Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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316
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Lords Esser und Rüssel eingezogen wurden, meynte jederman,es würde solches auch den 0. Burnet, als derselben vertrau-ten freund, betreffen; allein seine oftmalige erklärung, daßman nichts mit gemalt gegen seinen Fürsten vornehmen sollte,hatte dieselben zu seinem grossen glucke abgehalten, ihm ihreanschlage, wo sie je dergleichen gehabt, zu entdecken. Erfaßvielmehr zu derselbigen zeit in seinem IrWorawrio, machte ex-xerimenm , und versähe dabey den gottesdienst in der capelleok tks Kolls, bis ihm an. 168;. durch einen besondern befehlvom Hofe das predigen verboten wurde. Als König Carl ge-storben war, gieng er an. i6gz. nach Franckreich und Italien,und zurück durch die Schweiß und Teutschland nach Holland,allwo ihn der Printz und die Printzeßin von Oranien in ihrenRath aufnahmen; da er aber niemals rathen wollen, daß derPrintz mit dem König Jacob brechen sollte, bis dieser sich wi-der alle Parlements-acten das recht zuschrieb, die gesetze zu än-dern , und die ämter an Römisch-Catholische zu vergeben;worauf er sich angelegen seyn ließ, durch seinen brief-wechselund kleine schriften, alles zu dem vorhaben des Printzen bey-zutragen , mit dem er auch selbst als Hof-Prediger nach En-gelland übergieng, nachdem er zeit dieser seiner anwesenheit inHolland sich zum andern mal mit einer sehr reichen Holländi-schen Dame vermählet hatte. An. 1689. erhielt er von dem-selben das Bißthum zu Salisbury, welchem er durch fleißigespredigen , öftere kirchen-visitationen und catechisiren, sorgfältigvorgestanden, auch zu Salisbury eine schule aufgerichtet, dar-innen auf seine Unkosten 50. kinder gekleidet, und im lesen,schreiben, und im Christenthum unterrichtet werden. Weil erauch die fehler seiner Geistlichkeit wohl einsähe, gedachte erein theologisches 8smmarium aufzurichten, und erwehlte sich10 junge studenten, denen er von seinen Mitteln, jedem zo. pfundsterling, auszahlen ließ, und sie aste tage eine stunde in derTheologie und seelen-sorge unterrichtete. Allein die UniversitätOxford widersetzte sich diesem vorhaben mit solcher Heftigkeit,daß er solches bald muste fahren lassen. Die Geistlichen warenauch sehr übel mit ihm zufrieden, weil er der Candidaten lüch-tigkeit scharf untersuchte, und sich der Verknüpfung vieler geist-lichen beneficien aus allen krafften widersetzte. An. 1698. warder zum lehrmeister des Hertzogs von Glocester ernennet, undob er gleich sein Bißthum vorschützte, konnte er doch nichtsmehr erhalten, als daß er alle jähr 2. monat nach Salisbu-ry gehen durfte. An. 1702. that er seine dritte henrath mitder wittwe des Herrn Berkley, einer sehr frommen und klugenDame, die auch ein geistliches buch geschrieben, welches Bur-uet mit seiner vorrede heraus gegeben. Er ließ sich die erzie-hung seiner kinder, deren er 5. nemlich söhne und 2. töch-1er aus seiner andern ehe hinterlassen, sehr sorgfältig angelegenseyn. Gegen das armuth war er ungemein mildthätig; wieer denn so lange er Bischofs gewesen, kein jähr weniger als500. pfund sterling auf allmosen gewendet. Er war frey undvffenhertzig, und redete gegen niemand, niemals und nirgendswas anders, als was er vor recht und wahr hielt. Seine lei-bes-befchaffenheit war gut und dauerhafft, und weil er nie-mals kranck gewesen, trug er wenig sorge vor feine gefundheit.Deswegen verachtete er auch einen starcken fluß, den er kurtzvor seinem tobe empfand, daraus hernach eine entzundung ander lunge entstanden, an welcher er den 17. may an. 1715. im72. jähr seines alters gestorben. In seinem testament hat er2200. pfund sterling zu stiftung zweyer Lollegiormn zu Neu-Aderdeen und Salto» vermacht. Man hat von ihm rks kliüo-ry ok ichs XekorMMion ok ichs Llnircch ok Lnglsnck, III. vol.kni. ichs Illke ok chViü. Lellell.; Tiis Isiks ok Nsttll. Haies;Iche msmoir« ok ichs Duo ok Ilamilwu; chettre 8 ok tde V073-Zs ok Nr. Lurrisk ; Kemarirs upon ichs Hickory ok Varillss ;die Englische Übersetzungen von Nori klwpi'ä. , und vom 1.3-cksnrio 6s mortilms psrkeLUtorum , verschiedene predigten undviele andere, die meist ins Französische, auch theils Lateinisch,Teutsch und Holländisch übersetzt worden. Sonderlich ist nachseinem tobe, wie ers sechsten verordnet, heraus kommen der er-ste theil einer beschreibung derjenigen begebenheiken, welchesich zu seiner zeit in Engelland zugetragen, und welchen erentweder selbst beygewvhnet, oder sie doch von guter Hand er-fahren zu haben, versicheret. Weil aber viele vornehme Per-sonen , deren eitern oder auch wohl sie sechsten darinnen nichtallezeit also angezogen waren, wie sie es wünschten , so ist derverfolg davon bisher noch zurück geblieben. bitzl. an.

