Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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* Buläus, (Christoph) ein Oockor ibsologis- , war zuKölschen-Broda, oder Ketschberg , unweit Dreßden, an derElbe an. 1602. den 4. nov. gebohren. Er studirte in Leipzig undWirkendem , ward anfangs krofeffor kosseo8 in Leipzig, her-nach Prediger in Mutzschen, alsdenn Superintendent und Lä-ssilor desStifts-LoMilkorii in Wurtzen, an welchen beyden or-ten er wegen des jährigen krieges viel ausgestanden. An.1657. ward er nach Dreßden zumOber-Conststorial-Rath, La-6or und Superintendenten beruffen , woselbst er an. 1677. den8. sept. starb, nachdem er Neolc8 Ltticc>8 ; Luna8 Lkrifti;H.UÜI8 Lkranoa ; 8cüsüiasmara in Valerium klaccum ; Lsnsu.ram slilkariL, guam N. ^oan. Uokkeru8 cls liia 36 Keligionemkapikicam äeksÄiüns psrlcriplic; vapium kosricarum miilum

tscr. Lc. geschrieben. Schlegels leben der Dreßdnischen Su-perintendenten.

Bularchus , ein alter mahler auS Lydia gebürtig, welchersehr berühmt und kunstreich gewesen , also daß der König Can-danles (der zu des Römischen Königs Romuli reiten, und alsobey die 700. jähr vor Christi geburl gelebt hat) für ein von ihmgemahltes stücke, so schwer gold gegeben, als es im gewichtgewogen hat. Sandrarts Academ. k>. II. p. i;. *

Bulbic», ist ein sehr schöner dem König in Sardinien zustän-diger ort, zehen weilen von Alba, gegen dem land Längste gele-gen, so an. 1641. von den Franzosen auf folgende listige weifeüberrumpelt worden : Sie schickten nemlich etliche zug-pserd«voran, mit vorgeben, daß selbige zu verkauften. Der Common-dant in Bulbio kam heraus, solche zu besehen , sogleich schnitteihm der Französische Hinterhalt den weg ab, so daß er sich ge-zwungen sahe, das castell zu übergeben, lind sich mit seiner be-satzung zu kriegs - gefangenen machen zu lassen. Beschreib.Savoyeno und piemont, p. 450. *

Buldeftorff, (Niclaus von) ist zur zeit des BaseljschenLanolin, daselbst als ein ketzer und irriger lehrer an. 144;.verdammt und verbrannt worden. Er war seines standes einlay und kein Geistlicher. Er hat sich den Englischen Hirten ge-nennet, und etliche bücher geschrieben, darinnen er wunderlichedinge vorgetragen, vorgebende, wie daß er von jugend auf man-nigfaltige erscheinungen der Hochheiligen Dreyeinigkeit , derJungfrau Maria und vieler Engeln gehabt habe, welche ihmbefohlen, dasjenige, so er in seinen schriften verzeichnet habe,allen gläubigen durch die gantze weit zu verkündigen, und sosey er auch von GOtt und seinen Heiligen Emeran und Hein-rich naher Basel gesendet. Er hat etlichen Vättern des Lanolinseine schriften zugestellet, sonderlich das buch genannt : Zeug-nissen des H. Geistes in den prophczeyungen ; Auslegung desVatter Unsers, des Psalters und der Offenbarung Johannis,worinnen er viel derjenigen meynungen angebracht, welche nachder Reformation, die Wiedertäufer, die Chiliasten, die Quacker ,und sogenannte Pietisten rc. wiederum aufgewärmt und ausge-streuet haben. Als; nach 6000. jähren von erschaffung derWelt, würde das jüngste Gericht über alle lebendige, aber nichtüber alle todten gehalten werden, denn werde anheben das sie-bende welt-alter , in welchem GOtt den menschen werde dieerste Unschuld Adams und Eva wieder zustellen, also daß sie inverteidigen ewiglich im fleisch lebe» , tausend jähr aber mitChristo auf der weit regieren werden, und darauf zielen diebitten im Vatter Unser : Zukomme dein Reich, und deinwill geschehe auf erden, wie tm Himmel. Zu ende dieserzeit werde GOtt die übrigen todten auferwecken und richten,nicht aber die lebendigen, sondern diese werden, weil sie ein un-schuldiges leben geführet, in den Himmel verzücket werden.Die Juden werden durch den englischen Hirten, welchen sieden Meßiam nennen, jedoch nicht verstehen, wer er ist, der ge-fangenschafft entlediget, und mit ihm das Reich der gantzenweit erhalten , sie werden demnach von GOtt wieder ange-nommen, und die aus den Heyden gesammlete kirche wiederumverstoßen werden. Es werden drey Testamente seyn, nemlichüber daS Alte ( welches des Vatters sey ) das Neue (welches-es Sohns sey) noch das ewige Evangelium , welches seynwerde des H. Geistes, das buch der lebendigen, darinnen Chri-sti gesetz, leben und creutz, weit vollkommener werde erneuertwerden, als es die vier Evangelisten beschrieben haben. DennChristus habe nur des Evangeliums saamen ansgeworffen, derenglische Hirt aber werde es zur Vollkommenheit bringen. DieRömische kirche waltze sich lm bethe des ehebruchs, und werdeendlich von GOtt, ihrer boshett halber, verflossen werden. Derenglische Hirt sey GOttes söhn , als wie Christus JEsus, undalle seine anhänger werden allmächtig seyn. Seine gemalt wer-de ewig seyn , und sich erstrecken „der alle Fürsten der wett.Er habe die schlüffel Davids in erofnung und beschlieffungder H. Schrift, ja die schlüffel über tod und leben rc. Kurtznach seiner ankunft wurde seine lehre von dem Loncilio ver-dammt, seine bücher ins feuer erkannt, und er selbst gesanglichangenommen. Es wurden hierauf zu mehrinalen verschiedeneCardmale und andere Ibeologi zu ihm geschickt, welche ge-trachtet denselben von solchen meynungen abzubringen ; alleines war alles umsonst, mmassen er dessenungeachtet immer

