Geschichte der Astronomie. 241
am Himmel, wo der Stern von einem gegebenenPuncte auf der Oberfläche der Erde aus gesehen er-scheinet, und demjenigen Orte enthalten ist, wo erangenommen werken muß, wenn er vom Mittel-puncte der Erde auS beobachtet würde. DieserWinkel ist Null, wenn der Stern im Zenith deSBeobachters ist; und am größten, wenn er im Hori-zont ist. Die Parallaxen der gemeinen Planeten,wie deS Mondes, Mars, Jupiter rc. sind leichtzu bestimmen; und man schließt daraus weiter dieEntfernung eines Planeten von der Erde. Die Ent-fernung der Sonne von der Erde ist eine feinereund dem Irrthum mehr ausgesetzte Untersuchung.Um diese zu finden, begann Hipparcb mir der Be-rechnung der Entfernung des Mondes von der Er-de, in Theilen des Halbmessers der Erde, odervermittelst der Horizoncal-Parallaxe des Mondes.Dies hatte keine Schwierigkeit, weil der Smuö derHorizontal-Parallaxe eines Sterns sich wie derSinns des Winkels verhält, unter dem man seinenhorizontalen Halbmesser sieht, und man also in demgegenwärtigen Fall ein rechtwinklichtes Dreyeck hat,in wclcbem man die drey Winkel, und eine Seite,uämlich den Halbmesser der Erde, nach des Era-tosthenes Messung, kennt. Daraus wird die Hy-potenuse bekannt oder die Entfernung deS MondeSvon dem Mittelpunkte der Erde. Darauf maß erden scheinbaren Durchmesser der Sonne, so wie erdies beym Monde gethan hatte, und berechnete auSder Dauer einer Mvndfinsterniß die Breite desdurch den Mond durchgegangenen Schatlenkegels.
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