Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
Seite
856
JPEG-Download
 

8;6

con

Carolus von Anjou und Manfredirs.) Als dieses rn Italienvorgieng, hatte Conradinus, der sich bisher in Teutschland beyseinen vettern Ludovico undHermanno, Hertzogen in Bayernund Pfaltzgrafen am Rhein, aufgehalten, unterdessen das i4tejähr feines alters erreichet, und wurde nunmehr von einigen stad-ten in Italien, insonderheit von Henrico, einem söhne des KönigsFerdinandi in Castilien, angereihet, stin vatterliches Reich wie-der zu erobern; derohalben er auf dieses letzter» einrathen miteiner grossen armee, in begleitung seines Vetters Pfaltzgraf Lud-wigs, und des Hertzogö von Oesterreich Friderici, in Italien zog,da er zu Verona mit unglaublicher ehr-bezeigung empfangenwurde. Als er aber allhier seine trouppen erwartete, suchte derPapst Clemens ihn des getreuen raths des klugen und erfahrnenPfaltzgrafen Ludovici zu berauben, indem er diesem befahl, unterdem schein eines Reichs-tages nach Teutschland zu kehren. VonVerona gieng hierauf Conradinus über Pavia in das Genuesi-sche, von bannen er nach Pisa segelte, und nachdem er viele vonder Gibellinischen faction, insonderheit Guidonem von Monfel-tri, Herrn von Urbino, an sich gezogen, wendete er sich nach Sie-na, schlug nnterweges bey Arezzo eine partey der Guelfen, die esmit Carolo von Anjou hielten, und marschirte gerades wegesaufRom zu, da er mir der großem ehr-bezeigung aufdas Lspico-ILum geführet wurde. Hierauf zog er mit Henrico und denSpanischen trouppen in das Königreich Neapolis, da viele städtein Apulien und Basilicataihm zufielen, und als auch Fridericusvon Castilien, Henrici druder, und Conradus Lapum«, Frideri-ci, Printzen von Antiochia söhn, des Kaysers Friderici II. enckel,mit der Pisaner und Saracener flotte angelanget war, hingegendes Caroli seine verjaget hatten, wurden die an der see-küste gele-gene Neapolitanische städte nebst dem grösten theile von Siciliengleichfalls unter Conradini botmaßigkeit gebracht. Carolus,welchem hierbey nicht wohl zu nmthe war, ließ sich angelegenseyn, Conradino den paß in das innerste des Reichs zu verwehren;da es dann geschahe, daß beyde armeen unweit von dem see Fu-cino einander begegneten, und mit einander' schlugen; wobeyanfangs Conradinus, der ohne dem Carolo an macht überlegenwar, die oberhand behielt, und r. theile seiner feinde in die fluchtbrachte; als aber die überwinder durch das nachsetzen und beutemachen sich zerstreuet hatten, setzte: Carolus selbst mit seinem indem thale verborgenen Hinterhalte unter sie, machte die meistenvon Conradini partey nieder, und befochte also einen vollkomme-nen sieg. Conradinus und Fridericus von Oesterreich, nachdemsietage als esel-treiber verkleidet, in unwegsamen Wäldern mitnoch ;. Personen herum gegangen , kamen endlich in dem Wün-schen walde im Römischen gebiethe an die see, und verspracheneinem schiffer grosses geld, wenn er sie nach Siena oder Pisa füh-ren würde. Weil sie aber brodt aus die reise vonnöthen hatten,gaben sie dem fischer einen göldenen ring , daß er ihn zu Asturaversetzen,und die nöthigen lebens-mitteleinkauffen sollte; woraufsie auch ihre reise angetreten. Als aber der Herr dieser stadt,Johannes Frangepani, solches erfahren, muthmaßte er, daß viel-leicht wol Conradinus dabey seyn möchte,und ließ derohalben demschiffer nachsetzen, welcher a uch eingeholet, und diese Printzennach Astura gebracht wurden, von bannen sie Carolus nach Nea-polis ins gefangnis bringen ließ, darinnen sie ein iahr lang blie-ben , da unterdessen Carolus mit grosser grausamkeit wider die-jenigen verfuhr, so es mit Conradino gehalten hatten. Endlichwurden die Schöppen und der vornehmsten städte des

