Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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Oster-Pfingst- Philipps - Matthäi - Lucä - Simon - Iudä - An-dreas-Thomas-und Bartholomäi-tag. Neben dem sind etlichedergleichen feste, so Engelland ins besondere angehen, als dasind der tag, da der König das erste mal ausgeruffen worden,und der crönungs - tag, der tag, da die pulver - conspirationentdeckt ward rc. Vor zeiten nahm der König das Abendmahlan den drey grossen fest - tagen, und giena niemand mit ihm,als die Printzen und Prmtzeßinnen vom geblüt, und etliche dervornehmsten Bischöffen. Heutiges tags aber verrichtet er es al-le ersten sonntage im monat, ohne die grossen feste zu zehlen,und alle seine Haus-bedienten haben die ehre mit ihm demAbendmahl beyzuwohnen. Für das predig - amt sind 48. Ca-pellanen bestellet, von denen alle monat vier andere an dem amtsind. Sonsten hat der König noch sechs andere, welche zuSt. James predigen, und zwey für feine bedienten zu White-hall, und obschon die fasten - zeit in Engelland nicht auf das ge-nauste , und mit gantzlicher enthaltung von allem fleisch, ge-halten wird, so wird sie doch überhaupt, und sonderlich in derKöniglichen Capelle, als eine zeit der erniedrigung und demü-thigung feiner sechsten angesehen. Ehe diese zeit angehet, lässetder Ertz - Bifchoss von Canterbury und der Groß - Cammer-Herr einen rotul drucken, worinnen alle die Geistlichen, so diefasten durch des sonntags, mittwochens und freytags predi-gen werden, aufgezeichnet sind. Am aschen-mittwoch predigtder Dechant der Königlichen Capellen, und des freytagsdarauf der Dechant zu St. Pauli, und des sonntags hernachein Bischofs rc. Am Palm-tag predigt der Ertz - Bischofs vonCanterbury, und am Öfter - tag der Groß - Almosenier des Kö-nigs. Die geringern beamteten diestr Capelle sind der Capellen-warter, und drey andere , so man VsrZers, das tst ruthen-oder stab - träger nennet , weil sie einen silbernen stab tra-gen. Der Dechant der Capelle bezieht jährlich 200. der Unter-Dechant yi. die Haus - Capellanen ein jeder 80. die 20. Can-ter oder sogenannte Capellen - LIerici, 7;. und die zwey Or-ganisten, noch andere?;, und der erste unter diesen, welcherdie Chor - knaben die music lehret, noch 240. pfund sterling fürdie kost. Neben dieser Capelle hat der König noch ein Oratoriumoder bat - Haus in dem pallast für seine besondere andachten,über welches immer ein geschickter Geistlicher gesetzet ist, welchenman tke Llerc ok tks Llolech, oder des Königs Cammer-oder Cabinets - Geistlichen nennet. Er muß dem König beydiesem gottesdienst beywohnen, seine etwan beyfallende reli-gions - zweifef auflösen, und wann er zu tische gehet, dasgebät verrichten, und den fegen sprechen. Dieser KöniglicheCabinets - Geistliche hat noch zwey andere unter ihm, welchein feiner abwefenheit ihn ablösen. Der Groß-Almosenier thei-let auch die Königlichen allmosen nach belieben aus, welche son-derlich auf die feste reichlich fallen. Er zahlet auch denen altenKöniglichen bedienten, welche nicht mehr im stand sind dienstezu leisten, die ihnen zugesprochene gnaden - gelber aus. Erwaschet an dem Hohen Donnerstag die füsse einer gewissen an-zahl armer leuthen , anstatt des Königs, und theilt ihnendie allmosen aus, welche man bey diestr gelegenheit zu ma-chen pfleget; nemlich tuch für ein kleid, lernen für zweyhemder, sechs pfenning-brodte, eine schüfst! fisch, einen trugwein, und zwey beutel von rothem leder, da in dem einenso viel pfennina als der König jähre gelebt hat, in dem andernaber so viel schilling sind als er regiert hat. Zwölf Pfenningmachen aber einen schilling, und zwanzig schilling ein pfundsterling aus. Der Groß-Almosenier hat einen Unter-Almose-nier, der (wo es nöthig) sein amt verstehet. Beneben diesemstehen noch drey beamtete unter ihm, davon einer leomsn, dasist gleichsam der ober-knecht, die andern zwey aber rke vroomsok ehe Llmoner/, das ist, allmosen - knechte genennet wer-den. Der Groß - Almosenier hat, als solcher, kein einkommen,der Unter-Almostnier aber bey ioo. pfund sterling jährlich. Lmr«ie //. tom. II. p. 121. Lc.

