Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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Hernach in .den krieg, und wurde an. i6iy. Oberster unterChur-Mayntz, indem damals die innerlichen Unruhen inTeutschland zwischen der sogenannten Catholischen Liga und derProtestirenden religion sich hervor thaten. Da er dann dem Kay-ser Ferdinando II. ;oo. mann zu Pferde in Böhmen zuführte.In der schlacht auf dem meisten berge bey Präge legte er ei-ne grosse probe seiner tapferkeit ab, sonderlich, indem er mit;oo. pferden einige Bayrische volcker, so bereits die flucht ge-nommen , wiederum in ordnung brachte, und sie secundirte.Hierauf nahm er Bayrische dienste an, und befand sich beyder armee des Generals Tiüy in der Ober-Pfaltz, als diesermit dem Grafen Ernst zu Mannsfeld in tractaten stund, wur-de auch damals als ein geissel mit von dem Tilly in dasfeindliche lager gesandt. Er befand sich noch ferner bey denberathschlagungm dieses Generals in der Unter-Pfaltz, inglei-chen in der schlacht bey Wimpfen an. i6rr. und bey der stadtLohn an. i6rz. An. 162;. gieng sein regiment in die Nie-derlande zu dem Spanischen General Spinola, der damalsBreda belagerte. Im folgenden jähre warb er ein neues re-giment , und wohnte den kriegs-verrichtungen wider den Kö-nig in Dänemarck bey. Weil er aber bey dem General Wol-lenstem in Ungnade kam, wurde sein regiment abgedanckt,dannenhero er eine zeitlang ohne kriegs-dienste lebte. Er ver-tauschte auch seinen pfand-schilling an Saaralben und Saar-munde am flusse der Saar und der Lothringischen grentzen mitFriedrichs von Friß söhnen, gegen dero guther in Böhmen,und richtete zu des Königs in Franckreich diensten ein neuesregiment auf, so aber wenig zeit gestanden; sintemal er sichbald wieder in Bayrische dienste begeben. An. iszi. schickteihn der General Tilly, die stadt Neu-Brandenburg im Meck-lenburgischen einzunehmen, bey dem er sich auch selbiges jährin der belagerung der stadt Magdeburg befunden, und hernachwurde er wider den Landgrafen von Hessen-Cassel Wilhelmummit einigen v ölckern gebraucht. An. 16; 2. war er in Bayern,und wollte dem Könige in Schweden die Passage des Lechsverwehren, muste aber solches dennoch endlich geschehen lastsen; und als damals der General Tilly tödtlich verwundetwurde, recommendirte er auf seinem tod-bethe zu Ingvlstadtdiesen Johann Philipp vor allen andern. Nach des Königsvon Schweden rückmarsche aus Bayern occupirte er- wieder diestadt Weissenburg, nachdem er vorhero Landsberg in Bayernmit gemalt weggenommen, dergleichen er auch bey Friede-berg that, aber an Pfaffenhofen vergeblich versuchte. Ob ernun also gleich bishero dem Kayser und der Catholischen st-gagute dienste gethan , so kam er doch nachmals auf andereaedancken, sonderlich , weil er sich mit dem General Wallen-stein nicht vertragen konnte, indem er vor seiner erhöhungschimpflich von ihm geredet, oder wegen einiger liebes-händelmit ihm Verdruß gehabt, wie denn auch Wallenstein ihn beyseiner armee nicht leiden, auch einSmals feiner relation nichtglauben wollte, sondern einen pagen , sich besser zu erkundi-gen , abschickte. Ja es ließ der Wallenstein dem Churfürstenin Bayern wissen, daß, wenn er auf des Generals Tilly ge-schehene recommendation, dem Cratzen seine armee anver-trauen würde, er von ihm, dem Wallenstein, wenig aßistentzzu hoffen hätte. Also gab ihm der Churfürst von Bayerndas Gouvernement zu Ingvlstadt, welche stadt er auch an.iszr. wider den König von Schweden tapfer defendirte. Imfolgenden jähr aber, weil ihm der General Altringer in demcommando vorgezogen ward, ließ er sich mit den Schwedenin einige tractaten ein, und wollte diese stadt dem HertzogeBernhard von Sachsen-Weimar überliefern. Er konnte abersolches nicht bewerckstelligen, und weil er glaubte, daß seinvornehmen nicht mehr verborgen wäre, begab er sich, unterdem vorwande nach seinen güthern zu reisen, von Ingvlstadtweg, und gieng an. r6z;. über Regenspurg durch Böhmen undSchlesien zu gedachtem Hertzoge, der ihn zum General-Feld-Marschall über seine armee machte, und an. 16^4. da der Her-tzog die stadt Regenspurg entsetzen wollte, ihm die continua-tion der belagerung der Bambergischen vestung Forchheim an-vertrauete. Er müste aber diese belagerung auf befehl desHertzogs aufheben, und sich mit ihm conjungiren, worauf ernoch selbiges jähr der schlacht bey Nördlingen beywohnete; daer dann des vorigen tages einen grossen rühm wider die fein-de erhalten, auch den Ritter und Prior» Octavium Aldobran-dinum selbst erschossen haben soll; des andern tages aber, alsdas Haupt-treffen geschahe, und die Schwedische armee denkürtzern zog, föchte er zwar mit grosser tapferkeit bis aufs letz-te, allein endlich wurde er von einem Ungarischen ObristenFtana gefangen, dem er vergeblich zoooo. rthlr. versprach,wann er ihn würde loslassen. Als ihn nun dieser in das Kay-srrliche lager bringen wollte, wurde er auch von etlichen Lo-thringischen reutern angegriffen, die ihn dem Hertzoge Carlvon Lothringen lieferten, worüber ein streit entstund, indemihn der König Ferdinand zu seinem gefangenen haben wollte.Nachdem sich auch dieser Graf von Scharffenstein erkläret,daß ihn der Obriste Ftana gefangen, wurde er Ferdinandoabgefolget. Nun wollte ihn der Hertzog Bernhard wieder aus-lösen , und den von den Schweden gefangenen Bischofs von Re-genspurg Mit chm vertauschen, er konnte aber solches nichterhalten, und der Graf Henricus Schlick brachte es dahin,daß er nach Wien geschickt wurde. Daselbst entkam er den16. mart. an. 16;;. aus seinem gefängnisse, und gelangte in

