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Zweyter Theil. Bi - C.
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geschehen , aber weil der Kayftr sich mercken lassen ,l daßer nicht gerne sähe, wenn man davon redete, ist sie in diesenprovintzen meistens mit stillschweigen Übergängen worden. Sowohl die Jesuiten in diesem welt-theile mit dem Papste dran wa-ren, so übel war er mit denen in China-zufrieden, wider welchedie alten klagen anderer Mißionarien wegen des den Chinesernverstatteten gemischten gottesdiensts jetzt mehr als ehemals re-ge wurden. Er machte zwar vielfältige decrete in dieser fache,die Jesuiten aber wurden beschuldigt, daß sie sich an dieselbennicht kehrten, welche beschuldigung abzulehnen zwar die Haus-sen befindlichen in einer ihrer Versammlungen zu Rom sich al-len Päpstlichen schlössen öffentlich unterwarfen , die aus Chinaaber so trefliche zeitungen von ihrem gehorsam und dem zu-stande der Catholischen religion nach Europa schrieben, daßsie an. 171;. dem Papste gar einzubilden suchten, als wennder Kayftr von China eine von seinen muhmen zur gemahlinverlange, auch einen brief des Kaysers von diesem inhalte anihn schickten. Dieses alles ward jedoch von andern vor ertich-tet gehalten, wozu auch diß treflichen schein gab, daß der Car-dinal von Tournon, den der Papst zu Untersuchung der fachenach China geschickt hatte, zu Macao im gefängnis sterbenmnste, und daß die Jesuiten, als der Papst das letzte decretan. 171;. verfaßt, und ihnen darinnen alle ausfluchte abgeschnit-ten hatte, hernach selbst berichteten, der Kayftr habe es nichtwollen angenommen und kund gemacht wissen, wiewol sie da-bey doch vorgaben, daß sie sich darnach richteten. Es zerfielauch über diesen Händeln der Papst mit dem Könige in Portu-gal!, weil Tournon zu Macao auf begehren des Kaysers vonCbina in Portugiesischen gewahrsam gehalten ward , und aufanstiften der Jesuiten die adschickung verschiedener Päpstlichen-riefe, welche der Hof von Portugall nach China befördernsollte, von demselben gehindert ward. Er ist aber nachgehendsmit demselben wieder in so gutes vernehmen getreten, daß erihm zu gefallen an. 1716. eine neue Cathedral-kirche zu Lisa-bon in der Königl. schlvß-capelle aufgerichtet, dieselbe mit einemPatriarchen besetzt, und dem Könige die kirchen-music hat zu-kommen lassen, die in der Päpstlichen capelle üblich ist. Sol-cher gestalt ist dieses Herrn gantze langwierige regierung vollerunruhe und beschwerlichen sorgen gewesen, die auch seine ge-sundheit sehr angriffen, und ihn oft zum lager brachten, vonwelchen er doch etliche mal durch seinen berühmten Leib-ArtztLancisi errettet wurde, endlich aber an. 1721. den 19. martiidennoch unter der gemalt der kranckheit erliegen muste. Seinvetter, der Cardinal Al bani, suchte ihn zwar noch auf seinemtod-bethezu Haltung eines LonWorü zu bewegen, in welchemer den jüngern vetter Alexander Albani zum Cardinal erhebensollte, allein der Papst wollte sich nicht mehr mit dergleichengeschäfften einlassen, und wünschte den seinigen nur, daß sieGOtt insgesamt heiligen möchten. Man giebt diesem Herrndas zeugnis, daß er gar ehrlich und gewissenhafft gewesen, wieer denn auch durchgehends einen grossen eifer in seiner religionund abscheu vor eitelkeiten und Wollüsten bezeuget, und solchessonderlich zur zeit der gefährlichen kriegs-unruhe in Italien,und da Rom unter ihm mit starcken erdbeben heimgesucht ward,durch seine Verordnungen sowol, als eignes exempel erwiesen.Gegen das armuth war er überaus freygebig, und gegen jeder-man so dienstfertig, daß er sich, als er noch Cardinal war, weiler niemanden was abschlagen konnte, und öfters einerley dienstvielen zugleich versprach, manche feindschasst und den vorwurfder falschheit zuzog. Weil er sehr wohl studirt hatte, predigteer an hohen fest-tagen gemeiniglich selber, und beförderte sonstwas zur gelehrsamkeit gehörte, auf alle weise, wie denn dieAcademie der Humoristen von ihm wieder empor gebracht, dieVaticanische druckerey mit neuen freyheiten versehen, und vielanderes verrichtet worden, das einen liebhaber der studier» an-deutet. Er war von natur von einem überaus angenehmen,lustigen und schertzhafften Umgänge, davon er jedoch, nachdemer Papst worden, fast nichts an sich spüren lassen, und meh-rentheils ernsthafftig, auch wie feine geschichte ausweisen, inallem seinem thun sehr eigensinnig und leichtlich durch etwaszum weinen zu bringen gewesen, welches entweder den gehäuf-ten sorgen, oder einer einbildung, daß er sich als Papst nichtmehr so gemein machen müste, zuzuschreiben ist. Wie manaus den Verordnungen, die er wegen des ranges, den der Gou-verneur von Rom haben sollte, und des neuen ceremoniels derCardinäle ergehen lassen, zur genüge sehen kan, was vor ge-dancken er von der Päpstlichen Hoheit gehabt. Leben ClernermsXI. 0/ r-e 0/ KsMe.

