Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
Seite
218
JPEG-Download
 

218 brc

bre

willig gestund. Als ihm das von der Commißion gesprochene ur-theil, daß er den köpf, ehre und guth verlieren , und unter dengalgen begraben werden sollte, publicirt worden, bestund er ei-ne zeitlang ohne bezeugung einiger reue, mit grosser Hartnäckig-keit darauf, baß er die todes-ftraf nicht verdienet. Endlich aberfieng er doch an auf eine erbauliche art sich zum tobe zu berei-ten, und erlitte denselben, nachdem er vorher degradirt worden,am i;. julii an. 1720. nach innhalt des angeführten Urtheilsmit grosser standhafftigkeit, worauf sein cörper unter dem galgenbegraben worden. voz-sM com. II. v. 404.440.

* Brenner, ( Philipp Ludwig) ss v. I.. Hochfürstl. Wür-tembergifcher Regierungs-Rath , und bey dem Tübingifchencollexio illuüri krof. orä. ward gebohren an. 168;. deniy. decembr. zu Nürtingen. In dem 6ymn-r6o zu Stuttgardlegte er den ersten gründ zu den schönen wissenschafften, undmachte unter der guten anführung des damaligen KeLkoris,und der krokesiormn,, Eßichs, Reüchlins, Meurers rc. solcheproxrellbz, daß er nach zweyen jähren auf der TübingifchenUniversität die höhere siudien anzutreten im stand war, wel-ches nach gethaner solenner valediction in dem OymiMo zuStuttgard an. 1701. geschehen. Er habilitirte sich sodenn un-ter Dr. Hochstetters und krok. Neuen anführung in der Moralund Historie; hörte bey Dr. Mayer erstmals die IniüemionsL,hernach deren ausführlichere erklarung sowol als auch derPandecten in zweyen unterschiedlichen LollegüZ bey Dr. From-mann und Dr. Ferdin. Christoph Harprechten seinem nachma-ligen schwieger-vatter : verknüpfte so fort mit diesen das 8w-äinm ^urin kubüsi und Lsuärrlis unter dem Dr. Schweder,und übte sich in allen hieher gehörigen stücken dergestalten, daßer an. 1706. unter dem Vorsitz Dr. Harprechts äs Läkions uti-II äs rssexeo, an L in quibus csiibu» losum polür fortiri ;an. 1707. aber unter Dr. Schweder äs ^ure LZnawrum inkenäis nach vorhero in den gewöhnlichen Lxsminibus ge-nugsam an den tag gelegter tüchtig - und grundlichkeit mit vie-lem beyfall pro 6mäu Docstorsii disputirte, nicht weniger balddarauf den character eines Hofgerichts-Advocaten erhielte. Ineben ermeldtem jähre wurde derselbe bey damalig Französischemeinfall mit dem vireökor Osiandern , als 8esrsi:sriu8 an denMarschall von Villars wegen freymachung der geissel undregliernng der contribntion geschickt. An. 1708. wurde ihmvonHertzvg Eberhard Ludwig in dem monat septembr. die stel-le eines krokelloris sxtrr»oräinLrii in dem Tübingifchen LolleZioiUustri conferiret. An. 1709. erhielt er bey seiner damals re-gierenden Hochfürstl. Durchl. zu Hohenzollern - Hechingen diewürckliche Hof-Raths-stelle, und machten die ihm so gleich dar-durch zugekommene geschaffte, daß er als Lrok. in iüuüri Lol-IsZio seine inaugural-oration äs ^urs ImperLtoris L ImperiiIn Lomir-tmm Lommackisnum, die hernach im druck erschie-nen, und einen allgemeinen beyfall sich zugezogen, erst an. 1710.hat halten können. Nach diesem wurden ihm verschiedeneFürstliche sommWones aufgetragen , welchen er sowol inn-als ausser lands mit erwünschtem fortgang sich unterzogen hat.An. 1716. wurde ihm die vormundschafftliche Raths-stelle zuSigmaringen conferiret, hierzu kam an. 1721. das prädicatund rang eines würcklichen Würtembergischen Regierungs-Raths, ferner an. 172z. die neue Fürstliche Sigmaringischebestallung, mittelst deren ihm besonders alle an beyden höchstenHof-gerichten anhängige Processe vornemlich committiret wor-den an. ,72;. die würckliche charge eine« HvchfürstlichenHohenzollerischen-Sigmaringischen geheimen Raths, die er auchbey Hohenzollern - Hechingen auf gleiche art schon hatte : an.1728. die Lrokelüo orcimarw in Lollegio illustri : gegen deinbefchluß des jahrs 1729. das wichtige amt eines Landschaffts-Consulenten , und endlich an. 17; 2. nach dem «bleiben Dr.Grossen, das Asscssorat bey mehr gedachtem Lollsxio illuttri.Wegen dieser ämtern wurde er zu verschiedenen malen ausserlandes geschickt, als naher Wien an den Kayserlichen Hof undrespeMvs Neichs-Hof-Rath an. 1715. invielerley wichtigenan-gelegcnheiten des Hochfürstlichen Hohenzollern - HechingischenHauses das erste mal : das ander mal eben dahin mit demnachmals zu Sigmaringen regierenden Fürsten, als in zeit des-stlbigen minvrennität zugeordneter Vormundschaffts-Rath, beywelcher reise er von Jhro Kayserl. Majest. majorenn erkläret,das lehen demselben conferiret, und zugleich vermählet worden.An das Kaystrl. Cammer-Gericht zu Wetzlar haben die Für-sten zu Hohenzollern sowol Hechingen, als Sigmaringen ihn an.171;. 1724. desgleichen an. 172z. und 1726. wie nicht weni-ger der Hertzog von Wurtemberg an. 17^0. und 17;!. mit sol,chem succeß abgeordnet, daß man mit seiner überall observir-ten guten ordnüng, sieiß und treu ein Wohlgefallen getragen.An. 172;. gjeng er nach Inspruck, an. 1724. auf den Kreis-Convent nach Ulm, lind nicht lang darauf nach Nürnberg ,unter Hochfürstl. instructionen, und hatte bey solchen reisendas vergnügen, mit verschiedenen höchst-angesehenen Reichs-Hof,Räthen, Cameral-Eestoribub und vielen andern grossen Mi-nistern in genaue und gantz besondere bekanntschafft zu kom-men , und zum nutzen seiner Herrschafften auch nach der Handsolche zu unterhalten. An. 1708. den 27. nov. verheuratheleer sich an gemeldten Dr. Harprechten einige tochler, MariaJuliana, aus welcher ehe er sieben Ander erlebet, davon dreyihn überlebet, als Magdalena Juliana, so seit an. 1727. mitIoh. Heinrich Harprechten, ss v. ü und damaligen Hochfürstl.Hohenzollerrschen Hof-Rath seines schwieger-vatters 8usLsiIors,«nd nunmehrigen Hochfürstl. Wurtemb. Regierungs-Rath und

