.. * Creutzer , (Johannes) hat flch um die Humaniora zu stu-diern zu Erfurt aufgehalten, und allda den Zraäum MMriArtium angenommen. Von dar zog er naher Heidelberg, legtesich auf die Theologie, und ward in kurtzem LsLcalaureiis ko»watus TbeoloWL. Als er vernähme, daß zu Bafel eine Uni-versität sollte angelegt werden, begab er sich dahin, und wardwegen seiner schönen wissenfchafft von dem Bischofs und denGelehrten sehr liebreich empfangen, wie er denn kurtz hernachzu einem Dom - Herrn des hohen Stiftes angenommen wor-um. Weil er durch seinen langen aufenthalt auf Universi-täten die allda übliche gebräuche wohl innhatte, als ward eran. 1461. zum ersten vecano Lacultatis Lrtium ernennet,Welcher stelle er mit gröstem lob und zu sonderbarem aufnahmbesagter Facultät vorgestanden ist. Alatric. kacule. lvriumLsül.
Creutzfahrten oder Creutz-züge, item heilige Züge,werden die züge der Abendländischen Christen nach dem ge-lobten lande im XI. und XII. Lculo genennet. Lateinischheissen sie Lxxeältiones LniLiatN, kallsgia, öella lacra, ItineraIsiicta, und Französisch Lroisaäes, oder auch Ousrre8 ä'outrcöler. Die gelegenheit hierzu war diese: Es hatten die Sara-cenen in dem VII. Leculo das gelobte land eingenommen, undalso auch diejenigen Lrter, wo Christus gebohren, gestorbenund begraben, unter ihre botmäßigkeit gebracht. Nun lies-sen sie zwar anfangs zu, daß diese örter von den Christen, wievorher, möchten besuchet werden; als aber nachgehends diewallfahrten gar zu starck wurden, und die Saracenen sich be-sorgten , es möchten die Christen ihnen überlegen seyn, wolltensie allhier den Christlichen gottesdienst gar nicht mehr leiden.Der Papst Sylvester II. bemuhete sich dannenhero sehr, eineallgemeine I^gam der Christlichen Potentzen wider dieselbe,und insonderheit wider die Turcken, welche dein gantzen Grie-chischen Kayserthum den Untergang droheten, zum stände zubringen. Er richtete aber nichts aus, und als der Soudanvon Egypten von diesem vorhaben durch einige Juden von Or-kans , die einen Christlichen Priester bestochen, und zu ihmabgeschickt, Nachricht empßeng, ließ er die kirche, wo das be-grgbnis Christi war, niederreissen. Nun ward zwar nach des-sen tode die kirche wieder gebauet, und es erhielten die Italiä-nischen kaufleuthe an. 1092. durch grosses geld einen ort, wo-selbst die Christen ihre andacht haben mochten. Es wurde auchP Verpflegung der Pilgrimme das Hospital St. Johannis, undder daher genannte orden der Hospitalier oder Johanniter-Rit-ler aufgerichtet. Allein dessen ungeachtet liessen die Sarace-nen den Christen keine ruhe, und mnsten sich die Ritter stetsAlt ihnen herum schlagen. Solchen elenden zustand der Chri-»m in Orient wußte ein Französischer Mönch, Petrus Lremka,der aus Palästina gekommen war, dem Papst Urbano II. aufsbeweglichste vorzustellen, und brachte zugleich briefe mit vondem Patriarchen zu Jerusalem, welchem er diesen Vorschlag ge^Sän, darinnen angehalten wurde, daß die OccidentalischenBristen denen in Orient zu hulffe kommen, und mit gesammterHand die Ungläubigen bekriegen möchten; worzu der Papst nicht^geneigt war, und derohalven Petrum Lrsmitsin abschickte,lowol mit den Potentaten in geheim hiervon zu tractiren, als"uch öffentlich eine creutzfahrt zu predigen. (siehe Petrus Ls-Hierzu kam noch, daß der Constantinopolitanische Kay-kr, Alexius Comnenus, den Papst ersuchte, ihm einen succurswrder die Saracenen zu verschaffen. Weswegen Urbanus II.an. 109;. jm mertz zu Piacenza, und im nov. dessekbigen jahreslu Clermont in Franckreich ein Loncilium hielte, und auf demWen selbst die creutzfahrt predigte, auch die darzu gehörige an-Mten und Verordnungen machte, und denjenigen, so sich inLesern zuge wollten gebrauchen lassen, gewisse freyheiten undertheilte. Er ernennte zugleich Ademarum von Mon-w", Bischoff zu Puy, welcher sich auf dem Lcmcilio zu Cler-wvnt am allerersten freywillig mit dem creutze zeichnen lassen,mm Päpstlichen Legaten bey dieser expedition, und denjenigen,!?mit reisen wollten, wurde ein rothescreutzgegeben, welches
