Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
Seite
472
JPEG-Download
 

5

472

c a r

geschickt, welcher aber wenig ausrichtete. Die feindsellgkel-ten wurden indeß zwischen ihm und Franckreich noch ein lahrforgefttzt, er auch von Franctsco als sein Vasall vors Parlementcitirt. Im kriege aber gieng eben nichts hauptsächliches vor,und an. i?; 8 . veranlaßte der Papst eine zusammenkunft zwi-schen beyden Potentaten zu Nizza, allwo ein zehen-jähriger still-stand geschlossen ward. Sie halten zeit ihrer amvesenheit zuNizza nicht persönlich mit einander sprechen wollen, allein alsder Kayser von dar wieder nach Spanien schiffte, fuhr er beyAiguesmortes ans land, und unterredete sich zwey tage mitFrancisco in aller äusserlichen Vertraulichkeit. In währenderzeit dieses stillstandes that sich in den Niederlanden eine gefährli-che fache hervor, indem die stadt Gent wegen ihrer von dem Kay-ser gar zu sehr gekränckten freyheit rebellirte, und dem Könige inFranckreich ihren gehorsam und hülffe zu Überwältigung desgantzen Flanderns anbot. Weil nun kein ander Mittel war,die-sem übel abzuhelffen, als die gegenwart des Kaysers, der sich da-mals in Spanien aufhielt, wagte er eine reise durch Franckreich,weil die andern wege theils zu weit, theils zu gefährlich waren.Die sicherheit des durchzuges erhielt er meistentheils mit der Ver-sicherung, die er zum voraus von sich gab, daß er einem vonFrancisci söhnen die belehnung über Mayland geben wolle, da-bey er sich jedoch listig ausbat, daß man ihn zu der erfullung die-ses Versprechens in Franckreich nicht nöthigen solle, weil es sonsteinem zwange ähnlich seyn mochte. Einige sagen auch, er habedes Königs maitresse durch ein ansehnliches geschencke gewon-nen, welche alle gefährliche anschlüge wider ihn hintertrieben.Auch war nicht minder der Connetable äe Montmoreney da-malen des Kaysers interesse sehr zugethan; wiewol mehr, weilener feines Königs Vereinigung mit demselben für Franckreich nütz-lich erachtete, als wegen einiger von Carolo für sich selbst genos-sener oder gehofften Vortheilen; welches jedoch nicht mochte ver-hindern, daß nicht Franciscuö hernach auf den Connetable eine«rosse Ungnade warft, als die fach übel ausschluge, und Caro-lus fein versprechen nicht nach dem buchstaben halten wollte.So viel ist im übrigen gewiß, daß er bey seiner amvesenheit inFranckreich überaus prächtig tractirt worden. Als er nun dieGenter gezüchtiget, und sich noch gute zeit in den Niederlandenaufgehalten hatte, hielt er an. 1541. der religion halber einenReichs-tag zu Regenspurg, dem er persönlich beywohnete, unddamit es endlich wegen des Türcken-krieges «dermal auf ein aus-setzen der streitigen Puncte bis zum künftigen Loncilio hinauslief. Hierauf nahm der Kayser noch in selbigem jähre einen zugauf Algier vor, bey dem er aber, weil es zu spät im jähre war,und die Kayserliche flotte, so keinen sichern haftn zu ihrem Vor-theil hatte, durch ein heftiges ungewttter überfallen wurde, oh-ne etwas auszurichten, unsäglichen schaden an volck und schiffenlitte, so daß er mit grosser gefahr wieder nach Spanien zurückkam. Weil er nun den König in Franckreich durch die Zurück-ziehung des obigen Versprechens wegen Mayland sehr gerecht,ihm auch die ermordung der Französischen Gesandten nach derTürckey, so im Mayländischen geschehen, beygemessen ward,verfiel er mit Francisco in einen neuen krieg, und ward vondemselben an unterschiedenen orten zugleich angegriffen, des-wegen er an. 154;. wieder nach Teutschland kam, unterwe-gens verschiedenes mit den Protestanten, wiewol ohne sonder-lichen nutzen handelft, und gleich darauf dem Hertzoge vonEleve auf den leib gieng, der sich seit einiger zeit nut den Fran-zosen in bündnis eingelassen, welchen er auch überwand und»um vergleiche zwang, wornach er Landreci vergebens belager-te , hingegen aber Cambray, so bisher eine Reichs-stadt gewe-sen , unter sich brachte. Mit dem anfange des ^44. jahrshielt er einen Reichs-tag zu Speyer, auf welchem er mit denProtestanten gar glimpflich umgieng, und hinwiederum vonden Standen eine hülffe gegen Franckreich erlangte, daher er,ob gleich die seinigen bey Cerisoles in Piemont eine schwere Nie-derlage erlitten, dennoch in Franckreich durch Champagne ein-zubrechen beschloß; zumal der König in Engelland, mit dem erdas vorige zahr aufs neue in bündnis getreten war, auf seinerfeite dergleichen that. Allein weil sich beyde unterwegens zulange aufhleltm, gieng es mit diesem kriege nicht, wie man ge-dacht hatte. Der Kayser selbst verfiel mit seiner armee in einenMangel von lebens-mitteln, nachdem er Luxemburg und St.Didier erobert, und wann ihm nicht die Hertzogin von Etam-pes die Magazinen zu Epernai und Chateau-Threrri verrathenhätte, würde er grosse noth haben leiden müssen; durch erobe-rung dieser örter aber brachte der Kayser ein solch schrecken inParis, daß Franciscus eckigst zum frieden schritt, welcher auchnoch in selbigem jähre zu Crespl geschlossen ward, worauf derKayser wieder nach den Niederlanden kehrte. Er hatte sichauch in eben diesem jähre mit dem Könige in Dänemarck ver-tragen , welcher zum kriege Wider lhn , wegen des abgesetztenChristierni, fertig stund. Nunmehro fieng der Kayser, welcherSrpKm theils deswegen mit Franckreich frrede, und mit denTurcken stillstand gemacht hatte, mit ernst darauf zu dencken,As er seine macht in Teutschland bevestigen möge, weil es ihn' daß die Protestanten bisher in den religions-streitig-rs"en gar nicht hatten nachgeben wollen , wobey ihn auch derEitzte. An. 154;. ward demnachA Worms gehalten, auf dem der Kayser, weil

