Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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der Türcken gegen die Christen, aus welcher sie grosse strel-fereyen verübten; allein an. r6y;. nahmen sie diese unter demGrafen Bathiani mit stürm ein. Sie wehrte sich tapfer, undwollte durchaus keine Übergabe nicht eingehen, vorgebende, daßsie einen den Türcken so vortheilhafften ort ohne Verlust ih-res levens nicht übergeben könnten; allein sie wurde doch end-lich von den belagerern erstiegen, welche eine grosse beute so-wol von kriegs-gerathe, als andern raren und künstlichen stückenmachten. Es wurden im stürm in die 500. menschen niederge-hauen , wobey doch die Christen nicht mehr als etwa 40. manneinbüsseten. Ämetzo dient sie zu einer grentz - vestung der Chri-sten gegen die Türcken. Ottoman. Pforte fortsetzung,XVll. x. 64».

Brusch, siehe Breusch.

Bruschius, (Caspar) wurde zu Schlackenwald in Bohmenden 16. aug. izi8. gebvhren, und da er etwa 2. jähr alt war,nach Ezra gebracht, daselbst erzogen und zur schule gehalten.Er hatte eine grosse fähigkeit zur Poesie, wodurch er die ehre einesgecrönten Poeten und Lomins kalEiü von dem Römischen Kö-nige Ferdinand» an. i;?2. zu Wien erhielt, als er Maximilia-ns , Könige von Ungarn, seine erste ssmurism äs iVlonsllsriisüberreichte. Hierauf fand er zu Bassau einen grossen Wohlthä-ter an dem Bischoff daselbst, Wolfgang von Salms, und wolltesich an diesem orte niederlassen, damit er an seiner Historie derBißthümmer und Bifchöffe in Teutschland desto füglicher arbei-ten könnte; wie er denn unterschiedene reisen gethan, auch vrelearchiven und bibliothecken untersucht,solches werck zum stände zubringen. Es scheinet aber, daß , was das vorhaben seine Woh-nung allda zu nehmen betrift, sein anschlug nicht müsse vonstatten gegangen seyn; sintemal er sich an. 155;- beydem Opo-rino zu Basel befunden , und daselbst einige schriften, die er zuPassau verfertiget, in gebundener und ungebundener rede her-aus gegeben. Au diesem ort, nemlich in Base!, soll Bru-schius die lächerliche eifersucht gegen seine kleider bezeuget ha-ben, von welcher Adami, Zinkgräf, und andere gedencken, daßer nemlich, weil er vermerckt, wie wenig ehre ihm bezeugetworden, so lang er in schlechten kleidern zu Basel durch diegasten gegangen, da hingegen alles vor ihm aufgestanden undsich gebückt, als er sich in einem neuen kostbaren kleide sehen las-sen ; bey seiner Wiederkunft nach Haus die kleider im grimmtheils zerrissen , theils sonst verderbt, mit befragen : ob dannsie oder er, der gelehrte Brusch wären? oder nach andern : siewären treulose und verrätherische knechte, so die ihrem Herrngebührende ehre raubten, und auf sich zogen. In der that er-hielt er sich meistens von den geschencken der Aebte und Aebtis-sinnen, deren klöster er beschrieb, war aber, wie aus vielen um-ständen erhellet, der Lutherischen lehre sehr zugethan. Endlichwurde er an. i??9. in dem Schlingtnbachischen walde zwischenRotenburg an der Tauber und Weinsheim von einigen Edel-lenthen, wider welche er etwas heraus geben wollte, erschossen.Man hat von ihm unterschiedene schriften, als äs Lsrm-rni-eIkpilcop-Nidus epitomes tom. I.; MonässsriorumOermsnisL sen-ruri-im I. darzu Daniel Nessel an. 1692. das supplemsmumoder csntunsm sesimäam aus dem D 18 L. in der Kayserl.bidliotheck heraus gegeben ; äs VrrursLLO versri in Xorisa ci-vilste , <L äs kstsvio Lernikmico, k>c mn'nsgus loci Lrclile-xiscopis grgue Lpilcopis Omnibus; Beschreibung vorn Fichtel-berg rc. k. III. prolopoZr. siui'äl. 8nev.

vit. pliiivs. spoptk. der Teutschen.

lib. XL. comm. äs krsec. äoÄ.

gui lsttolnrn Lrnstaä. illustear. *

Brusewr;, Brrserviz, eine von den ältesten adelichen famr-lien in Pommern, welche ihre güther in dem Stettinischen hat.Heinrich war an. iz; 5. Hertzogs Bogislai V. LspellWus. Indem ;c>. jährigen kriege machte-sich einer aus diesem geschlechteals Schwedischer Obrister bekannt. Pommerl. pu-

fendorffs Schweb, kriegs-geschichte.