* Capelle. (Päpstliche) Es sind insgemein 40. Päpstlichecapelle - messen jährlich, davon der Papst drey zu halten pfleget.Dreißig davon werden von den Cardinälen gehalten, und vonsieben der sogenannten beystehenden Ertz-Bischöff-und Bischöffendes Papsts, auf Latein Lpilcopi slliltsmes genannt. Auf dieOster - und Pfingst - sonntag j und an Weyhnächlen haltet derPapst obgenannte drey messen, die andern;?, aber werden indesselben gegenwart auf die andern tage von einem jeden gehal-ten, wie ihm die zeit in dem koutiücali komauo angewiesenist. Es werden auch fünf früh - messen in der Päpstlichen Ca-pelle gesungen, nemlich den tag vor Weyhnächten, die drey ta-ge in der Charwochen , welche man lenebras nennet, und den2. novemb. aufden tag aller Seelen. Die Cardinäle singeneiner nach dem andern ihren theil oder lectwn dieser früh - messedie nacht vor Weyhnächten m der sogenannten Mette; inden andern früh- messen aber werden dieselben nur durch diemusicanten gesungen; alle tage vor den fest- tagen wohnet derPapst samt den Cardinälen der ersten vefper m der Capelle bey,aber die zweyte wird njemalen vor dem Papst gehalten. Es sindzehen dieser ersten vespern, die in dem koutisicali aufgezeichnetzu finden, welchen allen er gewöhnlich beywohnet. Aller die-str gottesdienst haltet sich in dem Apostolischen pallast, undzwar in der Paulmer-Capelle, wann der Papst in dem MonteCavallo wohnet; so er sich aber in dem Vatican befindet, wirder in StM Capelle gehalten, ausgenommen Ostern und Pe-

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ters - tag, da in der Arche dieses Heiligen gefeyert wird, wAan dem fest Eumüonis Maris, an welchem er sich reuteno nn^8anta Maria Maggivre beziehet, und bey etlichen andern gk'genheiten, da der Papst aus dem Vatican und Monre Cavaaheraus zu gehen pfleget, und die Archen und Römische -mm«.besichtiget. Wann der Papst meß zu halten gehet, Miroaus den ärmen in einem trag - sessel in die sacristey gebrachwo die ornaten oder meßgewande sind, wann er aber ange»gen und zur meß gerüstet ist, wird er in einen andernsetzt, und von zwölf knechten, welche in rothen und bis am ^füsse hinunter gehenden langen röcken gekleidet sind, am gschultern getragen, und wann er bey St. Peter ankommt,ein Himmel von den Rittern oder Edeüeurhen St. PeM m'ihn gehalten, da wieder zwey reutknechte wie die obgemc»ten roth gekleidet, vor ihm her gehen; diese tragen m "Händen einen grossen wind-fächer, von blauen federn gcmam'und halten diese fächer satt am ende der zwey staben, welche >den ärmen des trag-sessels veste gemachet sind, und läßt esals hätte der Papst, welcher auf dem sessel sitzet, zweyrubim - flügel, die aus seinen schultern gewachsen, welchehülffe zweyer siäben, die darzu zugerichtet sind, in einer vei>^digen bewegung gehalten werden, als flöge er davon.gantze gerüst ist mit einem güldenen gestickten brocard beveaDie sonntage in den Advent-Wochen, und den viertenin der fasten, kommt der Papst zu fuß in die Capelle, mw Idiß ein zeichen seiner busse seyn, aber den dritten Advem-st'tag und den vierten tag der fasten läßt er sich hintragestweilen diese tage zu einem besondern privilegirten freuden - > ^gewiedmet sind. Wann der Papst von der Capelle Sstt« m .Paulinische zu fuß gehet, welches den ersten Advent - M"«,-und auf den hohen Donnerstag (da er das Sakrament, zu ,ren der vierzig stunden des begrabnisses Christi, trägt)hen muß, so halten ihn zwey der ältesten Cardinal-Helfernf^pvisconorum unter den armen, und der vornehmste der freu billAbgesandten, so zu der zeit in Rom zugegen sind, tragen "die schleppe nach, und zwey krotouvtaiü LpostollcitL8 halten ihm voran die fransen seines Päpstlichen mal» .stWann der Papst selbsten meß hält, kleiden sich die CardMß'Mweiffem damast, mit güldenen spitzen ausstafirt, mit runterscheid unter ihnen selbst, daß alsdenn die Cardma^jschösse den Priester-mantel, die Cardinal - Priester dieallein, die Cardinal - Viacom aber die luuicsm nebstBischoffs - Hut von weissem damaste tragen, wie die anCardinäle auch. Die Bischöffe haben zwar ihre Priester^' ^tel auch, aber anstatt daß sie die Cardinäle nur einfältigtragen, so führen sie die Bischöffe von reichen vielfärbM».^denen stoffen, welche reich mit aold gestrcket sind,

