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Neue Theorie des Ufer- und Strombaues : erläutert durch die Geschichte der Wasserbauten an dem Süder-Dithmarsischen Elbufer / von W. Meissner
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XI
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Zustande der Wissenschaft erregen, wenn ein Mann wieBrünnings, der so viele Kenntnisse und Erfahrungenhatte, aus dem Labyrinthe der früheren Verirrungensich nicht herauszufinden wußte, und die Hauptursacheder Verzögerung des Laufes der Flüsse nicht entdeckte,da das Resuin« aller seiner Vergleichuugen der Schrift-steller ist:

Keiner hat ein Gesetz der Verzögerung des Wassersin Flüssen, welches durch Erfahrungen bestätigt wor-den wäre, aufgefunden, und alle Versuche, ein solchesallgemeines Gesetz zu suchen, werden immer verge-bens sein."

Einer solchen kleinmüthigen Aeußerung habe ichnie beipflichten gekonnt und ich hoffe dieselbe durch dasin der folgenden Abhandlung (§. 21 23) aufgestellteGesetz, hinreichend widerlegt zu haben.

Beiläufig muß ich erinnern, daß die Brünnings'-schen und Woltmann'schen Wassergeschwindigkeits-Messernur relative Geschw. angeben, und daß daher ihr Ge-brauch wegen der dabei nöthigen Vergleichuugen nichtso bequem und einfach ist, als ihre Erfinder wünschenund angeben, und daß man für die Ausführung mitden sonst bekannten Schwimmern und der PitotschenRöhre besser auskommt. Denn da jene Instrumente'nichts angeben, was auf die ersten Ursachen der Ver-zögerungen in dem Laufe der Flüsse hinwiese, oder znEntdeckung eines Gesetzes, wonach diese sich richten,dienen könnte, so ist nicht abzusehen, warum man ihnenvor einfachern Werkzeugen, welche wirklich vorhandeneGeschw. genau genug anzeigen, einen Vorzug einräu-men solle.

Die Lehre vom Stoße des Wassers glaube ichhier so vorgetragen zu haben, wie sie aus der Naturder Sache folgt und durch Erfahrung bestätigt wird,und dadurch manchen Ungewißheiten abgeholfen zu haben,die selbst meinen unsterblichen Lehrer Kästner (Hydro-