* Clemens XII. ein Florentiner, hieß sonst Laurentius Cor-sini, und war den 7. apr. an. 1652. gebohren. Er nahm baldin seiner jugend den geistlichen stand an, und nachdem er denstudier» obgelegen, empfieng er auch den titul eines Doctorsbeyder Rechten. Hierauf wurde er ein Mitglied vieler Acade.mien, und erwarb sich sonderlich, als er nach Rom kam, soviele sreundschafft, daß er unterschiedliche ämter erlangte. Jn-nocentius XII. gab ihm den character eines ApostolischenSchatzmeisters. Als an. 1704. die Franzosen in den Kircben-Staat eingerücket waren, gab ihm Clemens XI. die commißionzu untersuchen, wer der Päpstl. Feldherr gewesen, durch dessenversehen solches geschehen sey; und bey dieser Untersuchung be-wies er so viel klugheit, daß er die gurrst aller Höfen davontrug. Er wurde kurtz darauf zum Titular-Bischoff zu Nico-mevra ernennet, und an. 1706. den 7. may erhielt er die Car-

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dinals-würde. Er sollte an. 1709.

Ferrara werden, welche stelle aber, weil er mM»-der Cardinal Conti davon trüge; dagegen erdasCryA ^!>ei>zu Ravenna erhielt. Als Cardinal war er verschrie"'krotecior, muste auch zu Rom die Florentinischen a'^j!i>heiten besorgen. Er stiftete auch die Academie , ve-

seinem pallast, und legte eine vortrefliche diblrotyearen aufsicht er dem berühmten Malachiä ä'JnqMMvcrltraute. Nach dem tobe Benedicti XIV. welcher denan. 17^0. erfolgte, gelangte er den 8. julii am den Mvchen stuhl, und nahm den nahmen Clementis XU-> ^ cheuseinem regiment hat er immer viel verdrießliche verdrElangwierige streitigkeiren mit den Höfen gehabt..lichkeiten mit dem Könige in Franckreich sind die v,"t>Ewelche er auch mit allen seinen bemühungen nicht zugen können. An. 17;?. kam in Franckreich ein buu-^sM-unter dem titul: Hiüoirs äll Oroit Public Lccleliru g 2,,ygt,cois. Der Verfasser hatte die absicht, die prärogatw ' , Mwalt des Römischen stuhls umzustoßen, und darzurynder Papst nach dem Göttlichen Recht nicht die Mdiction ausser seiner viosce« haben sollte, indem w'' hlein die würde eines Primaten der kirche gebühre! '.^fMalles, wessen sich der Papst über obiges anmaße, stehestfolge von Usurpationen gründe, welche unter dem iv zc>'richtiger decretalien den Ursprung genommen, und 'ten der Unwissenheit gehänsset worden wären. D'»' .§r l<E-zörnte den Papst um desto mehr, weil man n>cM§V„jqevorher ausgesprenget hatte, als wollten die drey Adem Hause Bourbon nrit vereinigter macht die aiim L weg"walt des Papsts schwächen. Er ließ gedachter ftv st xec Adurch seinen bluncium zu Paris ansuchung thun , o»tbor nachdrücklich bestrafet, und das buch durchverbrannt werden möchte. Man hat aber nicht er>es würcklich geschehen sey. Von Spanischer säte' ^flePapst noch viel heftiger in die enge getrieben. ^ WEzum Vortheil des Jnfantens Ludovici manche unarM' ^ densetze vorschreiben lassen, und alle politic gebrauche" ^>r>eE,'selben ohne allzu grosse Verletzung seiner ehre MDa gedachter Printz nur 8. jähr alt war, würd».Ertz-Bißthum Toledo sür ihn verlangt. Der Pa"l„ per d'sich, und doch muste er es ihm geben. Man wollte 'wegen ausgefertigten bulle die clausul: A Alan

