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weil die andern trouppen zu lange aussen blieben , den feind, derzum wenigsten 80000. starck war, nur mit dieser wenigen mann-schafft in feinem trefflich verschantzten lager an , ungeachtet esalle feine Generalen widerriethen, und sagte: er habe schonmit GOtt über diese fache rath gehalten , dabey sollte es bleiben.In diesem treffen schlug er die Russen bis aufs Haupt, und wie-wol sonderlich durch die Kayserlichen Gesandten eifrigst an einemfrieden gearbeitet ward, fand doch derselbe nun um so viel we-niger statt. Vielmehr richtete der König sein absehen alsobaldaufPolen, damit er den König dieses landes hindern möchte,den Czaar zu unterstützen. Deswegen überfiel er im julio an.1701. die Sächsischen völcker an der Düne, und schlug sie ausdem selbe, verwarf den frieden, den der Holländische Gesandtevermitteln wollte, unter dem verwände, daß er aufbloffe Wortenicht trauen könne, und gieng nach Curland, von dar aus erder Republick Polen alsobald zumuthete, den König abzusetzenund eine neue wähl vorzunehmen, welches jedoch von dem gro-ßen theil der Polen sehr übel genommen ward. Gleichwol blieber bey diesem vorhaben beständig, und ob er wol anfänglichaufdie Vorstellungen der Republick, mit der er keine feindschaffthatte, eine zeitlang in Curland muste stehen bleiben, und nichtweiter eindringen konnte, so öfneten ihm doch bald die Willig-keiten in Litthauen einen weg, indem ihn das Sapiehische Haus,das von seinem gegner sehr war ins gedrenge gebracht worden,zu hülffe rüste, und bündnis mit ihm machte, weswegen er zuansang des jahrs 1702. in Litthauen einbrach , und dieOginskische partey überall aufstäuberte. Die Republick schicktezwar eine grosse Gesandtschafft an ihn, die den weiter» einbruchhindern, und zwischen ihm und ihrem Könige einen frieden lüf-ten sollte. Er aber begehrte sich mit derselben nichl ernstlich ein-zulassen , sondern vielmehr das bey verschiedenen Grossen widerden König Augustum hervor blickende Mißvergnügen zu feinemVortheile zu gebrauchen, und rückte demnach unter dem vor-wande, daß er seinen feind überall, wo derselbe aufenthalt fin-de , verfolgm dürfte, auch blos gekommen sey, der Republickmit entfetzung ihres bisherigen Königs zu ihren gekränckten frey-heiten wieder zu verhelssen, weiter in Polen ein. Damit warnun zwar der krieg in diesem gantzen Königreiche angezündet,Carolus aber fehlte doch in seiner Hoffnung, demselben auf ein-mal ein ende zu machen, indem es der meiste theil noch stets mitdem Könige Augusts hielt, die Schwedische macht aber, un-geachtet sie grosse Vortheile erhielten und überall sieghafft waren,dennoch nicht zulangte, in einem so weitläuftigen Reiche an al-len orten zugleich ihrem vorhaben einerley Nachdruck zu geben,deswegen denn der König bald hie, bald dahin ziehen muste,fast nirgends aber sich recht veste setzen konnte, und also etlichejabre zubringen muste. Im julio an. 1702. schlug er den Kö-nig Augustum bey Pinschow oder Clißow aus dem selbe, underoberte dessen gantzes lager, bemächtigte sich der stadt Cracau,wie er auch bereits vor dem treffen Warschau eingenommen ,mid an. 170z. muste sich Thoren nach einer harten belagerungergeben, allwo die gantze besatzung zu kriegs-gefangenen gemachtward. An. 1704. trieb er endlich fein lange geführtes absehendurch, und machte, daß einige mißvergnügte Polen eine con-föderation wider den König Augustum schlössen, der Cardinalkrimg« ein Interregnum ausschrieb, und Stanislaus Leszinskivon dieser partey zum Könige erwehlet ward, welche wähl je-doch von den Schweden durch eine nahe bey Warschau stehendearmee