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sie sich mit dem Kayser , Engelland, Holland und dem Her-tzoge von Savoyen zusammen setzten, mit Oesterreich auchgleich im anfange des krieges desto vester zu verbinden schie-nen , weil König Carl nach absterben seiner ersten gemahlin,die sich auf der jagd allzusehr erhitzt hatte, bald darauf eineanderweitige Heurath mit der Pfaltz-Neuburgischen Printzeßin,Maria Anna, schloß, in Hoffnung, mit dieser am ersten erbenzu zeugen, weil sie aus einem fruchtbaren Hause war. Durchdiesen krieg aber ward Spanien von neuen sehr mitgenommen,indem die Französischen Waffen meistentheils gegen die Alliirtenglücklich waren, und den Spaniern in den Niederlanden so-wol, als in Katalonien viele veste Plätze entzogen , sie auch,nach abgang des Hertzogs in Savoyen von der grossen alliantz,wegen Italien die Neutralität einzugehen gezwungen. Alleinüber vermuthen gab ihnen Franckreich in dem Ryßwickischenfrieden 1697. alles abgenommene, und so gar auch Luxem-burg mit seiner bevestigung wieder, wodurch sich diese Cronebey der Spanischen nation einzuschmeicheln trachtete, wiedenn in der that die Spanier theils durch diese Vortheile,theils durch den Verlust von Barcellona bewogen wurden, sichvon dem Kayser abzusondern und ohne ihn zu schließen. Nachgemachtem frieden war alles in Spanien wegen der künftigenCron-folge besorgt, indem die öfter« kranckheiten des Königs,und fein bisher unfruchtbar gewesener ehestand, die Vermu-thung gaben, daß er wol bald ohne leibes - erben verfallendürfte, auf welchen fall denn ihrer drey sich zu der reichenrrbschafft Hoffnung machen konnten, nemlich der Kayser voreinen von seinen Printzen, der König in Franckreich vor denDauphin oder dessen söhne, und der Churfürst von Bayernvor feinen ältesten Printzen. Vor den Kayser und das Bay-rische Haus waren schon bey guter zeit parteyen am Spa-nischen Hofe, dabey noch währendes krieges an Franckreichnicht konnte gedacht werden. Mit den Oesterreich«« hielt esdie regierende Königin, der Cardinal Portocarero, der Car-dinal von Cordua, der Admirante von Castilien, der Grafvon Aguilar und andere, und sollen diese bereits an. 1695.den König haben beredet gehabt, einen auffatz zu machen,in welchem er den Ertz-Hertzog Carl zu seinem Nachfolger ver-ordnet, wiewol sonst das Verständnis zwischen dem Spani-schen und Teutschen Oesterreichischen Haufe in Spanien seitdem Münsterischen frieden eben nicht gar sonderlich gewesen,und auch selbst unter Kaysers Leopoldi regierung viel vorgegan-gen war, das die kaltsinnigkeit zwischen beyden Höfen ver-mehrt. Den Bayrischen Printzen suchten die Königliche FrauMutter und der Graf von Oropefa hauptsächlich zu unterstü-tzen , und bemühete sich die erste eifrig, dasjenige wieder um«zustoßen, was dem Ertz-Hertzoge zum Vortheil geschehen war.Diese partey gründete vornemlich das recht ihres Printzen aufdie nahe blut-freundschafft desselben mit ihrem Könige, weiler ein enckel von des Königs an Leopoldum vermählt gewe-senen schwester war. Denn obgleich seine mutter bey ihrerVermählung hatte müssen verzicht thun, so sagten doch dieSpanier, es sey ihnen davon nichts kund gethan worden, undohne ihre einwilligung dergleichen verzicht von keiner wür-ckung. Dieses alles wüste der Kayserliche Hof, saß aber gantzsiille dazu, und schickte dieser fache wegen nicht eher einen Ge-sandten nach Madrid, als da die verwittibte Königin an. 1696.gestorben war, da man dann den alten Grafen von Harrachdahin schickte, welcher den König bewegen sollte, daß