Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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grossen Unwissenheit vor den grösten Profit feiner bisherigen stu-dien. Dieses erweckte einen solchen Unwillen bey ihm / daß er diebücher gäntzlich aufdie feite legte, und sich inzwischen im reuten,fechten und andern ihm anständigen exercitien übte; bis er nachder zeit durch conversakion verschiedener gelehrter leuthe zu Pa-ris wiederum tust zu den studien bekam, da er so gleich alle sei-ne bisherige compagnien und gepflogene divertissemens quittire-te, sich ein entlegenes Haus in der Vorstadt St. Germain mie-thete, und in grosser einsamkeit alle seine zeit auf dieMathema-tick und andere philosophische disciplinen wendete. An. 1617.begab er sich nach Holland, um allda nach dem exempel andererjungen Französischen Cavaliers unter der armee des PrintzenMoritz als Volontair zu dienen. Wobey er kein ander absehenhatte, als die diverse sitten der menschen, und die tausenderleyzufälle des menschlichen lebens erkennen zu lernen, wie er denndeswegen alle chargen ausschluge, und jederzeit von dem feini-gen lebte, ausser daß er ein einig mal aus curiosität sold ange-nommen , und solchen zeit seines lebens als ein zeichen seinerkriegs-dienste aufbehalten. Als an. iüiy. die crönmig KaysersFerdinand! II. zu Franckfurt geschahe, verließ er die Niederlan-de , und kam nach Teutschland, die eeremonien mit anzusehen.Von dar begab er sich unter die Bayerische militz, wodurch ergelegenheit bekommen, sich nach Ulm zu begeben, und mtt ver-schiedenen vornehmen Personen, sonderlich aber mit dasigem Na-lüematico Faulhaber bekannt zu werden, welcher von diesemjungen soldaren grosse estime machte. An. 1620. war er mit beyder berühmten schlackst , so den 9. nov. vor Prag geschehen.Nach der eroberung Prag verließ er die Bayrische trouppen, undfolgte das folgende jähr dem Grafen von Bucquoy nach Ungarn,und wohnete allda den delagerungen von Preßburg, Tyrnau ,und anderer örter bey. Aber der unglückliche ausgang der be-lagerung vor Neuhäusel, und der Verlust seines Generals mach-te ihm das kricgs-leben verdrießlich, wie er denn auch noch selbi-gen sommer von der Kayserlichen armee hinweg gegangen. Wah-render solcher zeit unterließ er dennoch nicht, fi> oft er nur gele-genheit hatte, seinen gewöhnlichen ineäitstionilE, als pr-elu-ckiis von seinen künftigen wercken obzuliegen. Inzwischen hatteer noch nicht lust so gleich in Franckreich zurück zu kehren, theilswegen des kriegs wider die Hugenotten, theils weil die pest inParis sehr graßirte; besuchte deswegen noch einige TeutscheHöfe, und langte demnach erst an. 1622. in seinem vatterlandan. Gleich aber das andere jähr darauf, nahm er eine reisenach Italien vor, von dar er erst an. 162;., zurück kam. End-lich entschloß er sich, ohnerachtet aller einwurffe, die ihm des-wegen von feinen freunden und unverwandten gemacht worden,Franckreich gäntzlich zu verlassen, und seine lebens - zeit in Hol-land zuzubringen. Woselbst er auch viele jähre nach einanderverharret, und seine meisten schritten verfertiget. An. 1640.wollte man ihn durch Vermittelung Nr. Cavendish, der ein bru-der des Hertzogs von Newcastle, nach Engelland ziehen, wo ihmgrosse geld-sümmen zum experimentiren von König Carolo I. de-stinirt waren; es hat aber solches wegen der entstandenen Unru-he in selbigem Königreich, unterbleiben müssen. Nach dem to-de seines vatters, welcher kr-eles in dem Parlement von Breta-gne gewesen, that er theils wegen seiner güther, theils seine un-verwandte und alte freunde zu besuchen, verschiedene reisen nachFranckreich, da man ihn jederzeit durch Offerten von grossen Pen-sionen und hohen chargen, theils bey Hof, theils bey dem Par-lement zu erhalten suchte, wozu er aber auf keine weise zu dispo-niren war; dennoch wurde ihm eine jährliche pension von zooo.livres beygelegt. Sonsten hatte er die ehre, daß er bey der Prin-tzeßin Elisabeth«, einer lochte« des unglücklichen Churfürstenvon der Pfaltz, Friderici, sehr ästimiret wurde, welche an seinenschritten und fast täglicher conversation sonderbares gefallen hat-te. An. 1649. gieng er auf vielfältiges anhalten der KöniginChristinä nach Schweden, und wurde von derselben mit unge-meiner ehre empfangen. Welches so bald jalousie bey den an-dern Gelehrten an selbigem Hofe verursachte, die alle mitte! an-wandten , ihn aus solcher Königlichen gnade zu setzen, undmag dieses nicht ohne allen effect gewesen seyn, zumal, da dieKonigin selbst mehr lust an der Historie und antiquitäten, als anphilosophischen ü,sculationiüu8 zu haben schiene. Nichts desto-weniger wollte ihn die Königin nach seinem tode, welcher an.I6;c>. den II. febr. erfolgete, und den er sich wol meistentheilsdurch ein übel gegründetes juckicium von seiner kranckheit undobstinate Weigerung der medicamente zugezogen, mit grossen so-lennitäten beerdigen, und ein kostbares grabmahl von marmoraufrichten lassen , wo es nicht der Französische AmbassadorChanut verhindert hatte, der chn ohn sonderbaren pracht begra-ben ließ. Dessen gebeine wurden erst 17. jähr nach seinem todevon einem seiner freunde nach Franckreich überführet. Seineschritten, so theils von ihm sechsten, theils nach seinem tod edi-ret worden , sind folgende: NeäitatioirS8 äs prima küilolopüis,cum rslponliomlius -ick odjscäiones; krincipis pkilolopüics;Visiert. äs Netkoäo; Lioptrice; Neteora; cke kallionibus ünimastraätatu8; cle Nomine L formatione kcetu8; Lleometrise Üb. III.;Lompsniüum Nusica:; Lxplicstio inacüinsrum stmpücium;Kxiüolarum tom. III. ; Nuriäus f. äisiertatio äs lumine , utA sie aiüs tenluum objsöcks primarÜ8; Trs<lkaM8 äs Necliani»La ; KegulN aä clireäkionem ingsnii, M L inguisitio veritatisper turnen nstursls ; ?rimse Logitatlones circa generarioneln»nimaUum , L nonnulla äs taporibus. Sonst wird insge-mern von thm indrcwet, daß er sich in seinen jachen anderer len-

