Brosse, (Iacobns äs Is) ein berühmter kriegs-mann, waraus der provintz Bourbonnois. Er soll sich im ;o. jähr seinesalters in kriegs-dienste begeben haben, da er aber so bald sichhervor gethan, daß er eine sonderbare Hochachtung des Her-tzogs von Guise Francisci, dessen Oberst-Lieutenant er war, er-langte. Hierauf wurde er zum Hofmeister des Hertzvgs vonLongueviüe verordnet, und nachmals nebst Sansac, dem jun-gen Könige Francisco II. zugegeben. Weil er der familie vonGuise gantz ergeben war, wurde er erwehlet 2000. mann zucommandiren, die dasselbe Haus an. 15^9. der Königin vonSchottland, die auch aus diesem Hause war,zu hulffe schickte. Al-lein weil Is Brosse sich da gegen die Reformirten Edelleuthe sehrhart erzeigte, (,so jedoch nicht so fast von seinem naturel, alsvon den ausdrücklichen befehlen des Cardinals von Lothrin-gen soll hergekommen seyn) und sich einsmals verlauten liesse,das beste Mittel, sich Schottlands recht zu versichern, wäre allerReformirten Schottischen Edelleuthen lehen und güthere zuconsisciren, und an deren statt tausend Französische Edelleutheallda einzusetzen , verdarb er alles auf einmal; Massen auf sol-ches hauptsächlich die Schottländer sich mit den Engelländernvereinigten, die Franzosen wieder aus Schottland wegzuschaf-fen. Also wurden dieselben von den Schottländern in Klein-Leith belagert, da sie sich zwar tapfer wehrten, dennoch aberendlich sich ergeben, und Schottland gäntzlich verlassen musten.Brosse bewies in dieser belagerung sonderbare tapferkeit, ob ergleich schon 75. jähr alt war. Im übrigen war er ein Ritterdes Königlichen ordens, und würde auch ohne zweifel den Mar-schalls-stad von Franckreich erhalten haben, wenn er nicht mder schlacht bey Dreur, in welcher auch sein söhn blieb, an. 1^62.das leben eingebüßet hätte. Man hat auch in alt Französischerspräche eine beschreidung dieses kleinen Schottischen kriegs, wel-che einer seiner mitgesellen aufgesetzet, darinnen sonderlich dem1 s Brosse schöne thaten zugeschrieben werden. , Kick.
lib. XXVIII. , rer. 8cotic. lik. XVI. Le
, sääicion s Lsckelnsu rom. II. *
Brosse, oder Droche, (Petrus äs Is) aus Touraine ge-bürtig, war von schlechtem herkommen, halte aber grossen ver-stand , und war sehr geschickt in der Chirurgie. Er ward auchbey dem König Ludovico 8smcko LKirurz;us,nnd wüste sich bey des-sen Cron-Printzen dergestalt zu insinuiren, daß als solcher unterdem nahmen Philippi lll. König wurde, er den 1s Brosse zumOber-Cammer-Herrn machte, und sich von ihm als einem fa-voriten guberniren ließ. Ds Brosse kam hierdurch zu grossemansehen und reichthum ; aber sein gluck währte nicht lang.Denn weil sich der König zum andern mal verhenrathete, unddie neue gemahlin sehr werth hielte, sorgte er, daß sich seinansehen verlieren würde, und als kurtz hernach an. 1276. derCron-Printz unter dem verdacht eines empfangenen gifts unver-muthet starb, ließ er durch einige böse leuthe die Königin des-sen beschuldigen, welche auch viel darum leiden muste. Endlichals der König mit Castilien in einen krieg verfiel, correspondirte1 s Brosse heimlich mit dem feinde, und verursachte, daß dergantze feldzug unglücklich ablief, da aber solches durch aufge-fangene briefe an tag kam, ließ der König dieserwegen einenRath zu Vincennes versammlen > darinnen beschlossen wurde,den 1s Brosse in arrest zu nehmen, welcher noch in diesem jähr1276. gehencket, und seine güther von dem König eingezogenWurden. O» , Kick. äs« ksvoris. kick. äe krsnpe ,
tom. II. p. 217. leg. ^
* Brosse, ( Guido äe Is) war bey Ludovico XIII. Könige
in Franckreich Leib-KIeäieri«, und gab demselben anlas, einenbotanischen garten zu Paris anzulegen. Der König gab ihmdie aufsieht darüber, und machte äe Is Brosse an. 1640. dieerste demonstration darinnen. Man hat von ihm ein buch un-ter dem titul: Deckeln ä'un Isräin ckolsl; ingleichen Dr. ciskecke, UNd contre Is Meclilsnes.' Le , orsikon 5 ur le
propre« cle Is Lotsnigue.
