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Calvarta-, ein berg nahe bey Jerusalem/ worauf unserHeyland gelitten hat. .Der Kayser Hadrianus setzte aus haßgegen die Christen die götzen-bilder des Jupiters und der Venusdarauf/ welche aber nachgehends durch Constantinum N. undseine mutter Helenam, wieder weggethan, und an deren stadtkirchen dahin gebauet worden. Das gröste theil von diesemberge ward in mauren gefasset , und mitten darinnen ist nundie kirche des heiligen grabes mit vielen capellen / kleinen Ar-chen und losamentern umgeben / von Römern/ Griechen/ Ar-meniern / Syrern / Cophten und Abyßiniern bewohnet. Beydein eingange auf der feite gegen mittag ist ein grosser vorhofsamt den örtern / worinnen die Armenier und Cophten wohn-ten / wie auch eine capelle U. L. Frauen / 8 mi>Lc lVlsrer ge-nannt / zur rechten feite; zur lincken sind die Wohnungen derGriechen mit einem grossen viereckigten thurme / welcher vorzeiten ein kirch-thurm gewesen. Gege>r dein eingange des vor-hofes über ist die grosse haupt-thür zur kirche des heiligen gra-bes / bey welcher nahe an die Türcken eine ftalion haben.Unten an dieser thüre sind sehr viel nägcl in die erde hineingewichen bis oben an / und zwar dieses auf beseht des Grie-chischen Patriarchen / welcher die Catholifchen alle jähr in denbann that / und zu einem zeichen solcher excommunication miteinem grossen schlüget näaelin die erde schlagen ließ / mit an-gehängtem verbot / daß sich niemand unterstehen sollte / sel-bige heraus zu ziehen/ bey strafe von 5. prügel-streichen, oderdaß er dem Bacha oder Cadi der stadt eine grosse geld-strafeerlegen sollte. Zehen oder zwölf schritte von bannen innerhalbder kirche ist der stein der salbnng / woselbst unser Heylandnach Jüdischer gewohnheit balsamirt worden. Gegen übersind drey begräbnisse der Könige von Jerusalem ohne euuge in-scriptionen, indem die Lckilm'arici selbige ausgethan haben.Zur rechten Hand ist eine capelle / wo das grab Godofredi vonBouillon des ersten Königs von Jerusalem ist/ wie auch seinesbruders Balduini I. der ihm in der reqierung nachfolgete.Diese gröber sind sehr schlecht / von 4. kleinen steinern Pfei-lern eines fusses hoch.unterstützet. Nahe dabey ist die capelle,allwo Christi creutz gemacht und er daran gebunden worden.St. Hieronymus meldet/ daß dieser ort von der zeit des Kay-sers Hadriani bis zur regierung Constantini bl. in die igo.jähre verborgen gewesen / indem die Heyden aus bosheit sel-bigen mit erde bedecket / und das bild der Venus dahin gest«tzet, daß die Christen nicht dahin kommen sollten.. Allein St.Helena ließ solchen ort nebst dem heiligen grabe, über welchemdes Jupiters götzen-bild gestanden / mit in die grosse kircheeinschließen. Diese capelle ist sehr prächtig, sintemal alleschwibbogen und mauren mit Mosaischen gemählden bedecket,und aus kleinen steinen verfertiget, die so klar als crystallsind, obwol etwas durch den rauch der lampen, die stets da-selbst brennen , geschwärtzet. Von dieser capelle gehet ein wegrings um die andern capellen herum, welche um die kircheherum sind / nach der capelle der. erscheinung, welche mitter-nachtwarls gelegen an dem orte, woselbst unser Heyland nachseiner auferstehung seiner mutter soll erschienen seyn. Diesecapelle gehört den Christen / und die Mönche St. Salvatorispflegen allda tag und nacht ihren gottesdienst nach Catholi-scher art zu halten. Sie haben darzu einen schönen schmuckund die schönsten kleider, die ihnen von Christlichen Potenta-ten / sonderlich von den Königen in Franckreich und Spanien,verehret worden. Diese Mönche haben das Privilegium, miteinein