Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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des abgelebte» stelle ohne ansehen eines kirch-spiels den bestenund tüchtigsten zu erwehlen. Als aber auch diese regierungnicht länger gut thun wollte, warf sich ein neuer Rath auf;doch nachdem der alte Rath vom Kayser Sigismnndo bestäti-get , und der neue nebst der stadt in die acht erkläret wurde, ver-mittelten es die benachbarten Stände dahin, daß man eine so-genannte tafel aufrichtete, und den Rath vor vollmächtig er-klärte« Ohngeachtet nun an. 15;-,. ein neuer tnmult entstan-den , so blieb gleichwol der Rath in seiner vorigen posseßion.Sonsten bestehet der gantze Rath in 4. Bürgermeistern und 24.Rathsherren, so in 4. quartiere getheilet. Es haben aber Bür-germeister und Rath sowol in geistlichen als weltlichen dingen zusprechen, und kan von ihnen, wenn die fache nicht über 600.Rheinische gold-gülden betrift, an das Kavserliche Cammer-Ge-richt nicht appelliret werden. Sie haben auch ihre eigene lks-w», die an. 1281. erstlich verfasset, und in folgenden zeitenverbessert worden. Es hat aber der Rath seine jurtsdiction auchauf dem lande fast eine meile rund herum , als den 4. gohenund r. drostschassren; ja es müssen sogar einige vornehme altegeschlechter, als die Herren von der Lith, und ehedessen dieGrafen von Rittberg, die lehen von ihm empfangen. Diestadt wird in die alte und neue stadt eingetheilet; jene ist mit ho-hen wällen, tiefen , breiten und mit wasser angefüllten graben,starcken mauren und thürmen versehen, diese aber, so manan. 162;. zubauen angefangen, mit 8. bollwercken bevestiget.Unter den publiquen gebäuden sind der Dom nebst den.übri-gen kirchen, das O^mn-älum, die zucht - und waysen - Häuser,der schütting, das körn- und zeug-haus, die braut und anderemehr betrachtens würdig. Das Rathhaus stehet bey demmarckt, ist von aussen mit den ftatuen der Kayser und Chur-fürsten , wie auch PlatoniS, Aristotelis, Ciceronis und anderergezierer. Eden aufdem marckt stehet auch die Rolands - jaule.Es gehöret auch die stadt Bremen zu dem berühmten Hansee-bund, und bekleidet in den Hanseatischen Versammlungen diedritte stelle. äs mor. 6erm. /V,«. lib. XVI. Kitt. c. I.

T'rs/em. §eogr. lib. II. c. n. äs gest. kolouor. lib. II.

in pr. Oerm. sntigu. lib. III. lib. III. colmogr.

^sure publ. tom. III. lib. VII. c. 7. äs urbi-

bus. lib. III. rer. 6erm-»n. äs urbib. 6srm.

a äs Kebusp. Hsnlest. ?. III. s. 2. L 12. He/-

lib. I. ckron. 8slsv. s. 62. in cbronol. Hoi-

st>t. ?. II. kol. ;8- tcipoZr. 82x0b. inker. äs rebus

xsK. Laroli Luffsvi, Lriä.XViUislmi L äs rsb. 8uec.äs civ. Imp. lib. III. c. 6«

Bremer, Bremen, ein adelicheö geschlecht in dem Ertz-Stlfte Bremen, welches sich auch in Liefland ausgebreitet.Vor zeiten hat es vor der stadt Bremen in dem Wettering ge-wöhnet, und daher den nahmen bekommen. Engelbert wirdan. n; 9. in einem Ertz-Bischöffiichen briefe als zeuge ange-führet. Adolph auf Cadenberg und Drobrock, hat um dasjähr 1520. gelebet. Desselben enckel, George, hinterließ1.) Benedictum, Schwedischen Regierungs-Rath. 2.) Fri-dericum, welcher zu ansang des XVIII. stsculi gelebet, und hatjener sein geschlecht mit 4. dieser aber mit 2. söhnen fvrtgepflantzt.

Alb-»'. fbs2tr. Xob. Krem.

Bremervörde, eine stadt und vestes schloß im HertzogthumBremen, 7. weilen von der stadt Bremen, nordwärts am ßußOest gelegen, war vormals die residentz eines Bischoffs.

