276 buc
b u c
daß er dem Interim unterschreiben sollte, welches er aber durch-aus nicht thun wollte / und dannenherv mit grosser gefahr durchdas Würtembergische , so damals von den Spaniern besetztwar , wieder nach Straßburg reisete, ailwo er auch wider dasInterim schrieb. Weil nun die Catholischen ziemlich die Ober-hand hatten, und man die Straßburger zwingen wollte, dasInterim anzunehmen, Miethen die Protestirenden 'fksuloss da-selbst in gefahr. Dannenherv als der Ertz - Bischoff von Can-telderg, Thomas Cranmerus, Vucerum nebst Paulo Fagio nachEngelland einlud, begab er sich an. 1549. dahin , und erklärteauf der Universität Cambridge das Neue Testament, gleichwieFagius das Alte. Doch bald darauf verfiel er in eine kranck-heit, und starb den 27. sehr. an. 155 r. im 61. jähre seines alters.Die Königin Maria ließ an. r-^6. die gebeine des Buceri undFagii ausgraben, und öffentlich verbrennen; Elisabeth aberließ das dccret, so wider sie ergangen , an. 1560. wiederumcaßiren; und sein gedächtnis mit sieiß wieder zu ehren drin-gen ; wovon eine absonderliche Historie vorhanden ist. Unterseinen schriften sind sonderlich klalmi in Latinum traäucttieorumgue sxplanscio; Lnarratione8 in guatuor Lvanxelia;Pletaxkrases Lxilkolsrum kauli; Lammentsrü in Lpittolamsä Lomsnos, it. sä Lpkelios; äs vera Lcclekarum Leconci-liatione; llcta Lolloguii in Lomitiis Impeiii Latiskonas ka-bitis, und viele andere. Vor den meisten sind sehr weitläuf-tige und gelehrte vorreden. Man stehet aus allem, daß diesermann grossen geist auch viele geschicklichkeit und beredtfamkeitbesessen ; so daß ihn alle arbeit leicht ankommen ; wie er dannneben diesen ausgefertigten schriften und gethanen vielen reisen,auch unzehliche briefe meistentheils von wichtigen Materien ge-schrieben, auch gar viel geprediget. , lik. XVII. L
, aääit. aux elo§. äs8 kam. lav. ?. I. p. 29.üatu rsliZ. annal. 8ucviw. vit. Ideal,
annal. LvanZ. , bist. eccl. Hstt. F.-.
Schweitzer-kirchen-geschichte. sKZ. sskeol.
tir,' , lik. II. cie oriZ. kserss. c. I I. äs Ltkeifm. kxe-
rst. c.g. Lc.
in kistor. Lutkeraniüni. F«r«er, rekorm. Lnglia.
LaF-'. *
Buch, Buchs, lat. Lojatum, Luckiium, Luxium, einekleine stadt auf einer halb-insul in Guienne, in der landschafftBourdelois. Die umliegende gegend wird 1s Laptslat äs Luckgenennet, führt den tilul eines Fürstenthums, und hat ein vor-gebürge. Ihre einwohner sollen von den alten Lchis oder Boa-ten herstammen , und haben gewisse Herren aus dem Hause vonFoix und Candale gehabt, les Laxtals äs stuck genannt.
Buch , eine adeliche familie, siehe Bücken.
Buchan, siehe Buquhan.
