Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
Seite
672
JPEG-Download
 

672 c h i

So ist auch das land lustig und anmuthig genug, nur daßdann und wann winde entstehen, welche die leuthe dergestaltdurchdringen , daß sie davon sterben. Es giebt sonst darinnenviel gold-adern und grosse jaspis-stein-brüche, doch werden dieLerg-wercke von den eingebohrnen nicht angebauet, als welchesich an ihrem Handel mit leder, unschlit, geräuchert fleisch,Hanf und getreyde begnügen. Gleicher gestalt ist auch keinMangel an flügelwerck. Die schaafe sind so ungemein groß unddicke, daß siepfund schwer auf ihrem rücken tragen können.Die einwohner sind kühn und tapfer, und sonderlich diejeni-gen , welche in den thälern Aranco, Puren, Tucapel sich auf-halten, und noch andere mehr, welche noch nicht alle unterder Spanischen botmäßigkeit stehen. Zu ihrer kleidung brau-chen sie die haute von thieren, und baten den teufe! an unterdem nahmen Lpsnomam, welches so viel heißt als ein mächti-ger ; jedoch haben sich viele von denjenigen, welche den Spa-niern Unterthan sind, taufen lassen. Chili dependiret zum theilvon dem Vice-König in Peru, hat aber auch einen besondernGouverneur. c. 2L.

cn ae/« kill. äes Vn,L 38 x>. 2. lib. VII. c. 18.

leg. , vovsgs cke 1 a msr clu 8uÜ aux cötss cle Lbili

Lc. ?. II. Lc. *

oder MLIRXMII werdm diejenigen genen-net, welche behaupten, daß noch vor dem jüngsten tage einsichtbares Reich Christi auf dieser erden seyn, und daß solchesrooo. jähr bestehen werde. Man theilt aber selbige in 2. gat-tungen, sintemal einige solches als ein fleischliches, andere abernur als ein geistliches Reich vorstellen. Die letztere meynungsoll von dem Papia, einem Bischoffzu Hierapolis und jüngerdes Evangelisten Iohannis, welcher im andern lleLulo gelebet,ihren Ursprung haben. Wie dann unterschiedene der gelehrte-sten Kirchen-vätter, als Irenäus, Justinus und Tertullianus,demselben in dieser meynung gefolget. Es hat den Papia zwarBernhardus ImtrenburZius unter die zahl der ketzer gerechnet,allein Baronius hat ihm dennoch eine stelle in seinem Martxi n-logio gegeben. Diejenigen aber, so ein grobes und fleischlichesReich verstehen, sollen zum urheber ihrer meynung Eerinthumhaben, und derselben hat auch Ebion beygepflichtet; wiewoleigentlich selbige von den Jüden entstanden, welche ihnen einäußerliches Reich des Meßiä eingebildet. In dem dritten L-culo hat Nepos, ein Egyptifcher Bischoff, einige Chiliastischemeynungen vertheidiget, dem sich aber mit ziemlicher HeftigkeitDionysius von Älexandrien entgegen gesetzt. Coration, derauch diese meynung behauptet, verließ hernach selbige, dessenexempel unterschiedene andere gefolget. In dem vierten ÜLLuInhat Apollinarius mit seinen anhängern dergleichen wiederumaufgebracht, welcher aber deßfalls von dem Papste Damaftoauf dem Lonuiio zu Rom verdammet worden. Hierauf hatman nichts sonderliches davon vernommen, bis in dem anfan-ge des XVI. lisLuli einige Anabaptisten wiederum auf eine gro-be art das Reich Christi ihnen eingebildet, und sich dadurch zuallerhand excessen verleiten lassen. Wie denn zu diesem endevon ihnen zur zeit der belagerung der stadt Münster, ein buchunter dem titul: Ksiritmio weius Nuncli. heraus gegebenworden. Nach diesem haben Melchior Hoffmann, JohannStieffel, Ezechiel Meth, sonderlich aber Henricus Nicolai,ferner die sogenannten Rosen-creutzer, die Emacker, Labadi-sten, und viele andere, dieser meynung beygepflichtet. Ja selbstunter den Catholischen hat Johannes, Bischoff zu Chiemsee,in seinem buche, Onus LccleüL genannt, diese meynung ver-theidiget , darinnen er sich auf den Ubertinum äs Casali, undden wegen seiner prophezeyung berühmten Benedictiner-AbtJoachimum beruft, welchem noch Alphonsus Lonradus,Matthäus Cotterius und andere beygetreten. Unter den Re-formirten haben Johann piscator, Johannes HenricusBifterfeld, Johannes Alftedius, Thomas Brrchtman-nus, und viele andere diese meynung vertheidiget. Dergleichenauch einige Unter andern religions - verwandten gethan, alsHenricus Gebhardus, sonst wesener genannt, Gräfl. Reuß-nischer Cantzler zu Gera; Paulus Aegardus, HermannusJungius und unterschiedene andere. Kser. 77.

