Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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auf seiner feite hatte, ward er spottwesse der Pfaffen - Koniggenannt. An. 1^47. fuccedirte er seinem vatter in dem Kö-nigreiche Böhmen, und da auch in demselben jähre der Kay-ser Lubovicus gestorben , suchte er die posseßion des TeutschenReichs zu erhalten. Es widersetzten sich aber diejenige Chur-fürsten , so an der ersten wähl des Caroli keinen theil hatten,nemlich der abgesetzte Ertz-Bischoff zu Mayntz, der Pfaltzgrafbey Rhein, und Ludovici Lsvari söhn, der Marggraf vonBrandenburg, kamen den r. jan. an. i;48. zu Franckfurt zu-sammen , erklärten die vorige Wahl des Caroli für null undnichtig, und erwehlten Eduardum, König in Engelland; undda dieser solches abschlug, aus beysorge, in den damaligenFranzösischen kriegen sich dadurch Teutschland zum feinde zumachen, kamen sie wiederum im monat junio zu Kantzen-Bey-ren zusammen, und erwehlten Marggraf Friedrichen vonMeisten, welcher 10000. marck silbers von Carvlo nahm, unddiese ehre ausschlug. Endlich fielen sie auf Graf Günthern vonSchwartzburg, der damals wegen seiner tapferkeit im kriege ingrossem ansehen war, wiewol dieser anfänglich solche ehre ab-schlug, so wurde doch die fache auf dem Reichs-tage zu Franck-furt an. i?4y. dahin gerichtet, daß er sich nicht wohl davon losmachen konnte. Er war auch bereits in dem stände, mit gewaff-neter Hand solche würde zu behaupten, da er von seinem Leib-Aleclico Freydanck, welchen Carolus l V. bestochen, gift bekam,an welchem er zwar nicht alsobald starb, doch an den gliederngelähmet wurde, so daß er nicht wieder zur gesundheit gelangenkonnte. Unterdessen hatte Carolus den Pfaltzgrafen Rudol-phum durch eine Heurath mit seiner tochter, und den Marggra-fen von Brandenburg Ludovicum, wider den er bishero denkleuäo-^släemsrum unterhalten hatte, durch völlige abtre-»ung der Grafschafft Tyrol auf seine seite gebracht, welcher,weil er auch bey dem Grafen Günther wohl stand, es endlichdahin vermittelte, daß dieser gegen 20000. marck silbers nebst ab-tretung zweyer Reichs-stadte in Thüringen, die er auf lebens-zeit behalten sollte, das Reich Carolo überließ, wiewol er balddarauf an dem empfangenen gifte starb. Solcher gestalt warCarl ruhig Kayser, wiewol es die Böhmen grosse geldsummengekostet, bey denen er sich aber durch gute regierung dergestaltbeliebt machte, daß sein gedächtnis bis dato noch in dem grö-sten fegen ruhet, und er allen Böhmischen Königen vorgezo-gen , und ein vatter des vatterlandes von ihnen genennet wird.Er vereinigte Schlesien und Lausitz durch ein edict auf ewig' mit der Crone. Er stiftete zu Prag eine Universität und ver-wandelte mit consens des Papsts Clementis VI. das Bißthumin