2Z8 bri
von Luzerne, Chef einer Französischen efcadre. ku'L
äs 1» Nsilon äs Ilarsourt. O'^r/a, kill. äe8 guerre8 civi1e8
i; 8 . 2z;. zig. ;;7- 68 ;. 952. m;. unter Ca-
rola IX.
Brisach, Alt - Breysach, lat. Lristicnm , Lril^cus oderLrlüssus M0N8, eine stadt und Haup^-vestung in der landschafftBrißgau, zwischen Straßburg und Basel, anietzo an der östli-chen feite des Rheins gelegen; da fönst, welches sehr merckwür-dig, der Rhein diesen ort auf seiner stucken feite gelassen, undzur rechten um denselben herum geflossen, so daß damalen Brey-sach in dem land gelegen, welches heut das Elsaß heißet. Nebenden klaren beweisthümmern, so man dißfalls aus dem inner,üntonini und mehrern Zeugnissen alter fcribenten ziehen kan,finden sich annoch gegen morgen der stadt Breyfach, und somehrerer orten unterhalb derselben , genügsame merckmalevon dem alten runs oder lauf des Rheins. Sie ist eine derschönsten vestungen in Europa, wozu sie von natur die aller-beste läge hat. Denn es ist daselbst ein ziemlich hoher berg,welcher fast rund ist, und daher alle zugänge, wie auch denvorbey stressenden Rhein in einem freyen pröspect hat; daherman alles mit dem geschähe frey bestreichen kan; hat auch keineandere Höhe daherum, von welcher der stadt oder dem bergmit schießen könnte zugesetzt werden. Sie hat ein schloß, wel-ches nebst der stadt von den Franzosen mehr bevestiget worden,so daß sich der umfang solcher fortistcation fast auf eine Haldeweile erstrecket. Alle pasteyen sind mit gebrannten steinen um-mauret, die grüben sind tief und breit, und karr man denRhein durch schleusten, die aber nunmehr sehr verschlemmet,hinein leiten, mit einem Wort die vestung ist in solchem stand,daß sie schon Richelieu unter die ;. fchlussel des FranzösischenReichs, so er seinem König erworben, gezehlet. Das übelsteist, daß daselbst nur ein einziger in den felsen tief eingehauenerbrunnen anzutreffen ist. Brisach an sich selbst ist sehr alt, undsoll schon zu den Zeiten Probt und Valenttniani I. allhier ein ca-stell seyn erbauet worden, zur Versicherung des damals zwischendem Rhein und Neckar den Alemanniern abgenommenen landes.Nach den Römern haben diesen ort die Francken und gewisseEdelleuthe, Harelungi oder Harlingi genannt, besessen. Zu denzeiten Ottonis I. hat ihn ein Pfaltzgraf beherrschet, welchen et-liche Eberhardum nennen, und vorgeben, daß er aus dem ge-schlecht Caroli N. entsprossen; weil er sich aber gedachtem Kay-ser Ottout widersetzet, habe selbiger Brisach belagert und ero-bert. Unter dem Kayser Henrico II. ist sie von Hertzogs Her-manns aus Schwaden volck mit list eingenommen und geplün-dert worden. Der Kayser Otto I V. als er wider Fridericum II.feinen Gegen - Kayser krieg führete, soll hieher geflohen seyn,und, weil die bürger einige seiner Hof-bedienten wegen verübterschand-thaten umgebracht, die andern aber nebst dem Kayserselbst aus der stadt gejaget, selbige dem Hertzog von Zährinqengeschencket haben. Wie denn auch Hertzog Berchtholdusvon Zähringen das schloß erbauet. Nach dessen tode kam Bri-sach an. 1218. an den Bischofs von Basel, von dem es der Kay-ser Fridericus II. zu lehen gehabt, nach dessen absterben es wie-der an das Stift Basel von rechts wegen gefallen, auch von Bi-schofs Berchthold aus dem Hause der Grafen von Pfirt an. 12; 4.würcklich in besitz genommen worden. Aber eben dieses gäbeursach zu einem krieg zwischen diesem Bischofs und Graf Rudol-phen von Habspurg, der hernach Kayser worden: und ist wahr-scheinlich, daß dieser Herr entweder wegen einer Landgraf-schafft Elsaß, oder aus sonst einer ursach ansprach an diesenort müsse gemacht haben. Es geriethe auch Nndolpho, daßer diese stadt ums jähr 126z. da inzwischen Bertholdo in demBaßlischen Bißthum Heinrich von Neufchatel gefolget war,mit list einnahm, wobey ihm sonderlich die stadt Zürich, alsdamals mit ihm starck verbündet, gute hnlffe leistete. Nachvielen sehr scharfen kriegs - Händeln übergab endlich Rudol-phus dem Bischofs seine stadt wieder , jedoch gegen empfahungeiner ansehnlichen summe gelbes. Hernach ist diese stadt wiederan das Reich