* Brosse, (Johann äe) der II. dieses nahmens, Herr vonSt.Severe, Boussac rc. that dem Könige Carl VII. grosse dienste.Dieser machte ihn an. 1449. zu seinem Rath und Cammer-Herrn, übergab ihm auch die führnng des Lsn und Lrriere.ßsn von Berry. Er war bey der action zu Fourmigny an.1450. und gieng von da mit dem Grafen von Dunois inGuienne, welcher ihn auch in der stadt Bayonne an. 1451. zumRitter schlug. Als er hierauf General-Lieutenant der armeedes Königs wurde, nahm er Bergerac und Castillon ein , undmachte auch, daß dieselbe gantze provintz wieder unter den ge-horsam des Königs gebracht wurde. Als er zu der partey desKönigs Ludwig XI. sich schlug, bemächtigte sich der Hertzog
von Bretagne der Grafschafft Pentievre, und der übrigen gü-
ther, die er wegen seiner franen besaß. Diese bekam er auchsein lebtag nicht mehr zu sehen; deswegen träte er auch seineforderungen und rechte an. 1479. dem König ab. In welchemjähre er gestorben sey , wird nicht gemeldet, -ls-rerr.
* Brosse, (v. Ludov. Gabriel) war zu Auxerre an. 1619.
aebohren, und trat den 29. mertz an. 1657. in der Abtey zuBendome m den Benedictiner-orden in seinem 18. jähre. Erstarb rn der AbteySt. Denys den 1. aug. an. 168;. feines al-ters ?6. jähr. Man hat von ihm in Französischen Versen :Hymne« kur äicksrens luists, en 16;0. Deleriprion äes wm-bssnx L Nsuiolees äe« ckois inkume« cisn« I'kslils ä? 8Denys, äepuis le ckol Dagobert julgu's Dorn« XIII. in 8. ä?W8 lä Vrk sLL iVIsrAULrits, CN 1669. Is IrlvmPlis
äe Is Orsce ckir ls Xsturs, en Is vis äs 8te kupkrockne, ltl4. 1672. O. /e ae/« bibliotk. äs« smeur« äe lä
Dongreg. äe 8. Nsur.
* Brosse, (Joseph Is) ein Barfüsscr-Mönch, war zu Tou-louse an. 16; 6. gebohren, und nahm bey seinem eintritt in denorden den nahmen Lngsli s 8. )uisvko an. Nachdem er zuRom die Arabische spräche von dem k>. Cölestinv äe St. Lidu-vine, einem bruder bes berühmten Jac. Golii, erlernet, gienger an. 166;. als Mcklonsrius erstlich nach Smyrna, nach die-sem aber nach Jspahan, woselbst er, wie nachgehends auch zuBassora, das amt eines Priors versähe. Als er von bannen an.1679. zurück gekommen , wurde er General-Vicktswr derMißw-nen in Holland, und gab hierauf auch selbst unter Jacobi II. re-gierung in Engelland einen NMonsrium ab, nach welcherzeit er noch verschiedene ehren-stellen in seinem orden erhielt,und endlich den 29. dec. an. 1697. als Provincial zu Perpignanmit tobe abgieng. Man hat von ihm : kksrmscopeeism kerü-csm, ex iäiomste kerüco in Dstinum converksm; und Osro-xkvlscium Dingu-e kerksrum ressrsrum , welches letztere werck
zu Amsterdam an. 1684. in fol. heraus gekommen,
/» -r 8. , bibl. seript. Lsrmslitsrum.
Brosses, (Franciscns Sanchez äes) siehe Sanchez, (Frau»ciscus) zugenannt Lrocencks.