mit gewalt hat müssen erzwungen werden. Nachdem nunKönig Carl an. 1705. auch Stanislai crönung befördert, undmit ihm ein bündnis gemacht hatte, nun aber wohl sahe, daßalles dieses umsonst seyn würde, so lange der König Augustusaus Sachsen noch immer geld und volck kriegte, beschloß er end-lich diese quelle zu verstopfen, welches ihm schon gleich nach derMacht bey Pinschow von dem Französischen Gesandten war ge-rathen , durch den Kayser lind seine Wirten aber gehindert wor-den , denen diese Nordische Unruhe wegen des Spanischen suc-ceßions-kriegs sehr ungelegen war, daher sie den König in Schwe-den immer wegen eines allzugrossen Verständnisses mitFranckreichverdächtig hielten , davon man jedoch in seinen Handlungennichts gemercket hat. Als demnach im anfange des jahrs 1706.der General Remschild die nach Polen gehende Sächsische armeebey Fraustadt gantzlich geschlagen, und das fuß-volck der Sach-sen allerdings m die pmnne gehauen, nahm der König, nach-dem er vorher die Russen aus Liefland getrieben, seinen weg imscpt. desselbigen jahrs mit dem grösten theil der armee nachSachsen, da er denn gantz ungehindert einrücken konnte, weildas land von aller besatzung entblößt war. Jedoch ließ er keineaewaltthätigkeit ausüben, sondern begnügte sich, die haltbarensrter zu besetzen, das Heer in die wmter - quartier zu verlegen,und starcke sthatznngen auszujchrelben. Ob nun bald daraufdas in Polen zurück gebliebene Schwedische kriegö-heer vom Kö-nige Augusto geschlagen ward , hatte doch der einbruch derSchweden in fern land die fachen in solchen stand gebracht, daßer gleich darausden bekannten Alt - Ranstadtischen frieden ein-gieng. Ob nun wol in demselben den Schweden nur die Win-ter-quartier in den Sächsischen landen zugestanden waren, soblieben sie doch ein gantzes jähr bis auf den sept. 1707. in Sach-sen liegen, binnen welcher zeit vieles mit den Kayserlichen, Eng-lsschen, Holländischen und andern Gesandten gehandelt ward.
weil man Marter seits glaubte, daß durch diesen einbruchden Franzosen luft gemacht werden könne , waren ste bald an-fangs zugegen, und halfen den frieden stiften, blieben auch,
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weil -e nicht wissen konnten, was des Königs langwieriger aus'enthalt in diesen gegenden bedeute, die gantze zeit bey ihm, »^mal sich auch ein Französischer und ein Bayerischer Gel«" yeingefunden. Ja es kam sogar der Hertzog von Marlvorv ^in person zum Könige, die besorgliche hülffleistung anreich abzuwenden. Man meynt auch würcklich, es sey am. ^tapet gewesen, ins Reich zu gehen, welches aber derper, dem man Alliirter seits feinen willen darum aemacvi, ' ^tertrieben, und sich der erbitterung des Königs wstervortheilhafftig bedienet habe. So viel ist zum wenigsten 9 ».^daß währender dieser Sächsischen quartiere von den SM" ^mehr als einmal gelegenheit an den Kayser gesucht wordenaber durch des Kayserlichen Hofes behutsamkeit, der Mnachgäbe, vermieden worden. Eine frucht davon war die " ^terung der Schlesifchen religions-befchwerden, die zwischen ^
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macht worden, woraufm den folgenden jähren die voumv.^des verglichenen, mit zuziehung des Schwedischen Gevoum „tigten, Barons von Stralenheim , erfolgte. Nachdem gx,der König in Schweden in den Sächsischen quartieren ^mee über die helfte vermehrt, mit allen Nothwendigkeiten.sehen, und aus den bequartierten landen etliche zwanzig m ^nen gezogen hatte, beschloß er endlich im sept. 1707. wieder" ^Polen zu gehen, Stanislaum daselbst veste zu setzen,. um chRussen zu züchtigen. Diese hatten, seit dem der Kon>s 'x,Polen gegangen war, und daselbst seine gröste macht anw« ^te, in Lieffand und Jngermannland den meister gespienziemlich entblößt stehenden länder nicht nur mit strem^ ' >i,verwüstet, sondern auch verschiedene veste örter eingenom'.