, auf ihre röcke hefteten, und eben dergleichen zeichen führten sieA >hren sahnen, daher der nähme Creutzsahrer entstanden,^gleiche» creutzfahrten wurden von dieser zeit gar viele vorge-2 °m,ne»; ja es warder eifer der Europäischen Christen damalsLflroß, daß groß und klein, mann und weib nach dem ge--vtenlande zog, und manche Grafen und Edellenthe ihre,»^schafften verkauften, um die kosten zu solcher reise auf-UAngen. Es sind aber dieser creutzfahrten vornemlich achte
5 Die erste wurde alsobald an. 1096. vorgenommen, und be-be« S. sich darbey Hugo der grosse, Graf von Vermandors,tzv. Königs in Franckreich Philippi l. bruder, Robertus Her-W?°n Normandie, Robertus Graf von Flandern, Ralmun-
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gidjj^af von Touloust, insgemein äe St. Gilles oder St. Ar-ge,, , ^chatint, Godoftedus von Bouillon, Hertzog von Lothrin-seinen beyden brüdern Baldnino und Eustachio,Tt Maus Graf von Chartres und Blois, Hugo Graf vonwkfch-'aul, nebst einer grossen anzahl andrer vornehmen Herren,^ri, un, keinem allgemeinen cvmmando stunden, son-siea»-verschiedene wege nahmen, jedoch mit dem verlaß, daßwg>-d "cy Cvnstantinopel zusammen stossen wollten. Der PapstNeu - sebäten, der gantzen expedition als Haupt beyzuwoh-Wgx'. cr aber mit dem Kaystr Henrico IV. in grossem streitv.lev er in Italien, ließ aber seinen I-egatum, den vb-
gedachten Ademarum, mitreisen. Petrus Lremir», welche«von jedermann als der Apostel des creutz-zuges angesehen wurde,bekam indessen so grossen zulauf von allerley nationen, daß ersich entschlösse mit denselben voraus zu gehen, und die übrigenzu Cvnstantinopel zu erwarten. Er theilte aber seine armer inzwey corps, davon eines Gualterius, mit dem zunahmen 8inshadere, das andere aber so über 40000. mann starck war, erselbst commandirte. Doch beyde hielten auf ihrem marschdurch Ungarn bis Cvnstantinopel so schlechte disciplin, daß dieUngarn mehr als 10000. mann davon hin und wieder nach undnach umbrachten, und sich endlich entschlossen, niemand mehrdnrchzulassen. Der Griechische Kaystr Alexius Comnenussieng auch an, dieser ubel-blstiplinirten völcker müde zu wer-den , und weil er hörte, daß die conqueten nicht zu seinen lan-den gehören sollten, suchte er alle Unternehmungen der Fran-cken, (mit welchem nahmen mögemein die Creutzsahrer imOrient belegt wurden) zu hindern. In dieser absticht hatte ernicht allein die armee des Petri Lreimkr und Gualterii überden Lochkorum setzen lassen, allwo ste den Türcken exponirkwar, auch von denselben ohnweit Nicäa totalster geschlagenwurde; sondern er hielte auch den bruder des Königs inFranckreich, Hugonem ÄlaZnuin, gefangen, als eine geissel,um die Creutzsahrer nach seinem interesse zu drehen. Mittler-weile aber war Gottfried von Bouillon den i;. aug. an. 1096»mit einem corpo von 10000. reutern und 70000. fußgängern,welche allesamt wohl exerciere trouppen, und mehrentheils ausdem Teutschen, Französischen und Lotharingischen Adel auser-lesen waren, aufgebrochen, und nachdem er seinen marschdurch Ungarn und Bulgarien mit der besten disciplin und ord-nung genommen, ließ er des Griechischen Kaysers länder plün-dern , und zwang diesen dadurch, Hugonem lVlagnum loszu-lassen. Als er aber von neuem anfieng, der Christlichen armeealle