Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
Seite
894
JPEG-Download
 

894

cor

zu Corbie Adelhardus der jüngere erwehlet, welcher sich gleich-falls die aufrichtung der klöster in Sachsen zu befördern ange-legen seyn ließ, und sonderlich von Walone oder Warino desältern Adelhardi leiblichen bruder, der, ehe er zu Corbie einMönch worden , unter den vornehmsten Officierern Caroli öl.in Sachsen ein Gouvernement gehabt hatte, hierzu angereihetwurde, daß er an. 8i;. bey dem Kayser Ludovico auf demReichs-tage zu Paderborn dessentwegen anhielt, welcher auchhierein willigte, und Hathumarnm, den Bischoff von Pader-born, in dessen vi«ces das kloster sollte fundiret werden, hier-über befragen ließ. Es wurde also ein kloster an einem orte,der Hethi oder Hechi genennet wird , im Sollinger-wald jen-seit der Weser zu bauen angefangen. Nachdem sie aber inner-halb 6. bis 7. lahren an diesem wüsten orte nichts ausrichten,auch nicht einmal ihren unterhalt und kleidung haben konn-ten, ausser was gedachter Abt auS seinem kloster bringen-ließ,die anzahl der Mönche aus dem Sächsischen aber täglich ftär-cker wurde, so wollten sie sich zum öfter» zertheilen, und an an-dere örter begeben. Als solches der ältere Adelhardus , der an.zri. wiederum in seine Abtey nach Corbie gekommen war,gehöret, erhielt er von dem Kayser, daß er einen andern ortin Sachsen zu einem kloster aussuchen möchte, und reisete dar-auf mit seinem bruder Walone dahin; da er denn von den Mön-chen daselbst vernahm, daß ein bequemer platz an der Weser inLuMsnli nahe bey der Königlichen stadt Huxter, Huxeraoder Huxori (.d.i. Hörtet wäre, an welchem sie auch nach gepflo-genem rath mit den Bischöffen, Grafen und Herren den ü.aug.an.82r.die kirche und das kloster-gebäude abgesteckt. WoraufderBischoff von Paderborn, Baduradus , den 2;. aug. den ortringeweyhet, und Neu-Lorbey genennet. Unterdessen wur-den auf art der gezelten alsobald einige Wohnungen aufgerich-tet , und endlich haben sich im oct. die Mönche aus dem <2vl-linger-walde von Hethi dahin begeben, und den'bau der kirchenund des klosters angelegen seyn lassen; wobey sie, als sie dengründ gegraben, ein götzen-bild, Jrmensuel genannt, gefun-den , welches in die kirche nach Hildesheim gebracht worden.Als nun der ansang des neuen Corbeys, zu ehren des H. Ste-phani, wohl von statten gieng, so brachte etwan an. 824.Adelhardus, Abt zu Corbey in Franckreich , einige Mönchevon dar aus in das neue kloster, und als er auch die, so sich da-selbst versammlet hatten, zusamnien gebracht, gab er ihnen ih-re ordnungen und iKtutL, nach der regel St. Benedicti. Nach-dem er alles angeordnet hatte, kehrte er wieder nach Franckreich,behielt sich aber die oder-dixection über dieses kloster voraus ,schickte auch seinen bruder Walonem an den Kayser, daß erdem kloster Neu-Corbey diejenigen freyheiten geben möchte, wel-che die vornehmen klöster in Franckreich hätten. Weil er aberschon auf der gruben gieng, war er besorgt, wer nach ihmdem kloster Corbey vorstehen sollte, und ernennete hierzu Wa-rinum, einen Mönch zu Alt-Corbey, welcher aus dem ältestengeblüte der Francken und Sachsen entsprossen, und des Kay-sers Ludovici unverwandter war, der auch nach Adelhardi todevon den Mönchen erwehlet wurde. Dieses neue kloster in destogrösseres aufnehmen zu bringen, schenckte der Kayser Ludovicusdie stadt Höxter mit allem zugehör, ingleichen Eresburg, Mep-pen und andere örter, nebst verschiedenen freyheiten darzu.Es wurde auch um das jähr 8;6. der cörper des heil. Mär-tyrers Viti aus Franckreich hieher gebracht; und weil an. 84z.am heil. Veit-abend der Kayser Lotharius, nach einem zwei-felhafften gestechte, und dem H. Vito gethanen gelübde, denHeydnischen König der Rugianer, Gestimulum, völlig geschla-gen , und die insul Rügen erobert, so schenckte er selbige demH. Vito und dem kloster Corbey mit aller Hoheit und zugehör,wie das darüber ausgefertigte Kayserliche äiploma bey Nie.Schatenio und Hermanne Stangefol zu finden. Es nahmauch das kloster Neu - Corbey dermassen zu, daß tag undnacht gottesdienst darinnen gehalten wurde. Sonderlich aberwurde es berühmt, daß aus der daselbst aufgerichtetenschule, welche Ludovicus kius durch Anscharium, der hernachErtz-Bischoff zu Bremen und Hamburg worden, anlegen las-sen , so viele fromme und gelehrte leuthe entsprossen, welchenicht allein in Sachsen und Westphalen, sondern auch in Hol-stein , Frießland , Diethmarsen, Danemarck, Schweden , Rü-gen rc. das Evangelium geprediget. Vornemlich sind bekanntAlftedus und Ludolphus, Bischoffe zu Hildesheim, Carolus,Hertzog von Aquitanien, so an. 8;6. Ertz-Bischoff zu Mayntzworden; Adelgarius, Ertz-Bischoff zu Bremen und Hamburgan. 888. wie auch nach ihm Hojerus an. yoy. rc. Durch ihreschriften haben sich Paschasius Rathbertus, Witikindus, Alge-rus, Hugo Foletus, rc. einen nahmen gemacht; wovon aberder erstere diesem kloster von dem zu Corbie in der Picardie bil-lich streitig gemacht wird. An. 107;. ist zu Corbey von etlichenBischöffen eine Unterredung gehalten worden, wie auch an. 1086.den 24. aug. aufbegehren Kayfers Henri« IV. von den Chur-fürsten zu Mayntz und Cöln, zu aufrichtung eines allgemeinenund beständigen friedens. So reich und ansehnlich aber vor-mals dieses kloster gewesen, daß auch verschiedene mächtige Gra-fen und Herren sich unter dessen Lehnsträger befunden, so sehrist es in den folgenden zelten in abnähme gerathen , indem diemeisten güther entweder verkauft, oder auf andere weise veraus-sert worden. Dre insul Rügen hat schon vor langer zeit nichtmehr zu diesem Stifte gehöret. Denn obgleich die CorbeyischenMönche die EhrMche religion darinnen, geprediget, so ha-