cisims rom. III. k. II.*./E««/ tom. Vl.part. I. Bü-

^*^urnet',0(E) war anfangs Bischofs zu Aberdcen, undhernach an. 16S4. Ertz-B-fthoff M Glasgow in Schottland,von welchem Reiche er, weil er sich seine gantze lebens-zeit inEngelland aufgehalten, zu der zeit, da er auf recommendationseines nahen unverwandten, des Lords Rutherford / sein erstesBißthum empfangen , gar keine kenntniS gehabt. Er war vonnatur eines gar gelinden, sanftmüthiqen sinnes, und hattenichts boshafftes an sich. Er war ziemlich gelehrt, und inseinem Wandel untadelhafft, hatte aber keinen geist, daher esihm nichts half, daß er von natur zur friedfertigkeit geneigtwar, indem er alles that, was andere leuthe, die eine voll-kommene herrschafft über ihn führten, haben wollten. Erwar ein schlechter Hof-mann, und noch ein schlechterer Staats-Mruister, der sich erferig beflisse sich in alles, was ihm nicht

gehörte, und was er nicht verstünde, zu mengen, und dabetzdas, was fein amt und würde erforderte, verabsäumete. Weiter demnach allenthalben mehr anderer leuthen eingeben als fer-ner natürlichen eigenschafft folgte, so waren seine rathschlägeinsgemein sehr blutgierig, und er erwies sich insonderheit an.1666. gegen die überwundenen Presbyterianer so streng undgrausam, daß er so gar einen brief des Königs, in welchemeinigen unter ihnen gnade ertheilt, und das fernere harte ver-fahren gegen sie aufgehaben ward, unter einem nichtigen schein,bis nach geschehener execution unterdrückte. Durch diese am-führung, und durch die ungereimten vorschlage, die er zu völ-liger Vertilgung und unterdrucknng derer Schottischen Presby-terianer that, und durch die aufrührischen Messen , die er zusolchem ende übergab, ward der König bewogen, ihn meheals bisher im zanm zu halten, und der Graf Lauderdale, dekihm längst zuwider gewesen, veranlaßte, auf alle sein bezei-gen sorgfältig acht zu haben. Wie er es so gar bund machte,ward ihm untersagt, seinen sitz fernerhin im Parlement zu neh-men , und geboten, daß man wider ihn nach strenge der gese-tzt verfahren sollte. Jedoch, weil man nicht alle härte gegenihn brauchen wollte, bot man ihm erst eine pensivn an, daftrner abdancken wollte, doch bedeutete man ihm zugleich, daß ersich wurde alles müssen gefallen lassen, dafern er sich weigernsollte, solches einzugehen; und hierdurch ward er bewogen,seine Bischöffliche würde nieder zu legen. Er führte sich hier-auf die 4. jähr über, die er im verborgenen lebte, viel besserauf, als er bey seinem guten Wohlstände gethan hatte, und wardvon jedermann bedauret, bis er endlich an. 1674. durch vieleNiederträchtigkeiten, und weil Lauderdale sich vor dieBistüöst-liehe partey erkläret, sei» Ertz-Vißthum wieder erhielt. Er starban. 1684. kiliorx ok bis ovvo time.