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Mönchs-kleidem bis an die Schlesische qrentze, allein des Gra-fen Palfi Husaren holten ihn ein , und brachten ihn denmart. wieder nach Wien; da er dann durch das kriegs-rew»zum tobe verurtheilet, und den 26. jun. des besagten >ayrr,ohnerachtet der König von Polen vor ihn intercediret, aufven'Rath-hause zu Wien enthauptet worden. Der Kayser S«dinandus II. hat ihn in den Grafen-stand erhoben, von w«chem er auch einige güther in Böhmen besaß. Seine erltt Amahlin war Maria, Ioh. Dietrichs von Metternich tocyr«/mit welcher er gezeuget Lotharium Hugonem, der an.als Dom-Herr zu Mayntz, Trier und Speyer, zu Bonom«in Italien gestorben ; Iohannem Antonium, einen vatlerH^gonls Ernesti Cratzens von Scharffenstein; Carolum Fr>Aricum, so als denominirter Dom-Herr zu Trier, Mayntz »«-Würtzburg jung gestorben, und etliche töchter. Seinedere gemahlin Eleonora, eine tochter Friedrichs Colonna,

Herrn von Felß, hat ihm gebohren Eleonoram BarbarsMariam, so an. i6zz. an Johann August, Grafen von So>m.inRödelsheim, vermählet worden. Humbracht, Zierde^Teutschen Adels. Tliestr. Lurop.