c 0 r

ben doch die Rugianer sich wieder zu' demHeydenthum gewe^det, die Christen verjaget, und aus dem, was sie von -Vito gehöret, sich einen abgott Schwantewit gemacht.

Stift hat zwar jederzeit seine prätension aufdiese insul beyam>und der Papst Adrianus IV. an. 1154. unter andern auwinsul Rügen diesem kloster bestätiget, allein es hat niemals zbesitz derselben gelangen können. Denn obgleich an.

42.der Abt Arnoldus, Melchiorem Grafen von Hatzftld, Wyllichen Cammer - Herrn und Kriegs - Rath auch General-sMarschallen, mit dieser insul belehnet, so ist doch dieselbe m oOsnabrücktschen frieden der Cron Schweden übergeben nden. Die stadt Corbey, so an dem kloster angebauetund an. y8;. die gestalt einer stadt bekommen, ist unttrjcyuvmal von dem gewitter angestecket worden, und bis aus .gründ ausgebrannt, wovon man noch die ruäeia sehen ^

Es besitzet also das Stift Corbey nichts sonderliches oMstadt Harter, wiewol selbige nicht gäntzlich dem Stifte unworffen ist, sondern noch gewisse freyheiten hat; auchdarinnen die Hertzoge von Braunschweig, nach abganss -Grafen von Dassel, die edle Vogtey, und mithin die erb-Ichund besatzungs-gerechtigkeit nebst dem Hals-gerichte; wor«der Bischoff von Münster, Christoph Bernhard von Gaveinen harten streit erreget, welcher aber durch hohe vermalt"'den 1;. april an. 167;. zu Bilefeld in vergüte beygelegtde. t^s bat aucb vieles klnller in ken alten reiten mu 7^.,

... Es hat auch dieses kloster in den alten zeitenBischöffen von Paderborn eine controvers gehabt, daß es" ^unter ihre vicsces gehören wollen, welche endlich an. ^den Papst gekommen, der hierinnen decibiret, daß das ra'^Corbey entweder seine privilegis exemptionis ausweisen /dem Bischoffe zu Paderborn unterwürfig seyn sollte ; ""»,nunmehro ist es bekannt, daß es ein Kayserliches freyesund dem Römischen stuhle unmittelbar unterworffm^.

