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tode Henri» IV. gebrauchte ihn die Königin in den Heuraths-affairen der Printzeßinnen von Franckreich und Spanien, schick-te ihn auch ab die contracte zu unterschreiben, und diese beydeKöniginnen auf den grentzen gegen einander auszuwechseln.Doch der Marschall ä'Ancre ruhete nicht, bis er ihn an. 1616.vom Hofe entfernte. Als aber derselbe an« 1617. ums lebengekommen , wurde er alsobald wieder in seine stelle eingesetzt,welche er auch behielt, als der Connetable von Luynes favoritewar. Nach dessen tobe aber stand er bey dem Könige in solchengnaden, daß er fast alles dirigirte. Als er sahe, daß die bela-gerung von Montpellier nicht glücklich von statten gieng, brachteer es dahin, daß mit den Hugenotten friede gemacht wurde, undder König also diesen platz bekam, welcher zur danckbarkeit ihnzum Ritter seiner orden erklärte. Doch aller dieser dienste Unge-schick, muste er sich, auf anstiften seiner feinde, an. 1624.00»dem Hofe weg begeben. Man demühete sich zwar feine völligedimißion zuwege zu bringen, allein weil er ein Lrevsr äs receiwsHatte, fo wollte er niemals darein willigen, ob ihm gleich40000. reichsthaler angeboten wurden, ja hernach der Königihm 200000. pfund nebst einer stelle in dem Rath äss äspsskesund die Amdassade nach Rom geben wollte. Nach seinem todewollten auch nicht einmal seine erben diese summe heben. Imübrigen wüste gantz Franckreich, daß es allein bey ihm gestandenzu derzeit, da er in gnaden war, Hertzog und Pair zu werden;allein daß feine Moderation diese von dem Könige angebotene hohewürde nicht annehmen wollen. Er lebte, nachdem er den Hofverlassen, sehr ruhig, und starb an. 1640.0«^. Leerer. ä'Lmc.
, Pissoirs cls Vouis XIII.
* Rrulart von Sillery, (Fabio) ein söhn Ludovici Brulart,Marquis von Sillery, und Latharina Elisabetha äs la Ro-chefoucault, ward in dem schloß Preßigny in Touraine den 2;.octobr. an. 1644. gebohre». Nachdem er die Humaniora in sei-ner provintzstudiret hatte, kam er gen Paris, um die Philofo,phie in dem LoUsZio äs la Alarcbs zu Hörer»; von dar gienger in die Sorbonne, und ward allda in seinem 26. jähre zum vo-ckor gemacht. Er legte sich zugleich auf das Griechische und aufdas Hebräische, und wollte nichts von allein dem übergehen,das zu bessern» Verständnis der H. Schrift und der Kirchen - vätterdienen mag. Er untermischete diese tiefsinnige und ernstliche be-rnühungen von zeit zu zeit mit Verfertigung einiger getichte, wel-che sehr ungezwungen und nett Miethen. Der k. Bouhours hatzwey derfelben in seiner sammlung erlesener getichten, druckenlassen, deren eines von dem frieden handelte, das andre aberan Nr. äs Segrais gerichtet war. Man findet in einer andernan. 171,. in dem Haag gedruckten sammlung eine ode über diefreundschafft, welche aus seiner feder geffossen. Es hat Nr.äs Sillery sich beneben auch mit predigen beschäfftiget, und hates ihm in diesem stück nur an einem stärckern temperament gefeh-' let, um sich mit rühm hören zu lassen. An. 1689. ward er zudem Bißthum von Avranches ernennet, und nachgehends er-langte er das von Soissons. Er fand in diesem letztem ort eineerst aufgehende Academie, welche nachdem muster und unterder obsicht der /vssäsmis IrLncoiis errichtet ward, und die liebezu den studien sowol als die reinlichkeit der Französischen sprachzum zweck hatte. So oft er sich zu Soissons aufhielte, fand ersich, so viel es ihm seine höchst-wichtige Verrichtungen zuließen,in den Academischen Versammlungen ein, und erweckete durchseine gegenwarl den eifer der übrigen Mitgliedern. Die an. 1694.zu St. Germain so Laye versammlete Geistlichkeit erwehlte ihn,um an den aus Engelland