' theils schriftlich zu bestati-gen, und sich dlßfalls kemem menschlichen urtheil unterwerf-en wollte. Als er nun solcher gestalt etliche jähre gefan-gen ge,essen, und man gesehen , daß nichts mit ihm auszu-richten wäre, wurde endlich das anfangs ermelbte urtheil über

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ihn ausgesprochen, und vollzogen. V-M cKron.8ZKI. I-b. V.x. 405. *

Bulengerus, (Julius Cäsar) ein berühmter Jesuit, gebür-tig von Loudun in Fcanckreich, war ein söhn Petri Bulengeri,der zu Loudun in sprachen informirte. Er begab sich in die So-cietät, verließ aber dieselbe nach es. jähren, als sein vatter un-feine brüdcr zugleich gestorben, damit er für die auferziehungseiner vettern sorgen könnte. Er that solches auch in die ro.jähre zu Paris, Toulouse und auf andern Universitäten; docir-te hernach 6. ljahr auf der Universität zu Pisa, worauf ersich an. 1620. wiederum in die Societät begab, worinnen erals Ikeologig; vockor z. jähr die Theologie lehrte, und z. jährdie H. Schrift auslegte. Endlich starb er zu Cahors an. 1628»da er schon über 70. jähr alt war, und hinterließ unterschiedenejchriften , als : cls Iriumplio ; cis Komanorum Lirco LuciNgusLirceniibus ; cls Komanorum in Liren L ümpbitbsatro Vena-ricms; cte Tlleacro; c!e Komario Imperators ; cie Koinano Im-xerio; äs univerla Oivinationi8 Kations; äs iVIagia Imita tvetira und viele andere. Alle bücher dieses manns zeigen einegrosse leclur; aber dabey nicht das beste urtheil, und enthaltenmeistenlheils eine zusammenschreibung der örter alter anctm-rum, darinnen von jeder ihm vorkomenden fache gehandelt wird,ohne daß sie nur in genügsame ordnung gebracht, und was zu-sammen gehöret, auch zugleich angeführet, oder wie es zu nö-thiger erlamerung der fachen geschehen sollte, an einander ge-hanget werde. in Spill. ael IsÄor. tom. I. opolc. sj»2

prssmilla. , bid!. 8. ,s. , , cls Kom. rer.

lsrixt. ?. I. s. 86. L ?. 1l. s. 86. *

Bulgar, eine stadt und Königreich in der MoscowitischestTartarey, liegt über Astracan zur rechten an der Wolga, brei-tet sich zwischen den Offen Tobol und Jrtis aus, und ist derCalmucken land.