Brusius, stehe Bruys.

* Brusoni, (Franciscus) ein von Legnago in dem Venetia-nische» gebiethe gebürtiger Jtaliäner, welcher Lomes kslstinusund soeta Lameorus gewesen , und sich durch seine schöneLateinische verse hervor gethan. Er hat ein Lateinisches ge-ticht, krognoülLon betitelt, geschrieben, von welchem nicht ge-wiß ist, ob es jemals unter die presse gekommen sey. An. i;8y.hat er ein geticht drucken lassen über die ftadt Rovigo und ihrgebieth. Erst vor wenig jähren ist dieses poetische werck zuTrevisa neu aufgeleget worden, Vt Verona illustrem.

Brutidius Ni§er, lebte unter dem Kayser Tiberio um dasjähr ;o. nach Christi geburt. Er war ein discipel Apollodoriin der beredtsamkeit, wurde Läilis zu Rom, und hinterließ ei-nige reden, wie auch ein stück der Römischen geschichten, wie da-von unterschiedliche von dem ältern Seneca in seine schrifteneingebrachte stücke zeugnis geben können, deren eines sowolein schönes lob des Ciceronis enthält, als von dessen gewalt-thätigem tode einige merckwürdige umstände anzeigt. Sonstenwar Brutidius eben nicht von den besten sitten, und verdie-net sonderlich gar schlechte ehre, daß er sich zu einem werck-zeug der raache und bosheit Tiberii und Sejanr in anklage ehr-licher leuthe, so jene ins verderben bringen wollten,hat gebrau-chen lassen. Allein eben diese seine sklavische unterwerffunggegen Vejano brachte ihn nach dessen fall in grosse gefahr;Massen gantz wahrscheinlich, daß er eben der Brutidius sey,

von welchem Invenalis sagt; daß er nun gantz erblaßt, undvoller schrecken herum gehe. luslor. 6. <L controv. 9. 7 '«-cir. snnal. lib. III. /«v. sät. 10. still. Lat. lib-

XXIV. *

LKÖHI, oder ML1HI, ein altes volck in Italien, welchesnach Iustini bericht seinen Ursprung von den Lacedämoniernhat. Sie haben in dem äussersten theil von Italien gewohntin dem mittägichten theil des Königreichs Neapolis, in der ge-gend, wo heutiges tages Calabria oltra ist, und wurden in Lir-inonwnos und Iransmontanos eingeheilet. Bey den Grie-chen heissen sie , wie sie auch von den einwvhnern der

provintz Lucanien sollen genennet seyn, welches in ihrer sprächeso viel als einen flüchtigen bedeutet, weil die Lrutii ihre scla-ven sollen gewesen seyn, die ihnen entflohen und in diese pro-vintz sich begeben. Andere wollen dieses wort von öruw her-führen , und sollen sie von den Römern, weil sie tnmm und un-geschickt gewesen, also benennet worden seyn. Jedoch, da dieGriechisthe denennung dieses volcks ohne zweiftl die älteste,und also das Lateinische Wort Lruttii davon seinen Ursprung ge-nommen, auch die älteste Römer den nahmen Lrmtii immermit einem doppelten t. geschrieben , da im gegentheil Krnws,so einen tuinmen kerl bedeutete, nur ein t. hatte, so wird dieseletztere meynung billig verworffen. Nachdem sie in dem an-dern Punischen kriege wenig trtne gegen die Römer bewiesen,und sich bald an den Hannibal ergeben, wurden sie nach derzeit sehr verächtlich gehalten. lib. x. s. z. O,oä->»-.

Kc«/. lib. XVI. lib. V. <?/rwee. Italia sntig.

