Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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Isnäo aufsooo. gold-gülden extendirt, und über diß die freyheitgegeben worden, in dingen, die keine fahn-lehen betreffen, als wel-che alleine vor den Neichs-Hof-Rath gehören, binnen zwey Mona-ten zu wehlen, ob sie ihre fache lieber bey jetzt gedachtem Reichs-Hof-Ralh, oder an dem Cammer - Gericht ausgemacht wiffenwollen; so daß auf ihre eingegebene fort äeclmricoriam, einProceß wider sie, so an dem einen äucircio schon anhängig ge-macht worden, aufgehoben, und an das andere verwiesenwird.

Die übrigen prlvüegis und andere vorzügedes gesamten Hau-ses Braunschweig und Lüneburg sind vornemlich folgende: i.Der Braunschweig - Hanoverischen Chur-würde, und davonrührenden Prärogativen ist unter dem artick. Hanover gedachtworden. 2. Das Haus Braunschweig hat vier vow im Fürsten-Lollegio wegen Wolffenbüttel, Zell, Grubenhagen, Calenberg;und eben so viel im dritten Reichs-Ooliegw, wegen Hoja,Diepholt, Blanckenburg, und Walckenried. Der 8enior indem Braunschweig - Luneburgischen Hause führet das Lonäi-rsctorium des Nieder - Sächsischen kceises zugleich mit Bremenund Magdeburg. 4> Vermöge des Westphälischen friedens mußin dem Bißthum Osnabrück wechsels-wcise ein Catholischer Bi-schoff und ein LämuMrswr Protestantischer religion aus demHauseBraunschweig erwehlet werden. e-Die Hcrtzoge vonBraun.schweig haben die Schutz-gerechtigkeit über die stadt Goslar, wel-cher stadt Neichs-freyheit auch von den Hertzogen angefochtenwird. 6. Also haben auch unsere Hertzoge das Schutz-und Brsa-tzungs-recht in der Hildesheimischen stadt und vestung Peina.7. Sie sind auf der Elb zollfrey von ihren landen an bis in dasmeer , und darf auch an diesen ström nichts gebauet werden,wodurch dessen fluß-beth zum schaden der Hertzoglichen landegeändert werden könnte. 8. Es darf kein ander als das Lüne-burgische saltz in oder durch die Braunschweigifche lande undbenachbarte Bißthümmee gcführet werben. 9. Es hat keinHaus in Teuschland so mächtige Fürsten unter seinen ahnengehabt, als die beyden Hertzoge Heinrich der ftoltze und des-sen söhn Heinrich der Löwe gewesen, ro. Hertzog Erich vonBraunschweig ist isgo. und Hertzog Johann Friedrich 1663.in das güldene buch des Venetianischen Adels eingezeichnetworden.