^,durch welches alles sich jedoch der König nicht zurück ziehen^,sondern sein werck auf einer feite erst auszumachen ^Nunmehr waren sie bey entfernnng der Schweden auch-v^r-in Polen, und bemühcten sich die Republick zu einer am» ^tigen wähl zu bewegen, und also Stanislaum vom th»'zuhalten, da zumal der König in Schweden die Polen o« ei,sehr verdrießlich gemacht, daß er ihnen ohne ihre zuMw ^1»nen Regenten aufdringen wollte. Die Russen aber warmerSchweden seit dem entsatz von Narva em sehr veraw« Ofeind, und bildete sich also der König diß als etwas sE ^utes ein, dieselben nicht allein aus Polen zu vertreiben, m psauch in ihrem eigenen lande heimzusuchen. Dannenh»ihm gleich ein billiger friede von ihnen angeboten waro, - h§,er doch, wie seine antwort lautete, davon nicht eher "w . soren, als wenn er zu Moscau angekommen, war auA'Mch«harte, daß er sich weigerte, ein cartel mit ihnen auM',, dieUnd auf diesem sinne blieb er zu seinem verderben. ^ MRussen hatten indessen anders kriegen gelernet, und 0« ^
nig auf sie los gieng , wichen sie st,wüsteten alles, machten ihm alle pässe schwer, »„>.zur feite ein, daß der König auf dem beschwerlichen mmm ihmdie helfte von seiner armee verlohr. Neben dem nm m ^ ge>sein anschlug, den er mit dem Cosacken - General Amacht, der ihm seine leuthe zuführen, und die vestunH^ Mrin einräumen wollte. Denn die wenigsten Cosacken wo-^Mübergehen, und Baturin ward v-on den Russen besetzt' Mwar nun der König gegen aller seiner Generalen meynun^^yg
nach seinem eignen köpfe, und auf bes Mazeppa ver.' sM -werter gegangen als er sollte, und stund in der MEder einen haltbaren ort zu haben, war von den Ruin'. ^ Meingeschlossen, und litte an allen dingen Mangel, ruwLöwenhauptifche corpo , welches der armee einen » ^ v»vorrath zuführen sollte , völlig geschlagen ward, uKönig zum theil selbst soll schuld gewesen seyn, mdemstatt dasselbe an sich zu ziehen, sich immer weiter davote. Endlich belagerte er Pultava, allwo die Russe" s^ee Äzin hatten. Die belagerung aber gieng, weil es scm» ^nd Uallen zugehörungen fehlte, gar langsam von stalle«, ^ ^ Mfeinde ruckten indessen von allen feiten gegen ihn an, - penentschließen muste, dieselbe anzugreiffen. So AM MiaHjul. 1709. zum treffen, in welchem aber die SckM-c anE,egeschlagen wurden. Der König selbst, der eine wn v ^„ighatte, entkam mit einigen Ober - ossicirern unv Lösche Smannschafft kümmerlich über den Dnieper in das A AiEz,bieth. Die übrige gantze armee, nebst dem Prenuc - , ftiesGrafen Piper, allen Generals - Personen, ber car>AsainA.Bcasse und geschütz, fiel in der Russen Hände. Das i ^ nE^bey war, daß, da sich der GrafLowenhaupt mn .-Mtet^emeist reuterey und draqoner bis an den Dnrcper g ! §hl,Ejädieses corpo dem Fürsten Menzikow, der lW h. ^9000. mann gefolgt war, ohne schwerdt - Mas darin"A^wurckte vermuthlich die äusserste besturtzung, krA,Schweden waren, und der manael an holtz, puw», ^geräthe, dadurch sie ausser den stand gesetzt wurde, ^ ,n e>ren. Dadurch nun geriethen die Schwedlsthen samher ^elenden zustand, indem die Schweden bey dtete .^er w"z,vieles an volck und gelde zugesetzt, jetzo den kern v ^ ver-schafft verlohren, und bey der entftrnung des^w nö-
thigen fertigkeit ihrer rathschlage sehrgehemmew
dem vermehrte sich die anzahl ihrer femde- Der^Sch^ck
stus gieng wieder nach Polen, und muste der r 1
unter dem General Crassau nach Pommern enlw°^ -0