Bulgarien, lat. LulMria, ist eine gewisse provintz mit demtitnl eines Königreichs, die zu dem Königreich Ungarn gerech-net wird, und vor diesem mit zu Mösien gehöret hat. Denn e»begreift das Uuter-Müsien, und noch etwas mehr als dasselbe msich. Es hat diese provintz ihren nahmen von den Bnlgwckwvon deren Ursprung unterschiedene meynungen sind. Doch wol-len viele dafür halten , daß sie ihren fitz über dem PontisAEmeere gehabt, auch daß sie ihren nahmen von dem fluß NMga haben, der sich in das Hyrcanische meer ergeußt. Anderewollen sie von den Gelen oder Lspiäis herleiten. Dem ftp w^ihm wolle, es stand ihnen die provintz Mösien wegen ihre-fruchrbarkeit wohl an, weswegen sie sich darinnen niederliesftluund den benachbarten viel zu schassen machten. Terbalus, w'Hertzog, war zu den zeiten Justiniani Kkinormeri berühmt, uprhat dieser Kayser, wie auch Constantinus , ein söhn Heracm'sich seiner wider die Lvare 8 bedienet. Eben dieser TerbaMhat auch diesem volck gesetze gegeben, wodurch er sie von den Astern abziehen wollte. Um das jähr 84?. nahm Bogoris, 0--Bulgaren König, den Christlichen glauben an, ließ sich tauftvund Michael nennen, dessen exempel seine Unterthanen <fttUget. Es meldet zwar Anastasius LibliotKecariW, der um dAzeit gelebet, daß sich an. 866 . ein König der Bulgaren zu ^Christlichen reliqion gewendet. Dannenhero einige schlich-!^daß nach der ersten bekehrung dieses volck wiederum in die»göllerey des Heydenthums verfallen, oder vor der letzternp.kehrung der Photinianischen ketzerev zugethan gewesen.

bekehrung beförderte inlonderheit der ConstantinopolitaMimKayser Michael III. der des Bulgarischen Königs schweflet gsangen bekam, selbige aber wieder los ließ, woraus dieft Aren bruder zu der Christlichen religion beredete. Eben -Kayser communicirte die fache mit dem Papste Nicolao l. ^auch die Bulgaren durch dessen abgeordnete unterrichten, "an den Römischen stuhl weisen; aber bald darauf entstuno-heftiger streit zwischen dem Papste Hadriano II. und demtriarchen von Eonstantmovel Jgnatio ; sintemal dieser das rcüber diese leuthe prätendirte, weil selbige provintz sonst ,Orientalischen Reich gehörete; jener aber wollte bchauw-ß,daß diese provintz dem Occidentalischen Patriarchen untckw-^jfen gewesen, und hätte er auch dißfalls ein besseres recht, ^durch die Römischen Abgeordneten dieses volck bekehret m« ,Endlich wurde dieser fache halben an. 897. ein Ocmciuw ^Constantinopel gehalten , dahin auch der König MichaeAbgesandten schickte. Doch die Griechen behaupteten a» ^sem Loncilio ihr recht, und der Papst konnte nichs erhalle«es wurden die Römischen Geistlichen von den Bulgarenweggejaget. Nachgehends wurden die Bulgaren von Slep^^IV. dem Könige in Ungarn, um das jähr 1275- rmttw ,' „und zinsbar gemachet, wie sie denn endlich völlig m» Gvereiniget, und mit diesem Königreiche gleiche Lara aeyav .^pden. Heutiges tages gehöret diese provintz dem Tu«-'Kayser, und wird unter diesem nahmen ein strich lanvevDonau begriffen, welcher sich von Servien an zwürm' 'mania, Moldau und Wallachey bis an das Schwartzrerstrecket, 60. Teutsche weilen lang, gegen Servier» jt ist,mitten ic>. und beym ausfluß der Donau 40. menen ordarinnen die vornehmsten stadte sind Sophia,NicopolkS/^'^^g-Varna, :c. Der Türckische Kayser Amurath I. i;»"'rien am ersten angefallen, sein Nachfolger Barazet,«n-.den Überrest erobert. Als der König Sigismunvus