glöckgen zur messe zu läuten, welches sonst in dem gan,tzen heiligen lande, wie auch durchgehends in dem Türcki-sthen gebieth, etwas rares ist. Gegen abend sind die capel-len, welche den Syrern, Cophten und Abyßinern zustehen.Was das gebäude der kirche des heiligen grabes selbst anlan-get , so ist das vyrdertheil derselben gegen abend zu rund, dasaewölbe ist von reinem cedern-holtze mit bley überzogen, undbekommt sein licht durch ein loch auf dem dache, welches eineart eines gitters von eisernem drathe hat. Sie ist mit 4.grossen und viereckigten steinern Pfeilern, und 6. Pfeilern vonmarmorstein umgeben, welche zusammen 17. schwibbogenmachen , »vorauf eine schöne und grosse gallerie stehet. Mit-ten in der kirche ist das heilige grab mit weisst» marmor be-decket, und mit io. kleinen marmornen Pfeilern umfasset, wor-auf ein boden ist, auf welchem ir. kleine marmorne Pfeilersind, zwey und zwey zusammen gefüget, die 6 . schwibbogenmachen, so ein gewolbe tragen., mit bley bedecket. Unter die-sen schwibbogen sind 18. angezündete lampen ausser derjenigen,so in der mitten des gewolbes ist. Innerhalb dieses gebäu-des ist der felsen, worinnen unsers Heylandes grab gehauengewesen, welches aus zwey kleinen holen bestehet, die an ein-ander gefüget sind. Die erste heist die engels-grotte, weil mandafür hält, daß allda der engel den heiligen weibern erschie-nen, als sie den leichnam JEsn suchten. Dre andere, ist diebegräbnis-stätte Christi, welche 6 . schuh lang, 6 . fuß breit,ssnd M 8 . fuß hoch ist. Zur rechten Hand gegen Mitter-nacht ist ein altar, welcher den sarg bedecket, worinnen unsMs Heylandes leichnam gelegen ; er ist 6 . schuh lang, ;.sihuh weit,, und fast dritthalben schuh hoch. Das inwendi-ge dieser capelle und der altar sind von grauen marmor, deraber durch den rauch der 60. silbernen lampen , die allda stets-kennen, ziemlich geschwärtzet worden. In dem heiligen grabesind deren 44. und „rder engelS-capelle iz., davon zo.den Mön-chen gehören, die übrigen aber den Griechischen Christel»
und andern, die nicht Catholisch, welche ihre andacht asidäverrichten, aber keine messe halten dörfen. In der erstenarotte zur feiten des heiligen grabes hat sich sonst der groll»stein, 6. und einen halben schuh lang, z. schuh und r.qu»»finger breit, und 9. und einen halben quer stnger dicke, den»'man sich bedienete, den eingang des grabes zu verschuenMbefunden. Er kam um das jähr Christi ;8c>. zu St. Cyr>>"zeiten zum Vorschein, und St. Hieronymus, der 40. M»hernach verstorben, schreibet, daß er noch zu seiner zelt vo»>Handen gewesen. Nach der zeit aber ist er in diejenige rä-che versetzet worden, die man an den ort erbauet, da Au-phas Haus auf dem berge Zion gestanden. Aus der mm»der kirche kommt man zu dem thore, welches gegen mE>zu mit einer mauer nach art der klöster umgeben ist.. ^Haupt-thüre ist dem heiligen grabe gegen über, Und wird l»'-biges in zwey theile unterschieden durch ein artigesvon holtz, so vergöldet, welches drey thüren hat, eine Ei-se in der mitten und zwey kleinere. In dem ersten ty»>»welches der chor der Griechen ist, findet man auf einer stueinen runden marmorstein 4. quer finger hohl, welcher »Eder Morgenländischen völcker bericht gleich der Mittel -der erde seyn soll. In dem andern theile, welches der cyvder Catholifchen ist, gegen der grossen thür des gitters Ebefindet sich der grosse altar, nebst einem kleinen an derdes Evangelii, woselbst der Priester alles dasjenige zubereEwas zur messe nöthig ist; darneben auf dem gründe »stPapstes sitz, zu welchem 6 . stufen hinauf gehen, und strechten Hand ein wenig tiefer