Brauuschweigisch geschlecht. Daß dieses relxectlv- Kö-nigliche , Chur - und Hoch - Fürstliche Haus von männlicherfeite her aus dem uralten Italiänischen geschlecht der Herrenvon Este seinen Ursprung habe, ist ausser streit-. Aus diesemHause Este nun lebte um die mitte des XI. lses. Azo oder Azzo,weicher Marggrafvon Esse genenuet wird, und viele Herrschaff-ten in der Lombarden mit unumschränckter gemalt beherrschet,worunter Este, Calavne, Casale, Mayland, Genua und an-dere nahmhafft gemacht werden. Dieser mächtige Herr, wel-cher nebst der Gräfin Mathildis, zwischen dem Kayser Heuri-co IV. und Papst Gregorio VII. friede stiften helffen , vermähltesich mit der Guelphischen erbin Cuniza oder Cunigunda, de-ren geschlecht unter dem artickul Guelvhen angeführt werden.Aus dieser ehe nun stammet das sämtliche Haus Braun-fchweig folgender Massen her: (denn Azzonis söhne anderer ehe,Falco stamm-vatter der Hertzoge von Modena und Hugo sManso- der von seiner mutker Gersendis die Grafschasst Mei-ne geerdet, gehören nicht hieher) Ihr söhn war Welpho IV.welcher, wie meinem besondern artickul erzehlet wird, nichtnur die Guelphischen güther in Schwaben von seiner Mutterbruder Welphone III. ererbet, sondern mit dem HertzogthumBayern belehnet worden. Er starb an. 1094. Er hatte zwey ge-mahlinnen, Ethilindam Ottonis von Northeim, Hertzogs inBayern, der gegen Henricum IV. zum Kayser erwehlet war,tochter, welche er aber ietzt-gedachtem Kayser Henrico zu gefal-len wieder heimschickte, und sich an Judith, Graf Baldumi V.in Flandern tochter, und des Engelländischen Grafen, To-ftici oder Tostint von Northumberland wittwe, vermahlte,mit welcher er Welfonem V. und Henricum den schwamm,erzeuget. Von beyden handeln besondere artickul. Weiss be-saß mit der berühmten Marggräfin von Tuschen, Mathildis,von der ein besonderer artickul handelt, eine kurtze und unge-seqnete ehe. Henricus, der an.urs. oder 27. gestorben, hat zurgemahlin Wulsildin, Magni, des letzten Hertzogs zu Sachsen,Billungischen stammes, tochter, und mit derselben also aucheinige prätension auf das mit stimm sthwieger - vatter abgestor-bene Hertzogthum Sachsen. Doch was ihm damals entzogenwurde) indem der Kayser Hemrrch V Lotharium, Grafen vonSupplinburq, der ihm hernach succedlrt, damit belehnet, dasbekam sein söhn Henricus Suxerbus mit dieses Kaysers Lo-thar» erb-tochter Gertrudis, welche dazu wegen ihrer mutterRichsa, Hertzogs Henrici kiuguis an der Weser tochter, ausWittekindischen stamm, das Braunschweig - und Northeim-oderGöttingische land ererbet, und an das Welfische Haus gebracht.Dieses Henrici 8upsrbi, der uz 9. gestorben, bruder, WeissVI. und schwester Judith, sind beyde merckwürdig. Jenes undseines vor lhm verstorbenen sohns gleiches nahmens thaten, sindin einem best,,dern artickul beschrieben; diese war Friderici II.Hertzogs rn Schwaben gemahlin, und Kaysers Friderici Lar-buroilse mutter: ist demnach Henricus fteo, Henrici 8uperblsöhn, dieses Kaysers naher vetter gewesen. Sein merckwür-diges leben und besondere fatalttaten sind an seinem orte beson-ders beschrieben. Er hat sich jweymal vermählet, erstlich mit Cle-

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mentia, Hertzogs Conradi von Zäringen tochter, die er an. n 6 r.auf Kaysers Friderici einrathen, unter dem prätert der nahmanverwandtschafft wieder von sich gelassen, nachdem er einetochter Gertrudis mit derselben erzeuget, welche erstlich Frie-drichs zu Rotenburg, Hertzogs in Schwaben, Kaysers Con-radi III. sohnes, nach dessen tod aber Canuti, Königs in Da»nemarck, gemahlin gewesen, und an. 1197. gestorben. Her-nach vermählte sich Henricus mit Mathilde, Henrici II. Kö-nigs in Engelland, und Alienorä, erbin von Guienne tochter,mit welcher er unterschiedene kinder gezeuget; die töchter wa-ren Rixa, Mathildis, und Alienorä, unter denen die mittel-ste an Gottfried, Grafen von Perche vermählet worden, vonden andern beyden aber weiter nichts bekannt. Unter den söh-nen sind Henricus, Hertzog zu Sachsen und Pfaltzgraf amRhein, Otto, Graf von Poiton, nachgehends RömischerKayser, und Wilhelmus, der allein das geschlecht fortgepflantzet,in besondern artickuln beschrieben worden; der vierte söhn Lu-derus, ward dem Kayser Henrico VI. von dem vatter zum aeissclgegeben, und starb auf der reise nach Augspurg an. 1190. Zwarhatte Pfaltzgraf Henricus, der an. 1227. gestorben, 2. gemahlin-nen, er zeugte aber mit der ersten Judith,Pfaltz-GrafConrads amRhein erbrachter, nur 2. töchter Agneten, Ottonis Illulkris,Hertzogs in Bayern, und Pfaltzgräfen bey Rhein gemahlin,und stamm-muttcr des Baycrisch-und Pfältzischen Hauses, diean. 1269. gestorben; und Jrmengarden, MarggrafHerman-ni IV. zu Baden gemahlin, die an. irzy. gestorben; von sei-ner andern gemahlin, Agnes von Landsberg aber hattePfaltzgraf Henricus gar keine kinder. Sein bruder, derKayser Otto, so bis an. 12,8. gelebt, erhielt auch von sei-nen beyden gemahlinnen Beatrix, Kaysers Philippi tochter, undMaria aus Bradant, deren jene an. 1212. diese 1260. gestor-ben , keine erben. Also pflantzte unter den söhnen Henric»I.eom8 keiner das geschlecht fort, als vorgedachter wilhel-mus , Herr zu Lüneburg, der an. 121z. gestorben, und mit He-lena , Königs Waldemari I. in Dänemarck tochter, erzeuget,Ottonem das kind, den ersten Hertzog zu Braunschweigund Lüneburg , von dem besonders gehandelt wird ; er ist an.12; 2. mit tobe abgegangen, nachdem er mit seiner gemahliuMechtild, Marggraf Albrechts von Brandenburg tochter, fol-gende kinder'erzeuget, Albertmn und Johannem , deren jenerdas alte Haus Brannschweig, dieser das alte Hans Lüneburg ge-stiftet ; von welchen und ihrer posterität so fort soll gehandeltwerden; ferner Conradum, Bischoff zu Verben, Ottonem,Bischoff zu Hildesheim, der an. 1279. gestorben. Mechtild,die nach dem tod ihres gemahls Henrici II. Fürsten zu Anhalt,Aschersicblsther linie, Aebtißin zu Gernrode worden; Hele-nam, eine gemahlin, erstlich Hermani Printzen von Hessen,eines sohns der H. Elisabeth, und nach dessen tod Alberti I. Her-tzogs zu Sachsen; Elisabeth, Wilhelmi, Grafen von Holland,der zum Kayser erwehlt worden, gemahlin, die an. 1266. ge-storben. Adelheid, Heinrich I. Landgrafens von Hessen erstegemahlin; und Agneten, die an Wenceslaum, Fürsten vonRügen, vermählet worden. Die 2. erst gedachten söhne Otto-nis des kindes, Albertus und Johannes sind, wie gedacht,,stifter der alten Häuser Braunschweig und Lüneburg , wendieses letztere zu erst ausgegangen, wollen wir es voran-setzen.