gekommen, und bey demselben bis auf den Kay-ser Ludovicum Lavsrum geblieben. Denn als derselbe nachdes Kaysers Friderici?ulskri tode mit den Hertzogen von Oester-reich Otlone und Alberto II. verglichen ward, und dem HertzogOttoni für kriegs - Unkosten 2000a. gülden geben sollte, wur-den ihm dafür 4. Reichs-städte, Schafhausen, Rheinfelden,Neuburg und Brrfach verpfändet, welche letztere hierauf beydem Hause Oesterreich verblieben. Sie hat zwar von denenKaysern, sonderlich von CaroloV. an. 1521. confirmation ih-rer regalien und freyhelten erlanget; nachgehends aber ist sie inder Reichs - matricul nicht mehr begriffen worden. Unter derOesterreichischen regierung hat man sie sehr bevestiget,und in guterruhe gelassen, bis in den dreißigjährigen krieg, p« der Schwe-dische General Gustav Horn an. r6;z. sich ihrer zu bemächtigensuchte; allein der Hertzog von Feria machte diesen anschlug zunichte. Endlich machte sich der Hertzog Bernhard von Weimar,durch hülste der Französischen trouppen, welche von dem Mar-schall äs Guebriant commandirt wurden , an. 16; 8. den iy. dec.meister davon. Die belagerung, weiche in die 8. monat gedauret,soll 1100000. rthl. und auf beyden seilen über 80000. menschengekostet haben; davon jedoch der gröste theil in denen vom land indie stadt gezüchteten leuthen bestünde, welche in der stadt vorHunger gestorben,theils auch in denen zu beyden feiten des Rheins,über dem entsatz Breysach, den die Kaiserlichen oft verfucheten,geschehenen treffen umkommen sind. Nach dieses Hertzogs tod,
b r i
so im julio bes folgenden iö;9. jahrs erfölgete, bemüheten sichdie Franzosen aufs äusserste diesen ort, sowol als alle übrige con-queten Bernhardt zusamt der armee in ihren gewalt zu bringen,z waren auch würcklich in dem Hertzoglichen testament dessenHerren brüdern substituiret, falls keiner derselben das commandoder armee unternehmen wollte: doch so, daß die Plätze beyeinem erfolgenden frieden allezeit wieder an Teutschland soll-ten überlassen werden. Wiewol nun Schweden sich sehr dar-wider setzte, und behauptete, weil die armee der Cron Schwe-den geschworen, so gehörete alles ihr zu, und hätte auch derverstorbene Hertzog selbst keine änderung darinnen machenkönnen; so drangen doch bey verweilung der zwey Weimari-schen Fürsten die Franzosen durch, theils durch bezahlung deSgrossen rückständigen solbs an die armee, theils auch weil manihrer hülste zu dehauptung der nöthigen winter-quartieren be-durfte , und endlich auch, wie man glaubte, weil sie viele vor-nehme bey der armee durch grosse geld-summen und noch grössereversprechen gewonnen hatten; so daß Brisach selbst noch vorende des septembers unter Französische botmäßigkeit kam, undzwar den von dem sel. Hertzog gefetzten Commendanten, von Er-lach, auch für die helfte der besatzung, Weimarische trouppen be-hielte, welche aber alle den eyd der treu an Franckreich leistensollten. Nach welchem einmal gesetzten fuß diese Crone sich si>vest allda hielte, daß ihro die haupt-vestung Brisach an. 1648'im Westphalischen und an. i6;y. im Pyrenäischen frieden cedi-ret worden. Hierauf haben die Franzosen Brisach treflich for-tificlret, an. 1697. in dem Ryßwickischen friedens-schluß aberdem Kayser wieder abgetreten, und den i.april an. 1700. einge-räumet. Allein an. 170;. wurde dieser ort von den Franzoseniinter anführung des damaligen Hertzogs von Burgund, unddlrection des Marschaüs äs Vauban nach einer kurtzen belage-rung den 7. sept. mit accord erobert, da man denn dem Kaystr-liehen Commendanten die Verwahrlosung des Platzes schuld gab«Im Badenischen frieden an. 1714. hingegen ist Brisach wiederan das Haus Oesterreich abgetreten worden. An. 1741. wurdenauf befehl der Königin von Ungarn und Böhmen, Maria The-resia , die fortisicationen geschleift, auch die artillerre und troup-pen nach Freyburg gebracht. Nach dem Ryßwickischen friedenhaben die Franzosen dem alten Brisach gegen über eine anderevestung angelegt, welche sie Neu-Brisach nennen, die zwarin der ebene liegt, aber im übrigen eine der besten und regulärste»vestungen ist, die Franckreich besitzet, inner.