lid. V ll. c. Y. scl L5. LX.

L. 264. in kill. Lliiliastni. intro-

äuök. sä liiil. LLLles. c.leök. 22. p. 910. leg.

(shillingworth, (Wilhelmus) einer der fürnehmsten En-glischen Gottsgelehrten, welcher an gelehrsamkeit, frommkeit,scharfsinnigkeit, Nettigkeit des geistes und solidität wenig seinesgleichen gehabt: ist gebohren im oct. an. 1602. von Johanneeinem bürger und hernach Schultheißen in Oxford. In demLolleAio 8. Irinit-ms allda legte er das fundament zu seinenstudien. An. 1624. wurde er Nsgilker LrUum, und an. 1628.8ooiu8 in eben gemeldtem Lollegio. Als er in der religionnoch nicht vest gesetzet war, ließ er sich durch den Jesuit Fi-scher , mit welchem er zu Oxford vertraulich umgieng, zu derRömischen religion verleiten, und -quittirte für etwas zeit En-gelland. Es konnte aber dieser scharfsinnige geist bey dieserreligion kein genügen finden: um derowegen sich seiner scru-peln los zu würcken, untersuchte er mit möglichstem fleiß undnachsinnen die fundamente beyder religionen mit diesem aus-gang, daß er wieder zu den Reformiten trat, und bis an seinend eifrig dieselbe wider die Römisch-gesinnten verföchte.Nach semer zurückkunft in Engelland war er bey dem Ertz-

e h i

des

Bischoff Wilhelm Laud, von welchem er in seiner »a i ^vornahrnen empfangen, sehr wohl aufgenommen, n? ^ii-wieder zu Oxfurt, und schrieb sein herrlich wem ^

giori of kroteÜLNt, 3 lsle V 3 y to lslvstlon; "^^odck^

mit gantz ungemeiner scharfsinnigkeit, solidität und 'tion auf eine unwidertreibliche weise zeigte, daß d'^ ,v«estirende religion ein sicherer weg zum heil wäre. .diß eine defensiv» 0 . Potters, welcher von der 10und aber von einem subtilenDoch muste er sein buch, ehe es -

liebe geschrieben,widerlegt worden.

kam, in die censur übergeben; da v. Prideaux, «H Wfriger Orchoänxeis, unterschiedliches soll durchgeh f y§ll-

' ''^lieolos^

den: Diß werck wird bis auf den heutigen tag >ur >

kommen auch von den fürtreflichsten Englischen ^angesehen, daß man es für das stärckste bollwem Atestirenden kirche, und den sutkorem desselben AM'tüchtigsten Verfechter immer hielte. Der Ertz-BllM^'son hat es ihm zu dancken, daß er aus seinen M ,theologischen gedancken, welche er aus den mMchvchern selbiger zeit geschöpfet, heraus gekommen,nach so grosses licht in die religion gebracht.begreiffen können, warum einiger argwohn des 0" - HModer Libertinikmi auf einen so Christlichen mann 'HEhat fallen können. Der kkiloioxlms Joh. Locke hnn ^' Mbbeste Logic, und rathet solches an statt aller hos^'sig zu lesen, so werde man gewiß die kunst wohl »niren erlernen. Wegen diesem buch hat man auw jjErkori den Cantorat zu Salisbury und eine PrE'chyetsl. LeiceliriLnüs conferiret: welche er bis an H

