsion erschossen ward. Es wurde aber nochdasselbige jähr diese stadt den bauren wieder abgenommen.Leben Rayftrs Josephi, k.II. x>. 9;. 104. Chur-Bayern,xag. 264.

Braunbom, (Friedrich) ein Teutscher Protestant, hat zuansang des XVII. Lculi ein buch edirek, darinnen er gantz neueauslegungen aller prophezeyungen Alten und Neuen Testa-ments auf die bahn gebracht, unter folgendem besondern titul:sslorum Llsminiorum ftomsnenlium Lapslium 6vs kspLliumsseck>8 un-r-lm-i cum Lkronologis totius lscrL RcripturL nova6c sblolutil, Himov. AN. 161;. in 4. Er ziehet alles, was vomAntichrist in der Schrift gesagt ist, auf das Papstthum , undwüste des Antichrists zeit-rechnung nach allen seinen ^sriossiz,seiner meynung nach, aufs genaueste. Seine gedurt fallt ein indas jähr Christi 86., seine jugend in ;?6., fein männlich alterin 6;6., sein höchster florin an. 711., sein abnehmen in 1086.sein sall in 1)76., sein spätes und gebrechliches alter in >6;6.,sein tod in 1640., das ende der weit in 1711., welches wir jetzigerzeit alle überlebet haben. Der Jesuite Adam Contzen hat dißI^Kem-r in seinem wercke sss ULrssson mcrsmsnto widerleget,noch krässtiger aber die zeit, die durch alle solche rechnungcnbisher einen strich gemacht hat. Sonst ist diß buch in demje-nigen jähre gedruckt, da andere das ende der Welt vermuthethaben, weil ferne zahl in dem aus lauter zahl-buchstaben be-stehenden Worte IWILIIM enthalten ist.

Brauneck, eine stadt nebst einem sehr vesten schlösse, indem B'ßthum Briren, am fluß Ryencz. Die gegend herumwird das Brauneckcr thal genennet. wpoZr. tlullr.

Brandis Tvrolisches ehren-kräntzlein, k. IV.

Brauneck, Brunegck, ein altes berg-schloß in dem Anspa-chischen , wovon sich vorzeiten eine linie der Grafen von Ho-henlohe geschrieben, welche aber an. izyo. mit Conrado undGottfried abgestorben. Kayser Wenceslaus hat Johannem,Burggrafen von Nürnberg, mit dieser Grafschafft bestehen;und wie aus dieser belehnung zu ersehen , so gehören dazu Rep-pendorff, Hohenheim, und ein theil von der stadt Kitzingen.Siehe Ritzingett. Tromsdorff schreibet, Marggraf Albertusvon Brandenburg habe an. 1448. selbige von Michaeln, Gra-fen von Hardeck, um 24000. Rheinische gülden erkauffet.still. ins. üb. I. c.42. Tromsd. geogr. Lunigs Neichs-archiv.

* Brauneck, oder Brüneck, ein berg - schloß und Herr-schaft in der Grafschafft Rore, in der Schweiß unweit Mellin-gen. Sie hat vor diesem ihre eigene Edelleuthe dieses nahmensgehabt, welche aber vorlänqst abgestorben sind. Nach diesemhaben sie die von Geßler besessen. An. 141;. wurde es zu desReichs, und des LoncM zu Costnitz Händen aufgegeben, undvon den Eydgenossen eingenommen, auch durch die von Bernund Solothurn besetzet. Von diesen hat es Johann RudolfSeglffer an sich gekauft, wovon seine nachkommen den nahmenSchiffer von Brauneck angenommen. ÄEFi Schweitzer-chron. VII. p. 479. . ^

/ eine kleine stadt in der Wetterau, eine messe

bra

von Wetzkar an der Nassauischen grentze, hat ein vestes berg-schloß , und gehört den Grafen von Solms, wie denn davoneine linie derselben den nahmen führet. In dem ;o. jährigenkriege ist dieser ort zum öftern eingenommen worden. 2"^.

topogr. Halftre.

Braunsberg, siehe Brunsberg.

