Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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Empörungen , welche fowol in der gegend von Lincoln, als inden nördlichen provintzen an. iz;6. entstanden, hatte er demgedachten Henrico VM. nützliche dienste geleistet, und es warderselbe mit seiner aufführung so wohl zufrieden, daß er ihn indem geeichte wider Mylord Darcy und Mylord Hußi, welchean der erwchnten rebellion theil gehabt, zum PräsidentenMachte. Nichts destvweniger ward er an. i^y. beschuldiget,daß er mit dem Cardinal Polo, und mit dessen bruder dem LordMontague, gefährliche anschlage weder Henricum VIU. vorge-habt , auch allerhand nachtheilige reden wider denselben gefüh-rt, und insonderheit dem gedachten Cardinal mit gelde bey-gestanden. Man machte ihm deswegen den proceß, da dennder ausspruch erfolgte, daß dieser Marggraf von Ereter ent-hauptet werden sollte. Das Parlement bekräfftigte dieses nr-cheil, worauf dasselbe auch würcklich an ihm vollzogen ward.Seine gemahlin ward das folgende jähr gleichfalls des hoch-verraths angeklagt und gefangen gesetzt; sie starb aber zu ih-dem glück an einer kranckheit, welches sonst vermuthlich durchdes henckers Hand geschehen wäre. Lrit. x>. zr. ;6.

Le He bist. ä'bnglet. lom. I.

PZ8. 422.

Courtney, (Eduard ) ein söhn des vorhergehenden. Nach-dem die Königin Maria den Englischen thron bestiegen, warfsie die äugen auf diesen Herrn, um ihn zu ihrem gemahl zuerwehleii, so gar, daß sie ihm nicht nur vor dem CardinalPolo, sondern auch vor dem Spanischen Cron-Printz Philip-ps H. in ihrem hertzen den vorzug gab, und zwar solches theilswegen seiner jugend und guten gestalt, theils auch wegen seines^genehmen Wesens. Zum zeichen ihrer gewogenhcit machtesie ihn in dem ersten Parlement, welches Je hielte, zum Gra-fen von Devonshire, und sie wurde ihn würcklich in ihr ehe-be,M aufgenommen haben, wenn er nicht der Reformirten re-ugion zugethan, und dabey in den verdacht gekommen wäre,daß er die Printzeßin Elisabeth liebte. Dieser verdacht (mehrals die conspiration, so Wiat angefangen) brachte beyde an.

in das gefängnis, und bey nahe auch auf den chavot.Doch als gedachter Wiat sie beyde vor seiner Hinrichtung°vr unschuldig erklärte, und der Königin Mariä gemahl,Philippus II. aus politischen Ursachen sehr eifrig um ihrewsiassung anhielt, wurden sie beyderseits im apr. an. izzz.allf freyen fuß gestellt. Der Graf von Devonshire (wel-cher dabey auch den nahmen eines Marggrafen von Exe-*er führete) bat um erlaubnis fremde lander zu besuchen, undPeng darauf erstlich in Franckreich, von dar aber in Italien;Meldst starb er zu Padua, eine kurtze zeit nach seiner abreise vonSonden, und zwar von der ihm ungewöhnlichen Hitze des lan-ges , ydxr wie andre wollen, von gift. Er war der letzte GrafDevonshire, aus der familie Courtney. , Lara.

Me osLnglancl. Lrit-wn. p. ?6. bist.

Anglet, wm. I. x. 782. 8oi. 81;. 826. 828-829.

- * Courtney, (William) Ertz-Bischoff zu Canterbury, warN svhn-Hugonis, Grafen von Devonshire. Nachdem erstudien absolvtret, und sich sonderlich in den Rechten wohlAbgesehen, nahm er darauf den geistlichen stand an, und be-ANr verschiedene fette prabenden, wurde an. r;6y. BischoffULerefvrd, und an. i; 7 z- Bischoff zu Londen , gerieth aberMeldst an. 1,77. mit Johanne Hertzog von Lancaster in ver-Aleßlichkeit^ ' ^ ^

