Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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wie er alles wider feine gedancken geredt, und den Cäsar nie än-derst als den schlimmsten tyrannen angesehen, sondern stch auchnoch rühmte, daß er denselben dadurch so listiglich betrogen hät-te. Sonsten weil auch Cicero unter währender regierung desCäsaris, nach dessen willen alles in dem regiment gehen muste,wenig mit Raths-geschäfften zu thun hatte, wendete er feine zeitmeist zum studiren an, und schriebe damals den grösten theilder philosophischen und oratorischen schriften, welche von al-len kennern jeweilen so hoch sind geachtet worden. An der zu-fammenschwörung wider Cäsarem hatte Cicero kein theil , un-geachtet er Bruri, Caßii, und der übrigen meisten zusammengeschworener bester freund war. Wobey diese hernach nichtundeutlich haben mercken lasten, wie sie ihm darum nichtshätten von ihrem vorhaben eröfnen wollen, weil sie seiner zag-hafftigkeit nicht getrauet. Da hingegen Cicero sich berühmte,wo man ihn zu rath gezogen hätte, wurde die freyheit besserhevestiget, und neben dem Cäsar, sonderlich auch M. Antoniusaus dem mittet geräumt worden seyn , ohne welchen keine in-nerliche unruhe ober neue tyrannische anschlage so leicht aufdie bahn gekommen seyn würden. Wie dem allem, so erhubCicero gleich nach verrichteter that den mord Cäsaris bis inden Himmel, gab im übrigen zu Wiederherstellung und beruhi-aung des gemeinen Wesens sehr guten rath, und erlangte inkurtzcm in Rom das gröste ansehen. Allein eben dadurch zer.fiel er mit Antonio, der gar zu viele fachen eigenmächtig un-ternähme , und sich des damals tragenden Bürgermeifterlichengewalts offenbar gebrauchte, eine unumschränkte macht, wieCäsar, an sich zu reisten. Als es nun unter ihnen zu denheftigsten und bittersten reden, so sie wider einander in demRath gehalten, kommen war, und Antonius wohl sahe, daßer da gegen den Ciceronem nie bestehen , vielweniger in seinemvorhaben durchdringen würde; wollte er endlich gewalt an-wenden , zöge gen Brundus , und holte von dar eine anzahlsoldaten, mit welchen er gerades Wegs auf Rom marschirte.Nun war der Rath dagegen gar nicht gerüstet, und geriethedeswegen alles in die groste bestürtzung. Allein eben Cicero,welcher auch dabey in der that am meisten zu besorgen hatte,wußte da ein hülff-mittel zuwege zu bringen, so fast jedermannfür unmöglich sollte gehalten haben, und welches darin» bestün-de , daß erden C. Casar Octavianus, und durch ihn den grö-sten und besten theil der alten soldaten des erschlagenen Cäsariswider Antonium aufbrachte, obschon dieser hauptsächlich denzweck hatte, oder wenigst mit gröstem schein vorgäbe, densel-Ligen tod zu rächen. Das mehrere hievon ist schon in denartickuln M. Antonius, und Augustus beygefüget worden ,bis zu dieser beyder und des Aemilit Lepidi endlichem vergleich,wodurch sowol der Römischen freyheit, als dero eifrigen ver,fechters Ciceronis Untergang auf einmal erfolget ist. Es hät-te zwar anfangs dieser noch wohl übers meer zu Bruto undCaßio entfliehen können. Aber seine allzugroste furcht, unddas daraus entstandene zaudern und oftmalige Veränderungder rathschlüssen , auch wol daneben einige Hoffnung , mit de-ren er stch noch schmeichelte, daß ihn Octavianus doch zuletztnicht würde sterben lassen, hielten ihn auf, da 'er würcklich ein-geschiffet gewesen, und bis nach Circejos gefahren war; so daßer sich wiederum zurück in sein Cajetanisches land - guth, fürwelches Plutarchus und Appianus nicht recht das Capuanischeguth setzen, bringen ließ , und also recht seinem tod entgegengieng. Dann ob ihn schon seine leibeigene nach wenigen all-da zugebrachten stunden bewegten von neuem gegen dem meerzu eilen, und in seiner sänfte dahin trugen, so war es jedochnun zu spät, und kamen ihnen die von Antonio ausgeschickteMörder Popillius und Herennius, deren erster» Cicero gegeneine anklag des parriciclii , daß er nemlich seinen vatter oder ei-nen der nächsten verwandten ermördet, hatte beschützet und los-sprechen gemacht, ereilten ihn in einem wäldlein , durch wel-ches er gegen dem meer getragen wurde, und hieben ihm all-da den köpf ab, so er ihnen aus der sanfte selbst darstreckte;wiewol einige diese that dem Herennio allein , andere demPopillio zuschreiben. Dieses wird fast von allen gleich erzehlet,daß seine knechte sich anerboten, gegen die ankommende Mör-der zu fechten, auch da sie dieselbe an der zahl übertreffen,ihrer noch wohl hätten können Meister werden, und also ihrenHerrn retten; aber Cicero, als gleichsam wegen der vielen aus-gestandenen angst des lebens müde, habe es denselben verbo-ten. Man hiebe ihm um des Antonii raachgier, wegen der wi-der ihn gehaltenen und zugleich auch in schriften ausgegebenenso genannten Philippischen orationen, rechtschaffen zu ersät-tigen, neben dem köpf auch die rechte Hand ab, und Antoniussteckte solche pro lkolttis, das ist, aufdem erhabenen Redner-stuhldes marckts, auf; allwo Cicero noch vor wenig Wochen so oftund scharf wider Antonium losgezogen hatte: welches aber al-len ehrlichen keuchen ein sehr betrübtes fpectackel gewesen. Ci-cero war damals im 6;sten jähre seines alters, wofür Eusebiusunrecht das 64ste setzet. Sein übriges leben betreffend, so hater bis nach dem Pharsalischen kriege in der ehe gelebt mit Teren-tia, welche ihm eine tochter Tulliam, und einen söhn gleichesnahmens mit dem vatter gezeuget, von deren jedem ein sonder-barer artickul folget. Als er sonsten immer wohl mit derselben ge-lebt , sich so gar in vielen fachen, als unter anderm in dem Zeug-nis , welches er wider Clodium gegeben, von ihr regieren lasssen , und endlich während seinem elende, worein ihn Clodiusverzagt, deren treu gegen ihm so sehr gerühmet hatte; so fienge