Reichs beruffen, welche das urtheil fällen sollten, was mit Con-radino und den seinigen anzufangen; da sie dann nach Caroliverlangen ihnen den tod zuerkannten. Es wurden auch der Papstund andere Printzen zu rathe gezogen; da dann der Papst seinemeynung durch diese Worte soll an den tag gelegt haben: v,mLonrsäini mors Laroli; mors Lonraämi vica Lsroli; womitauch Ottocarus, der König in Böhmen, überein gestimmet. Ro-bertus, der Graf von Flandern aber, Caroli schwieger-sohn, hatdarauf bestanden , daß man diese beyde Printzen nicht allein los-lassen , sondern sich auch durch Heurath mit ihnen beschwägernsollte. Da er aber zurück nach Flandern gekehret, wurden diese'Printzen zum tobe verurtheilet. Als er solches vernommen, eileteer zwar nach Neapolis, kam aber zu spät, indem sie den 28. nov.oder, wie andere wollen, den 26. oct. an. 1268. oder vielmehr1269. nebst noch etlichen vornehmen Herren auf dem marckte zuNeapolis enthauptet worden. Ehe aber dieses noch geschahe,wurde ihnen die Ursache ihres todes, daß sie nemlich den kirchen-frieden gestöret, den Königlichen nahmen angenommen, dasReich angegriffen, rc. vorgelesen, welchem Conradinus mit gros-ser hertzhafftigkeit widersprochen , und darauf seinen Handschuhunter das volck geworffen, mit bitte, selbigen dem Könige Petrovon Aragonien zu überbringen, der meynung ihn durch diesesreichen zum erben seiner rechten auf Neapoli einzusetzen. DenRichter selbst, der das todes-urtheil gesprochen, erstäche Robertusin gegenwart Caroli, mit dem bedeuten: einem schlechten kerl,wie er, gebührete es nicht einen so edlen Fürsten zum tobe zu ver-dammen. Und Carolus gestünde nun nach dem tode Conradinigern: sein tochter-mann Robertus habe die Wahrheit geredt, undrecht gethan, Ich. VI. A VII. c. 191.

lib. IV. , lik. III. FTrre/. lib. II. äec. 8. in

gnnsl. sansl. 8uevire. Oe K->", Ub. I. üuür. AeufinekS

hist. von dem letzten Fürsten von Schwaben. oracio cieLoaracio^umors p. l88-iög. Ae/aÄ. äs Rogib. Sicil.

L dleax. c. 6. <La. *

*Eonradsburg, eine den Holländern zuständige vestung

c 0 n

aufdem St. Iacobs-berge in der landschafft Fetu' in veivgentlichen Guinea.

* Conradsburg, oder Cunradsburg, Conrave ^ehemahls ein Benevictiner-Mönchs-kloster am untern AHalberstädtischen, im amte Falckenstein, nahe bey 7°-'Es ist an. n?6. gestiftet worden, und hat sich an. 14°?-in die Bursfeldische Congregation begeben. ^ p h„ck. II. p. 2;. Es ist aber schon lange stcularisirt worden,den Freyherren von Hoym zugestanden. Nach abstervcu^^Augusti, Freyherr» von Hoym , aber hat solches verov -Preussen als ein Domain - amt zur HalberstadtiM»Cammer gezogen.

Rayser und Röntge: ..

