Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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Carolus l. aus dem letztem stamme, oder der II. Hertzogvon Lothringen , war ein söhn Johannis, Hertzogs von Lo-thringen, dem an. i;82. zu Paris mit gift vergeben worden,und seiner ersten gemahlm Sophia, Hertzogs Eberhard! vonWürtenberg tochter. Er wurde wegen seiner tapferkeit derkühne zugenannt, und verfolgte diejenigen, so seinem vattergift beygebracht hatten , befand sich auch noch an. i;82. inder schlacht bey Rosebek,, und ben der belagerung der stadtGent, so Philippus der kühne, Hertzog von Burgund, vor-genommen hatte. Er befand sich auch in dem Preußischenkriege, und wohnte in Lithauen bey Wlna einer schlacht bey,darinnen er den Hertzog von Lithauen selbst gefangen bekam.Nach seiner zurücktunft half er seinem schwieger-vatter, demKayfer Ruperw, welcher Franckfurt belagert hatte. .Erschlugauch mit wenig volck die Fürsten von Baar und Jülich, dieGrafen von Nassau rc. welche mit einer grossen armee in seinland eingefallen waren, und bekam die vornehmsten unter.ih-nen gefangen. Gegen Franckreich aber war er nicht so glück-lich , als er die feindseligkeiten , so sein vatter angefangen ,fortsetzen wollte, sondern muste an. 1412. einen vergleich su-chen. An. 1418. wurde er von der Königin Jsabella ausBayern zum Connetable gemacht; welche würde er aber nichtlange behalten, weil er nicht rechtmäßig war eingesetzt wor-den. Er starb an. 14;«. und hinterließ von Margaretha, desKayfecs und Pfaltzgrafen Ruperti tochter, keine männliche, er-ben , weil Ludovicüs und Rudolphus jung gestorben; die toch-ter aber waren : Jsabella, welche an Renatum von Anjou Kö-nig von Sicilien , und Catharina, die an Jacobum I. Marg-areten von Baden , vermählet worden, welcher an. 14)2. dersucceßion im Hertzogthum Lothringen renunciret. Renatusvon Anjou aber mästete sich wegen seiner gemahlm Jsabellades Lothringischen landes und tituls an; ward aber an.14; 1. von Antonio, Grafen von Vaudemont, Caroli brudersFriderici söhne, geschlagen und gefangen , auch nicht eher er-lassen , als bis er seine tochter Jolantham an Fridericum,einen söhn dieses Antonii, verlobet, welche nach ihres bruders,und depen sohns absterben, die aantze Lothringische succeßionauf die Vaudemontifche linie gebracht. /«ve.

«a/ k/r/r'-r», IM. cle Lkarl. VI. , Lc.

Earolus II. oberm, ein söhn Francisci, Hertzogs von Lo-thringen, und Christinä, Königs Christierni in Danemarcktochter, wurde den 18. ftbr. an. 154z. gebohren, und an demHofe Henrici II. Königs in Franckreich, erzogen; nach dessentode er sich mit in die entstandene unruhe mischte, und diepartey seiner vettern, derer von Guise, annahm. Er führteden krieg in Champagne, und wohnte der belagerung vonMarsal bey, dabey er aber bald fein leben eingebüsset hätte.Nach der zeit als Franckreich wieder in ruhe gefttzet worden,brachte er sein übriges leben in der stille zu, und starb an.1608. An. i?59> hatte er sich mit Claudia, Henrici II. inFranckreich tochter, vermählet, welche an. i;??. nachdem sie

söhne und 6. töchter zur Welt gebracht, gestorben; darun-ter denckwürdig Henricus, welcher succediret; Carolus, soCardinal, Bischoff zu Metz und Straßburg worden ; Fran-ciscus, Graf von Vaudemont ; Christina , Ferdinandi I.Groß-Hertzogs von Florentz; Antonietta, Hertzogs JohannWilhelms zu Jülich, Eleve und Berg, und Elisabeth, Her-tzogs Maximiliani zu Bayern gemahlin.