Buchananus, (Georgius) wurde irr einem dorfe inSchottland an. i;c>6. gedohren. Seine familie war in ziemlichearmuth gerathen, und war nach dem tobe seines vatters seineMutter mit 8-kindern übrig geblieben; dannenherv sich seiner mut-ier bruder seiner annahm, und ihn nach Paris sandte. Nach-dem er daselbst r. jähr zugebracht, muste er theils aus Mangeldes geldeS, theils wegen schwacher gesundheit wieder nach Hausegehen.. Da er nun wieder gesund wurde, nahm er unter denFranzösischen trouppen, die in Schottland angekommen wa-ren, dienste; er verfiel aber wieder in eine kranckheit, und alser davon befreyet wurde, begab er sich nach St. Andrews, undstudirte daselbst unter Johanne Majore. Diesem folgte er auchnach Franckreich, und nachdem er sich abermal zwey jähr zuParis aufgehalten, wurde er beruffen, daselbst Lrammaticamin dem LolleZio St. Barbara zu lehren. Dieses verrichteteer drey jähr, und gieng darauf, weil er zu Paris schlechte be-soldung halte, mit einem jungen Grafen, den er fünf jähr zuParis bey sich gehabt, wiederum nach Schottland. Daselbstmachte ihn der König in Schottland zum Informators bey sei-nem natürlichen söhne Jacodo Murrai. Zu dieser zeit machteer getichte auf die Mönche, und als einige zeit darauf eine ver-rätherey wider den König entdeckt wurde, wobey der Königmeynle, daß die Franciscaner daran schuld hätten, muste eraus Königlichen befchl eine satyre wider sie schreiben , die stmn-cilcanu8 hieß. Darüber wurden ihm die Geistlichen gram,schrien ihn vor einen Atheisten und ketzer aus, und bald dar-auf muste er erfahren , lmß ihn der Cardinal Beton zu stürtzensuchte, weshatben er sich nach Engelland begab. Doch weilauch daselbst sowol die Lutheraner als Catholischen verfolgetwurden, gieng er wieder nach Franckreich, wollte sich aber zuParis aus furcht für dem Cardinal Beton nicht lange aufhal-ten. sondern wendete sich nach Bourdeaux, woselbst er drey jährander schule diente, und mit einem Portugiesen, nahmensGoveanus, bekannt wurde, mit dem er auch, weil er in Franck-reich vor seinen feinden nicht sicher war, und Goveanus besehthalte, einige Gelehrte auf die neue Universität zu Coimbra mitzu bringen, nach Portugall gieng. So lange nun Goveanuslebte, gieng es ihm gar'wohl; nach dessen an. 1549. erfolgtemtobe aber erhuben sich wieder allerhand Verfolgungen gegen ihn,und unter andern ward ihm aufs neue das csrmen, so er wirder dre Barfusser gemacht, vorgeworffen. Man beschuldigteihn auch, daß er es nicht recht mit der Catholischen religion mey-nete, und bracyken es endlich nach anderthalb-jähriqem gesänq-Nls ferne widerwärtigen dahin, daß er verdammt wurde, sich ei-nige monate m einem kloster besser unterrichten zulassen. Hie.
selbst fieng er seine unvergleichliche karspttrsstn über die Psal-men an. Nachdem er seine freyheit wieder erlanget, begab ersich nach Engelland , und bald darauf nach Franckreich, wo-selbst er eben zu der zeit anlangte, als die delagerung von Metzaufgehoben wurde. Einige jähr darauf wurde er Informator beyden Andern des Marschalls äs Briffac, welcher damals in Pie-mont commandirte, und blieb Buchananus bey dieser bedie-nung r-jähr, da er sich bis an. -;6o. bald in Italien, bald inFranckreich aushielte. Damals begab er sich nach Schottland-bekannte sich öffentlich zu der Reförmirlen Arche, und wurdeInformator bey dem Konig Iacvbv VI. Er hatte an der dama-ligen unruhe des Schottischen Reichs grossen theil, sintemaler es mit denen hielte, die sich der Königin Maria widersetzten,und sie endlich des Reichs deraubelen. Nachgehends nahm ihnobbemcldter König Iacobus zu sich, und starb er endlich zuEdenburg den 28. sept. an.1582. im 76. jähre seines alters. Sei-ne feinde machen ihn zu einem liederliche» und atheistischenmann, es hat ihn aber Clericus an unten angezogenem orte ver-theidigt. Seine schriften sind : Hiüoria Lcoti«; äs ^ure Legn»
apuä 8cotos äialoZua; Nilcellaness; Luäimenta Arammatice«Latinse Ikaruse Linacri, ex linZlico lermane in Latinum ve»la ; krancilcanns L Lrstres 8ilva; äs 8pkM«; karspkrsstskfalmorum; koemata, 6cc. An. 1580. hat er selbst sein lebenbeschrieben , welches seinen Poesien vorgesetzet worden. In stt-ner Historie schreibt er oft von der Konigm Maria übel, u»vist in der chronologie nachläßig gewesen. LVmrLäe«, bist-Lngl. aä an. 1567. L 1584- kill. lik. LXXVI. 0^'
äs clar. 8cot. aä an. i;;9. n. 8-1567. n.
i?8r. n. 10. üm'E, kiü. rekorm. IVnsl. La/x/e. bibl-
ckoiste tom. VIII.