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und muste von diesem viele scheltworte einneh-das > ?klein die bürgerschafft empfand solches dermassen übel,aI lle den Hertzog in seinem pallast ermorden, und weil erivnii. elts mit der flucht salviret, denselben in brand steckenderl'i^ welches der Bischoff kaum noch durch vieles bittenstaswoern konnte. In dem darauf folgenden jähr soll er dener alS-hut erlangt haben, wie Walsingham bezeuget. Alsi l8i. Ertz-Bischoff worden, ließ er dieses sein erstes vor-seyn, daß er den Balliven zu Canterbury die zeithergl-sMWe jurisdiction / in bestrafung des ehebruchs und dec-wibr, wieder nahm; so fort hielt er zu Londen einenUnd fAw' auf welchem die lehre Johann Wiclefs verdammet,theil es damit hielten von ihren ämtern remvviret, zumAltk-s S excommuniciret wurden. Hierauf stellte er durch seinflcb?«b Ertz-Bißthum eine Visitation an, als er aber in der ab-ThgAV Ercester kam, vernahm er, daß der dasige Bischoff

Thomas' »»»-., ^ .

Weil ^ r. Brenünganus darwider appelliret, den er dahero,

<iente^bsentirt hatte. citiren ließ; allein des Bischoffs be-saß mengen den boren unterwegs auf, und zwungen diesen,sie, citation mit samt dem wächsernen sieget fressen mu-

aber deswegen hart bestrafet; und der BischoffBiscknw? ^ endlich, welches auch Johannes Waltamus,w» ane^si-Salisbury, der sich gleicher gestalt durch appelli-§>b1g!^angs helffen wollte, und von Urbano VI. ein bcfreyungs-de>r haben vorschützte, zuletzt thun muste. Nicht langekeil de>, ^ Ade prätendirte der Ertz - Bischoff von der Geistlich-es theil jährlicher intraden, und gab vor, daß er dazu^wcvlu Aewilligung hätte. Es wollte aber der Bischoff vonMi, solche collecte in seiner vioece« nicht vor sich gehen lassAh Kalk appellirte darwider an den Papst, und währendersipilc A^er Ertz - Bischoffden z i. julii an. izyS. 6 ->cin>r». ste. ' p' 542. 245. ^72. keg.

0 oder Cortryck, am flusse Lys, eine stadt in Flau-

^ieinjschsi^en Ryffel, Dornick, Ipern und Oudenarde. Die^ MwentkN nennen sie Lorteriscum und Lortrscum,

die Niederländer aber Cortrick. Man hält dafür, daß diestxort zu Julii Cäsaris zeiten unter der Nervier gebiethe gewesen.Philippus Luäsx bauete ein castell darinnen; die übrigen ve-stungs-wercke sind von andern zu verschiedenen zeiten ausge-führet worden. Die Franzosen verlohren hierftlbst an. i;or.wegen allzugrosser Übereilung eine Wacht; und weil die ein-wvhner zu Cvurtray deswegen ein jährliches danck - fest hiel-ten , fo wurde dieser ort an. izgr. geplündert und abgebrannt.Einige zeit hernach bauete man ihn wieder auf, da er dannnachgehends sowol wegen der handelschafft, als auch wegender guten «tadelte und darzu gehörigen grossen revier zu eineransehnlichen stadt worden, Der fluß Lys unterscheidet sie in2. theile. An. 1646. eroberten diese stadt die Franzosen; imfolgenden jähre aber nahmen sie die Spanier wiederum hinweg.An. 1667. machte sich Ludovicus xiv Meister davon, behieltsie auch in dem an. issz. geschlossenen AachijWn friede«, undfortificirie sie gantz regulair. Allem, nachdem sie hierauf,krafft der Niemäglschen tractaten, an. 167z. den Spaniernwieder abgetreten, und so dann von den Franzosen aufs neueeingenommen worden, riß man erst die vestunas-wercke nieder,ehe sie, krafft des an. 1684. aufgerichteten still-standes den Spa-niern wieder eingeräumet wurde, welchen sie auch an. 169-7.in dem Ryßwickischen friedens-schlusse geblieben. Ietzo gehö-ret sie der Königin von Ungarn. Lelg. (,>»-».