Bremgartett, lak. ?rlms dusräig, eine kleine lustige stadtin der Eydgcnossenschafftstunden von Zürich an der Rüß,von welcher sie wle eine halb - insul umgeben, gelegen. Vonden qerechtigkeiten dieser stadt zeugen die alten äosumsiiw. daßsie vor zelten eine Reichs-stadt gewesen sey. Nach der Hand istsie unter Habspurg-Oesterreich gekommen, welches Haus sie zuSchutz-Herren angenommen hatte, dem sie auch zu allen zeitengetreulich angehangen, und in allen kriegen tapfer dchqestan-den. Sie wird abgetheilt in die Ober- und Nieder-stadt, dieobere liegt auf einem Hügel und ist sehr annehmlich, die un-tere liegt am wasser, und hat eine schöne brücke. Von demHaus Oesterreich kam sie an. 1415. an die Eydgenossen, durchden, auf befehl und authorität des Costnitzer Lonsilü undKayser Sigismunds, wider Hertzog Friedrich von Oesterreichgeführten krieg, und durch die vom besagten Kayser daraufgefotgte Verpfändung an dw stadt Zürich, welche die übrige 7.Ocrtermit einstehen lassen. Gleichwol hat diest stadt beyderübergab alle ihre alten freyherten vorbehalten. Sie hat alsoihr eigen regiment, bestehend aus kleinem und grossem Rath,deren Haupt ist ein Schultheiß,, welcher denen EvdgenoßischenOrten im nahmen der stadt schwöret. Der kleinen Räthen sindi2. und der grossen 40; diese haben m ihrem bczirck hohe undniedere geeichte, jedoch gehet in Civil-sachen die appellation fürdie regierende Orte. Zoll, umgeld, abzug und bussen fallendem Rath. Sie hat auch etwas landes,, leuthe und gericht,so man das Keller-amt nennet; dahin gehören die dorfer Ober-und Nieder-Lunckhofen, Ionen, Arey, und-OberwpI, Beru-hen , Züffickhen rc. Siehe unten den artickul Reller - amt.An. Ig82. ist diese stadt gantz abgebrannt. An. 144;.. den 19.may hat sie ihr altes mit der stadt Zürich Habendes bürger-rechterneuert und beschworen, auch gegen ihro und dem Oesterrei-chischen Landvoqt im Thurgöw, sich zu aller möglichstenhülff und beystand mit lerb und guth erboten, deswegenauch die Züricher selbige mit allem nöthigen kriegs-vorrath ver-

bre

sehen, auch im nothfall eine besatzung dahin zu schicken verspro-chen. Allein die damals wider die stadt Zürich und Oester-reich zu feld liegende Eydgenossen kamen der fache zuvor, bela-gerten Bremgarten, und zwangen die sich tapfer wehrende bür-gerschafft zur übergab, und als a». 1445. die Züricher wiederdafür gierigen, in meynung den ort, vermittelst darinn ha-bender Verständnis, zu überrumpeln, schlüge der anschlug fehl,die Eydgenossen jagten die verdächtigen dürger mit weid undkind aus der stadt, und legten zu mehrerer sicherheit eine besa-tzung darein. An. 1529. wurde durch eiferiges predigen Hein-rich Bullingers, Pfarrers daselbst, die meß, bilder und Päpst-liche ceremonien abgeschafft, und.der Evangelische gottesdiensteingeführet, wie dann die von Bremgarten den städten Zürichund Bern wider die 5. Catholtsche alte Oerter im Cappeler-kriegezugezogen und in allem mitgehalten, welches kriegs-wesens hal-ber eine tagsatzung alldort an. 15 z 1. gehalten worden. Abernach der für die Züricher bey Cappel und am Zuger-berg un-glücklich ausgefallenen Macht und getroffenen frieden, alsBern ihre besatzung aus Bremgarten weggenommen, warendie von Bremgarten nicht wohl daran , deswegen sie bey be-sagten 5. Orten durch Gesandte um einen frieden nachgewor-ben, und selbigen vermittelst der stadt Zürich erhalten, wor-auf dann die Evangelische Pfarrer nebst 60. Haushaltungendavon gezogen, in der stadt aber die Römisch - Catholische re-ligion wiederum eingeführet worden. An. 1655. und 1712.da Zürich und Bern mit den Catholischen Orten wiedermaleNin krieg und zu streichen gekommen, haben die letztere jedes-mal die stadt Bremgarten besetzt, als sie aber an. 1712. den26. may in dem ob Bremgarten gelegenen Walde von dennern geschlagen worden, und hierauf diese für die stadt rück-ten , ergab sich diese ohne schwert - streich, und behielte dar-gegen ihre freyheiten zur ausbeut. Die Catholische besatzungzog mit allen ehren - zeichen aus, und hingegen 400. Bernethinein. Hernach in dem den 18. jul. und den 9. und n. ang-zu Aran erfolgten friedens-jchluß, ist Bremgarten den bey-den orten Zürich und Bern überlassen worden, mit vorbehältdes Orts Glarus daselbst habender alten rechten. ÄEp/. kb-VI. p. 287 - ckron. Hslv. Älcr. k. II. sä snU-

