Geschichte der Astronomie. »25
Welt, welche der Verfasser in drey große Continente,
> Europa, Asia und Afrika, eintheilt. Aber der wichtig-ste' Dienst, den Alexander den Wissenschaften leistete,bestand darin, daß er eine genaue und umständlicheKenntniß der Länder seiner Herrschaft verschaffte, nichtallein nach der Schätzung und nach den immer unsi-cher» Berichten Reisender, sondern durch unmittelbareMessungen, und mit Beobachtung der Zustimmungder Gegenstände auf der Erde mit den Lagen der Ster-ne am Himmel. Von dieser Zeit an ward die Geo-graphie, durch ihre Verbindung mit der Astronomie,allmählich eine wahre Wissenschaft, welche sich erwei-terte und vervollkommnete, und aus der der Handeldie größten Vortheile zog durch die Mittheilungen,welche sie unter den Völkern zuwege brachte. Kallisthe-nes, von dem schon geredet ist, war die Leitung die-ses Geschäftes übertragen.
Die Hypothese von der runden Gestalt derErde war sehr alt. Sie hatte, wie schon gesagtist, zu den Zeiten des Anaximander und Pythagorasihren Ursprung gehabt. Man hatte auch eingesehen,daß die Erde vom Himmel getrennt ist; daß sie imRaume im Gleichgewichte bleibt, und daß sie vonkeiner übermäßigen Größe ist. Alle diese Begriffewaren gegründet auf die Beobachtung der täglichenBewegung der Gestirne von O>^n nach Westen,und auf die Veränderungen, welche man in derLage der Gestirne bemerkte, wenn man ungefähr un-ter einem und demselben Mittagskreise gegen Nor-den oder gegen Süden reisete. Bald erzeugte dieVcrgleichung der scheinbaren Veränderung der Ge-