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Neue Theorie des Ufer- und Strombaues : erläutert durch die Geschichte der Wasserbauten an dem Süder-Dithmarsischen Elbufer / von W. Meissner
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IX
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Ich muß zwar erwarten, daß, indem ich dieseszu leisten suche, meine Angaben Widersprüche findenwerden, weil neue Wahrheit keinen größer» Widersacherhat, als alten Irrthum; besonders von solchen Leuten,die durch vorgefaßte unrichtige Meinungen und eigensin-niges Beharren bei denselben, ihren Committenten schonSchaden zugefügt haben und die ihre Fehler gern ver-stecken und ein bisher unverdient genossenes Zutrauensich erhalten möchten und die gewohnt sind, nnerwieseneSätze hinter analytischen Formeln zu verstecken; alleindiese werden der Wahrheit keinen Eintrag thun. Dennobgleich die Analyse für bereits erfundene Wahrheitendie bequemsten Ausdrücke giebt und aus diesen weiterzu schließen Vortheile darbietet, so kann sie doch zuErfindung solcher Wahrheiten, die hauptsächlich auf phy-sischen Gründen beruhen, nur wenig beitragen,i Im Allgemeinen muß ich nur erwähnen, daß zuBeschützung der Ufer ein Verfahren erfordert wird, wel-ches den bisher befolgten Methoden und deren Gründenfast in allen Stücken geradezu entgegengesetzt ist.

Der Feind, mit welchem die Hydrotechnik zukämpfen hat, ist der Stoß des Wassers mit seinenschädlichen Wirkungen, welchen man, in andern Fällen,mit großem Nutzen zu Bewegung von Maschinen unddergl. anzuwenden weiß.

Der Wafferstoß ist von der Geschwindigkeit desWassers, mithin von den Ursachen, welche diese erzeugenkönnen, abhängig, und weil diese zugleich die Größender Massen des Wassers bestimmen, so ist die Ausmit-telung wirklich vorhandener Geschwindigkeit der erste undnothwendigste Gegenstand der hydrodynamischen Unter-suchungen.

Es muß dabei die physikalische Kenntniß der Na-tur und der Eigenschaften des Wassers, der mathema-tischen Betrachtung vorangehen, weil ohne genaue Kennt-niß aller jener Eigenschaften und ihrer Wirkungsarten,