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nach Dantzig, und zugleich zum Prediger daselbst beruften. Daer nun dahin kam, wurde er gleichfalls in unterschiedene contro-versien verwickelt, insonderheit hatte er mit Martins Stativ, ei-nem Viscvno in Dantzig , zu thun, welcher bereits vorher vielstreitigkeiten gehabt, indem er Rathmanni lehr-sätzen beypflich-tete ; hernach aber wegen seiner sogenannten geistlichen fchatz-kammer, die er aus Stephani Prätorii schriften zusammen gezo-gen, grosse anfechtung bekam. Endlich wurde Stativs so weitgebracht, daß er feine meynung widerrufte; worauf er wiederumvon dem Mnitterio angenommen wurde. Zuförderst aber istmerckwürdig, daß Calov nebst dem kattors krimorio in DantzigJohanne Botsacco au. 164;. zu dem sogenannten LoUvguio«bsrimrivo nach Thoren von der stadt Dantzig geschicket worden.Was aber auf diesemLolloguio paßiret, und wie wegen der baldanfangs entstandenen zänckereyen sich selbiges fruchtlos zerschla-gen, ist bekannt genug, und wird von Calovio sechsten in seinerlfliltoria syncrerilkiLL weitläufig beschrieben. Gleich daraufgieng der streit theils mit Henrico Nicolai, theils mit einem Re-formirten TbevIoM Johanne Cäsare an. Was diesen letzter»anlanget, welcher sxrraoräinLriu8 kre8b^ter der Refornnrtenzu St. Peter in Dantzig war, so hielt derselbe an. 164?. am grü-nen donnerstage eine predigt, die er drucken ließ unter dem titul:Himmlischer testaments - schätz, vermachet von unsermHLrrn und Hevland IEsu Christo in der etnsetzung desheiliaen Abendmahls. Darwider hielt Calovius am fonnta-ge Trinimels eine harte predigt, worinnen er Cäsarem mit em-pfindlichen Worten angriff. Nun gieng bald darauf im aug.das Lolloguium Tkorumsnle an , auf welches sich auch Casarbegab, daher es eine zeitlang stille blieb. Allein im folgendenjähre an. 1646. ließ Cäsar seine predigt nochmals drucken, undfügte eine Widerlegung der predigt Calovii hinzu, in welcher erseinen rechtmäßigen beruf nach Dantzig, welchen Calov in Zwei-fel gezogen, behauptete. Es nahm sich aber das gantze Mmlke-rlurn Calovii an, gleichwie im gegentheil die Reformirte gemei-ne des Cäsaris. Daraus entstund ein grosser lerm, und es wur-den unterschiedene stmt-schriften mit einander gewechselt, auchmochte dieser streit mit den Refornnrten gelegenheit gegeben ha-ben zu dem gerächte, welches damals durch gantz Teutschlanderschollen, als wenn das Lutherische Nimtterium zu Dantzig,sonderlich aber Calov, sich bey dem Schwedischen Hofe eifrigstbemüheten, daß bey dem Ofnabrückischen fricdens-schlusse, derdamals unter der Hand war, die Refornnrten von dem religions-ftieden in Teutschland sollten ausgeschlossen werden. Dieses be-wegte nun sowol das Ninillerium zu Dantzig als insonderheitCalovium , an. 1646. an den Schwedischen Reichs-CantzlerAxel Oxenstirna zu schreiben, und um ein zeugnis in dieser fachezu bitten. Es verzog sich aber die antwort bis auf das folgendejähr, so daß die andere partey ziemlicher Massen in ihrem arg-wohn dadurch gestärcket wurde, welches abermal zu einigen em-pfindlichen schriften gelegenheit gab. Endlich aber langten dieschreiben eines an den Rath zu Dantzig,das andere an Caloviumden jun. an. 1647. datiret, an: wodurch denn dieses gerächtevöllig niedergeleget wurde. Das vorgedachle Lolloqmum Tllo-runienle gab auch zu einem heftigen streite zwischen Calovio undHenrico Nicolai gelegenheit. Dieser war krolsllor kllüosopkisean dem zu Dantzig, und also ein LnUega und nachbar
