Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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318
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insri Memenlis, Inchemü 6tL. verschaffet; und ist bis ansein ende beschäfftiget gewesen , ungeachtet er vielerley Unbe-quemlichkeit erdulden müssen. Er starb zu Mayntz den zo. mayan. 1611. im 64. jähre seines atters, davon er 48. jähr bey denJesuiten zugebracht. Er hatte 2. brüder, so beyde etwas ge-schrieben. Petrus war auch ein Jesuit/ unddocirte die Theo-logie. Der andere Gerhardus / Lockur zu Löven / war Infor-mator bey dem Hertzoge von Eleve, Johanne Wilhelms/ wel-cher ihm ein Canomcat zu Sauten verschaffte/ woselbst er auchTheolog«! war. Wilhelmus Lindanus/ Bischoff von Rurmond/veranlaßte ihn / einen Niederländischen Catechismum zu schrei-ben ; desgleichen machte er auch eine antwort an Flacium/das Abendmahl unter beyderley gestalt betreffende.

A kühl. 8J. äs scrixt. <Lc.

Busbec / (Angerius Gislenius Herr von) oder Busbe-quius / ein gelehrter und wegen seiner Ambassaden berühmtermann / wurde zu Commines ,' einem flecken in Flandern / an.i;22. gebohren/ und war sein vatter aus einem ansehnliche»geschlechte / der ihn aber mit einer geringern person ausser derehe gezeuget. Er ließ sich in seiner jugend sehr wohl an / wes-wegen ihn sein vatter mit sorgfalt auferstehen / und durch einrescript Carvli V. legittmiren ließ. Er setzte hierauf seine stn-dien zu Löven / Paris / Venedig / Bononien und Padna fort;war auch einige zeit zu Londen bey dem Ambassador des Römi-schen Königs Ferdinandi I.; von bannen / als er wieder nachFlandern kam, wurde er von gedachtem Ferdinande» beruffen,als Ambassador nach der Türckey zu gehen. Weil er den Tur-ckischen Kayser Solymann daselbst nicht antraf / muste er sichzu demselben nach Amasia in Asien begeben; konnte aber werternichts / als einen stillstand der Waffen von 6. monaten erhalten.Dannenhero er eiligst wiederum zurück gieng / Ferdinands dasschreiben des Türckischen Kaysers zu überbringen. Er wurdeaber gleich darauf wieder dahin geschickt/ und blieb 7. jährdaselbst; brachte auch einen stillstand der Waffen auf 8. jähr zu-wege. Er samlete daselbst zugleich inLriptiones und medaillemkaufte suchte rare pflantzen zusammen / ließ sich von dernatur der thiere unterrichten/ und hatte zu dem ende eineneigenen mahler mitgenommen ,' die raresten stücke abzuzeichnen/wie von diesem seinem fleisse die schriften der Gelehrten / alsGrnteri inLriptiones, und Matthioli kräuter-buch/ auch nochmehr die Kayserliche bibliotheck/ worinnen die meiste von Bus-bec gesammlete raritäten / und sonderlich eine schone anzahlGriechischer manuscripten annoch vorhanden/ ein sattsamesreugnis ablegen. Er bekam daselbst eine vollkommene erkannt-nis von dem Ottomanischen Staat/ und von den Mitteln / den-selben mit Nachdruck anzugreiffen / davon er auch einen gelehr-ten discurs verfertigt / der unter dem titul : äs sts militaricontra ssurcks inssitusnäa, bekannt ist. Wie er denn auchselbst diese Ambassaden in einigen wohlgefaßten episteln beschrie-ben / und darinnen von Türckischen fachen gar guten und ver-nünftigen bericht gegeben hat. Im übrigen / ob er sich gleichhierauf zur ruhe begeben wollte / muste er doch wiederum nachHofe kommen. Denn es wurde ihm die Unterrichtung derPrintzen des Kaysers Maximiliani II. anvertrauet; und als diePrintzeßin dieses Kaysers Elisabeth« an Carolum IX. verheura-thet wurde / muste er selbige nach Paris begleiten. Diese Kö-nigin vertraute ihm die ober-aufsicht ihres Hauses und ihrer ge-schäfte; und als sie nach dem tobe ihres gemahls aus Franckreich gieng / hinterließ sie ihn daselbst als ihren Ambassador /welchen character er auchawn dem Kayser Rudolpho II. bekam/und Man. 1592. behielte. Als er erlanbnis erhielt / wegenseiner eigenen angelegenheiten eine reise nach Flandern zu thun/und durch die Normandie gieng / wurde er von einer parteyder Ligisten drey meilen von Rouen übel tractirt / darauf abernebst seinen fachen wieder losgegeben; da er denn seine reise fort-setzte / und sich in das Haus der frauen von Maillot zu St.Germain nahe bey Rouen bringen ließ / allwo er von einem lie-ber überfallen wurde / daran er den 28. oct. an. 1592. starb.Sonst sind noch von ihm vorhanden : LMolarum I.eZationisOallicse üb. II.; läbsr äs vera Xobilitste. Sein leben befindetsich vor seinen schriften. Justus Lipsius war insonderheit seinguter freund / und kan man anmerckn / daß beyder üzäus,der sonsten in ansehung der abgekürtzten redens - arten etwasbesonders an sich hat / sich gar sehr gleichet; wovon jedoch Lip-stns selbst das urtheil gefallet, diese kürtze in dem schreiben wä-re an dem Busbequio natürlich / an ihm Lipsio aber erst durchknnst und bemühung erzwungen : Lrsvitastibi nawralis, ml-tn asssöksta. , in eloZ. kelZ. L äs loript. f-sc. XVI.