Carolus III. oder IV. Hertzog von Lothringen, ein söhnFrancisci, Grafen von Vaudemont, der ein bruder Henrici,regierenden Hertzogs von Lothringen war. Der junge Carlward gebohren an. 160;. oder 1604. und ist nachgehends durchseine seltsame aufführung und schicksal in den geschichten sehrbekannt worden. Sein vetter, der jetztgemeldte Henricus,hatte zwar keine söhne, sondern nur 2. töchter, stund abermit seinem bruder, dem vatter des Printzen Caroli, in soschlechten vernehmen, daß er ihn und die seinigen durchausnicht zur erbschafft der Lothringischen länder wollte kommenlassen, sondern vorwandte, daß dieselben auch auf daS weibli-che geschlecht vererbeten, da er denn die älteste tochter Nicoläaman seinen Ileblmg den Printzen von Pfaltzburg vermählen woll-te. Allein durch die bescheidenheit dieses Herrn und durch daszureden eines Carmeliters, den der Papst nach Nanci geschickthatte, ward es endlich so weit gebracht, daß Henricus ge-dachte Nicolaam dem Printzen Carl an. 1621. zur ehe gab,jedoch mit der bedingung , daß er das recht der erbfolgedurch solche heurath erhalten, auch deswegen der Printzeßmnähme auf dem gelde lind in öffentlichen Urkunden dem seinigenmit beygefügt werden sollte. Solcher gestalt trat Carl nachHenrici tode an. 1624. die regierung an, die aber gar un-glücklich war, wie auch sein vetter von ihm prophezeyet hatte,es werde dieser Printz alles verlieren. Nicht lange nach demantritt seiner regierung wollte er und sein vatter nicht mehrden nahmen haben, als ob das recht an Lothringen durch ei-ne frau an ihr haus habe kommen müssen, zumal da Nicoläareine linder kriegte und zu besorgen stund, es möchte nach de-chre schwefter Claudia die Hertzogthümmer an sich zie-vch wouen, deswegen auch schon die verwittwete Hertzogin, diech" mcht wohl stund, dieselbe an einen mächtigen Prin-. Deswegen beruften sie sich auf einwMer-vatters Renali, nach welchem dieHertzogthümmer Lothringen und Bar nie aufs weibliche ge-schlecht jöüten fallen können« Öd nun wol viele das testament

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vor errichtet hieltenwaren doch die Stände meistens gewon-nen , so daß Carl an. 162;. erstlich die Herzogliche wurde,ern

vatter, dem Grafen von Vaudemont, als nächstem mam ^chen erben des verstorbenen Henrici, abtrat, dieser aoer 1ehe alsobald wieder an seinen söhn übergab, wodurch 0»Nicoläa ausgeschlossen ward. Da nun diese nebst ihrerter, der verwittweten Hertzogin, an dem Französischenbeystand suchte, auch Hoffnung dazu erhielt , ward dm>mder erste gründ zu dem Widerwillen des Hertzogs gegen sr»reich gelegt, wozu kam, daß die Franzosen zu Verdun »citadelle anlegten, und damit dem Hertzoge eine drille am -nase setzten, die Hertzogin von Chevreuse auch, die sich dmtz"durch Richelieu vom Französischen Hofe vertrieben, ^

thringen aufhielt, und in welche sich der Hertzog ver,hatte, durch ihr zureden ihn mehr und mehr am vramwie er denn unter der Hand, sowol mit dem Kayjermit den Engelländern etwas schmiedete, den letzter» 2fallen auch ben Reformirten in Franckreich zu hulffemen wäre, wenn der Hertzog von Buckingham seinebesser gemacht hätte. Damit aber der König seiner ^ge nicht zu zeitig inne werden möchte, that er an. 1627- ^reise an den Hof, wobey er zugleich gelegenheit bekamVerwirrungen des Hofes zu seinem Vortheile wahrzunco'Insonderheit soll er des Königs seinen bruder, den HU?von Orleans , m seinem Mißvergnügen über den CaUU«Richelieu gestärckt haben, inmassen denn auch dieser Ps«