Bischoffs - Hute sind nur von weissem leinen auf pappen^, s»genäht. Wann aber der Papst die messe nicht sechstentragen die Cardinäle nichts als den Überrock mit dem vs.mantel bedecket, und die Prälaten , welche auch das rech ^den ihn zu tragen, bedecken ihn nur mit einem kleinen E.' diemantel, die aber, welche dieses recht nicht haben, blewgantze zeit über in ihren violen-färbigen kleidungen. NAflE

der Päpstlichen Capelle zuziehen, sind der Cardinale oa'^eipIuncker, alsdann folgen des Papsts Cämmerer undalsdenn die Consistorial - Advocaten und Lbbroviatoremajoris (also wird eine gewisse Apostolische Gerichts- ^ stgstpgenennet,) welchen die Lcolychl in ihren Chor - rocrc ^

und sieben Lcolyrki, mit sieben leuchtern. Alsdenncreutz von einem Apostolischen Unter-Viacono getragen,. ^emeinen violen-färbigen Talar und einen Überrock, benepi h ^Priester - mantel von der nemlichen färbe trägt. A>ayc Me»sem Marsche kehret er das Crucifix gegen dem Papstsonsten wider den gebrauch des Römischen Hofes m- . ftu!ser Unter - Diaconus soll die Epistel dieses tages stngc bring,amt, welches verkäuflich ist, kostet ;ooo. thaler,des jahrs acht pro cemo ein. Auf beyden Men des ^ ,,ngehen zwey Gerichts - knechte, welche rothe stabe tragemit einem grossen mantel bedecket sind, welcher bis amschleppet. Nach ihnen folgen die kMuirenüarn zu ^sattha^die Bischöffe, Ertz-Bischöffe, Patriarchen, dergstoder Gouverneur der stadt Rom, die Cardinal - Ava'üeutss, welche letztem dem Cardinal - vlaccmo, w ,^ii angelium singen sollen, zu beyden seilen gehen. Nackig des j,siehet man den Hauptmann der Schweitzer - garve .itnchsilac!, einhergehen, welchen zwey glieder von oe ^tzer-garde selbst nachfolgen, wovon das eine mit yem axtdem übrigen feiten - gewehr versehen,. das anoec ^ hewHr,grossen entblößten schlacht-schwerdten e»»H^Ann und»st. In der mitte der garden gehet der HauWran >»

neral über die leichten Pferde, die Römischen C' geccnadie Printzen des Throns, und die Gesandten und

Häupter, auf welche der H. Vatter kommt , sie c ^gen

tragen, wie droben gemeldet worden ist; uno w ^,und j<fi'dem fasse nach,sein Cammer-Meister und der Scheu ^ f)ier ^endlich die Apostolischen krocouorarn, die x.an