flüchtigen König Iacobum II. eineanrede zu halten; es geriethe dieses stück auch fo wohl, daß es inverschiedene sprachen übersetzet, und aller orten hin verschicketwaro. An. 170a. waren ohne vorwissen dieses Prälaten zweybriefe von ihm gedruckt, welche er an den Benedictiner k. Lamigeschrieben hatte, nachdem dieser in seinem buch äs la Lonnois-ssnss äs loi-msme, sowol von der Rbetoric der schulen als vonder wohlredenheit der Predigern sehr verächtlich geschrieben hatte.Ais es dem Konig gefallen hatte, durch eine neue einrichtnngdie Academie der aufschriften mit neuen Mitgliedern zu vermeh-ren , ward Nr. äs Sillery als Hcmomrius in dieselbe aufge-nommen , und an. 1704. folgte er in der üc-räsmie Vr-M^oileauf den Nr. Pavillon. Die bey diesem anlas von ihm gehaltenerede enthielte viele sinnreiche betrachtungen über die arr undeiaenschafftm der wohlredenheit und der licht-kunst.Er hat in der Academie der schonen wrssenschafften verschiedenegelehrte abhandlungen gelesen, als, über einen mit einigen er-habenen bildern gezierten alten marmorstein, der wahrscheinli-cher weise ein grabstein gewesen; über die degrabnisse der erstenChristen in Gallien; eben ihm hat auch die Academie die ab-risse von zweyen Lolumm8 Nilli-rribus oder alten meilen-sänlenzu verdancken, deren aufschriften ein anlas verschiedener gelehr.ter abhandlungen worden sind. Er hat von schritten hinterlas-sen : Divers ssraitss äs Norals; ffrgäuckicms äss plus beauxenäroies äes pckss; LommsMaires lur guelgues Lpitres äs8. kaul, L lur seile äs 8. LIemeitt kaps aux Lorintiiisas;Lsrmons L llomslies. In seiner viosces hat er schulen, 8s-minnrrn und spitäle angerichtet. Die helfte seiner einkünfteuward gemeiniglich zum tröst der armen aufgewendet, und in be-klemmten Men hat er sich in schulden gestecket, um den armennachdrücklich beyzuspringen. Er starb den 20. nov. 1714. da er
LMWöi yEe. ^ 8on. elose pär
cke Lose, äsns Iss MSU. äs 1'Lsaä. äss lEript. L LsüesLsttres, tom. III.
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* Brulius, (Petrus) lebte im XVI. sieculo, war ein
Franzos von geburt, und der Protestantischen religion zugethan,um deswillen er auch sein vatterland verlassen muste. Er wareine zeitlang Prediger an der kirche zu Straßburg, welche denFranzösischen und Niederländischen Exulanten daselbst war ein-geräumet worden, bis ihn an. 1444. die heimlichen Protestan-ten zu Dornick zu sich beruften. Er war aber von den Römisch-Catholischen bald ausgekundschafftet und aufgesuchet. Seinefreunde liessen ihn deswegen des nachts über die stadt-mauren,welches auch anfangs glücklich von statten gieng. Als er aberbereits den erddoden erreichet hatte, legte sich noch einer vor»denen, die ihn herunter gelassen, über die mauer heraus, vonihm abschied zu nehmen, dardurch ein lucker stein vollend losgeworden, daß er auf Brulium fiel, und ihm ein betn entzwcvschlug. Da er nun vor schmertz und kälte winselte, verrieth ersich dardurch der wache, die ihn gefangen nährn. Daraufward er den 19. febr. an. 1445. als ein Übertreter der Lands-herrlichen befehle wider die Protestanten lebendig verbrannt,und litte den tob mit grosser standhafftigkeit. comm-
äe üsw reliZ.XII. XVI.
* Brulovius, (Caspar) war zuPyritz in Pommern ge-
bohren , wurde NaMsr klüIoloxND, und darauf zu Straßburgkroksllor koslsos und Dilloriarurn , und ist sonderlich in ersterdisciplin ungemein wohl versiret gewesen. Er starb an. 1627»den 14. iul. im 4;. jähre seines alters. Er verfertigte einigevr-lmstn; ein (armen Neroisum äs vita Nartini Lurbsri i(zsmnasmsm verkuum Orres. und eine Orammatisain hätino-(ermnnisam. Lkicr^/. PvMMerl. V. x. i;8- diogk.
Bruma, siehe Brama.