Zeogr. sntig. iib. II. c. 9. *

Brutus, soll einer von den alten Königen in Engelland gewe-sen seyn, der ein söhn Sylvii, des Ascanii bruders und Aeneasohns war. Er soll nach begangenem mord nach Griechenland,und von dannen endlich nach Albion oder Engelland gekommenseyn, woselbst er ein Königreich aufgerichtet, welches von ihmBritannia genennet worden. Der sechste unter seinen Nachfol-gern soll auch Brutus geheissen haben. Doch dieses alles wirbbillig verworffen. lib. I. bitt. llngl. 7 ^

ötc.

Brutus, l Lucius Innius) war ein söhn Iunil, welcher Tak-quinii 8upsrbi schwester geheurathet hatte. Er wurde Brutusgenennet, weil er sich gantz einfältig anstellet, um dadurch dergrausamkeit Tarquinii 8uperbi zu entgehen, welcher sowolnen vatter als seinen bruder Marcum Junium aus dem wEgeräumet hatte. Er bekam aber endlich gelegenheit sich fthchzu lassen, nachdem Sextus der ältere söhn Tarquinii 8ux>srbl,durch sein unzüchtiges anmuthen und zwang, die Lucretiam da-hin gebracht sich selbst zu tobten; da denn Brutus zu abschajsim»der Königlichen Hoheit und Veränderung derRepublick das me>Mmit beytrug, welches L. II. 24;. Olymp. LXVI 1 . 4. ss. lVl.

L. L. 509. geschahe. In seidigem jähre wurde er auch nebst Es»-latinv, der Lucretiä mann, zum Bürgermeister erwehlet, und m»sich die Wohlfahrt der neuen Republick dergestalt angelegendaß er auch seine eigene söhne der frcyheit derselben aufopfckss'Denn da sich diese nebst andern verschworen, die sssrc^im^wieder einzuführen, ließ er selbige auf öffentlichen platz fuisse» (mit ruthen streichen , und ihnen die köpfe abhauen ;sahe auch die erecution ohne einige Veränderung seinesoder gestalt selbst an. Nachgehends büßte er noch in demssmgen jähre für die Republick ftm leben ein, indem er in e>m,schlacht auf einen der söhne des Tarquinii, nahmens Armtraf, und mit demselben so heftig zusammen gieng, daß sie vevderseits aufdem platze blieben. äes. I. lib. I.

I. c. 9. A 10. AL-

Brutus , (Marcus Iunius) ein söhn M. Iunii Bruti ussder Serviliä, die eine schwester Catonis war; und diesemnem oncle ist Brutus in der ernsthafftigkeit und eifer für ^vatterland fleißig nachgefolget, hat auch dessen noch in seiner 1gend eine probe gegeben , als ihm Cato einen grossen theU. ^ .schätzen Ptolemai Königs in Cypern, so er auf beseht des Mwscheu volcks samt selbigem Königreich in besitz ge»om>m',gen Rom zu bringen befahl. Er hielt es anfänglich mit ,peji partey, ungeachtet derselbe seinen vatter hatte tödtenweil er diese partey vor die gerechteste hielt, und seine eigene r ,che der Wohlfahrt des vatterlandes aufopfern wollte. Ram ^ ^lohrner Pharsalischen schlacht begab er sich von Larissa, e>E,§ngeflohen war, auf Cäsaris begehren zu demselben, welcher lim treffen befohlen, des Bruti zu schonen, und ihin auch ^die ersinnlichste Vertraulichkeit und liebe bezeigte. Man 'm o,,weil Serviliä , Bruti Mutter, öffentlich eine grosse liebe ,Casarem getragen^ dieser Brutus sey eine frucht davon E-'paßund darum von Cäsare so hoch gehalten worden. Gcwss M jßkeiner unter allen Pompejanern mehr als Brutus von Caw^chebegünstiget worden; Massen er ihn, alldieweil der burg^ .,krieg noch währete, und er selbst wider Catonem in Aftwa ». g,dem grossen stück von Italien, so die Römer LaUiam Liwvnannten, und alles land von den Alpen an bis an dttnus und Rubico begreift, mit Übergebung der höchsten !' xl-rvorsetzte, hernach auch zum ersten kr-ewre , den man o«Lrkimum nennte, erwehlen ließ. Es hätte auch ledlg""^^.Bruto gestanden, alles bey jblchem zu gelten und zu v"'Jedoch konnte dieses alles nicht hindern, daß ihn Brum'-''vor einen störer der Römischen freyheit angesehen hatte. ^hMer war einer der vornehmsten, die wider ihn einen Achten