I. Zeitraum. 2. Capitel.
der Geometrie eine Reihe von Puncten, wo jedereiner unbestimmten Aufgabe Genüge thut. Wirdz. B. verlangt, auf einer gegebenen Grundlinie einDreyeck zu errichten, m welchem der der Grundlinie ge-genüber liegende Winkel einem gegebenen Winkel gleichist: so bemerkt man bald, daß es solcher Dreyecke un-zähiich viele gibt, indem die Spitzen aller solchenDreyecke in dem Kreisbogen sind, den die gegebeneGrundlinie als Sehne abschneidet. Dieser Kreisbo-gen beißt der geometrische Ort aller dieser Winkel.Eben so ist eine gerade Linie der Ort der Spitzen allerDreyecke gleichen Inhalts, welche einerley Grund-linie haben; eine Ellipse der Ort der Spitzenaller der auf einer gegebenen Grundlinie errich-teten isoperimetrischen Dreyecke. So ist jede an-dre krumme Linie, auf eine nach ihren verschiedenenEigenschaften verschiedene Weise, ein geometrischerOrt.
Das fortgesetzte Studium dieser Lehre machteEinkheilungen und Kunstwörter nothwendig, derenBedeutung man in der Geschichte der Wissenschaftzu erfahren verlangt. Die allgemeinste Eincheilungder geometrischen Oertcr bey den Alten war folgende:Die gerade Linie und der Kreis hießen ebene Oer-ter (loca xl-ina). Die Kegelschnitte, körper-liche Oercer (looa solicka). Alle übrigen krum-men Linien begriffen sie zusammen unter dem Namenlocs linesria. In dieser Hinsicht hieß eine Aufgabeproblema plannn», solnlnrn, lineare, je nachdemdie Auflösung derselben durch loea plana, soliäsoder linesria bewerkstelligt werden mußte.