674 e h i
dreyen Solymifchen abgötter noch dazu gar sehr gedrehet undveränderet werden, um daraus die drey Phönicifihe thiers-nahmen heraus zu bringen. *
Chimarioten , siehe Chimera.
Chimay, ein schloß und bevestigte stadt, lieget an einem flusseim Hennegau, so insgemein In Llancke oder der weisse genennetwird, führet den titul eines Fürstenthums, und lieget 6. mcilenvon Avennes, in der gegend, da sich die walder anfangen. Ob-sthon dieser ort in den fast immerwährenden kriegs-zeiten sehr vielausaestanden, wie er denn an. 1578. von den Spaniern mit ge-walt eingenommen, auch an. 16,7. von den Franzosen erobertworden; so ist er doch jetzo treflich wiederum aufgebauet, und hatein fein castell. Maximilmnns I. machte ihn an. 1486. vor Caro-lum von Croy zu einem Fürstenthum. Zu anfange des XVII. 1».«mi; gelangte dasselbe mit Anna, einer tochter und erbin HertzogsPhilippi von Croy, an Carolum Fürsten von Arenberg und Ar-schot ; von dessen nachkommen führte eine linie davon den nah-men, bis an. 1686. selbige abstürbe, und Chimay durch Heurathan die Grafen von Bossu gelangete, die auch davon den Fürstli,chen titul fuhren, (siehe Bossu) wxoZr. 6erm. inker.
Chimera, lat. Lcrocerrunia, eine kleine Türckische stadt inEpiro , mit einem guten Hafen am Ionischen meere gelegen,hat ein Bißthum unter Lepanto gehörig, und ist das Haupt einesschmalen Landstrichs, dessen einwohner Chimarioti oder Cima-rioti genennet werden , welche sich gegen einen jährlichen tributvon der Türckifchen botmäßrgkeit befreyet, und mit den Vene-tianern in gutem Verständnis leben. An. 1685. kam ein Türcki-scher Bassa mit 2000. mann nach Nivezza zu den Cimarioten,forderte grosse geld-summen, so sie von vielen jähren in denschätz des Groß-Sultans schuldig seyn sollten, und meynte sieunter diesem vorwand wieder unter das Türckische joch zu brin-gen. Allein er wurde von den Cimarioten dermassen empfan-gen , daß er eiligst die flucht ergreiffen muste. Ottom.
Pforte k. II. (siehe Acroceraunia.)
sshin , ein berühmter see in der provintz Junnan in China,an welchem vor zeiten eine grosse stadt stund, welche durch einerdbeben gäntzlich versuncken, so daß niemand darinnen erhal-ten worden, als ein kind, welches auf einem stücke holtz an dasufer geworffen worden. Es giebt allhier eine grosse mengepflantzen, wovon die aufdem Wasser erscheinende spitze wie einfern ausstehet, wannenhero einige diesen see den ftern-see nen-nen. Lrrcj-err Lkina.
China. Das Kaysirthum China ist ein groß und weitläuftigland gegen morgen zu in Asien , welches wegen seiner sonderba-ren fruchtbarkeit, grossen reichthums, schöner städte und vieleneinwohnern sehr berühmt ist. Ptolemäus nennet es 8inarumLeMonem, welche benennung aber den Chinesern unbekannt ist,weil sie gar keinen beständigen nahmen für ihr land haben , son-dern nachdem sich die regierung verändert, und an neue fami-lien kömmt, sich auch gemeiniglich der nähme des landes verän-dert. Die einwohner in Cochingcbina und Siam nennen es Ein,woher das Wort China formiret worden, die Japonestr Thau,und die Tartarn Han. Wie die besten reise-beschreibungen mel-den , so soll in diesem lande gegen norden zu ein weitläuftig ge-bürgt , und wo selbiges aufhöret, die berühmte mauer, so ;oo.Meilen lang ist, zu finden seyn, welche wider der Tartarn einfallegebauet, die aber ungeachtet dessen zu unterschiedenen maleneingefallen, einen grossen theil dieses landes verwüstet, und end-lich im XVII. lXLnIo sich gar meister davon gemacht haben.Gegen abend zu sind andere