ein Ertz-Bißthum. Nicht weniger ließ er sich angelegenseyn, die städte Prag und Breßlau in aufnehmen zu bringen,und hatte vor, die erstere zu der grollen ftadt in Europa zu ma-chen , daher er die Neustadt anlegte, die brücke über die Mol-dau bauete, und sehr viele fremde handels-leuthe, sonderlichaus Italien dahin zog; die letztere aber, da sie an. i;;z.zweymal nach einander abgebrannt, mit einigen gebäuen aus-zierete, und um das theil, was über dem Ohlau-strom lieget,erweiterte. Er beförderte die Böhmen zu den vornehmsten wür-den und bedienungen, und bediente sich der Kayserlichen gewalt,um stinem Königreich herrliche xrivilcgia und Vorzüge zu ver-leihen. Einige Herrschafften, so die Grafen von Neusten be-sassen , die vor diesem zu Böhmen gehöret, nahm ihnen Caro-lus wieder ab, deswegen zwischen ihnen ein streit entstan-den, in welchem Carolus an. i;;?. dem Neusten von Plauenseine veste schlösset an der Pleisse zerstörte. Viele andere der-gleichen Händel giengen in Teutschland vor, dabey er die vor-nehmste absteht auf den besondern Vortheil von Böhmen hat-te. Also nahm er sich dös kseuäo-V^sKlemsri obgedachter Mas-sen wider Ludovicum an, von dessen bruder und Nachfolger Ot-tone er die gantze Marck Brandenburg vor hundert tausendgülden an baarem gelde, und noch andere hundert tausend gül-den , wegen welcher er die städte Lausten, Herspruck, Reicheneck,Rothenberg , Sultzbach wieder einlöslich verpfändete, vor sei-nen jungem söhn Sigismundum erhandelte. Überhaupt be-mercket man, daß er das Bayrische Haus in allen stücken zudrücken, und hingegen dem Pfältzischen aufzuhelffen bemüht ge-wesen. Tue Wurtembergische Grafen, wider welche die Schwä-bischen und andere benachbarte Stände sich sehr beklagten,brachte er mit gewalt zum gehorsam und dahin, daß sie alleihnen von den vorigen Kaysern versetzte städte heraus geben,und die zöüe aufheben musten. Hingegen ließ er sich die rechtedes Teutschen Reichs auf Italien zu behaupten keines Wegesangelegen seyn. Denn ob er gleich an. i;;;. eine reise nachRom that, und daselbst von Petro Bertrando, Cardinal-Bi-schoffe von Ostia, als Päpstlichen Numio, gecrönet wurde; mu-ste er doch gar harte bedingungen dabey eingehen, und durftenicht einmal die nacht über in Rom bleiben, wurde auch beyseiner rückreise zu Pisa, Cremona und andern orten sehr ver-ächtlich gehalten. Ja von den Mayländern ließ er sich ab-weisen , daß er mit seiner armes nicht in ihrem gebiethe blieb,Andern fast ohne begleitung, sowol die eiserne crone desLvmdardischen Königreichs zu Moncia empsienge, als auchsschst rn ihre stadt gierige. Jedoch ist nicht zu läugnen, daß' daß er die städte Pisa an Petrum<dua, Verona, Vincenza an Venedig ge-feheneret^ und Mayland verschleudert, qar lehr irren, und