»ira». -t/arseF,«. lih. XXVIII. lih. IV. L.
rer. Oerm. 1!k. III. FVeker. orig. kalst. k. II. s. 8- /re»rcr exE'
Osrm. lib. XI. Urssifens Basel, thron. Ott/E, in snnal. A
Kos, arm. öailir. lih. III. I. 98- 6eim. antig.
lih. X. (L XI.Lat-Eeur, vie äs 6uebr. kill. im tewk'
lih. III. topogr, AI5. /-»Hs/I IV. L.
III. s. 17. §. ;. äp/enrar'rer ä« temr. * s ^
Brisach, Breysach, eine adeliche familie in Tyrol,wo sie das schloß Katzenzung seit an. 1484- besitzet. BerEvblieb an. i;86. in der Macht bey Sempach; dessen söhn Eches nahmens ward an. 14;;. von dem Kayser Sigismuu"auf der Tyber - brücke zu Rom zum Ritter geschlagen. Sältester söhn eben dieses nahmens war an. 1484. Dom-DE,!.zu Costnitz, und 'brachte obbesagtes schloß zuerst auf sein ^schlecht, dessen bruder Marquard bekleidete an. 1419. bey c>e.Kayser Alberto II. die stelle eines Raths und krow -Dessen enckel, Frantz, so an. 152;. ein berühmter kriegs-v^gewesen, ist ein älter-vatter worden Johannis Francisci,dessen söhnen Ehrenreich an. 1660. des Teutschen ordenster, und Marquard zu Neustift LanoniLus ftegularis geweu ^Brandts Tnrol. ehren-kräntzl. üemmar. k. II.genbergs Adelsp.
Brisäus, oder Brysäus, ist ein zunähme, welchen ^Heyden dem gottBaccho gegeben, und zwar entweder vonner gewissen Nymphe, die ihn gesäugt, oder von dem 8.brauch des Honigs und weins, zu dessen Urheber man ihn(denn Hn8 wird ausgelegt lieblich) oder von dem vorgevMBrilä auf der insul Lesbos, oder endlich von Brysa einerin Böotien, als an welchen zwey letzter» orten derBacchus absonderlich verehret worden. c?or««r. in kers.
kairtkevli mxtk. x. 49. *
Brisag, oder Brisiago, ein flecken in dem HerMA»Mayland an dem Tags Asggiore, zwischen Locarno, CN» .je-und Domo. Es gehöret denen die Grafschafft Locarno»renden Eydgenvßischen Orten. ^
Briseis, sonst Hippodamia genannt, hak den erste" ge-men von ihren, vatter dem Briseo- oder Brise, war e>' xjemahlin des Mynes, Königs zu Lyrnessus, und kamgewalt des Achillis, als dieser die besagte stadt eroberte. ,wurde ihm aber 'von dem Agamemnone wiederum eMWäBund biß sollte den anlas gegeben haben zu derzweyung Achillis von den übrigen Griechen vor Troia, AeBnachgehends, als sie sich wieder vertrugen, gab dreierdie Briseis wieder, mit der Versicherung, daß er sie . h. l-rühret hätte. KomeE, Iliaä. lih. I. LIX.
* Briselotus, (Joh.) ein Henneganer, war anft^lifCarmelit, ward nachgehends vo<ffc>r IheoloN»Beicht-vatter, und Rath Caroli V. ferner Bischofs zu ^