gebürge, welche es ebenfalls von derTartarey absondern; gegen morgen und mittag aber, woselbstauch das Königreich Lunquin lieget , stösset es an das grossewelt-meer. In der länge erstrecket es sich, wie Johann Neuhofrechnet, auf 600. weilen, und bie breite wird der länge auchnicht viel nachgeben. Es präsentirct sich rund, und das gantzeReich wird in 17. provintzen oder vielmehr Königreiche, wennman die darinnen begriffene unzehlich viele städte und fleckenbetrachtet, eingetheilet, unter welchen 160. die vornehmstenund berühmtesten sind, so von den Chinesern Fu genennet wer-ben ; ferner 240. geringere, die sie Cheu nennen; und bey nahes;;?. kleine städtgen , welche in ihrer spräche Hien heissen; oh-ne die vestungen, castelle und residentzen der Königlichen bedien-ten. Die vornehmste stadt unter allen ist Peking, welche etwanzo. weilen von der grossen mauer abgelegen ist. Vor zeiten warNanking die Haupt-stadt. Weil dieses land überaus groß ist,so ist es unmöglich , daß die beschaffenheit der luft allenthalbengleich seyn könne. Gegen norden zu ist es sehr kalt; jedoch ist dieluft daselbst so heiter und rein, daß die einwohner insgemein einhohes alter erreichen, und von keiner pest etwas wissen ; gleich-wol aber mit öfter« erdbeben geplaget werden. Ihr reichthumbestehet in gold-und silber-bergwercken, in perlen, specereyen,und diesam, welcher der beste in der gantzen Welt ist ; so habensie auch einen solchen Überfluß an seide, baß allein die provintzChekiang genug ist, die gantze weit damit zu versehen: gleich-wie alle länder an der baumwölle, die man in China findet, könn-ten genug haben, nachdem ihnen die Europäer gezeiget, wiedamit umzugehen. Es finden sich auch in diesem lande alle an-dere arten von metall-adern. Sie haben eine gattung eines weis-sen ertzes, welches nicht viel theurer ist, als das gemeine gelbeertz, woraus man herrliche glocken und stücke giessen kan, wel-che in China so gut als irgendswo in Europa gemachet werden.Es pfleget aber der Kayser zu verbieten , gold-und silber-berg-wercke zu erofnen, damit nicht etwan ungesunde dämpfe her-
ehi
aus kommen mögen, dahero die Unterthanen nur diehaben, diese metalle in dem fände ihrer flüsse zu suchen,raus kleine stückgen zu machen, welche sodann nach 0»« 8^»,te geschähet werden; denn sie pflegen keine geprage v'^ dckohne was die aus ertz geschlagene müntze anlanget, Hchaiidlandes wapen zu führen pflegt. Es giebt auch aM» " rc.Mineralien, als quecksilber, zinnober, blaustem, EWas die einwohner anlanget, so ist deren anzahln«», . Mportion des grossen und weitläuftigen landes beschäm f xcadenn diefilbige so groß ist, daß, wenn man die leuryegrossen straffen gehen siehet, man selbige mit man ^ee,vergleichen konnte, als mit einer im marsch begriffen»' ch p,eoder mit unsern Europäischen jahrmärckten; worüberPortugiesen, als sie dahin kamen, dermassen erstaun»,sie fragten: ob etwan die Chinesischen weider amlinder hätten ? Wenn man von ferne die anzahl ihrerhet, so kömmt es einem vor, als wenn es grosse ausliegende städte wären, weil sie überaus dicke beysammr eii ve-Ja man könnte auch selbige nicht unbillig mit diesem nay.'Elegen, angesehen, daß gantze familien sich darinnen sEund vieh und victualien darauf haben , so, daß das w»y A -i»derlich gegen mittag zu, beynahe eben so wohl bewoy» ve-das land. Was die anzahl des gesamten volcks amans»,, Mrichten glaubwürdige scribenten, daß sich die summa58914284. mann erstrecke, ohne darzu gerechnet die ^familie, obrigkeitliche Personen, verschnittene, soldaten, ^ Eweiber und kinder, so daß es nicht unglaublich fihrmenein neuer scribent berichtet, daß 200000000. fielen mren. Es ist auch eine dergleichen rechmmg leicht zu m« ^ Mdem die landes-gefitze das Haupt einer jeglichen famuu . ^ Aser straft dahin verpflichten, daß es eine schrift, wor«.^,, »erzahl und beschaffenheit der im Hause wohnenden A