Courzola, Corzola, lat. Lorcyrs nigrs, eine insul aufdem Golfo cli Venetia, welche durch einen engen canal vonden küsten von Ragusa in Dalmatien abgesondert ist. Sie hatden titul eines Hertzogthums, und eine stadt, welche gleichfallsCvurzola heisset, deren Bifthoffthum unter dem Ertz-Bischoffzu Ragusa stehet. Sie gehöret ametzo den Venettanern, wel-che sie von der Republick Ragusa durch eine besondere list be-kommen. Die Venetianer haben einen seifen, St. Marco ge-nannt, welcher die stadt Ragusa nebst einem andern kleinenfelfen , so noch näher dabey liegen, commandiret, und nichtmehr erde auf sich hat, als diejenige, welche das Haus, fodarauf gebauet, einnimmt. Wie sie nun einst mit den Ra-gusianern uneinig worden, schickten sie einige leuthe bey dernacht dahin, und beorderten sie, unterdessen, da es finster wä-re , und die leuthe schliefen, ein von dick gepaptem papier ge-machtes und mit erd-farbe bemahltes kort auf diesem kleinenfelsen aufzurichten, und liessen dabey auch einige höltzerne ca-nonen hinbringen. AIs nun des andern tages frühe die Ra-gusianer aufstunden, erschrocken sie heftig darüber, als sie ei-nes in so kurtzer zeit aufgeführten und mit artillerie versehenencitadells gewahr wurden, verlangten dahero zu capituliren,und erfolgte hieraus ein friede, krafft dessen die Venetianerdie insul Cvurzola für ihren kleinen felsen begehrten. Die Ra-gusianer verlangten zwar auch den felsen Sk. Marco, beka,men ihn aber nicht. Doch diß alles siehet einer fabel, wie sichdas gemeine volck immer gern damit trägt, sehr gleich. Com>zola ist den Venetianern sehr nutzbar und bequem ; denn esdienet ihnen zu einem zeug-und vorraths-hause, um ihre schif-fe zu bauen und auszubessern, weil die gantze insul überall mitsehr guten eich-bäumeu angefüllet ist. Die sogenannten sar-dellen und der wein geben die besten einkünfte. Die Dom - Ar-che, stadt-mauren und die meisten Häuser sind aus marmor-steinen gebauet, welche in dieser insul etwa 4. oder weilenvon der stadt gebrochen und ausgearbeitet werden. Es sind4. dörfer darinnen, deren jegliches i;c>o. einwohner hat.Gleichwie die insul fast gantz mit Wäldern bedecket ist, also giebtssehr viel wildpret darinnen, und unter andern eine gattung,welche fast den Hunden gleich siehet, und wie katzen oder pfauenschreyet. Wenn man des nachts ein feuer bey dergleichenWäldern anzündet, wird man eine grosse menge von diesen thie-ren fast wie menschen schreyen hören; diesewigen scharren diegräber auf, und fressen die todten cörper. Sie sind zu nichtsdienlich, ohne daß man ihre haute etwas gebrauchen kan. DieGriechen nennen sie ^LLkalia, und die Türcken Ichaksl. Ih,rer viele halten dafür, daß diese thiere die der Alten

seyn, von welchen einige berichten, daß sie ihr geschlechteveränderten, bald männlein, bald welkstem wären, und dabeywie menschen schryen. H>o», vvygZe ä'Iralie. öcc.

Cous, (Antonius äs) Bischoff von Condom, war ein söhnPhilipp!/ Herrn von Cons und Tronchet. Er wurde an. 1592.voÄor, auch war er General-Vlcarw« und Groß - flrclucks.SVM18 zu Condom. An. lüo;. wurde er zum Coadjutorn sei-ner mutier bruder, Iohannis cl« Chemin, ernennet, und inzfolgenden jähre zum Bischoff daselbst. Er befand sich 2. malbey der Versammlung der Stände des Französischen Reichs,widersetzte sich mit äussersten kräfften zu Condom den Pro-testirenden, wodurch er sich bey Hofe so wohl insinuirte, daßder König 2. mal an ihn schrieb, seine Hochachtung gegendenselben zu bezeugen. An. 1624. wohnte er der Versammlungder Geistlichen zu Paris mit bey, und an. 162g. führte erzu Condom die presbyteros Oratorii ein, daß selbige daselbstdie jugend unterrichten sollten. Endlich danckte er an. 1647.ab, und starb des jahrs darauf zu Cassagne in einem hohenalter. ÄinE/wet,. Lall. Lnntr.

* ffousan, eine alte nunmehr ausgestorbene Französische fa-milie aus Livnnois. Dalmas I. Herr zu Cousan in Forez,lebte ums jähr ioS;. ftm m - enckel Hugo I. aber üms jähr

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