VIII
Das Einzige, wodurch der mechanische Theil derUferbaukunst bereichert worden, ist die nähere Kenntnißdes Faschinenbaues und seiner verschiedenen Construc-tionsarten, wozu es früher an schriftlichen Anleitungenfehlte. Doch sind alle diese Anweisungen meist ohneRücksichten auf eigentliche hydrodynamische Gründe er-theilt worden und sie beschränken sich allein auf mecha-nische Verfahrungsarten.
Bei diesem Zustande der Wissenschaft und indemnoch immer neue partielle Vorschläge auftauchen,die gar nicht auf völlig ausgemachte Lehrsätze derHydraulik begründet sind, wird es nicht überflüssig sein,wenn die Gründe, auf welchen die ganze Strom- undUferbaukunst beruhet, auf eine faßliche Art entwickeltund Baumethoden gelehrt werden, durch deren Anwen-dung alle Zwecke mit viel geringern Mitteln, alfo auchwohlfeiler wie bisher, dabei sicher und in der kürzestenZeit erreicht werden können.
Verschiedenheit der Meinungen der Hydrotekten hinsichtlich derEinbaue redet, sagt:
Wie wirkt denn überhaupt eine Buhne? welche Bewegungendes Wassers werden durch sie erzeugt, und welche von diesenBewegungen bringen Derlandungen hervor, und welche dage-gen Ausspülungen? Alle diese und noch mehrere dahin gehö-rige Fragen sind, soviel ich weiß, noch nie ernstlich aufge-faßt, vielweniger denn genügend beantwortet u. s. w. Ferner:
Hierin scheinen mir im Allgemeinen die Gründe zu liegen,wcßhalb die Wasserbaukunst in wissenschaftlicher Hinsicht so-weit hinter andern Theilen der angewandten Mathematik zu-rückgeblieben ist.
Als Verfasser dieser Schrift konnte ich nie erwarten, daß,nachdem ich die in Süder-Dithmarschcn gemachten Erfahrungendem damaligen Landbaumcister Funck in Minden schon vor37 Jahren mitgetheilt und dadurch die erste Veranlassung zuder, nachher durch den Zustand Preußens lange unterbroche-nen Anwendung der inclinircnden Einbaue gegeben hatte, ichnoch der Erste sein sollte, der über die Theorie derselbenschreiben würde.