sowol an. 1629. als 16; 1. an denn Lothringischen Hoffte" s

flucht nahm,» auch das letzte mal gar in geheim desHU.schwester, Margaretham, heurathete. Es war dabeyredet worden, daß die Lothringische armee in Franckreiw ^brechen sollte. Weil aber der König, ehe noch alles dm^bereitschafft war, sehr in den Hertzog drang, daß er MU-seiner rüstung erklären möchte, ward derselbe genothlN"ne völcker dem Kayser zu hülffe wider Schweden zu

verrohr, und noch darzu , sonderlich von den Strayo» Achvor seine person allerhand Verdruß ausstehen muste. jasen war auch der Konig in Franckreich mit einer arm ^die nachbarschafft von Lothringen gekommen, und an oe ^dern feite drohte ihm der Konig in Schweden, daher ^jgeendlich in Französischen schütz begab, und mit.dem M erdeswegen 16^2. einen vergleich machte, vermöge omallen andern bündnissen abzusagen, und es mit ihm atz .Er-halten versprach, auch die vestung Marsal, zu mehrererheil auf einige jähre abtrat. Er fuhr aber nichts dejtomfort sich zu rüsten, und sowol mit den Kayserlichen / a>^ znmit dem Hertzoge von Orleans ein geheimes verstam ^hegen, daher ihm der König in bemeldtem jähremit einer armee auf den hals rückte, und ihn nöthiger AchtelStenai und Jamets in seine Hände zu liefern. "fMerrchnun der Hertzog versprochen hatte, sich mit denchern wider die Schweden nicht zu verbinden , steng p§r-i6;z. an, dieser ihre Unternehmungen im Elsaß zu »or , >, Müber aber seine völcker bey Pfaffenhoven geschlagen /land abermal von dem Könige in Franckreich "UM/ward, der sich vor Nanci legte, und den HertztzsMauch diese seine Haupt-stadt durch einen besondern oU" schellFranzosen zu übergeben. Diese beqebenheiten, am jAper-der Hertzog wohl sahe, daß der Französische Hof,lieh Richelieu , nicht nachlassen wurden, ihn zu j-Ebrachten den Hertzog auf den entfchluß, zu anfangeiü;4- das gantze Hertzogthum an seinen bruder U ^ Eabzutreten, der die Cardinals-würde niederlegte / «ermatztz.der Nicoläa ihrer schwester, der Printzeßm Claudia, «raEte; welches gantz in geheim geschahe, ohne daß" ,jche Gsen, welche sonst ein genaues aug auf die , als l"fönen zu haben vermeynten , das geringste davv>' ^nach vollzogener heurath, erfuhren; daher sie au»? . pchAdarüber entrüstet wurden, und die beyde verheuraw Munen verwachen liessen. Doch hatte der neue Hertz^ waEsneben seiner gemahlin verkleidet durch die Fcamow ^zu konimen, und also aus dem land zu ßM»,meridarauf durch die Franzofen gäntzlich eingenom^ erDer Hertzog Carl aber war mit zo°o. mann,in seinem solde behielt, zu den Kayserlichen EÄhru/.ft llldenn in der schlacht bey Nördlingen die Llgm ^ bald ^commandirte. Nach der Hand hat er etliche la ? widergeseüschafft der Kayserlichen, bald der SpanA geE,

Franzosen und Schweden an unterschiedenen orrei^^^ge

wie er denn an. 16)5. mit dem Grafen Gallas m Mle»» p,i6z6. in Burgund einfiel, und in eben diefem iam.

Graffchafft Burgund, so von den Franzofen bei Aentfetzte, in dieser Grafschafft sich auch M^FalUg^ptheils aufhielt, und von dar aus dre Feauzoien be-

unruhigte , an. 16;8. das belagerte Brisach zu vergebM,ges1640. nebst den Spaniern Arras zu entsetze anM" bellmühet war. An mißlingung des Brisach w>deesoll des Kayserlichen General Gotzens etfersuch^enckAjekHertzog schuld gewesen seyn. Vor Arras aber ^Sk

fänglich wegen einrichtung des gantzen enlsa^^Mfl Mnicht folgen, ihn auch hernachm dem handg ^it hat» pckkräfftig gnug unterstützen. Wahrender die,er