Braunschweig, lat. LrunluiZs oder örunluiZum oderstru-nonis V1LUS , eine berühmte grosse und veste stadt in Nieder-Sachsen, davon ein gantzes Hertzogkhum den nahmen hat.Sie liegt an dem fluß Ocker in einer ebenen und lustigen gegend.Ihren Ursprung hat sie von den söhnen des Hertzogs Lubolpsszu Sachsen, Brunone, Tanquardo, und Ottone; denn derälteste, Hertzog Bruno, hat sich an dem ort, wo jetzt die ftEBraunschweig stehet, und woselbst damals ein altes dorf wie»gelegen , so von Carolo lVl. in dem kriege wider WitlekinduMgantz zerstöret worden, niedergelassen, eine stadt zu bauen an-gefangen , und selbige nach seinem nahmen Brunswick genen-net. Seine refidentz nahm er in dem so genannten Herrendorffe,so jetzo hinter St. Magnus liegt, daher auch die straffe, so sei-ne Ritterschaft angebauet, noch jetzo die Ritter-strasse heisst.Als Tanquardus sahe, daß seines brubers vorhqben wohl vonstatten gieng, und sich viele funden, die daselbst andaueten , sonahm er den platz jenseit der Ocker, und führte an. 861. zurdefensiv» daselbst eine bürg auf, welche von ihm Tanquerodkoder Tanquarderode genennet wurde. Worauf beyde bruderihren bau zusammengezogen, bey einanderaufdem schloßTau-querode gewöhnet, die St. Jacobs-kirche gestiftet, und alsodie alte stadt zu bauen continuiret, bis Bruno im kriege widerdie Dänen und Normänner bey Edstorff umgekommen, undsein bruder Tanquardus das folgende jähr auch mit tobe abge-gangen. Worauf sich der dritte bruder Otto ftl. in Brarm-schweig niedergelassen , und das schloß Tanqueroda bewohnet,bis er an. 916. gestorben ; da ihm denn sein söhn Henricus Ich-cep«, so hernach Kayser worden, succediret. Dieser hat dieNeustadt zu der alten stadt zu bauen angefangen, und sie M"mauren umzogen. Er hat auch ans den umliegenden dürftenden neunten mann hinein zu ziehen aufgeboten , und etliche da-von zu kriegs-leuthen verordnet, auch ihnen jährlich gewisseinkünste angewiesen, damit sie sich jederzeit zum kriege gefaßthalten möchten, wovon hernach die kstricü hergekommen. Alsan. 9;6. Kayser Henricus gestorben, haben die folgenden Her-tzoge und Herren von Braunschweig, diese stadt noch mehr amgebauet. Darunter Ludolph Marggraf zu Sachsen, der nachKavsers Ottonis III. tode dieses land geerdet, welcher auch et-liche kirchen gebauet. Hertzog Eckbrecht I. hat an. 1090. dasStift St. Cvriaci vor Braunschweig, und Gertraut Mars-gräfin von Sachsen das kloster St. Aegidii ums jähr m»-fundiret. Diese hat mit Henrico, Grafen zu Northeim, ech;tochter Rixam gezeuget, so an den Kayser Lotharium vermähle»worden, welchem sie eine tochter Gertrudin gebohren, die Heime»8uperbc>, Hertzoge von Bayern, das land und die stadt Braun-schweig zur morgen-gaabe mitgebracht. Er zeugte mit ihr Heu-'ricum I.eonem, welcher die bürg mit einer Mauer und grabenumfangen, einige kirchen aufgeführet, an. 1172. den Löwen mdie bürg setzen lassen, den Hagen , so vorher nur lauter gärtewwiesen und buschwerck gewesen, und etliche burg-gesesse hat e»mit zur stadt gezogen und ummauret, auch dieselbe noch ftru^ausgeziert. Er hat zwar seinem ältesten söhn Henrico an.iA'Braunschweig vermacht, allein sein bruder Otto hat dieselbeeingenommen, zu dessen zeiten ist die alte wtck völlig bebaue»und der Gack zur stadt genommen worden. Die folgendentzoge haben gleichfalls nicht unterlassen , was zum aufnehmedieses orts gereichen konnte, beyzutragen, welcher hierdurchso groß und volckreich worden , daß vor der letzten reductumWeichbilder darinnen, und in jedem ein besonders Rathhau>"befinden. Das erste in der alten stadt, das andere m »»Neustadt, das dritte auf dem Hagemarckte, das vierte >'Sack , das fünfte in der alten Wick. Sie hat neun thore m 1ist mit mauren, wällen und gräben treflich bevestiget, ft "im zc>. jährigen kriesse viele leuthe ihre zuflucht hierinnen v ^funden. Die stadt hat ausser unterschiedlichen kleinen rmd »Dom-kirche , noch 8 . Haupt-kirchen , item 4. Haupt - ftmsseine menge von- Hospitälern und beghinen oder armen-haunDer thurn an der St. Andreas-kirche ist einer der höchstenTeutschland. Unter die andern merckwürdigkeiten der stE"hören die zwey stücke, so vor die grössesten in Teutschlaudhalten werden, die faule meyc, und der grimmigegenannt, item die Brannschwcigische mumme , welchesvon so grosser dauerhafftigkeit und gute, daß es gar nsswdien verführet wird. Nachdem die Hertzogliche refidentzWolffenbüttel verlegt worden, und sonderlich bey den erb-M ches ohne streitigkeiten unter den Hertzogen nicht abqieng, " yan. i;4i. die Vogtey und unterschiedene andere g»tsss Mjurs der stadt verkauft worden ; fand diese stadt gelegenhcu >besonderer Privilegien zu rühmen, welche ihr die Landes--) ^sten nicht zugestehen wallen, worüber es gar oft z»r thar- ^keit gekommen, da die Hertzoge sich zum öfter» wiewoi ^stentheils vergeben-'bemühet, dre stadt unter ihre gewa" h,bringen ; hingegen die burger sich nicht nur tapfer

ret, sondern -"ich oft von freyen stucken den ftinden ^

Hertzoge offeistarlich beygestanden. Der altern ^dier ru aeschssMen ; so ist sie zwar an. 1492. von

,1542. von Hertzog

hier zu geschahenHeinrich de" altern; und an.

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