herab ist der sitz des PatriaE.von Constantinopel, zur lincken Hand aber des Patriara?von Alexandrien seiner 4. stufen hoch. Die sitze der Pats-chen von Antiochien und Jerusalem sind aufder andern stufgitters nach dem chor der Griechen zu. Das gantze chor rjteinem feinen gewölbe von geschnittenen und ausgehaltenen tz»nen bedecket, und wird von etlichen Pfeilern getragen.in der mitten der beyden chöre ist ein altar von marmor,welchem der Griechische Patriarche am sonnabend vor ON»sein himmlisch feuer austheilet. Diese ceremonie sollUrsprung von einem gewissen wnnderwercke haben, da m ^nacht vor Ostern bey dem heiligen grabe eine feuer - flamsichtbarer weise soll herab gekommen, und die am Charftev'^ausgelöschte lampen angezündet haben. Es wird aberven^ceremonie in solcher ordnung verrichtet : Nachdem allepen in der kirche ausgethan worden, wird das heilige S ^
verschlossen und von 6 . Janitscharen bewachet, die man
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zu gedinget. Um 1. uhr nachmittag fangen die Griechen, ^menier und andere um die kirche herum zu laussen , M ^ .ander bey den armen fassende, und immerfort schreyen ^eleelorl, eleelon. Die weibs-leuthe sitzen aus den galtetmachen gleicher gestalt ein grosses geschrey, heben ihre W.de empor, und lassen viel andere lächerliche gebärdenNach solchem tumult gehen sie in proceßion; dergehet hinter den Priestern, Beschössen und Ertz-BlsastAp.welche allesamt nach der Griechen manier köstlich bekleide»Vier visconi gehen unmittelbar vor dem Patriarchenwärts her und räuchern. Er ist mit einem sammeten»dessen gründ gölden, gezieret, und hat ein meß-gewamsilberstück; sein Bischoffs-Hut ist fast gantz von golde /lincken Hand führet er seinen Bischoffs-stab, und in derten hat er ein klein creutz, womit er dem volcke den fege" ^hctNachdem sie dreymal um die kirche herum gegangen ?der Patriarch mit zwey Bischöffen hinein, und befie»m ^cnJanitscharen, daß sie niemand sollen nahe.hinzu »v>lassen. Darauf schlagen sie feuer an, und zünden en'„sden lampen an samt etlichen kleinen kertzen, welche sie rrn ^gehen austheilen, und gleich daraufwerdcn alle lampenkirche und in allen capellen, sonderlich die alle anwch^ jiNdem ende in den Händen halten, angezündet, so daß 0» liebfeuer zn seyn scheinet. Was die erbauung und rEAganUdes heiligen grabes anlanget, so ist bekannt, daß pstnus N. den berg Calvaria mit mauren umgeben , chpkirche des heiligen grabes mit aller erdencklichen pr« ge-bauet. Neun jähr hernach weyhete eben dieier K.av. p «.dachte kirche ein, und gab ihr den nahmen Mrrvnoder ort des Zeugnisses, weil nemlich unser HE»" ssol-gelitten hatte. Än. 61;. eroberte der Konig uiE''„saleMroes II. das land Judäam , plünderte die stadt PE crGtzzerstörte die kirche des heiligen grabes, und nahmr Mhinweg; allein ir. jähr hernach an. 628. überwand ^str Heraclius diesen Heyden, und zwang "M'^.f seNEWieder auszuliefern, welches sodann der Kayser " zuE
schultern-wieder an eben denselben ort hinstellest, wo g.pe>
gestanden war. Eben dieser Kayser befahl nachgeE^kMBischoffe Modesto, des Zachariä nachsolger, daß Ewiederum aufbauen lassen sollte; da aber der bau m ^ denfangen, bemeisterten sich die Araber der stadt. ^ fu»'weniger erhielt der Kayser Constantinus ^ Mwr
Christen die freyheit, das heilige grab samt and» gesä>E-swiederum aufzurichten, welches auch an. »04-»- .
GuilielmuS der Bischoss von Tyro meldet, da«kleine runde gebäue, welches das heilige EA" jsson gy...umgiebet, damals erbauet: Gottfried von ^^ chder erste König von Jerusalem, hatte an. »099. ;
bauet, den man noch allda siehet.
ex-