* Burnet, (Thomas) war LsnomLU8 zu Salisbury, undstarb an. 1727. Er hat sich durch sein L637 kur 1s Oouveme-inem, wie auch durch seinen beweis der wahren religion M16. predigten, die er zu folge des Bvylischen gestiftes an. 17^:172;. 1726. gehalten, und an. 1727. zu London drucken las-sen , bekannt gemacht. rom. XV. k>

I. <L II.

Burnet , (Thomas) ein Englischer HieoloZus , und Ma-kler ok tbe ekLrtertzouks , welche vormals eine Carthause gewe-sen , die nach der religions-anderung in ein Stift verwandenworden. Er hat sich sonderlich durch seine Tksoriam kacr-iMlelluris berühmt gemacht, welches buch zu Londen, Amster-dam, Franckfurt, und ins Teutsche übersetzt zu Hamburg her-aus gekommen ist. Erasmns Warren hat seine 6eo1ogiam dar-wlder geschrieben, worauf Burnet in einem tractat, welcherden titul führet, Kekpoukio 36 objeckiones Lwlini darren,ausführlich geantwortet. Kurtz darauf gab er seine Lrok-eow'§138 küilosopbic 38 6vs lloccknnam antiguam äs Herum 0"A"nibu8 in 2. büchern heraus, davon das letztere per mollum LmAmentarii 36 Tellurs Tbeori3m kaomm geschrieben ist.seinem lobe sind an. 1727. herausgegeben morden, 6 ekiller»

Okksii8 Lkriliianor. übr. it. lls 8t3tu mortuor. <L resurgev"

tium. Er war in der Jüdischen und Heydnischen TheolEin der Griechischen und Barbarischen Philosophie, in der wstorie und den alterthümmern vortreflich erfahren, dabey v?'einem durchdringenden verstände , und grosser bescheideiM«''Er starb den 7. sept. an. 171;. im hohen alter, diova "r>3 Vern. ling. c. ll. 171?.*

Burnettus, oder Brunettus, (Latinus) ein FlorentinAist wegen seines buchs , Irstnr llsI'OriZine L lls 1» X-m..lls WutSS slloks8, bekannt, welches er anfangs in Franksscher spräche gemacht, und hernach ins Latein übersetzt-hat auch noch andere schriften verfertiget, und ist zu Mv'.an. 1295. gestorben. TickaLM«. inNusieolmI. tom. I.rE, lls script. klorsut.

* Burow , eine Comturey des Teutschen Ritter-ordÄwelche ohnweit Coßwick lieget, und an. 1259. von den FMzu Anhalt gestiftet worden. Beckmanns Anh. hist. k- ^

Burren, oder, wie man insgemein in den land-charten ^det, Berre, ingleichen Bir oder Birre, ist eine BaromeJrrländischen Grafschafft, Kings county genannt, an dentzen der Grafschafft Tipverary, von welcher man emwort hat: es sey nicht Wasser genug darinnen, jemand zu ^fen, nicht holtz genug, einen zu hencken, und nicht erde gew"nen zu begraben. Ungeachtet aber der boden, so bald manwenig gräbt, entweder torfigt oder felsigt ist, so kommt de«^hein so süsses und nahrhafftes gras daselbst hervor, daß v^chüberaus wohl davon zunimmt und fett wird. Der.dM'^jrvgelegene vornehmste ort heißt gleichfalls Birr oder Brrre, ^durch den fluß Kilmory bewässert, und hat gute glaS-m' yx,l.cturen, welche in dem XVII. Loulo daselbst angelegt ^^l-

memoiis vol. I. p. ;7y. Z80. llsim-

Lranlle Lrst. p. 1442.

Burrowbridge, oder Boröughbridge, ist ei-stadt in Yorkshire, an dem fluß Ure, über welchenne steinerne brücke gehet, so zu dieses vrts beumnunggegeben. In dieser gegend erlitte der Graf von ^ dck