Zusätze zur Geschichte der Geometrie. 121
die Analysis der Alten bietet eine Vcrglsichung der-selben mit der Analysis der Neuern sich von selbstdar, sowohl in Rücksicht auf Methode als auf wis-senschaftliches System. Sie kommen beyde übereinin Absicht auf das Wesen der Methode, das Auf-gegebene als schon bekannt vorauszusehen, und denZusammenhang desselben mit gegebenen Dingen, undwie es durch dieselben bestimmt werde, zu zeigen;welches Verfahren der heutigen Analysis größtentheilSeben so wesentlich eigen ist, als der Analysis derAlten. Sie unterscheiden sich aber sowohl in An-sehung der Hülfsmittel der Methode, als des Ge-genstandes und Umfangs des wissenschaftlichen Sy-stems. Die Analysis der Alten leitet alle ihreSchlüsse aus der Betrachtung der Figur ab, welcheder Gegenstand ihrer Untersuchung ist, und kenntweiter keine Hülfsmittel, als die Ziehung zweckmäßi-ger Hülfslinien und eine überlegte Benutzung an-derweitig bekannter Hülfssatze. Die Analysis derNeuern hingegen setzt die Betrachtung dcr Figurganz bey Seite, indem sie, der Buchstabenrechnungund Algebra sich bedienend, alles auf Operatio-nen des Calculs bringt. Die Analysis der Altenschrankt sich bloß auf die Geometrie ein. Die Ana-lysis der Neuern hingegen umfaßt alle meßbaren Ge-genstände.