Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
Seite
951
JPEG-Download
 

Crema, die Haupt-stadt in dem Venetianischen gebieth Cre-ltzasco, am fluß Serio. Sie ist wohl bevestjget, und hat ei»lchloß nebst einem Vißthum, welches unter den Ertz-Bischoffzu-ovlogna gehöret, und von dem Papst Gregorio XIII. aufge-richtet worden. Sie ist eine grentz-vestung gegen das Hertzög-chiim Mayland. Den nahmen Crema soll sie bekommen ha-als sie an. 4^1. auf die stelle einer durch den Mayländi-lchen Ertz-Bischoff wegen beschuldigter ketzerey abgebranntenhabt gebauet worden. Erstlich gehörte sie den Kayfern, Her-bach den Burggrafen von Cremona und Piacenza, und endlichAirde sie den Venetianern zu theil. Ioh. Iacobus Diedi, Bi-'choff von Crema, hat an. r;9°. und 1607. oräinstiones l>-rivcls 1 e 8 heraus gegeben. äs Vicesom. Lrsmon. üb.

rV. VI. VII. VIÜ. Lc. ich. XIV. äslcr.

HZ,Asogrspb. scclss.

. * Crema, (Daniel äs) ein Dominicaner aus Crema, da-her er auch den zunahmen erlanget, da er sonst aus der fami-üe Bianchi hersproßte, war ein treflicher Vbeologus, undlteÄor zu Bologna, endlich aber, nachdem er das amt eineswglliütoris etliche iahr verwaltet, an. Is;8. MaZillsr 8. pg.

, da er dann die ichriften deS Savonarolä, welche Pau->us iv. schlechter dings verdammen wollte, und deswegen be-reits ein LonMorium angestellt hatte, männlich vertheidigte,buch es so weit brachte, daß selbige, ausser in wenigen Passa-ten , vor unanstößig erkläret wurden. Er starb an. i;6;. und"eß ein grosses wer« wider Lutherum. äe-

Itsl. p. ;; 2. F'r»» Ilmopi. äi xregioäi Lrema.

bibl. Dom. tom. II.

Cremafco, ein gewisses den Venetianern gehöriges gebieth'b dem Hertzogthum Mayland, welches sehr fruchtbar an ge-'eeyde, wein und Hanf ist.

. Cremelena, ist das grosse und prächtige schloß des Czaars"1 der stadt Moscau, welches mit ;. mauern umgeben , mitMchütze wohl versehen, und einer kleinen stadt gleichet. Essit die residentz des Czaars, und dessen Printzen, wie auch desPatriarchen, ingleichen trift man daselbst dero begrädnisse und'chatz-cammer, nebst vielen kostbarkeiten an. Mitten auf demHofe stehen 2. schöne thürme, welche mit vergöldetem kupferWecket sind. Der höchste wird genennet Juan Welike, dasbi der grosse Johannes, in dem andern ist eine so schwere glo-"e , daß an derselben 80. Männer ziehen müssen, wenn sie sollteläntet werden, welches nur an den hohen fest-tägen, bey derWnung der Czaare, und wenn fremde Abgesandte ihre öffent-liche einzüge halten, zu geschehen psieget. Um das jähr i 6 ;o.bauete man daselbst für die jungen Printzen einen neuen stei-fn pallast auf, nach Italiänischer monier; da hingegen dieMe Wohnung nur von holtze gewesen, weil die höltzernen häu-Mda vor die gesundesten geachtet werden. Beyde pallästeM überaus prächtig ausgeputzt, und viel kostbare und raretwge aus fremden landern darinnen anzutreffen. InnerhalbW mauren dieses grossen raums sind über zo. kleine steinerne^pellen, welche mit vergöldetem kupfer gedecket sind, worun-N die von St. Michael die vornehmste ist, in welcher sich derMaaren begrädnisse befinden. Es sind auch r. klöster daselbst,Ms vor Mönch? und das andere vor Nonnen, welche beydeAb H. Benedicti regeln beobachten» und der Griechischen kir-M-ceremonien sich gebrauchen, gleichwie die gantze Mosco-^«ische Clerisey zlr thun psieget. Bey dem schioß-thore süd-oarts stehet eine schöne kirche, welche der H. Dreyeinigkeit ge-Uedmet ist, und insgemein Jerusalem genennet wird, auch dieMrberühmteste in gantz Moscau ist. Man sagt, daß der CzaarJohannes Basilowitz, welcher sie an. i;;o. erbauen lassen,an derselben dau-kunst dermassen ergötzet habe, daß er dem^»u-meister die äugen ausstechen lassen, damit er keine andere«AMichen kirche mehr bauen möchte. Nahe bey dieser kirchekleu ' grosse canonen, welche gegen den ort hinzielen, wo dieWch " Tartarn einzubrechen pflegten. 0 /ear» Moscow. reise-

