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„winklich in weiten Entfernungen von einander an-legen; dagegen habe ich unlängst angerochen, an„dem nördlichen Ufer eine Anzahl von langen Höf-„tern in mäßiger Entfernung von einander mit„spitzen Winkeln auf den ablaufenden Ebbestrom zu„legen, da die Erfahrung gelehrt hatte, daß die„vorhin auf den Fluchstrom angelegten kurzen recht-„winklichten Höfter, keine gute Wirkung gethan„hatten."
Brünnings kannte gewiß Alles, was über Strom- undUferbau bis dahin geschrieben war; wer sieht aber inden angeführten Beispielen etwas Anderes, als unbe-stimmte, auf keine feste Theorie begründete Versuche?weil das eine Mittel nichts Gutes bewirkt hatte, so er-wählte man das Entgegengesetzte! *)
*) Dieser Aeußerung von Brünnings kann ich zum Beweise,daß in der Wissenschaft es sich noch nicht gebessert habe, nochfolgende Aussprüchc neuerer Schriftsteller beifügen:
Weltmann in einer Abhandlung über Situation und Gestaltder Buhnen w. in Crelle Journal für die Baukunst für1830 2tcr Bd. sagt:
Daß inclinircnde Einbaue, die alle noch neu, erst seit 10 —12 Jahren gemacht wären, sich am linken Ufer der Elbeoberhalb Harburg 45, am rechten Ufer nur 9 befänden, weildiese Bauart an den Mecklenburg'schen, Laucnburg'schcn undVierländer Ufern, so wenig wie im Oldenburg'schen undin Holland angewendet würde. Nur die Preußischen undHannöverschen Hydrotektcn hätten dieselbe an der Weser,Elbe, Rhein u. s. w. eingeführt und so schnell verbreitet, daßman entschiedene Vorzüge dieser Werke zu vermuthen geneigtsei; dennoch habe bis jetzt Keiner der Hydrotekten, die sie pro-ponirt und gefördert haben, es gewagt, ihre Vorzüge öffent-lich darzustellen und aus 10 — I2jähriger Erfahrung zu er-weisen.
Hagen in seiner Beschreibung neuer Wasserbauwerke, in derersten Abhandlung über den gegenwärtigen Stand der Wasser-bauwissenschaft S. 14, wo er von der Ungewißheit und