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abwesenheit nicht genug nnt geld beygestandcn,seine Mittel indessen sehr verringert hätte, und schieß, Wveaus dieser ursach von sich. Allein Terentia sowol als o» MCiceronis, gaben beständig aus , er hatte diß gethan ^ ^ ereine andere, und zwar reiche, junge und schone tränsich schon vorher sollte ausersehen haben, zu heuratye 'noch einige fügten: er sey würcklich damals in so he^

den gesteckt, daß er stch ohne dergleichen streich kaum wie

aus wickeln können. Wobey dann in der that M mera ,Cicero von seinen eltern nur ein mittelmäßiges guth ^nach immer ziemlich prächtig gelebt, sich sowol em ^ -i-hans in der stadt, als verschiedene land-güther erkautt/len orten nach seiner lust und der damals schonpracht gebauet, hingegen wegen seinerMoßmüthtWm z sEer immer mehr auf ehre als reichthum gesehen, weder'ämtern viel nutzen zu ziehen begehret, noch von den»er vor den Richtern beschützet, jemals wichtige sE! che sio^nommen, endlich auch aus eben diesen Ursachen zu"" Mve»men gelds verzinsen müssen, daß wegen allen diesen » hM-seine fachen in der that niemals zum besten gestaUssung l>»Wie dem allem, so nahm Cicero gleich nach verM' MTerentiä das mädgen Publilia, wobey er jedoch pEsem unterscheid des alters vieles gespötte wider sich HV, fthlM'darauf es ihm aber an schertzhafften antworten mw jEIndessen, wann diese Publilia dem Ciceroni je vlelcv sbracht, so hat er doch desselben nicht lange genossen-nach Plutarcho auch diese gleich im ersten jähre so» „ »odschieden haben, weil sie über den darinn erfolgte» ^ Mtochter der Lulliä einige sreude hatte mercken lassen. w" chEauch würcklich aus einigen seiner briefen an Attlcumsen kan, baß den guten Ciceronem die wiedE» eo nvdes heurath-guths hart und schwer genug augekonDie schriften Ciceronis werden insgemein in 4. clan» AMlet: die erste hält diejenige in sich , so blos vonkunst handeln, als da sind äs Lrcs ssüetorica; siruM

lib. II. ; äs OlAtore lib. III. ; äs claris OrLtoribus o ^tia»b .