zeichnet ist, an die thüre hängen muß. Dieses wfiUctio» Ären siädten in acht genommen, welche allein der iurroo»aewalt nach von einander unterschieden sind, indemfast eben so voll einwohner als die andern. Dfi
fast eben so voll einwohner als die andern.städte sind gemeiniglich unter der jurisdiction des ^; >der provintz, und haben einige geringere städte urmdoch giebt es auch einige von diesen geringern städte»»>Haupt-städte in gewissen Herrfchafften sind , und 1»»dern, die von ihnen dependiren, kleine provmtz», -
, ltnnr
Ihre vestungen sind nichts anders als die städte, u» ^ W
'.liegen.^Alle,^„denU
satzungen von kriegs-volck darinnen ucgcn. m vi-, -,
den treppen und dem steigen feind, daher hatten sie hjnEtersten zimmern auf, haben keine fenster auf dce sirall» HAund verschliessen ihre weiber in den innersten gemaA
tes. das lle vnr keine fremde manns-verioN kommr.^
.zu »ryrn. ^n>vr..v^
siehet es sehr prächtig aus, und alle wände glantzen, jxp . »r pder köstlichen Materie, die bey ihnen Cie genennet ^Miscyfirnisset sind. Die manns-personen sind hofltM ^MtiS ^arbeitsam, aber auch darbey über alle Massen em '^rz» .geitzig, so, daß sie kein bedencken tragen, ihre eigene», m «"s^ekauffen, oder zu ersäussen, wann sie meynen, ch-
haben; sie halten auch davor, daß sie ihnen sMAe perbch^sonderbare wohlthat erweisen, wenn sie ihre fieir»^ aEv, reffnen im schwänge gehenden meynung nach, m e» v«berge treiben, weil sie vielleicht in den leib eines ' seh«-.. Fchen eitern fahren dürsten. Solcher geitz mA^Mten 'sam. Sie wissen alles viel behender ins werck zuandere. Ihrer viele halten auch dafür, daß magM^vitEstückgiesser-kunst, nebst der wissenschafft von dem , davon den Chinesern herrühre, weil lang vor-oei Elfter, §„>künste in Europa auftommen, unterschiedene a ^ MtA yetunter andern sonderlich B. Oderico ein tartarn A, ra»Armenianer, und Paulus Venems samt den deM ^afamilie Juena dahin gereiset wären. Aber von dEMeSman in keines von diesen ihren schriften etwas xDstedingen findet, so ist auch gewiß, daß eben dM jhceM ,auf einem viel andern und bessern fusse scheut' gervefi^hjatansang in Europa gestanden , als sie je m MG ^n der Wgund sonderlich die Europäifche buchdrucker-cum ^ ^fischen gantz unterschieden. Die manns-perlv , E, Dd
hen wohl gekleidet , fuhren emen fecheU» der v ^ drm^jM
sie einander grüssen, legen sie beyde Hände , alsbücken den leib. Sie haben keinen andern a KdssH „a»
schafft und gelehrsamkeit, ausgenommen«» ^pers,geA
famrlien, und drebeförderung geschichtMch^por
verdienst. Die frauens-personen werden ntw^. dan»^rck
tet, wenn sie nicht dünne und kleme beme ya ^ M ^wickeln sie dieselbeveste, wenn stenoch kmver'
.hr -
- - - - yiittvcn , Iv'"' ^mav'
ordnung deS alphabets, wie andere vol», peren »»LDEWörter haben, fo viel siguren haben sie aucy^,^ x.nach des ?. Kirchers bericht , auf l6o - ' jgans,aber will, dem hierinnm auch die^-^-M uD »»r/Awe« ^
aoer wm, vcm yrcrmncn «mv ^ ^ un»und alle neuere am nächsten beystimmen , so»,zahlen unterschieden sind, nurauf4°°..,^bebeu^^^^^ hA
^°rt wohl i2. oder 1;. unterschiedene dinge
es auf diese oder jene weist ausgechrochen wird, l-