kuerit, nicht leiden; daher mnste er sie wegstreichen- , ^ mgehrte diesen jungen Ertz-Bischoff auch zum Carvm -chen, welches nach langem widerstand endlich aum»muste. Nicht besser gieng es bey der wähl eines neu^^,grt!in Polen, und bey der grossen Veränderung m Maliis'" ec->beyder Sicilien. So geneigt er auch für den K.onig Polen .§war, muste er doch Augustnm III. als Konrg vo> halbkennen. Der Neapolitanische zelter, welcher W" ^erre'st^Kayserlicher, bald von feiten des Don Carlos Ast friedewerden, machte ihm viel sorgen, bis endlich der > IM»endete. Der Kirchen-Staat wurde auch durch r ^

schen krieg sehr mitgenommen. Es giengen unter ^r» >

innen grosse Unordnungen von den Spanstchcn ^ etN'''

Das Römische volck erregte den 2;. mertz an.tigen tumult, welcher mit grosser mühe endlich yjc

Doch da ein gleiches von den einwohnern zu M Host' Mgeschahe, käme gleich beseht von dem SEschen"gantze Spanische , Neapolitanische und Slcmust^ebelysollte Rom verlassen , die Minister sollten si^^NU"^Mdie wapen von ihren pallasten abnehmen, hss^Me-

zu Madrid und Neapolis wurden geschlossen, verirr,mit Rom qäntzlich gesperret. Zu Ostm und ew „l,

ten die Spanier alles. Es wurde zwar unterlation publicirt, der zu Rom an. 1716. rm> ^ über st xjeihrem Ursprung und folgen; worinn man > ^jchts,

zu ende gebracht wer^D^

in dem lande des Königs von Sardimen. -i ^genhen^E

des jahrs 17z9.schiene Meine vortherlhaffteg^E^el-fern, die kleine Republick St. Marino zu d ^erregenzu ziehen. Es hatte sich in dieser eine unemlgr ^che an seinem ort beschrieben wird. Dem ^lcherssÄpW

nahmen des volcks eine schrift übergeben, des^r>a

sie von dem joch zu besreyen, und m den gey'^ muste 'p po-chen stuhls aufzunehmen. Der Cardinal Alber nen," MiUhin begeben. Erfüllete sogleich die stadt m»' ^erdeU'^^sst'sten die thor-schlüssel dem Cardinal uberuet grösserer ^da der eyd sollte geleistet werden, entstündeund da ungeachtet aller gewaltthätrgkert dr ^ erzw'xERepublick in einer gedruckten lpecie kA Km^unterwerffung bey dem Cardinals-Lolles t . steß dchen, man auch zu Rom allerley manifeste

sames verfahren ernstlich verweisen,taten Henrigues, als Apostolischen AA^usgang DLno, eine Untersuchung anzustellen. Der aMt w"^ F 5 s,dieser, daß alles in den vorigen zustand g' „„d e. gpPapst hat rm übrigen viele gute verordn