Crau , eine kleine landschafft in Provence, an dem Echen arm der Rhone, 7. bis 8. Meilen groß. Sie ist vo>"kieselsteine, daß man das erdreich nicht davor sehen kan; Adoch wächset an einigen orten getreyde, und sehr nahrhaMVgras vor die schaafe. Als die Alten nach der Ursache fonststen, warum diese geqend mit so vielen steinen angefüllet w»re, kamen einige und unter denselbigen Aristoteles aufdiestVdancken, daß ein erdbeben solches verursachet hätte. DUdonius hielte dafür, daß dieser M vor zeiten ein see ge>Asen ; Aeschylus aber fabulirte, daß als Hercules nnt den ^guriern gestritten , und Jupiter wahrgenommen, in wasgefahr er wäre, derselbige sodann diese steine auf seineregnen lassen, und sie damit alle getödtet hätte.ge ä'lml. ^

Craven , ein rauhes und bergichtes land in der westEgegend von Aorckshire in Engeüand, alstro Shipron lECraven , (Lords ) in Engelland. Die familie, welche bAsen nahmen führet, hat vor alters ihren sitz zu Appletreeiv'"m Norckshire gehabt, und von bannen in unterschiedliche a>'sehnliche zweige sich ausgebreitet. Johann Craven von Apletreewick lebte zu ansang des XVI. Lenk und hinterste« 1söhne: Henricum, Antonium und Wilhelmum. Dieser uote war ein vatter des Ritters Wilhelmi Craven , welcher 71611. Lord Mayor zu Londen ward. Desselben ältester pWilhelm, erwehlte beyzeiten die xrofeßion verwaisen,»'führte dieselbe theils unter dem Könige von Schweden, ^ „stavo Adolpho, in Teutfchland, theils aber unter dem Prin? ^von Oranien, Friderico Henrico, in den Niederlanden,solchem rühm , daß Carolus I. bewogen ward, ihn an. ^zum Pair von Engelland zu machen, und zwar mit dem ^tul eines Lords Craven von Hampsteed Marschall in Ber"hire. Weil er auch nachgehends sowol Carolo I. alslo II. viel nachdrückliche proben einer unverfälschten treue s §so erhub ihn der letztere an. ^64. zum Vice-Grafenvon Uffington, und zum Grafen Cravenstn Jorckshire. ^andere bruder dieses Wilhelmi, Johannes, war in j 0 "-,Mansehen bey Carolo I. daß derselbe ihn an. 1642.unter diePairs von Engelland aufnahm, mit beylegung Atituls eines Lords Craven von Ryton in Shropshlre.heurathete zwar Elifabetham, eine tochter Wilhelmstarb aber ohne leibs-erben, welches auch mit ftmcm lö-sten bruder Thoma, ingleichen mit dem abgedachten «sten bruder, dem Grasen Wilhelms, geschahe. Hieraufdie würde eines Lords Craven von Hampsteed Marscyau/.^l--möge einer Königl. verwiüigung von an. 1665. aufmum Grafen von Comd, einen söhn des Ritters Wilhelmfenvon Comb (welcher ihn mit Marqaretha, einerdes Ritters Christophen Claham von Bemersley, Geus'^llnen encke! des Ritters Thoma Craven, und einen desceu»von Henrico, dem ältesten söhn des eingangs erwevm« ' 'hannrs Craven von Appletreewick. Mit seiner gemay"

sabeth , einer tochter des Ritters Fulwar Skipwith , ^nl-gemeldter Lord Wilhelm Craven, ;. söhne, Wilhelm««"/ swarn und Robertum, bekommen. 0/

Cravetta, (Ageno) von Saviliano, Johannis vreines Savoyischen Juristen söhn, begriff die Pira un» ^hann Anton. Rubeo, und Johann Francisco Curtw ^cher fertigkeit, daß man ihm vor der zeit eine krmsiTurin auftrug. Im 2;. jähre feines alters promovierendeward anfangs Richter zu Cuneo, nach dem aber ern reno»Advocat zu Turin. Alshiernächst die schweren kriege V Are-Francisco I. und Carolo V. einfielen,., retirirte er sich "AftrEnoble, wo er 7. jähr geblieben, und viele kechonlÄ v-, „einhat. Man berief ihn darauf nach Avignon an Aerm -»stelle, als er aber dieses wohlverdienten Mannes m „awheftig herunter machte, muste er wieder M / unoFerrara, von da ihn aber theils die pest , theils stmuch^ Edov. Catius bald vertrieb. Darauf verlangte mw' pPavia, und nach verlaus ;. jähre nach Mondom / ^ v«

lich nach Turin , wo er an. 1569. seines altersstorben. Er hat VI. romos Lonüllorum zusammen v -äs «lar. lex. üicsrxr. lib. II. e. rflo-