Band 
Erster Theil.
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I. Zeitraum. 2. Capitel.

gen wurde: so würde aus der Meynung deS Hero-dor folgen, daß der Ursprung der Geometrie nichtfrüher anzusehen sey, als etwa tausend Jahre vorder christlichen Zeitrechnung. Allein derselbe kannsich in noch viel frühere Zeiten verlieren. Denn dievom'Sesostris befohlene Ausmessung der Felder sehtso wenig den Ursprung der Geometrie auf eine be-stimmte Weise fest, daß sie vielmehr anzuzeigenscheint, daß diese Wissenschaft damals schon einigeFortschritte gemacht hatte.

Wollte man sich leichtsinnigen Muthmaßungenüberlassen, so könnte man den Ursprung der Geo-metrie bis auf die Erfindung des Lineals, des Cir-kels und des Winkelmaßes zurückführen, weil sievon diesen, Werkzeugen in der Ausübung einen sowichtigen und unentbehrlichen Gebrauch macht. Alrlein eben dieser Grund des Nuhens und der Unent-behrlichkeit läßt schließen, daß diese Instrumenteschon bey der'ersten Entstehung gesellschaftlicher Ver-bindungen erfunden sind, ohne Hülfe irgend einerTheorie, bloß durch das Bedürfniß, als mau Hüt-ten -und Häuser erbauen wollte. Weil wir unSdarauf einschränken, diesen historischen Abriß derGeometrie von den Zeiten anfangen zu lassen, wosie, wenigstens für uns, den Charakter einer eigent-lichen Wissenschaft annimmt: so versehen wir unSsogleich nach Griechenland,zur Zeit des Thales.

Mag nun dieser Philosoph (640 v. Chr. Geb.)von den Aegypkiern gelernt, oder gcqemhelis ihnenzuerst gezeigt haben, die Höhe der Pyramiden zu