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Neue Theorie des Ufer- und Strombaues : erläutert durch die Geschichte der Wasserbauten an dem Süder-Dithmarsischen Elbufer / von W. Meissner
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nimmt einen 1696,4 mal großem Raum ein, als die Was-sermcnge, aus welcher er erzeugt worden ist, mithin giebtein rhcinl. Cubik-Zoll 1696,4 Cubik-Zolle Wafferdunst, vonderselben Temperatur. Aber nicht allein bei dieser hohenTemperatur geht das Waffer in Dunst über, sondern eshat beständig eine Neigung in die Lust elastisch flüssig über-zugehen, welche aber mit der Temperatur wächst. Daherenthält die atmosphärische Lust beständig Wafferdunst, derbei erniedrigten Temperaturen zusammengehet und sich dertropfbar flüssigen Form wieder nähert, zuerst als Wasser-bläschen im Nebel, dann als Tropfen im Regen, und beiganz erniedrigter Wärme, als Hagel, Schnee und Eis sichzeigt.

Bei der Strom- und Ufcrbaukunst kömmt die Eigen-schaft der Lust, Waffcrdünste in sich aufnehmen zu können,nur in so fern in Betrachtung, als eine mit vielen Waffcr-dünsten angefüllte Luft stärkere Anhänglichkeit an die Ober-fläche des Waffcrs haben, und dadurch bei heftigen Windendie Wafferweücn höher über die Oberfläche austrciben kann.

§. 6 . .

Folge der allgemeinen Anziehung aller Materie nachdem Mittelpunkt unserer Erdkugel, ist auch bei unserm Ge-genstände (dem Waffer), seine Schwere, welche es mitallen andern Körpern gemein hat; und eben so ist der Zu-sammenhang aller Theile des Wassers unter sich (die Co-häsion) Folge der gegenseitigen Anziehung der Atomen desWassers unter einander. Man ist gewohnt beide als sub-jcctive Eigenschaften des Wassers zu betrachten, und siemachen nebst der Adhäsion die Grundlage der Gesetze aus,nach welchen sich alle Erscheinungen, welche wir bei demWasser wahrnehmen, mechanisch richten. Sie geben durch