Hertzog Johannes zu Lüneburg, der an. 1277. gest. erzeugtemit seiner gemahlin Luitgardis,GrafGcrhardi I.zu Holstein toch-ter, nebst 4. töchtern Elisabeth, Agnes, Helena, und Mechtild, d>ean Conradum, Grafen zu Werningeroda, Gardewin, Grafen WHadmersleben, X. X. Grafen zu Oldenburg, und Henricumvon Wenden vermählt worden, einen söhn Ottonem

strengen, der an. i;i2. die Geschafften Dannederg und L»-

chow gekauft und an. izzo. gestorben, nachdem er mit Mwtild, Churfürst Ludwig von der Pfaltz tochter, 4. söhne erzeu-get; der erste war Otto, der mit seinem bruder Wilhelms r»'jähr gemeinschafftlich regieret und an. 1454. gestorben , >wwdem er mit Margaretha, Hertzogs Henrici lärmst zu Mecklen-burg tochter erzeuget, Ottonem, der als ein kind in dermenau ertruncken, und Mechtilden, die Graf Heinriche" LWaldeck an. izzz. vermählet worden, aus welcher vcrinnv.lung die prätension entstanden , um welcher willen ihrcendent Heinrich, Graf von Waldeck, an. 1400. den Brw"schweigischen Kayser Fridericum umgebracht haben soll.andere söhn Ottonis des strengen war wilhelmus, ^nach jetztgedachten seines bruders Ottonis tobe bis an. ^die Lüneburgischen lande allein regieret, und mit seinen 4- 0 -mahlinnen Maria einer Balearischen Printzcßin, SoM"Schweden, Gesecke von Ravensberg, Agnes von LauEkeine männliche erben, sondern nur 2. töchter hinterlE'von denen und dem entstandenen succeßions-streit sowenn wir nur angemercket haben werden, daß der m ^söhn Ottonis des strengen, Ludwig Bischoff zugewesen , und an. 1546. gestorben ; der vierte sty"'MJohannes die administration des Ertz-Stifts Bremen,in abwesenheit Bischoffs Jonä aufgetragen worden, r'Vlich geführet. Hertzog Wilhelm ließ, wie gedacht, kerneliche erben, seine altere tochter Elisabeth aber war an Olton 1,Hertzog zu Sachsen Ascanischen stammes, vermahlet, vonsie Hertzog Aldertum gebohren; die jüngere tochterhatte zum gemahl Lubovicum, Hertzog zu Braunschwelg, wo ^