üutbor äs trsuslaticme Viti a öleibom. eäit. tom. I- H-

Fiz-r-rÄ. lib. I. LNN. LtzeLkrr. in cliron.

-nar. kill. lib. XIV. in ckron.

äkkilip. Lies. eäitac. ;. L 6. , wJ sss,

iläelkaräi. rrä gnn. 819. ^>gV-

, in colmoär. wt. 6. ckron

lib. I. L. 6. §7 , grmal- t-otp, f

apuäLaulinum in lynt. rer. 6erm. öletrop-

c.i9. 24. öcc. in vits Laroli öl. tom. VII- ^

in annsl. , not. Oall. p. 159. CküMekS PvMM^^,

chen-chron. lib. I. c. 41- Arnkiels Cimbrische Heyden-re»w ^

k. I. c. iz. H. inilrum. xac. Oinsbr. art. io.§. primokomsr. monum. kaäsrb. p. 126. leg-

unnsl. ksclerb. Nnnsl. circuli ^estpbal. ^

Corbeische thron. Lar-L», clisg. äs ^slone Lbbate Lo ' j.Hsnr. II. Imp. per lVIsinvertum Lpilb. ksäerb. osticio ^täte privLtus ; äs viris illuür. Larbejre; äecrocuM

äi lVIoguntinX an. 888- convocatre, in gna jura öc u" sotates Lorbejenst L Herkorä. conlirmantur; illuür. s u-kaulino. X.k. lib. III. c. 26. §. 10. leg. * f teN

an. 17;?. starb der Abt Carolus von Blittersdorf, weE8. jan. an. 1722. erwehlet worden. An dessen stelle kam e-Freyherr von Böselage, aus dem Hause HoneburgOsnabrück. Neue Fama.

Eorbie, lat. Lorbeja, eine stadt in der Picardie^kleinen landschafft Santerre, an dem flusse Somme,ja-gend , da der fluß Ancre hinein fallt, 4. weilen über Hund 7. oder 8. unter Peronne. «2ie führt den m«Grafschafft, und hat eine berühmte Abtey; welchevon der Königin in Franckreich St. Bathilda und rm ^ yoilne Clotario III. gestiftet worden. An. 16; 6. warvden Spaniern überrumpelt, an. rs;?. aber von elimzosen wieder erobert, welche letzten sie an. 17m-bevestigungs-wercken verfehen.

6 all. Lbrist. «le obliäio t.

Corbie , (Arnaldus äs) Ober-Prasident im P^emAhpi^

in Franckreich gar bald in solche c'onsideration / baß Mlsan. i;7l. zum Ober-Präsidenten im Parlemem^machte. Carolus VI. dem er auch gute dienste Aw" hjerEstellte ihn an. iz88. zum Cantzler in Franckrcm-, , 1,

wurde er in den bekannten unruhen und verwirfunter dieses,Königs regierung vorgingen , r. L

und 2. mal wieder eingesetzt, bis er endlich an. ^ sEgen hohen alters abdanckte, und auch in ftlMV L voa.7^Sein bruder Johannes äs Corbie, war Buchou ^ Mxerre, und starb an. 14; 8. Arnaldus hlnterltch j^x lva^Philippum , der Königlicher Rath und Requeteum ^ ^und Wilhelmum äs Corbie zeugte Dieser ihn VKönige Ludovico XI. in grossen gnaden, weM und^an. 1461. zum Ober-Präsidenten von DaupM / ssrslnach zum Präsident au ölvrcisr zu Paris m"w^an. 1490. Le L , äes OiUL. ap ^ t

Osll. Lbriil. bistoir. äes Lie - ^

tres äes regnet. Lc. * abloß ^ ^

Corbiere, Corbers, ist eine stadt und l ^Canton Freyburg, allwo ein Landvogt wohne