Buchau, Buchenau, lat. Luckonla oder kaMnis, ist killkleines land zwischen Thüringen, Francken, der Wetterau ugoHessen gelegen. Vor zeiten ist es ein lauter Buchwald und einunerdautes land gewesen, und 8^Iva Luckoma oder Locau"»genennet worden,, auch den Römern nicht unbekannt gewesen«und werden die völcker, so Ptolemäus fkcugus nennet, vor bl-atten einwohner dieser gegend gehalten; jetzund aber ist perwald ziemlich ausgehauen, und das land mit städten, (darun-ter Futda die vornehmste) dörfern und schlössern ziemlich ange-füllet. Unter den siüssen sind vornemlich die Fulda, Hu«a«Werra und Olster. Es hat auch viel bäche, seen, brunnell'äcker, wiesen und gärten, und einen fruchtbaren boden zu ni-le» fruchten , die in Teutschland wachsen, den wein ausgenom-men. Vor zeiten soll Buchau zu Thüringen gehöret haben-Tromsdorff nennet es eine landschafft, so von dem alten siM-se Buchau den nahmen habe. Nachgehends haben es die Fra"cken bekommen, und jetzo stehet es dem Abt von Fulda zn-in Slitig. Luläeuf. topo^r. Hallise.
Buchau, eine kleine Reichs-stadt, 2. meilen von Bibcrack'am Feder-see gelegen. Sie hat ihren sitz auf Reichs-und Kree-lägen , und ist vor diesem mit in dem Schwäbischen bunde SWesen. Sie wird durch zwey Bürgermeister und einen StauAmmann regiert; da dann dieses Ämmann-amt vorzeiten derGrafen von Heiffenstein soll gewesen seyn. Viel mehrere namricht kan man von der stadt nicht geben, weil alle ihre «ocmsotadurch den brand verlohren gegangen. Dochhatsiew^privilsAla wie andere Reichs-städte, welche ihr Kayser Wchy/bestätiget.' , äs xacs pubkca II. 18. f Z sv. »
topo^r. 8uevise. X«ix/cMtt,äe Zure Liv. 1ik.11. c. 17. lib-IH-O'«'
Buchau, ein Kayscrliches freyes weltliches Frauen- SAin der Reichs-stadt Buchau am Feder-see gelegen. Die Aef ^sin darüber ist krafft des piivilexü vom Kayser Carolo IV. S" ^lichen standes, weshalden sie sich bey der inauquration, A)zeichen der Hoheit, ein buch und schwerdt vortragen lässet-Sie hat sitz und stimm auf Neichs-und Krciö-tägeu, wre^ ^ihrer in den Reichs-abschiedcn zu Sveyer an. 1529.
Nürnberg an. 1^42.154;. zu Worms an. 154-:. zu AMA/,)an. 158Y. rc. und zu Regenspurg an. 1654. gedacht wird- ^Die Fräulein dieses klosters müssen alle aus FreyherrllAen ,Gräsiichen stände seyn, und haben gleich denen zudie freyheit, sich daraus wieder zu verheurathen, auM>men die Aebtißin, welche wegen der Päpstlichen benem ^das votum der keuschheit behalten muß. Die andernhaben weder vowm noch einigen orben, sondern sind Efreye Canonißinnen, derer das Stift acht in sich hak. -Herr"
Stift hat in weltlichen dingen zum unmittelbaren Ober- 5 He-den Kayser, welcher über die corneüier-leuthe und guwStifts zu Kayserl. Commissarien und Erhaltern denzu Costantz, den Prälaten zu Kempten, und den Graft" Vstenberg, jedoch mit diesem vorbehält gesetzt, daß sichkeiner wettern gewaltsame über dieses Stift anmasscn ftuv,, ge«Solche commißion und aufsicht aber ist mit der zeitdiehen, daß das Stift über die einzelne güther und lew-jhceleuthe keine jurwäiÄionem territorialem hat , sondertleuthe in aüwege hinter anderer Herrschafft stecken, >A ^all-ein gleiches die Aebtißin von Lindau, Cathanna -v jhrEnin, an. 1555. auf dem Retchs-tage zu Regenjpurgvo ^Gotteshause klaget. (-) Dem ohnerachtet aber vwStift Buchau gleich dem zu Lindau ein ohnmttteivar^
Reichs - Stift, ob dieselbigen gleich kein territmiuw h,e-Anige Unterthanen haben (Q Mge» des urftrEses Stifts ist die gemeinste traditwn, daß Adeltnoe,