Broßier, (Martha) Jacob Broßier, eines Webers von Ro-morentin tochter, legte sich darauf, eine besessene zu spielen,und ließ sich von ihrem vatter von einer stadt zur andern fuh-ren, da denn viele von den wunderbaren stellungen sich blendenliessen, auch vielfältige exorciistiones mit ihr vorgenommenwurden. Der Bischvff zu Angers, Carl Miront, entdeckte denbetrug zuerst, indem er weyh - Wasser statt schlechten wasscrs,und schlecht Wasser statt weyh-wassers vor die besessene bringenließ. Die besessene hatte vor dem ächten weyh-wasser keine be-wegung, dagegen sie vor schlechtem Wasser, das man vor wevv-waffer ausgab , von ihrem geiste gequälet wurde. Der BifctMließ sich weiter die exorcisations-bücher holen, und fieng sie anzu beschwören, läse ihr aber an statt der gewöhnlichen formm"den ansang der Lnsis des Virgilii vor ; die gute Martha, diedas Latein nicht verstund, hielte dieses vor heilige gebäte, undbezeugte sich durch die seltsame Posituren, wie sie der teufet dar-über quälete. Der Bischofs nahm hierauf den vatter in gehen»vor, strafte ihn wegen des angestellten betrugs, und rieth ihmseine tochter wieder nach Romorentin zu führen, und da (ei-nes handwercks sich zu nähren. Aber das that Jacob BroMnicht, sondern führte seine tochter vielmehr nach Paris, wo dnkirche der H. Genevieve ihnen zu ihrem rkssrrv dienen muste'Der Bischoffbefahl die Untersuchung der fache fünf Neäic-s-die insgesamt dahin urtheileten, daß an der Martha nichts über'natürliches zu finden sey. An. 1599. den 1. apr. ward nowmals eine solenne beschwörung vorgenommen, die Marw-machte alle mögliche Verdrehungen der äugen, zunge und Egliedmassen, und als der Exorcist auf die Worte kam, L KowtsÄus eck, hub sich die Martha mit vielen seltsamen spruiMund aufhüpfen von dem allar gegen die thüre der capelle,auch der Exorcist sich nicht enthalten konnte, zu sagen, wenjemand noch so ungläubig wäre, und diesen teufel vor ertE.hielte, sollte er sich jetzt mit ihm einlassen und sein leben an wwagen. Marescotti, der einer von den fünf Meäicis war, um).die ausforderung an , kriegte die besessene bey der gurgel, *nhieß sie stille seyn. Martha parirte, gab aber vor, daß Un -geist den augenblick verlassen habe, dagegen Marescotti beha"^tete, daß er von ihm sey vertrieben worden. Martha AU/Marescotti, Niplau und Hautin sollten sich nur um ihreein bekümmern, war auch in ihrer gegenwart ruhig.weg waren, kam der teufel wieder, so bald aber die Keäici w ^der sich sehen liessen, war die Martha wieder ruhig, daßHerren nicht änderst thun konnten, als die Martha zu verw) gjnen, daß sie den betrug aufgeben möchte. Die fache kamst". ^vor den König, und weil man leicht dieser besessenen nach des A,meinen pöbels meynung fragen hätte vorlegen können, wv.. cdie wegen des Nautischen ebiets ohne dem schwürige Catho"'^partey zur rebellion hätten ratzen können, ward die MartYss^r-Diemensnt-Lriminel UNd Königl. kroeurswr su Lkscelec w'^geben, die nach einer langwierigen Untersuchung ebenfallsübernatürliches finden können, daher das urtheil WUo„iv-ward, daß man Jacob Broßier und seine tochterrentin bringen, und dem vatter bey leibes-strafe anbefehle"daß er seine tochter Martha ohne vorwissen des Richtersausgehen lassen solle. Dem ohngeachtet machte Jacobne tochter mit dem Abt von Röchefoncaud gesellschastl' ^1-zogen nach Rom, weil aber der König durch seinen A"w ^bor Sillery, den Cardinal ä'Ossat, und sonderlich ^Jesuiten bey dem Papste hatte vorbauen lassen , wurdeurtheil des Parlements nichts geändert, der Abt muste mtt lw ^und spott bey dem Könige gnade, Broßier aber und samter ihren unterhalt in Hospitälern suchen. öa-K.
* Broteroda, oder Brotteroda, ein flecken, schloß ""s .ch,tey am Thüringer-walde, zwischen Schmalkalden und ^"hster-
welche ehemals zur Grafschafft Henneberg gehörte, naw^M.ben dieser Grafen aber an dre Landgrafen von Hem"^tVGchneiders beschreidung des alten Sachsenlandes, kckersanleitung zur mittlern geographie, II. 9. §- - 7 V.L Lcnl'i
Brotuf, (Ernst) ein berühmterDickorieusdes
war erstlich Schösser zu Pforta, und hernach Lynäicus