Calovii, und edirte an. 164;. bey ansang des Lolloguü ein tra-ctätgen unter dem titul: Irenisum, darinnen er zeigen wollte,wie die Lutheraner, Catholischen, Reformirte und Socinianermit einander könnten vereiniget werden. Hierwider gab dasMnilkerlum zu Dantzig noch in währender zeit des LoUoguü ei-ne cenfur heraus; nachgehends aber ließ sich Calov sonderlichdiese fache angelegen seyn, und wurde darauf an. 1646. ein ver-gleich versucht, der aber nicht angieng. Nicolai erlangte hier-mit seine dimißion, wurde aber nach Elbingen zürn krokellor amli;ninü!io an. 16;I. vociret, da unterdessen Calov an. zumkrokellor ikeologiW nach Wittenberg war beruften worden.Hierdurch endigte sich dennoch der streit noch nicht, denn weilCalovius nicht aufhörete ihn zu beschuldigen, baß er zwi-schen Lutheranern, Catholischen, Reformirte» und Socinianerneinen Hmcretiimuin stiften wollte, gab endlich Nicolai an. 16; 7.seinen sogenannten experilum heraus, woraufCa-
lov in VincliLÜs lkrmirüsnilmi cum svllabo errormn Xicoisim-nornm antwortete, der auch bereits vorher sein .fucliLl'um tbeo-Ivgicnm äs grmtnor gNLkionibus prackicis ihm entgegen gesetzthatte. Im übrigen, als Calov die krolslffonem IdeologiL zuWittenberg angetreten hatte, machte er sich mit den sogenann-ten Syncretisten viel zu schaffen. Denn er hatte bereits in sei-nen Institutionibu8 tliLoloZiLis an. 1649. sich denjenigen wider-setzet, welche die in Teutschland dlffentirende rcligionen auf ge-wisse art zu vereinigen suchten, unter welchen Calixtus der vor-nehmste war, dem unterschiedene andere sowol zu Helmstädt alsinsonderheit zuKönigsberg Johann Latermann, Christian Dreierund Michael Böhm beypflichteten, welchen sich also Calov in-sonderheit widersetzte. Und da hierauf diese streitigkeiten sehrvermehret wurden, gab Calov an. 16; 1. ferner heraus vigrsssio-
nem äs nova Ideolog a Uelmlkaäio-Regiomonwnorum 8vncre-
E»ruln mgleichen Nöthige Ablehnung etlicher injurien, damitCanxtus rhn belegen wollen; und noch ferner: Erbärmliche Ver-stockung der neuen Calixtinischcn schwärmer, Ioh. Latermanniund seines beystandes r> Christ. Dreieri. Diesen folgten nochviele andere bucher von gleicher gattung : als an. 16;;. 8vncre>tiünuL Osl,xruiu8. und in selbigem jähre üsrmonla Eslixtmo-
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k«retics, II. f w. Damitumn ab» die widerfiicher desto kräO
tiger fassen möchte, wollte man gleichsam durch ein öffentnM»glaubens - bekänntnis dieselbe von der anzahl der rechtgläubig»'ausschliessen; zu welchem ende an. 16^.von denWittenbergisEund Leipziger IbeoloZis der sogenannte contentus repstitu« auvtapet gebracht, und an das Ober-LonMorium nach Dreßden ge-schickt, auch daselbst approbiret wurde, woran Calov vor and»»mit theil hatte. Da man aber diesen conlensum mit den ander»Fürstlichen Sächsischen Höfen communiciret, und dieseldlge»nicht darein willigen wollten, wurde dieses werck gehemmet; ve«noch aber ward gedachter conlsnlus repsrims an. 1664. M»'die LonlUm^irrenKergensm eingerücket, und an. i66;.abso»'derlich gedruckt. Und weil darauf der junge CaliMs an.eine sogenannte äsmonlkrarionem liguiäiilimsm Wider den col ^kensum repeüwm heraus gab, war dieses wiederum eine gelege»,heil zu vielen streit-schriften. Es musten es auch die JeniM»Theolog, entgelten , daß sie weder den corcksnlum repeftcum Eprobiren,noch den Helmstädtischen mit solcher Heftigkeit, als M»gerne an der andern feite gesehen hätte, sich entgegen setzenten. Dannenhero sie von den Wittenbergern, insonderheitvon Calovio,vieler irrthümmer beschuldiget wurden,und kam »'sonderheit ein tractat heraus unter dem titul : villenlus ßene»
li!im Tbeologorum iioäiernorum a MLjoribu8 luis. Diese»»
tigkeiten währeten zwischen den gedachten Universitäten so ss'MCalov lebte, der auch noch an. 1682. seine ttilkonam ft-ncrem^esm heraus gab, in welcher er von allen diesen controversien ha»'delt, ivelches buch, weil es schien nur gelegenheit zu einem nEstreit zu geben, auf befehl des Churfürsten von Sachsen conEret, dennoch aber an. 1685. aufs neue gedruckt wurde. Er Vß'auch noch mit vielen andern zu thun, als mit Christiane RE'