141z. p. in. 7)4. L k. III. sä snn. 144;. x. m. 470. 494. L lg-511. 516.714. k. I. Ich. IV. p. 146.'147. 162. l6j-

Kilt. Ilelv. Mcr. lib. XIX. c. 14- L lib. XXVII. c. --E» B- H» k. II. x. 822. 82z. 8;c>. L 857. *

* Bremgarten, ein städtlein im Uchtlande, unweit Betügelegen. Es hat ehemals besondere von Adel gehabt, von wel-chen Thomas und Ulrich in alten Urkunden des Cantons SAlothurn gefunden werden. Sie sind in wapen unterschieden vondenen Schencken von Bremgarten. Stumpf. Schweißet"chronick, VII. 2;. VIII. 7.

Bremis, ein dorf, eine halbe meile von der stadt SiWin dem Walliser-land, allwo etliche Mönche ein gantzes klAsterlein mit kirchen, küchen, cellen und andern gemächern in e>"nein felsen ausgehauen, darzu kein holtz gekommen; esaber dieseibjge in kurtzer zeit allesamt gestorben. 8rm/-r. VM-xs§. 26. *

Bremme, ein feiner ort in der landschafft Lumellino, ^dem Hertzogthum Mayland, und zwar an dem fluß Po,die Sesia hinein fällt. Die Franzosen Haben ihn ehemals revestiget; von den Spaniern aber ist hernach solche vestung ^molirt worden, nachdem diese letztem an. i6;8. durch eines^deutliche belagerung sich davon Meister gemacht, und voE,Carolus l. Hertzog von Crequi, indem er succurs hinein bruaen wollen, durch eine canon-kugel sein leben verlohren h^ stDie eigenthnms - Herren davon nennen sich Vice-GrafenCasano. Gchaupl. des kriegs in Ital. x. ;;2. Lor. '

eloßio äi Lsxic. illultri p. 290. ;i;.

Bremfebroo, siehe Broemsebroo.

* Brendel, (Georg Christoph) ein Lutherischer IKeolgAgebühren zu Planen, studirte zu Bautzen, Jena und LEAwurde an. 1694. Pfarrer zu Pesten, und hernach IMecror,Thurnau in der Grafschafft Giech, allwo er an. 1722. AU,febr. in seinem 54. jähre gestorben. Seine schritten sind:heits-gründe der wahren religion, so er unter dem navv^Gratiani Pantophili heraus gegeben; Beweis, daß eine w p,liche Obrigkeit macht habe, die Pfarrer nach ihrem beliebe"^zusetzen; Untersuchung der lehre vom gewissen; eineunter dein titul: Wachsthum im Christenthum an. v FjyWittenbergischen VKsoloZi Dr. Chladenius und Wernsdo neinigen dissertationen unter dem titul: Lxplorsvio KP' jf,Lreuäslisni, haben wider ihn geschrieben, und inseinenwUlten viele fanatische dinge anzutreffen vermeynt, er hat 1'AM-wider den letzter» in einer besondern gedruckten anfrage v«diget. Unschuldige Nachrichten.

* Brendel, (Ioh.) war den 29.junii an. i?44-

gel in Thüringen aus einem geringen stamme geboyren, ^dirte zu Jena, und ward an. 1567. in seinem vatteria" ^thal Bürgeln zum Prediger beruffen. Daselbst stnnv , .^^;. jähr, weil er in dem streu derer Jenischen Gottsac. Mmit Victorino Strigelio, derer buch nicht unteriu-^Awollen, und bekam dahero an. 1570. seinen abschied.ward er noch in demselben jähre nach Maden, Se»Avon der Aebtißin von Quedlinburg zum Prediger zu L»' yjctk