^ Cremera, ein kleiner Italiänischer fluß in Toscanien, sothjArn der Niederlage der ;o6. Vabiurum berühmt ist, welcheljAbr die Vejentss ausgezogen, nachdem sie aber in einen seind-Hinterhalt gerathen, alle am ufer dieses siusses erschlagenjgAden. Dieses betrübte die Römer dermassen, daß sie deny>sJ.°an welchem solches geschehen, unter ihre schwache undfl-Wrkllche tage zehlelen, und dasjenige thor, durch welches?aus marschlret , kortam sceleratam nenneten. Heut zugF heißt dieser fluß Bagano oder 1 a Valia von einem kleinen- ha er vorbey gehet, und ergießet sich 5 - weilen überI. L m die Tiber, kn, üb. II. s. 49. ^0vrÄE, üb.^ or. 2. Zsogr.

benommen, eine kleine stadt in der Mittel-Marck Bran-bienk.^' a" der grentze der Grafschafft Rupin, zwischen Ura-dv,, Lrg und Fehrbellin, 7. Meilen von Berlin, den Herren' Bredow gehörig.

eiyxWnitz, eine Königliche freye berg-ffadt mit einem aufsch/ffvUe gelegenen schloß, in der Oder-Ungarischen Gespan-tte»!A/urocz, nicht weit von dem fluß Gran. Es sind vor-beeaU.gold-berq-wercke daselbst, und unter den sogenannteng-'tadten ist sie die älteste.

, die haupt-stadt in der Mayländifchen landschafftallwv ein Bischoffthum, so unter daS Ertz-Biß-"istor. //. Theil»

thun: von Mayland gehöret. Vor ihren ersten erbauer gebenetliche den Hercules aus. Andere aber schreiben ihren Ursprungden 0-äIIis eMomsni8 zu um das jähr der stadt Rom ;i;. Sieliegt auf einer grossen ebene, nahe an dem ffusse Po, mit wel-chem sie durch den canal des Oglio verknüpfet ist, der den stadt-graben, welcher ohngefehr 5000. schritte im umfange hat, aus-füllet. Sie hat ein castell, welches die Jtaliäner wegen seinervestigkeit sehr zu rühmen pflegen. Die meisten gaffen sind sehrbreit und gerade, und dabey mit feinen gedäuden, prächti-gen kirchen und grossen viereckigten Plätzen ausgezieret. Diesestadt hat grosse Veränderungen erfahren, und viel erdulden müs-sen , und zwar dieses nicht allein schon dazumal, als Hanni-bal in Italien kam, und zu Vitellii zeiten, sondern auch durchdie Gothen, Sclavonier und Longobardier um das jähr Chri-sti 6;o. so, daß dieser ort ziemlich ruiniret worden. Nachge-hends, ohngefehr an. 1284. ließ ihn der Kayser FridericusLsrbarolla wiederum aufbauen, und daselbst einen grosse»thurm aufführen, welchen die Jtalianer für den allerhöchstenin gantz Europa ausgeben wollen. Von selbiger zeit an hattediese stadt ihre Burggrafen, hernach gerieth sie unter die Fran-zosen , so dann unter die Venetianer, und endlich unter dieHertzoge von Mayland. An. 1648. wurde sie durch den Her-tzog Franciscum von Modena mit zuziehung der Französische»und Savoyischen trouppen ziemlich lange, wiewol vergeblich,belagert. Am meisten aber ist sie in dem Italiänischen kriegezu ansang des XVIII. llesuü wegen gefangennehmung des Mar-schalls äs Viüeroy berühmt worden. Denn nachdem an. 1702.den 28. jan. der commandirende General der Kayserlichen ar-mer, Printz Eugenius von Savoyen, mit den Generalen Gra-fen von Stahrenberg und Printzen von Vaudemont zu Luzsrageheimen Kriegs-Rath gehalten, und einen heimlichen anfchlagauf Cremona gemacht, so näherten sich gedachte Generalenebst dem Printzen Commercy in der stille der stadt Cremona,und nachdem sie den i. febr. früh gegen ;. Uhr etwa» 1200.schritte von der stadt angelanget, wurden um ?. uhr etliche hun-dert mann detachiret, durch eine Wasserleitung in die stadt z»kommen, welches auch geschahe. Diese eröfneten nicht alleindas thor äi St. Margaretha, sondern faßten auch aufder Haupt-wache posto, da dann die übrigen trouppen in die stadt sich zo-gen , und in dem ersten schrecken viele Franzosen niedermach-ten. Der commandirende General, Marschall äs Viüeroy,welcher erst den tag vorher nach Cremona sich begeben , konn-te anfangs nicht glauben, daß die Teutschen schon in der stadtwären, als er aber auf den marckt gekommen, wurde er vonden Kayserlichen vom Pferde herunter gerissen, gefangen ge-nommen , und nach Mittage nach Ostiano aeführet. Die Kay-serlichen wollten hierauf sich des Po-thores bemächtigen, unddadurch sich mit dem Printzen von Vaudemont conjungiren;allein, weil jenes gar zu starck besetzt war, und dieser nicht zurechter zeit mit seinen trouppen anlangte, so hielt der PrintzEugenius für rathfamer, sich wiederum zurück zu ziehen, wel-ches auch, da es schon gantz nacht war, in guter ordnung ge-schahe , worauf man nach auswechselung der gefangenen nichtviel über 200. mann vermisset; da hingegen die Franzosen überi2oo. mann verlohren , auch von ihnen viele gefangen, und;c«. pferde nebst vielen kostbaren mobilien aus des Viüeroy lo-gier von den Teutschen erbeutet worden. lib. XX. L