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the schritten und inventionen mehr bedienet, als er nahmenden wollen. Sonderlich ist wegen der ungemeinen conve«> rdes calcuü , dessen er sich bedienet, fast nicht zu laugnen, ^ °er die meiste nova und üngularia in seiner Geometrie, so eruisz?. an das licht gekommen, und die ihm wol unter anen,nen schritten die gröste gloire erworben, aus des Hartlötn " ^ansl^ticis genommen, zumal da bekannt , daß er an. sl- ,

eben Hariotti buch unter der preß wäre, in Lonten .

um allda experimenta circa mutatam acu8 msxneticL ciec p

rionem, welches damals eine neue fache war, und in E>E^am ersten observirt worden, anzustellen. So-hatte er auwseinem langen aufenthaltin Holland, durch correspondenvl Aer mit vielen Englischen Narbematicis unterhalten, .>e>w st-einige kundschafft davon erlangen können. Welches etnW >ner landsleuthe selbst nicht in abrede seyn, andere aber

uurr nv / wie ev wouc, 10 ljl gewly, oaybereit an. 1621. gestorben, auch leicht zu glauben, daß er 8^ Hme zeit zuvor an solchem wem gearbeitet, und ihm <">0^,prima invenrio zuzuschreiben. Die über alle parrs 8 seinersophie entstandene äilpmaricmes sind mehr als zu bekanntzu viel, als daß sie hier können erzehlet werden , indem M ^ ^ger zeit fast kein gelehrter mann in boc üuäiorum ^

der nicht etwas pro oder contra sollte gethan haben.