Reustädtischen Cantzley - virsökors verheurathet r FerdinandLudwig, K D. ü. und Würtembergischen Regierungs - Raths8ecrstariu8 oräinLrius, und Christina Dorothea. Er starb inTübingen den 2;. apr. an. 17z?. Gelehrte Zeitungen..

* Brennerin, (Sophia Elisabeth war gebürtig aus Schwe-den, und des bekannten twrigusrii Eliä Brennen ehelichste, ei-ne tresiiche Poetin, davon sie zu mehrern malen nicht nur inihrer mutter-sprache, sondern auch in andern herrliche probenan tag gelegt. Man findet einige in Poßieths Sadbathsdagensafter-opfer. Sie hat auch absonderlich in Diüori» Iätter-»risviel wissenschafften besessen, dervwegen Esdergins in äilxm. äsNuüsr. kbilok. Dpüä. sä. 1700. ihrer mit vielem rühm ge-drucket. Auch ist ihr von dem jungen Fedengran eine äissuc.äs lVlulier. kliilof. dedicirt worden , an den sie auch eincvor-trefliche epistel geschrieben, woraus genugsam zu erkennen ist,was sie vor ungemeine gaaben und gelehrsamkeit besessen hat.Sie starb im sept. an. i?;o. in hohem alter.

1721. ssrim. III. n. 2. Monatliche auszüge an. 1701.msns. p. 2;. <L menf. sept. x. 49. key. /rtt--

Gel. Zeitung. 1722.x. 17z. I7Z0. x. 78z. dlov. Lit?errar. 1720. p. 2;.

Brennus, ein berühmter Feldherr der Gallier, oder genauer,der Senonier eines Gallischen volcks, so sich aber noch vor Bren-„0 über die Alp-gebürge gezogen, gieng ungefehr L M.