er denErtz - Hertzog noch währendes krieges vor seinen Cron - er-ben erklärte, damit diese erklärung dem künftigen friedens-schluß mit einverleibet werden könnte, weil Engelland undHolland bey schliessung der alliantz versprochen hatten, bey demfrieden Franckreich zu nöthigen, daß es seinen ansprächen aufSpanien absagen mäste. Der ansprach des Kaysers auf dieseerbschafft war auch den alten Verträgen beyder Häuser und dentestamenten Philippi III. und IV. gantz gemäß, und sahe mansonderlich auf den Ertz-Hertzog, weil dessen älterer bruder be-reits Römischer König war, da man denn also vermeidenwollte, daß das Teutsche Kayserthum und die SpanischenReiche nicht auf eine Person fielen. Allein bemeldter Grasfand bald anfangs in seiner Handlung wichtige schwierigkeitenan der Uneinigkeit der Grossen bey Hofe, und weil die regie-rende Königin, mit der er doch zuforberst handeln sollte, we-gen der Gräfin von Berlepsch und anderer von ihrer Hof-statt mit allen Teutschen überaus bey den Spaniern verhaßtwar, ob sie gleich bey dem Könige viel vermochte, inmassenman gemeiniglich davor hielt, daß hier der k. Gabriel, ihrBeicht-vatter, die Gräfin von Berlepsch und der Admirantevon Castilien alles regierten, und diese Teutsche partey , wieman sie nennte, war den Spaniern ein solcher dorn in denäugen, daß auch die, so Oesterreichisch gesinnt waren, in ihrenbemühüngen vor das Kayserliche Haus sehr laulicht wurden,weil sie in dieser fache mit den obbenannten Personen nichtswollten zu thun haben. Zudem würfen viele Minister demGesandten ungescheut vor, der Kayser sey schuld an allen ihremungluck, weil er sie stets in den grölten gefahren allein habe ge-Uen, und diejenigen, die es gleich mit den Oesterreich«»den Grasen zu hindern, daß er mit deinder Konigin nicht zu vertraut würde; wie denn un-darunter der k. Gabriel, sehr kaltfinnig mitaufrichtigkeit zeigten. So hat-te auch der Spanische Gesandte zu Wien einen sehr fatyri-
schen abriß von dem Kayserliche» Hofe und fanulre nach ^dridgeschickt, welches diebitterkeit, so die Spam« langn»,gen das Teutsche Ertz-Haus gehegt, gewaltig vermeWe. , ^lieh, da der Gesandte schon über ein halbes jähr in Spaui«,e-Wesen war, und noch nicht einmal einen Minist« -
gen, dem er, nach des Spanischen Hofs bräuchen, leine»trag eröfnen können; thaten ihm der König und seine gemav^.selbst die erklärung, es solle der Kayser, wie es schon vornjedoch vergeblich, von ihm begehrt worden, den Ertz -unverzüglich mit einer hülffe von ioooo. mann nach SU' ^schicken, so wolle denn der König denselben öffentlich zu ,Cron-folg« annehmen. Dabey verbot man jedoch demausdrücklich, jemanden, ausser den Königlichen Personen,was von dem zweck seiner Gesandtschafft zu sagen.weil sich der Cardinal Portocarero des Ertz-Hertzogs um g..sein eifer annahm, und deswegen dem Könige viele voulungen that, ward ihm die «laubnis gegeben, mit dem ^.serlichen Gesandten darüber zu handeln. Der Cardinal or»te es auch so weit, daß sich der König erklärte, er wolle vor stunterhalt der verlangten Kayserlichen völcker selbst sorg«-' mes schiene, daß der Kayserliche Hof wegen dieses Puncts M ^rigkeiten machte. Allein darüber zerfielen der Cardinal umAdmirante vollends gäntzlich, weil sich der letztere bisher -gebildet, man werde ihm die fache abzuhandeln auftragen -deswegen dem erstem verdrießliche reden gab, da hingegenCardinal durch feinen 8eLrewrium Uraca, welcher von/,feinden des Hauses Oesterreich soll seyn bestochen' ge<E.,auch immer mehr gegen den Admiranten aufgebracht wa^zdaß er in einer öffentlichen audientz bey der Königin ihn -den Urheber alles Unglücks von Spanien vorstellte, und vcs ^te, daß man ihn von den Staats-verrichtungen entfernen-alle Teutsche, welche sich so gar unterstünden, mit den > ^tigsten ämtern und bedienungen Handel zu treiben, »am ^ ^se schicken möchte. Diß nahm die Königin so übel - ,