lr'/br/a«. üb. XXVI. L nääit. tom. II.

Z. Lrpssr epiü. M. bibl. Ltbsn. L«/.

üssäem. äss Iciences tom. I. Hilkoirs äs 1 ärobläno stl-t>ert. *

Busca', ein städtgen in der Piemontesischen landschafft Cu-ueo / oben an den grentzen des Marggrafthums Saluzzv/ beydem fluß Macra. Ehemals ist dieser ort gar berühmt und ve-ste / auch die Haupt-stadt eines absonderlichen Marggrafthumsgewesen. Anjetzo aber ist er ohne mauren / und wird von un-gefehr 4000. Personen bewohnt.

von dem Busche / ein uraltes adeliches geschlecht in Nieder-Sachsen/ von welchem Alhardus, einsthn Sweben, an. 1,77.Drost zu Ravensberg gewesen / und an. i;8i. den Bischoff >uOsnabrück Theodoncum, in dem mit ihm gefühtten kriege

bus

gefangen bekommen. Albertus, Drost zu Limburg, kaufte am1447. das haus Hünefeid, und ward an. 1475- in dem klosterLeuwen erstochen , dessen mittlerer söhn aber, nahmens Ernst,ist an. 1487. von den Bremern erschlagen worden. Hermannvon dem ein absonderlicher artickul folget, und dessen bruderBurchard, Dom-Dechant zu Minden, waren zu ansang desXVI. Istouli berühmt. Philipp Sigmund war Osnabrück-scher Land-Rath, und gieng a». 1657. mit tode ab. Seinesöhne waren: i.) Albert Philipp, Chur-BraunschweigisüMgeheimer Rath und Land-Drost in Diephold. 2.) Clamor,Chur-Braridenburgischer geheimer Rath und Drost in Ravens-berg , welcher Philipp Wilhelmum und Clamor Johannen'nachgelassen. ;.) Johann, Fürstlicher BraunschweigischerGeneral-Major, blieb an. 169;. in der schlackst bey Landen,nachdem ihm Ernst August und Clamor Otto gebohren wor-den. 4.) Liborius , starb an. 1681. als Chur-Brandenburgr-scher General-Major. Heinrich Albrecht war an. 1709. ClM-Brannschweigifcher Cammer-Rath und Berg-Hauptmann.Christoph, Fürstlicher Osnadrückischer Land-Rath, starb a».166;. und hinterließ seinem Hause ein Läei-commiß auf 100000.thaler; seine söhne waren Clamor Albrecht, Johann Melchwrund Clamor Eberhard. Um das jähr 1696. war auch Lebreüstvon dem Busch, als Chur - Brandenburgischer Oberst-Wacht-meister über die Cadetten-garde bekannt. Gtammbaum derHerren von dem Busch in axx. genealog. LteinberZ.