dem er an. 1670. Oilculftonem iliksllikilitsti8 NOVL ckrovvlog
biblicre LNrilkirmi Iküvii entgegen setzte, mit Theodors Hackst'nio,den er an.168;. in einer disputatiön unterschiedener irrlhM'merbeschuldigte, zu geschweige:,der übrigen streit-schriften^^von demselbigen wider Jacob Böhmen , Ioh. äs Ladvak.,und andere verfertiget sind. Sonst ist dieser Calov auch zu 20tenberg ksltor?rlmariu8 und General-Superintendent gewei ,und den 20. ftbr. an. 1686. gestorben. Was seine schriften "langet, so ist derselben über bereits gedachte noch eine grosse»''ge, unter welchen die vornehmste sind: NLUixKysica älvin» >>tärixts xNiIolopliicg;Lriticu8 sacer biblicus; 8ocin,Änilwvs p >lligaMZ; locorum tlieologiLorum; Lonlläerstio m ^
uisnilmi; Liblis illuürM; die Teutsche Bibel mit beyfügunsauslegung, die in Lutheri schriften zu finden, rc. und viele allerin der Preußischen kirchen-historie p.;8o.in memorsb. stee. XVll. lib. IX. §. 407. ^
H^ncreM. x.;84- ;88. Lc. Arnoldsketzer-historie, II-XVII. c n. , clisr. memor. Tkeol. ^
* Calovius , (Abraham) ein bruder des vorigen, undüerkNilofopKise aus ZVittenberg, starb an. 1685. in seinemjähre zu Straßbnrg. Er hat verschiedene disputationenben, als : cle lllißgrÜ8 vercrum ; äs 8e1enol-itriz; äs vsstrui-ne LrbelL; äs kerLrum. , äisr. ..
Calow, Cale, Calaw , eine kreis-oder weichs-bilds-stnd'.^Nieder-Lausitz an dem flüßgen Döber, 2. weilen von LuckowWhört dem Hertzoge von Sachsen - Merseburg; vor diesem ^den Herren von Sternberg gehöret. Sie «nag vor alteregute land-vestung gewesen seyn, wie solches noch aus ihrch^fto-ren und fortifications-reliquien zu sehen. Als der Churfuch.fi jphannes zu Brandenburg wider Alberti Degsneri-^LandgEM,Thüringen söhne, Fridericum Lämorlum und Diezema»»krieg führte, ward diese stadt an. 1292. durch raub und " jAsehr mitgenommen; auch an. ,297. gantz ausgeplündert » Mminder an. 1456. durch die Polen, und an. 1477. durch^^ir-Johannis von Pribus völcker sehr beschädiget. An. r^de sie von Kaystrs Caroli V. in Sachsen stehender armee dmausstreiffende Spanier geplündert; welches ihr auchKayserlichenvölckernan. r?;i.nachverlohrnerschlacht-ippralzig widerfuhr. So hat sie auch hernachmals noch so^iekrieg, als brand und andere unglücks-fäüe sehr gelitten. Hx jhrewohner bedienen sich der Teutschen und Wendischen spr»ss,veimvornehmste Nahrung aber bestehet in bier-brauen,acker-va»^I;bergen, vieh-zucht und einem jährlichen grossen wollen--'vor diesem aber ist sie wegen ihrer weitläuftigen han^Wi^'derlich berühmt gewesen. Siehe Grossers Laus. mercrwk. III. beschreib, der Lausitz, p. 6;. feg. Naß'
Calovers, gewisse Griechische Mönche des ordens S»lii oder St. Elia oder auch St. Marceüi, welche fast o»^A gas?regul nachfolgen, und auch einerley kleidung tragen 0»Griechenland, ohne die geringste Veränderung ihrer »"^,1 tt»gen. Sie fuhren ein sehr einsames und strenges levem » fassAfleisch, feyren auch jährlich 4. fasten-zeiten, nebst ander» ^. ragen, welche die gantze Griechische kirche genau in achl»^^eM^sie dann weder eyer, noch butter, noch fische essen. inenthalten sich auch noch von öle, tractiren aber ihreAMe,
festen sehr köstlich. Sie essen auch austern und aodere^'^ji
.... .... be-schälen haben! Ändere aber unter ihnen vergnügen passer,wenig brodt und einigen kräutern,trincken auch mcyw .
äs Lonüsntinop. v .
Calpe, ein hoher berg in Andalusien, welcherHerculis säulen gehalten wird. Gegen über auf den SLÄaNftica ist das bey den Alten berühmte Abila,welches 0 §,er