habt. Er war sonst auch in ülLtbemstiLis wohldenn König Carolus I. sich feiner Ingenieur-kunst mchen kriege, sonderlich bey belagerung Glocester r^egen Lnützlich bedienet, wiewol er wegen seiner treueKönig viel ausstehen muste. Bey dem schloß AU'Ä giiV Azer unglücklicher weise sein leben. Aus freundscyam ^, >r',sideration folgte Chillingworth dem Lord Hoptonaber die strenge kälte ihm eine Unpäßlichkeit verE ^ E'te er im schloß ausruhen, und einer gelinder« l«n .ten; allein das fchloß winde von den rebellen fing H izound er von den feinden, fonderlich den GeistlE z;. ?tractirt, daß er wenig tage hernach an. 1641- kaiEH,zu Cichester zu grossem leidwesen aller, die ihn "u Höre.verschied. Der blinde eifer feiner Presbyterianüm^KNl^clegte sich nicht mit seinem tod. Man zöge rn beund wohin er fott begraben werden. Cheynel ^ ^ .

dieses fanatischen völckleins, welcher ihmHintritt beystehen, und ihm sehr seltzame fragen chlUsehr ungereimte gebäte über ihn gesprochen, .„plicy ^ehre der begräbnis nicht vergönnen. Als man ^steE,Platzes der bestattung eins worden, kam dieser^grabe , Chillingworths buch in feinen Handen ^ ^ ^und nach einem discurs an die umstehenden, *buch auf nachfolgende weise an: Gehe Rn,tes buch , welches so viel kostbare stete« ^ t>en^x-verführet : gehe hin, du schändliches rverck,der verfaulung, damit du samt deinem^ >vanfaulest , und die Verwesung sehen ni<MH ein i^ Mauf das buch in die grübe, und vermeynte now Hstliches exempel der Moderation abgelegt zu haar'' e^er ihm nicht applicirt die Worte Jeremia cap-.^ er,wie ein esel begraben werden. Dann, Mtt der.-M

weder, der das zeugnis seiner Vernunft dem

heil vorziehet, meritirt kein ander als em ei g er wEr konnte an Chillingworth nicht vertragen , " daß es sibsssich sseiner Vernunft wüste zu bedienen, r

Christliche liebe etwas weiter ausstreckte, aw schone^ ^

seine eigene partey. Nach der Hand ist rW «nd W

r»xkium von O. Whitby allda aufgerichlft Hegest^,

letzte ehre mit gebührenden eloeüs wieder v M«" „Eden. Neben fchon gemeldtem berühmten buch'von ihm y. 8srinons; Oonkerence Eirast,

andere kleine discurs mehr wider die RoM« ss pgc?

send sonderlich die infallibilität der kirche ^ordem^g^

Lc. ist alles zusammen in fol. oftmals gedf"^. zv. ^ Kc-te äe liilk. cle la rebellion cl'LoZl- ^

tig. Oxon. 7rLor/z» xoikk. fsrm.

Chillon, ein Landvögtliches sthloß im weA ftssenA'

bieth, auf einem im Genfer-fee stehenden erba" ,

welches Graf Peter von Savvyen an. Hertzsfl "paEKayser Stichard schickte seinen General denphinaen mit emer starcken armee an-Grafen in Savvyen, welcher sich fu^^fPeter kamgelegt lmd solches bestürmet. Aber yanpt, !! KryAsatz herbey, fchlug die Kayferlichen auf das H von ^ gden Hertzoq mit vielen Grafen und Herren, ^ssonay jxs k>^^Nydau, Arberg, Montagny, Grandson^^ e« .fangen, und den grosten theil des -„den bis an-also in der Hertzoge von Savoyen hand zwar ^es mit dem kms äs Vauä von den Bcrnem ^ em ^ AvdH,eingenommen worden. Man fande batt dcr ^ „ gM„rloch Fran^ois Bonivard Prior zu Sl. -L« gef^" "Genfern feit an. 1528. der religion halber