LXIffiVlssUä, ein fest, welches dem abgott Baccho zu eh-ren gehalten wurde, als den die alten Lateiner Lrumu« nenneten.Dieses zwar und noch mehrers sagen von diesem fest und bestsen nahmens Ursprünge Suidas in dem Wort und aus
ihm Cölius Rhodiginus, üb. XXVII. sntig. leck. c. 24. L üb.XXVIII. s. 24. Aber es ist alles auf gar schlechten gründ gssbauet, und vermischen sie den zunahmen Bacchi Bromius mssBrumus; vergessen auch dabey, das fest Bacchi bey den Rö-mischen auckoren» auch noch gar in den alten sowol in stein ge-hauenen, als auf Pergament geschriebenen Römischen calen-dern, nicht Lrumalia, sondern läbsrckis, von dem nahmenBacchi, läksr k-wer, sey genennet worden; Massen auch dernähme öacckmirslia damals noch nicht üblich gewesen ist. *
* Brumani, (Sigismundus) gebürtig von Cremona/gienge, nachdem er die Griechische und Lateinische sprach in fer-nem vatterland wohl erlernet hatte, an. 1444. naher PadiMum allda die Philosophie und Medicin zu stndiren. Gleich'^er nun eine ungemeine neignng zu diesen wissenschafften hau»also brachte er es in kurtzem in denselben sehr weit. Er läse vuschriften der alten Nsäicorum mit grossem bedacht, und kehrec»nachdem er den Doctors-gchd erhalten, als ein grrind-gelehru;mann in sein vatterland zurücke. Er ward allda zwar in 0»Lollegium Nsäicum aufgenommen, aber ein jähr hernach lstRom beruffen, und von Papst Elemente VIII. zu seinem ersterLeib-Artzt angenommen. Er ward auch zum ersten Artzt Ugaritzen Kirchen-Staats ernennet, und zcigete durch unzehnAproben seiner grossen tüchtigkeit, daß er solche ehren-stellenverdiene. Er erlangte noch über dieses alles den titul einesmischen bürgers, und ward an. 1467. in das (ollegiumRömischenAertztenaufgenommen. ClernensVIII. setzteem"'gemeines vertrauen in ihn, und hielte ihn für einen sch'Vbesten freunden. Es hatte dieser gelehrte mann verschiedene vsscher geschrieben, die man aber nunmehr für verlohren selE^sie waren in Lateinischer spräche verfasset, und führeten fE"titul: äs Noäo soMporienäl VbsriüSM; äs Liogiis Neä>cklibri II. äs Osnerstions ck Lorruptione libri II. ckc. ckc.
gens war dieser grosse Mediciner aus einem adelichenwelches auch durch die hohen würden, zu denen verschiedene^
.. bekanntworden ist.
sonen aus demselben gelanget sind, sehr verannr worden m-sar Brummn war Lbbrevlator an dem Römischen v XMathäus Brumani (Monicus regulsris 8. ,sok. (LtsrLNSw ^ward hernach Bischoss zu Melfi; er war ein ssbeologur.« gJurist, und hat einige schriften verfertiget äs ßurs Lrsäituum LsslesiLlliLorum; äs Valiäimts ck invsliäitMSxtiarum 6cs. bikl. Icripr. Neäis. in tol- eo
x. 487. äe scrixroribus Lrernonsns. .4,
Brumat, eine kleine stadt im Unter-Elsaß in der HAestschen Grafschafft Lichtenberg an dem fluß Sorra,.Straßburg und Hagenau gelegen. Bey dem Marceltmo'man, daß der Kayser Julianus die Alemannen bey Zjli-gurn geschlagen, welches eben dieses Brumat seynfanglich hat es den Landgrafen von Elsaß aus dem NAi»-mischen stamm gehöret. Nach dem tode aber Landgrat ^ pjerichs, an. 12; 8. ist ein theil davon samt der Landgrafscham.^öOetringer kommen, das andere haben gedachtennachkommen behalten, bis Ulrich, Philipp und Johannesiz;6. solches an Hennemannen lind Ludemannen von v' Mberg verkauft, welche von dem Kayser Ludewigen die u „serhielten, den ort wieder zu einer stadt zu machen, vverkaufte Johannes von Lichtenberg an. r;??. densemgen privat-leutheu, welche Graf Schaffried von Lemmge'aus verjagte, und selbigen gemeinschafftlich mit etiicv"