Ikeoiogis lst darüber weit grössere Unruhe entstanden, sss^ivinzu Rom an. 16Ü;. von einer 8scra Longre§stions Laräm» .wider seine schritten, nahmentlich wider die Nsäitariones o«ina kliilosopkia ein äecretum prvmulgiret worden, ne gt,

ju8cungue grsäv8 ant conäitioni8 impokerum vel imp"vel legat, vel retineat, und sind aljo solche Mit in d^pFe"cem Übrorum xrobibitorum gekommen. Ohnerackst« . ,^0aber hat diese Philosophie unter den Jesuiten in Franckren'^-den Niederlanden so vor als nach einen grossen anhang " M-men. Die Reformirte Theolog! in Holland stritten mitlicher Heftigkeit gegen einander, da einige ihn gar zu einem -»igsten machen, andere aber sonsten allerhand gefährliche f sei-entweder aus seinen eigenen schritten gezogen, oder anm Mnen allecü8 impurirt haben. Die vornehmste darunter perfolgende: Wer ernstlich und ordentlich Philosophiren E ,por-musse an allen dingen zweifeln. Woraus ferner gestlM^h eMden, man müsse zum wenigsten auch einmal zweifeln, ^feinGOtt sey. Wiewol eigentlich Carteflus durch st^Mhün?nichts anders verstanden hatte, als die gründe und be>vc' ^ siemer jeder fachen erwegen und untersuchen. Alle Gem co-seyen nun menschlich, englisch oder göttlich, die styeNp. keinepitsns, oder ein ding, das aus dencken bestehe. EsChristliche Philosophie, weil alle und jede Philosophie opmbarung, und also ohne alle religion seye. Ja, das verder verderblichen Philosophie Ursprung, daß man M pBSchrift und Theologie hernehmen wolle. Die SchfM ^ un-natürlichen und moralischen dingen öfters nach der ^ -K-nung des gemeinen volcks; oder bediene sich solcherten, welchen das gemeine volck falschen und irrigenantichtete, aber, ohne darum diesen irrigen verstand»» d>-

oder anzudeuten. l.väiu8 Iapi8 veritati8 sey eine klastincte perception. Die Philosophie sey der Theologie' ^ Mterworffen. Es sey einerley gewißheit, sie komme nun tve-Schritt, oder aus der Vernunft her. Und was vergleich1 e 8 mehr waren. Die sogenannte Cartesianec moch^ jhce

. wie sie wollten, so brachten es dennow^o^o'

gegen excusiren,verfarii damals dahin,

so brachten es denn ^daß an. i6z6. auf einem

vinciali zu Dordrecht den Cartesianern alle prorndin-' ^pjpanchen , ihre principia gäntzlich verboten , und allen^^

dieser Philosophie schriftlich und mündlich zu rennnEleget wurde. Welcher schluß das folgende iahc avDelft confirmirt worden ist. Von welcher hefligreu^ .doch nach der zeit nachgelassen hat. LpikolL

T'e/ie/r«,, äs vita Lsrtsiii. 6. notata gussao K^ äoclkrinam Larreüi axuä Tüomslmm in bin- i ^7.tom. II. x. Ilz. lsgg. , IsttreL p. 4)4- stlss- ^

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694. Lar^//. in compenä. ipliu8 vitse. , la v, ^^ ^

LartL8. Itinerariuin in munäum Lartesii. ^ 'w. ll>

meäitationiku8 äillertst. , in

rum. äs novillimia circa rss Licras in

epilkola. äillert. äs Lartelianistno M

Arnolds ketzer-historie. * .,^e

Benthems Holländ. kirchen-staar,Carthaaena, oder Carthago nova u"^7Asdrub^!,,ele'Spanische stadtim Königreich Murcia, welche-^ ^ erom'von den Carthaginensischen Generalen m Spam^^, stsund zwar zu dem ende, daß sieden Carthagmenimal Spanien mit krieg angegriffen, zu emeu'nen möchte, Sie liegt auf einer halb - t»ml m m om« siialmeer-busen, hat westwärts einen morast, «no 9 ^ ^süden einen Hafen, welcher von einer klettienMl^^^hrckScomberia, jetzo aber Escambera U^/.^^Man alsAjo daß er jederzeit wider-alle wmde sicher so daß

pione unter der Romer ootmamgre» van^ ^j^fü

ses nicht minder feinem glucke «ls t^ftrkelt M ^ F'

Von den Gothen , Wandalen und Mohren