ihm mitten in der audientz den rücken kehrte und wM'Ae-welche schwach auch den Cardinal bewog, von stund an U ^sterreichifche partey zu verlassen, welches denn die rnau- MKönigin und des Admiranten sehr schwächte. JndE'chreii,man zu Wien mit der antwort auf das Spanische veg^ yiewegen absendung des Ertz-Hertzogs so lange verzogen, „ A,ß-Spanier, Engelländer und Holländer ihren frieden piewyck gemacht hatten, in welchem man dem Ertz-EÄevdsSpanifche erbfchafft zu versichern vergessen hatte. NnA vor-ab« weigerte sich der Kayserliche Hofausdrücklich in 0 „«§stenschlag des Spanischen zu willigen, weil man diezu des Ertz-Hertzogs und der völcker reise schwerlich.gen könne, oder doch wenigstens vorher gantz genE").,,ver-kling von dem nutzen derselben haben muffe, so nicv'geschehen könne, als wenn der Ertz-Hertzog fordernd-^ye.noch vor seiner überkunft zum Cron - erben «klarer' M-Man that dabey von Wien aus den Vorschlag, daß «'Hertzoge das Gouvernement von Mayland gegeben ^ Dorn-te , dahin ihn der Kayser mit einer armee schicken wolle. ^ ge>diese schwierigkeiten des Kayserlichen Hofes, und durw ^ Mfchlossenen frieden , gewannen die Handlungen desHarrach ein gantz anderes aussehen. Es ward uM e'in die äugen gesagt, der König könne den Ertz-HerWM er-mit einer armee nach Spanien käme, nicht zum Cron-' ^klären, weil er dadurch die Franzosen auf einmaltzen würde, der unterhalt solcher armee dörfte nun von ^ §000nicht begehrt werden, weil der vorwand, unter denn" M'a/währendem kriege ins land hätte können gebracht werv^,>c.den frieden weggefallen. Die forderung wegen 0«ments von Mayland ward, weil man solches dem ^ denvon Vaudemont bereits gegeben, rund abgeschlagen-jcht.anKayserlichen dabey bitter vorqeworffen, daß es rlM»' KESpanien, sondern nur um Italien zu thun Ha»"
hatte zwar noch viel guten willen vor das Kayt«"^ rE,allein die Wienerischen vorschlüge waren ihm chn^ ,„ld iss-sdem Gesandten deswegen oft sehr beissende reden gsi, ^ter U,diß hielt ihn die stetige Uneinigkeit seiner Minist« "" hM''entschlossenheit. Diese suchten einander nur "0« jchtung ^zu werffen, und waren nicht mit ernst um die „ wardkünftigen Cron-folge besorgt. Der Teutsche "E" gchder Konigm ihre leuthe, die sie durchaus nicht vonwollte, je länger je mehr verhaßt. D« Grat ° verd^',„.erweckte gegen sich, indem er es mit niemandenwollte und keinen gewissen weg gieng, auf allen^caats-^-VEs haben ihm auch einige von den Spanisch« Mthen hernach selbst zu erkennen gegeben, wie « undaß er sich absonderlich der Königin vertraut - ""^änd«t-^.düng der umstände seine art zu negotiiren man g könnteer doch vermöge seiner vollmacht gar wohl vor M -/MildÜber das alles wollten nun auch Engelland un^b« - . ^schiffe zur überfahrt einiger Kayserlichen v^ck« yc ° perches sie sich in kriegs-zeiten nicht wurden geweigert ^it Wgzö-aber niemand darum angesprochen. Um dt v Fra ^Graf von Monterey, der schon geraume zelt ^ da» vfisch gewesen war, an, mit mehrercm rmchdrucr ^ Hass«vonBourbon zu.arbeiten, und gebrauchte sick)^ hegte-der Cardinal Portocarero gegen den Idnnvan M^wol er ihm sein eigentliches absehen noch nicht em" HA ^t-es anfänglich durch ihn nur so wert brachte,