<Lc. Zu der andern gehören seine vielfältigendarunter die vornehmsten pro 8 . kolcio Lmerino; > . pro

pro I.ese Nsiülia ; in Lstilinam; pro Lrcki» "0 - xjM

Lnnio milone ; kkilippicse, Ls. Zu der dritte» 1und zu der vierten seine philosophischen wercke , " gonM,nes Lc»äeinic»; tzuXÜiones ssulculan-e; äs kunb ^

äsNatur-Meorum; äs ; äs 8ensökute ; , ^, >v

Ls. Er hat auch drey bücher in Versen von den»»' MEß,

ihn zeit seiner geführten Bürgermeisterlichen wurv z,ci> .

geschrieben; vieles aus dem Griechischen übersetzt' schreyche anzahl verse gemacht; ingleichen eine Historie» /),->-Vorhabens gewesen. lVttear-st-M , in vitÄ Licerom - EFra». Ovrä/«r. ft«/. . .ji, frcv» .

iple Lic. pallim , Lc. CulliUs Esslassener des Ciceronis hat sein leben beschrieben ,auch in den neuen zeiten Dionvsius Lammn»" .pperescus Fabritius, Christoph. Lellarius und r»»feinen opsribü8 gethan. * ^ . . k-rühmtebssip

Cicero, (Marcus) der einzige sohn des ^..chiia- F^-

" rster gemahlm-Ler^M „

»hn eine zeitlang zu Athen durch den beruym».

Cratippum von Mitylene unterrichten ließ, so. 1 „ wedeEF.gantz aus der art, und die natur selbst hatte ly»^„ye bes^anem guten gedachtnis, noch mit einem rechten v ppv >Sonderlich verderbte er sich durch vieles saEMrsolcher völlerey bekam er den zunahmen Liconb ^ nawMlt,Zius. Fast das einzige, wormnen erseinemvai ^ ^war dieses, daß er mit grossem eiscr die partey "^wegenM.welche Iulium Cäsarem umgebracht. Er waro acht:

711. zugleich mit oftgedachtem seinem vatter in ^, 1Allein Octavianus Augustus restituirte ihn " A yew Emachte ihn auch zum kr^ore von Ästen. 3 ", stpt. Ä, Mnach erbauung der stadt Rom, ward.er den' erkla „ «Mt,

tistii statt als Augusti Lottes zum Burgermmn ^ ^

verwaltete solches amt bis auf den nachstiE^l als Minnerhalb welcher zeit er des Antonii statuenjoss^ purwa>cre demselben aufgerichtete öffentliche ehrenrnav ^^jssenseinen vertrag gemachte Naths-erkänntnls me h^gerbey noch zu grosserm schimpf des Antonn nn^^cE^^daß sich keiner mehr aus dessen geschlecht. stmr . ^t'lassen. Wenn er eigentlich gestorben, ist u«

^ M. Lullte

Cicero , (Quintus) des erstgedachttt» ff^jrke, ^ pes ^hatte, als er in der jugend neben dieftm.» bs» .liche wissenschafft erlangt, im übrigen ' r ^, iwmeinen Wesens immer vielen eifer erzeig^gega»^allen dessen Verrichtungen fleißig an dw ^odiuin ^bct; Z,vornemlich bey dessen Vertreibung d»E ss treu sff!. alserlangter Wiedereinsetzung eine ungewem ^ ^

ihn dann dieselbe durch die Clodianische st'Äx erg^Äp,mal schier das leben gekostet hatte. kM

regungen war er heftig ; auch solcher

den er doch bald fallen liesse; wcewo