te tmd MckchwolÄck,^^^^ gar. späte erscheinen könn-te / tino HlclchtVOl auch durch jelne neelonltübe aeaenmakt eä 61

weit nicht brachte/ daß sich die Protestanten dem Tridmtinischm

car

concllio zu unterwerffen entschlossen hätten, dadurch kellt*wol meistens der schluß, gemalt zu brauchen, befördert warr>Und obwol an. 1546. noch ein Reichs-tag und Unterredung vsTheologen zu Regenspurg angestellet ward, brach doch noch''selbigem jähre der sogenannte Schmalkaldische krieg aus, moe"die Protestanten, welche überall her von des Kaysers staras'zurüstungen hörten, befügt zu seyn meynten, ihm zuvor z»kommen, und deswegen ein starckes kriegs - Heer zujairumbrachten, dem Kayser absagten, und von ihm wiederum 'die acht erklärt wurden. Anfänglich stunden des Kaysers Achen schlecht, und war er etliche mal in grosser gefahr, E ^wunden zu werden; wo ihn nur die Protestanten, welche mmacht viel geschwinder, als er, in bereitschafft gehabt, ohnezug angegriffen, und sich dieserwegen unter einanderhatten vergleichen können. Aber als diese erste gelegenhcltsäumet war, ward erstlich der Kayser durch feine alte trouPpUso von allen orten anruckten, nahmhafft verstärcket; und s'Protestirende armee, als die durch das wegziehen des EHE'sten von Sachsen, welchem Hertzog Moritz und die Böhmen''dessen zu Hause eine diversion gemachet, sehr geschwächt

den , muste auseinander gehen, so daß Carolas noch vordes jahrs die oberhand bekam, und an. 1547. '

... eiA

die Protesten

unv an. 1547. vle Prv-!.^' Malle gedemüthlget, und ihre beyden Häupter, der Churfiirss^,,Sachsen und Landgraf von Heffen, gefangen waren. SAGchmalkaldtscher krreg. Währender zeit hatten die N-L"aner wegen der einfuhrung der Spanischen Inquisitionlm, sich aber noch ohne sonderliche weitläuftigkeit wieder iM,lassen. Nach geendigtem Schmalkaldtschen kriege hielt der KAser einen Reichs-tag zu Augspurg, bey welchem er jedock ^freyheit der Stande sehr einzuschräncken schien, indem er M