XXVII. Vasrr»,, lib. III. L IV. bist. üb. III. s. 18-

üb. V. ifoAl'r«,. AröeKs«,, üb. III. ,fo»n. 7.

Vr-rc. üb. IV. üb. IX. t 7 s,rs, k. I. kill.

äelcr. Itsl. Orvr'ceK, snn. äs Lrsm. lull. Lrem.

Schaupl. des kriegs in Italien rc.

Cremonese, Cremonois, lat. Lremonenüs llger, einelandschafft des Hertzogthums Mayland, zwischen den flüssenPo, Oglio und Adda. Sie ist sehr reich an wein und garten-früchten.

Cvemomni, (Cäsar) ein berühmter kbiloll>x>üus in Ita-lien, war zuCento indem Modenesischen an. i;;o. gebohren.Er bezeugte alsobald in seiner iugend eine grosse begierde zu denstudien, und als er an dem Hofe der Estrichen Fürsten lebte,ließ er keine gelegenheit vorbey gehen, mit dem Pigna , Tassound andern gelehrten leuthen zu conversiren. Er legte sich aberinsonderheit auf die Aristotelische Philosophie, und erlangte da-durch , daß er für den vornehmsten in dieser fecte zu seiner zeitgehalten wurde. Zu Ferrara docirte er diese Philosophie 17»und zu Padua 14. jähr. Sein rühm war so groß, daß auchviele Potentaten fein bildnis zu haben verlangten. Doch wirdihm schuld gegeben, daß er zum ncbeilmo inclinirt, und dieUnsterblichkeit der seelen in zweifel gezogen. Wiewol andereanmercken, daß er nicht sowol vor sich, die sterblichkeit der feeslen behauptet, als nur gezeiget, daß solches die meynung desAristotclts gewesen. Er starb an. i6;c>. an der pest. Honstwar er ein sehr höflicher mann, und wußte die leuthe vortref-lich zu careßiren, in der that aber war er niemands freundEr machte sich ein vergnügen daraus , streit und zanck unterseinen schillern zu erhalten, und ob er gleich jedem freundlichbegegnete, suchte er doch denen studenten, die ihm nicht gäntz-lich zugethan waren, zu schaden. Er liegt im kloster der H»Justina begraben, dem er auch alle sein vermögen verlassen»Er hat unterschiedene schriften hinterlassen: als äs Unima;

eis Los!» ; äs 8en6bu8; äs LsÜäo inrmto ; äs 8smiae, Lc.in mustxo biüor. eloZ. ä'buom. Isccer. tom. II.

Litt 2

Crem-