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neu, wer! drß alles falsch ist; maßen im gegentheil Carolus von

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vielen Italiänischen hauptsächlich aber von den TofcanisWstädten von neuem die Huldigung erhalten, welche den vo^gen Kaysern längst war geweigert worden. Hingegen m a-vdieses wahr, daß sich dieser Kayser der damals in .Italienschwebenden vielen streitigkeiten der Fürsten und Ständen, 1 Sderlich in Toscana gar meisterlich zu bedienen gewust, aniey'^che summen gelds zu sammlen, ohne daß die Jtaliäner am»gerühmt, er hätte die dabey gethane versprechen gar sie-M ^halten; da sie ihm hingegen den rühm, eines sehr verstand .und dabey kaltsinnigen Herrn durchgehends geben. .auch in Italien fast alles durch gute und kluge anschlage,avzgewalt verrichtet, auch deswegen sich so gar nicht ftstUHaupt der Gibelliner halten lassen. Eben so ist es m-t rKönigreiche Arles beschaffen , von welchem einige voE ^daß er solches dem Könige in Franckrcich, Carolo 8gpienc>,lassen; denn er hat vielmehr den Französischen DauphinReichs-Vicario dahin gesetzet, ihm Dauphins zu lehn Mo-deln Ertz-Biftboff zu Trier das Ertz-Cancellariat darin« ,hen, und sich selbst mit der Burgundischen crone crönen igi .j,,daß also Carolus nur dasjenige, so bereits vorher die HE yFranckrcich erlanget, bestätiget, und die Ober-Herrschajfl ondem Reiche vorbehalten. Doch hat er sich um Teutsche, Mdurch verdient gemacht, daß er den bey der Kayser-wahlKsich ereignenden irrungen durch das fundamental - gest'ssss-,lman die goldene bulle genennet, vorgebeuget, deren einzu Nürnberg im anfange des jahrs i;;6. das übrige imgange desselben jahrs zu Metz verfertiget und publiciretden. Gleichwie er nun schon hierinnen den Churfürsten i«' ^che freyheiten verstattet; also suchte er durch einräumn«?Reichs-zölle und anderer einkünste die gemüther noch Egewinnen , damit er dadurch seinem söhne Wencesiao ^weg zum Reiche bahnen möchte. Wie er es dann auchdahin brachte, daß derselbe kurtz vor seinem tode an-zum Römischen König erwehlet wurde. Weil er aberden Churfürsten eine tonne goldes für seine stimme versiH^,^und das geld hernach nicht vorhanden war, muste er',dergleichen gefälle des Reichs einräumen. DenBrabant ertheilte er durch die sogenannte Brabankiscvegrosse vorzüge. Seinen bruder Wenceslaum, GrasslS^Luxemburg, machte er zum Hertzog, und den Grafen vom D-zum Marggrafen. Sonst hat sich Carolus sehr an diechen gehalten, und wird daher sehr von ihnen gerühmt-Gelehrten ist, er gleichfalls geneigt gewesen, und hathert der berühmte Bartolus viel bey ihm gegolten. Ds',jchhero auch die freyen künste in Teutschland unter ihm " «alaufgekommen; wie er denn auch zu Heidelberg eine U-Eausgerichtet. Er starb endlich zu Präge den 29. "E Aiz 78 . im 6;. jähre seines alters, und ;2. seiner regierum-hat 4. gemahlinnen gehabt, davon die erste war Blamier,nigs Philippi Valesii schwester und Caroli von Valoss V^ ge-mit welcher er an. izrz. beylager gehalten, und mmzeuget: Margaretham, die an Ludovicum, Königgarn und Bohmen; Elisabeth, welche an JohanneM ^ I0-zium, Vicomte von Mayland, und Margaretham, vü«hannem, Burggrafen von Nürnberg, vermählet wE» ^wol einige scribenten dieser letzter» nicht gedencken. s amdere gemahlin war Agnes, eine tochter PfaltzgrafRhein, welche aber bald wieder an. 1,49. ohneAnder gestorben. Hierauf vermählte er sich an. 1 -ten mal mit Anna, Heryogs Henrici zu Jaur tocht;^ hxM.ihm Wenceslaum seinen Reichs-nachfolger zur wen L jDie vierte gemahlin ward an. i; 6 r. Elisabetha, BdM Ka-V

tzogs in Pommern tochter, mit welcher er JohanMM.^ pongrasen in Laußnitz und Sigismundum, MarM^l, ns-Brandenburg , hernachmals König in Ungarn ,

Römischen Kayser; ferner Margaretham, Margasar „, n«.zu Brandenburg; Annam, Hertzog Ottonis von BmHelenam, Richardi II. Königs in Engelland gemahn«hat. clisifV

üb. XXV. ckrcm. E'

guoä Lsr. IV. non äijsiprlverit Imp. xstrim. ^^4. «Loliem. in Kitt. Lokem. p- > , c. /

epit. lib. III. c. 21. miscell. clss. I. lib. Vft-.x. i;i. l 7 L<AiMra». Kitt. Lresar. m ckr

Schlesische chronick.

Earolus V. unter den Römischen Kaysern/ in F>allunter den Konigen in Spanien, wurde zu ^Aein pdern den 24. februarii an. izoo. gebohrem. j. 'war Philippus, ein söhn des Kaysers Marinun

seine mutter Johanna, Königs Ferdinand- V-H ^ ü^lt

gonien und der Jsabellä von Castilien tochter- ^ sorgtunter der aufsicht Wilhelm- von Croy. m-t «auferzogen. Die stelle eines lehrme-sters erlm her« ^Florens, ein gelehrter und geschickter mann , Ao S^unter dem nahmen Adriani VI. Papst ivardenun dieser, aus begehren Maximilian-' Prl^,j-

spräche beygebracht hätte, wollte doch ^.sse oaMEAcSgedult so weit nicht reichen, der hmgegen auc . z,enchen sprachen leicht begriff, und -n leibes-u u PHiEsssii-vollkommen ward. Er wurde seines vatte a»e>^^lich beraubet, indem derselbe an. i?° 6 . ivar-^-h

ne mutter Johanna von etwas blödem vm