L. 0 . ;yi. D. L. mit einer mächtigen armee in Helrurien,und nachdem er viel darinnen erobert, belagerte er die stabtClussum, heut zu tage Chiuff genannt, welche bey den Römernum hulffe anhielt, von ihnen aber nichts mehr erlangte, alsdaß sie Gesandten, so brüder und des M. Fadiistmbulki söh-ne waren, zu den Galliern schickten, um einen frieden mit ih-nen zu tractiren; weil sich aber die Gallier hierzu nicht andersbequemen wollten , als wenn ihnen die Clnstner ihre übrigeäcker abträten , so kam es zu einer Wacht. Hierdey schlugensich die Römischen Abgesandten zu den Clusinern; es stach aucheiner von ihnen Q. Fabius in währendem gestechte selbst einenGallischen Obersten darnieder, wodurch die Gallier wider dNRömer sehr verbittert wurden, und durch Abgesandten von ih-nen begehrten , daß sie die Labios ihnen ausliefern möchten.Weil sie aber hierauf eine schlechte antwort bekamen, so gar, daßauch dasRömische volck,welchem der Rath den entscheid der fachtüberwiesen hatte, alle brüder zu Tribunis iMirum nebennoch ;. andern erwehlten, welches in selbiger zeit der höchst?gemalt in Rom war, und kurtz vorher anstatt der Bürgermei-ster eingeführet worden ; so verliessen die Gallier die stadt Cl»*sium, und giengen mit grosser macht auf Rom, ehe sich da»Römische volck recht in Verfassung stellen konnte, welches siefort beym fluß Allia mit leichter mühe aus dem selbe schlugestund daraus die stadt eroberten, ausplünderten und zum theffverbrannten. Was von den Römern übergeblieben war, naMdie flucht auf die andere feiten der Tiber, oder schlöffe sichLspiwüo oder Römischen Haupt-schloß ein. Diese letztere Eten zwar anfangs tapfere gegenwehr , und gienge dabey offbekannte beaebnis mit den gänfen vor, welche durch ihr schiff*der» dem M. Manlio anlas gegeben, den versuch der Gaffff«selbiges schloß heimlich bey nacht zu ersteigen, noch in reff''zu mercken , und die feinde mit deren grossem Verlust wegch*schlagen. Aber dessen ungeachtet triebe sie zuletzt der hm-aff'daß sie zum vergleich schreiten , und den Galliern tauschpfund golds versprechen musten, um sie von der delagerungzubringen. Damals soll Brennus, um noch mehr gold zu Apressen, über das gewicht der tausend Pfunden noch seinauf die waag-schaale gelegt, und als sich die Römer dar>ffbeschweret, zur antwort gegeben haben : wehe den uffs,wundenen. Jedoch hatte er nicht lange zeit, sich diese"waltthätigkeit zu erfreuen; denn M. Furius Camrllus, weffff.,die nach Ardea, Veios und an andere örter gesiüchtete wff pten, «nit bewilligung des im Lspiwlio belagerten Raths, uvolcks, kurtz vorher zu ihrem vickstor gemacht, überfiele Mrnum eben um dieselbe zeit, da er sich dessen am wenM^versähe, jagte ihn erstlich von Rom weg, wobey er ih»'dem bericht Festi Pompeji, als er sich wegen brechungstillstands oder friedens beschwert, eben mit seinen von» .Worten wieder geantwortet : wehe den überwundene«'.^und nach wenig tagen lagen die Gallier in einer noch ö ^fern Wacht unten , da fast gar keiner soll davonseyn , wenigst allem ansehen nach auch Brennus ffm ' r>zverlohren hat. Und.aufdiesenschrot beschreibendurchM^Z,die Römer den ausgang des felbzugs Brennt. Aberals der hier unparteyisch , verdienet vielleicht nicht wc' ^glauben, wenn er anstatt dieser letztem niederlag meioenGallier waren selbst durch einen einfall der damaligen * ^corum in ihr eigen land, das sie um den ausfluß desfassen, zum vergleich und naher Haus zu gehen,worden, auch würckiich ungeschlagen davon gezogen.üb. V. üb. II. in voce VL vickis. p.gbl'

üb. I. L. z. üb. IV. in Lsmiüo ^

Mi». üb. XDIII. üb. II. c. 18. üb-

äs vir. iüuttr. äs civ. D-

5e>-r>E, in VirZ. I^c. ^ gpoS.

Brennus , ein anderer Gallischer General, führte ^mann zu fuß und roooo. zu Pferd in Macedonien, und zw»PausaniaS den unterscheid machet, ohne den troß, darunter