>lck verlegte. Es dem.!^

um die stadt viel kriegs-volck 1

wurde aufdcn^l,

gen abermals vergeblich an befreyung der gefangenengearbeitet, zugleich aber an. 1548. an des Kaysers gelE,'^nemlich.den 24. ftbr. die Sächsische Chur-rvürde nebstde mlt öffentlichen solennitäten dem Hertzoge Mauritiohen. Zu gleicher zeit wurde, weil der Papst mit demverkehrt umgieng, die religions-formul, Interim genanntestapet gebracht,die der Kayser durchaus denProtestirendenden aufdringen wollte. Doch konnten sich die wenigste» Mentschließen, welches allerhand irrungen verursachte, sd»^,beitkamen dre stadte Costnitz und Magdeburg in grosse ungelegen^darüber, weil sie ohne biß wegen des Schmalkaldtschen d»» sosich mtt dem Kayser noch nicht ausgesöhnet, und dieserguter anscheinender gelegenheit die erstere seinem Hau? »'iivwurfig machen wollte. Sie wurden also in die acht erkläre .^,,ergab sich Costmtz an.1548.aii den König Ferdinandi-m er^In selbigem iahre reiste der Kayser nach geendigtem §iisin die Niederlande, dahin er seinen Printzen , Philippu»»Spanien beschrieb, und die Niederländischen provintzieN A,st-

einen Reichs-tag hielt, auf welchem vom Lcmcilio und DA gkriege gehandelt ward. Die ausführung des acht-urth«die Magdeburger, trug er dem Churfürsten Mauritio aufge-

suchte,den, da

. wiewol vergeblich, seinen bruder Ferdmandilw>en, daß er dem Printzen Philippo die Reichs-folge«» A g,eland mochte zuschantzen lassen. Währender zeit naWs' A»strouppen, mit hülffe der Maltheser-Ritter, die stadtden Africanischen küsten in dem Königreich Tunis ein. jl esgieng der krieg mtt"'—.

, , , Franckreich in Italien von neuen m> ^ pyg

der Kayser mit dem Papste wider den Hertzog Octavu' ^isPaxma hielt, den hingegen der König in Franckreichwelches kriegs willen, und weil ihn auch die Teutsche»^, Egebären hatten, nahe bey dem Loncilio zu bleiben, erqMAugspurg nach Jnspruck begab. Weil der Kaystr blö-fkeine vorvitte den gefangenen Landgrafen von Hesse» Ulassen wollen, reitzte ex dadurch und durch die allzugrowderen er sich sowol in regiments-als religions-sache» "HeEden Churfürsten von Sachsen, daß ihm selbiger na«) ^ xschlossenem bundnisse mit Franckreich in gesellschafft AH HEdem Teutschen Fürsten, an. 1552. unvermuthet am . Mgieng , und bey nahe zu Jnspruck überrumpM M

er bey der nacht nach Villach fliehen muste. Weil»»«ser damals nicht in genügsamer bereitschafft war, ^ eE

sen auch an ihrer feite Metz, Tüll und Verdunnommen hatten, richtete er mit Mauritio den Palm» ) ,§„ Mtrag zur freyheit und sicherheit der Protestantischen Her l»-und erließ den Landgrafen der hasst, wie er kurtz au«.^-,seiner flucht den gewesenen Churfürsten von Sacyi ^ MSlassen hatte. Mit Franckreich aber ward der krieg pesseA^setzt, und zwar gieng der Kayser noch G ausganöjahrs vor Metz, muste aber am Neu-jahrs-tage. 'die MUerichteter fachen wieder abziehen, da er sich dann m ^ vei.lande begab, Terouanne und Hesdin wegnahm,örter von gründ aus schleißen ließ, worauf myve.,ggen ill

Valenciennes einander zwar ins gesicht, aber ohne 1 xr,es^einander kamen, wie denn auch die folgenden ^

Ven Niederlanden mehr mit. streiffen undmerwrm ^ hiEowichtigen unternehmen gefuhret ward. ^n -- Kicna f^M 'waren die Franzosen unglücklich, in mtt KavstM'

stadt von Cosino dem Hertzog von Morentz m» .ffe»,hülffe unter dem Marchese äi Marrgnano angeg . A

1