Conradus I. König in Teutschland, ein söhn CoriraM,fen von Francken aus derWetterauischen linie, welcherberto, Grafen von Bamberg, in einem treffen bey Fritz'ur „gen worden, (siehe Conradus Senior, Graf von Francr«-Adelbertus.) Die mutier Conradi war Glismuva, rmuthlich eine Schwäbische Printzeßin. (L) Die geburts-M pgWeilburg in der Wetterau. 0 ) Das jähr aber und der »au ^Conradus gebohren worden, sind unbekannt. Einige gevcdaß er aus Carolingischem stamm entsprossen, und Luocw ^Inkanris bruders söhn, oder schwieger-sohn gewesen,aber falsch; (-) und vielmehr dieses gewiß, daß mit Ludowkante der Carolingische stamm in Teutschland gaE'ÄMiVschen. (/) Weil nun dmch desselben tod der thron inleer wurde, und niemand auf die succeßion einen aNMU^ci»chen konnte, kamen die Teutschen Fürsten zusammen, un^-^anfänglich Ottoni lilukri, Hertzoge zu Sachsen, welcher rstorbenen Königs Ludovici lnkmris Vormund gewesenLudovicus IV. Inkans) die Königliche würde an. -^i^picktentschuldigte sich wegen seines hohen alters, und recomw ^gr,Conradum, welcher ein tapferer und dabey mächtiger-A, Ahemindem er in Francken, Hessen, in der Wetterau, an ochund in Lothringen grosse guther besaß. («) Solchem^ AMConradus an. 911. zu Tribur zum Könige gemacht.neuere autkores stehen in den gedancken,daß Conradus pievon den Francken zum Könige erwehlet worden; un^pBübrige provintzen in Teutschland ihn nicht davor erkamw^ pe»unter ihren Hertzogen independent geblieben; wen. v« W,abgang der Caroltnger dieselbe in ihre ehemalige nalum^Mheil gefetzt worden, welches alles der wahre gründ unv u > Apccder heutigen territorial-superiorität der Stände sey:wenn man co-evos antliores anflehet, läßt sich dieseunmöglich defendiren; sondern es erhellet klar, davVgsMvon gantz Teutschland zum Könige crwehlet, (A und ^wähl nicbt die allergeringste restriction seiner Konlg'U^fMgeschehen, (t) dergestalt, daß er mit gutem fug und renn AM-den fuß, als die vorige Carolingischen Könige regier» p>»(-») Aber diß ist nicht zu läugnen, daß seit CarowGrafen und Hertzoge in Teutschland sich mehr gewan Mals sie unter den vorigen Kaysern und Königen geyas - spn"zu der zeit Conradi I. es deswegen eine schwere jache '«^ckrUzu seyn; dergleichen zustand eben damals auch wo ^ MWwar, ob gleich deswegen niemand jemals gesagt, d.U ^eissl.daselbst nicht befugt gewesen , nach alter Carolin<M xeEregieren. Zu geschweigen, daß damals die BssckE.^oge fli>>land noch in grösser» ansehen als die Grafen undA ?den, welche nebst der furcht vor den Sclaven, N?ÄAadus vo>Hunnen am meisten dazu geholffen haben,

Teutschland König worden. Das erste, so bELchriNMangetretener regieruna vornahm, war der zug naw L ,

(») vermuthlich um sich nach Carolingischer art z» §aco>u

nen zu lassen. (») Aber der König in Fcanckrew^ pgr-Simplex, welcher damals dieses land besaßverhinderlich, (p) und ist also glaublich, daß erstensgesalbet noch gecrönet worden. (§) Noch 0» ^

der regierung Conradi an. 912. den 29. nov. S' Seil ^lustris, Hertzog zu Sachsen , mit tode ab ; ^^ge veN MConradus dessen söhne Henrico Lucnpi, aus beyw^xgar zu mächtig zu machen , alle vätterliche lehen»Icgen wollte, Entstunden deswegen grosse troubien-die Sachsen ergriffen die Waffen wlder Conraduw:auch die beyden brüder Erchangerum und .^cheovon den Alten Hectores 8ueviX üvem-ltes und LsmerX I^uncii genennet werden, U-. gegen LjNdem Kayser Arnulpho wegen ihrer gewaltthäkM AjsA°>'^,tonem Ertz-Bischoff zu Mayntz und SalornoneCostnitz verdammetiworden, aus, daß sie nunchen wieder anfiengen, und den Bischoss Sw ^gen nahmen. («) Arnulphus, Hertzog m BaVst>aben914. nebst Erchangero und Bertholdo von ^Zfgross^/Aeik'

gärn, so in Teutschland eingefallen waren,

keil abgetrieben, (-w) ließ sich auch rn dre E^jßverfl^ ck

Allein Conradus brachte dennoch endlich ane

zur raison. («) Denn ob gleich sein bruder

Henrico von Sachsen entgegen geschickt, bev^M »aco ^ s»

Haupt geschlafen worden ; (.7) gieng er ^

sen, und belagerte Henricum in Grona, vr«

weit, daß dieser schon im begriff war, sich M