zufuhr von Proviant abzuschneiden, griffen diese ihn feind-lich an, und hatten gar vor, Cvnstantinopel zu belagern. Dochder Kaystr verglich sich endlich in der güte, daß er der Christli-chen armee alle hülste leisten, diese aber ihm den eyd der treueschwören, und alle eroberte Plätze abtreten, er hingegen dersel-ben die beute lassen sollte, und gab zur sicherheit dieses Verspre-chens seinen eigenen söhn zur geissel. Gottfried von Bouillonpaßirte hierauf den Lolpliorum, ehe noch andere ChristlichePrintzen zu Cvnstantinopel angelanget waren, und sieng die be-lagerung der stadt Nicäa am 6. may an. 1097. an. Der Grie-chische Kaystr suchte alsobald bey anfange der belagerung diebelagerten dahin zu bereden, daß ste sich ihm und nicht denFrancken ergeben sollten. Ob nun wol dieses die Creutzsahrerverdrossen, so liessen sie dennoch zu, daß nach einer belagerungvon 7. Wochen Nicäa an ihn sich ergäbe, damit nicht, wenn et-wa« eine zwistigkeit unter ihnen entstünde, dieses ihrem vorha-ben hinderlich wäre. Und weil inzwischen die übrige ChristlichePrintzen aus Europa, theils zu Wasser, theils zu lande mit zahl.reichen armeen, die in der general-musterung auf 100000. man»zu pserd, und noch viel mehr zu fuß, befunden wurden, sicheingestellet, so führten die Christlichen Fürsten ihre siegreichearmeen durch Klein - Asien, Cilicien, Mesopotamien, giengenin Syrien, und nahmen Antiochien nach einer schweren bela.gerung mitten im Winter durch hülste eines Türckischen verra-thet ein. (stehe Loemundus.) Jerusalem wurde an. 1099.erobert, und Gottfried von Bouillon zum Könige davon erweh-ret. Nicht lange darnach gewonnen die Christen die berühmteMacht bey Ascalon wider den Egyptischen L-ultan, mit welchemsiege diese erste creutzfahrt sich endigte. Denn weil die Fürsten undHerren nebst allen denjenigen, welche ihnen nachgefolget, da-für hielten, daß sie nunmehro ihren gelübden eine genüge gethan,so beurlaubten sie sich bey dem Könige Godofredo wiederum in ihrvatterland zu ziehen.
Die andere Creutzfahrt geschahe an. H44- nachdem San-guin, ein Türckischer Printz, die stadt Edessa den Christen ab-genommen hatte. Die Häupter davon waren Kayser ConraduSIII. und Ludovicus VII. Konig von Franckreich; welche vor-nemlich St. Bernhardus darzu bewogen, der durch gantzTeutschland undFranckreich mit grossem eifer das creutz predigte.Allein obgleich die armee der Christen über rooooa. mann starckwar, daß sie fast gantz Orient hätte bezwingen können, liefdoch die expedition sehr unglücklich ab; denn die armee wurdetheils durch den feind, theils auch vornemlich durch des Grie.chischen Kaysers Manuelis verrätherey, theils durch der Chri-sten in Syrien untreue gäntzlich ruiniret, ehe sie einmal das ge-lobte land erreichte; und als nichts destoweniger der Kayser undKönig in Franckreich mit dem Überrest zu schiffe nach Jeru-salem reiseten, und den may an. 1148. Damascus an-fiengen zu belagern, wurden sie doch entweder durch der dasi.gen Christen, oder des Christlichen Printzen zu Antiochia un-treue genöthiget, die Belagerung aufzuheben; da denn derKayser sowol als der Konig in Franckreich wieder ihre rück-reise nach Hause nahmen, ohne daß sie den geringsten Vortheilerhalten. Man warf hierauf alle schuld auf St. Bernhardum,der zu diesem zug gerathen; aber es vertheidigte sich derselbezur gnüqe, und zeigte, daß die funden sowol der Orientalischenals Occidentalischen Christen solches verursachet; und andereleuthe gestunden, daß man zwar elfte und tapferkeit, aber nichtklugheit genug gehabt, und dem Bischoff von Langres, Godo-fredo, hätte folgen sollen, welcher gerathen, vor allen dingenCvnstantinopel einzunehmen.
Die