Busche, (Hermann von dem) oder Buschius, ein gelehr-ter Edelmann, stammte aus dem jetztgedachten geschlechte her/und war ein söhn Burchards von- dem Busche, und Barbaravon Schedelich, von welcher er auf dem schlösse Sassenborgim Bischoffthum Minden an. 1468. gebohren wurde. In sei-ner jugend ward er von unterschiedenen, sonderlich unter ov-sicht Rudolphi Agricolä zu Heidelberg wohl unterrichtet: vonbannen er nach Tübingen gieng, und auf einralhen Agricowdie schriften Ciceronis fleißig las. Als Agricolä an. 1486. L7storben, reisete er nach Italien, woselbst er etliche jähr zubraw-te, und sich mit den gelehrtesten leuthen bekannt machte. Hier-auf wurde er zu Heidelberg Magister, und als er nach Cowkam, gerieth er mit Jacvbo Hochstraten und Arnolde äs Tu»-gris in streit, weswegen er diesen ort verließ , und durch gawiLeutschland reisete. Als er wiederum in sein vatterland ge-kommen , erhielt er einen platz an dem Hofe des Bischoffs MMünster; gieng aber bald von dar nach Franckreich. Nawseiner zurückkunft suchte er in Teutschland die reinigkeit der La-teinische,, spräche auszubreiten. Er docirte auf VeranlassungHermanni, des Grafen von Neuenar, zu Cöln, muste avnvon hier wegen der Tbeologorum, so ihm gehäßig, wegg»Mda er denn zu Ham in Westphalen, Münster, OsnabrücksBremen, Hamburg, Lübeck, Wismar, Rostock, GreiffEde und Franckfurt an der Oder verschiedene autkores L>su.cos explicirte. Ob er gleich zu Franckfurt, weil der ChurftU'von Brandenburg eine Universität daselbst aufzurichten willenwar, bleiben sollte, so gieng er doch nach Erfurt, und vckdar an. i;o6. nach Leipzig, da er viel stuästore« hatte, wdie barbarey verjagte. Ums jähr i;io. wurde er nach W"ck-berg beruffen, weil er aber mit Strulio, einem Poeten wItalien, wegen des applauüis in streit gerathen, gieng er w'derum nach Leivzig; von bannen er an. 1511. durch aiststp !.Hieronymi Emseri vertrieben ward. Hierauf begab er sich us,,Magdeburg, und wollte daseist lesen. Weil es ihm aberM^zugelassen wurde, gieng er nach Braunschwcig und Hildesyeound legte proben seiner gekehrsamkeit ab, wie er denn wschriften der alten Poeten, UistnrlLorum, kstilolopkoruw u ^6rammatiLorum ungemein belesen, dabey sehr beredt,vortreflichem ingenio und gedächtnis, und darbey auchderm nicht unerfahren war. Nach diesem besuchte ererbliche güther in der Grafschasst Schauenburg, under gewisse jährliche einkommen davon erhalten , reiseteMinden, Osnabrück, Münster und Deventer nach Amstss^ pieAlcmar, Löven und Engelland, und suchte an allen or"'studien zu promoviren. Hieraus berufte ihn Hermann,von Neuenar, wiederum nach Cöln, woselbst er st'nementaria in LIauäisnum äs staptu krolsrpin-e, undtiones klautina« heraus gab. Weil er aber mit Ortuliiotio zerfallen war, und es mit Reuchlino hielte, auch an ^Lpistolis Obscuroium Virorum, welche Ulrich von E-ss ver-schrieben , mit theil hatte, so wurde er wieder von ^0'" hr.trieben, zu Wesel im Clevischen aber zum stsäwr 'sslstssAls nun damals Lutheri, Melanchthonis und Bugenhag"'^.sstten heraus kamen, last er solche, wie auch die H.und die Patres fleißig, gieng nach Wittenberg, urw ck ^Prudentn und Bvethii rc. carnüna. Er wurde h'ecwn^^^Luthero und andern dem Landgrafen von Hessen recom>ret, der ihn zum krolestore Historisrum zu Marpurg ckwoselbst er an. 1529. zwey bücher äs stu<storstats ^ ^ sti-heraus gab, die partey Lutheri annahm, und »omnem alter an. 1527. henrathete, auch einen söhn, Emum zengete, der aber kurtz vor ihm starb., Unterbemstunden die streitigkeiten mit den Wiedertäufern, „,oseM»ach Dulen einer stadt im Bischoffthun, Münster, pe-cr einige güther hatte, begab, und hernach nach M" Als Iruffen wurde, mit den Wiedertäufern zu conferiren.aber einsmals hierüber gantz matt worden, mw v'' ,yc»