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Neue Theorie des Ufer- und Strombaues : erläutert durch die Geschichte der Wasserbauten an dem Süder-Dithmarsischen Elbufer / von W. Meissner
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die Verhältnisse, unter welchen sie coexistiren, die Beschas-fenheit der Flüssigkeiten, welche nach der chemischen Zusam-mensetzung der Materie, sehr verschieden sein können, theilswegen eigenthümlicher Schwere derselben, theils wegen größer»oder geringern Eohäsionsvcrmögens, wie z. B. bei Quecksil-ber, Theer, Syrop, Oelcn, Spiritus rc.

Die Cohäsion formt die Atomen der Flüssigkeiten inKugelform (Tropfen), aus deren Größe man auf die Größeihrer Anziehungskraft schließen kann; die Adhäsion oderFlächenanziehung vereinigt aber diese Kugeln mit einanderzu einer gleichförmigen Masse, und mit diesen fortwähren-den Gegenwirkungen der anziehenden Kräfte, entsteht dieleichte Vcrschiebbarkeit der Wafferthcile, welche aber stetsden Gesetzen der Schwere folgt.

§. 7.

Die Flächcn-Anziehung gleicht aber die, von der Co-häston gebildeten Kugeln nicht immer so vollkommen zueiner Masse aus, daß dabei nicht einige Zwischenräume oderPorositäten bleiben sollten, und diese sind die Ursache, weß-halb tropfbare Flüssigkeiten noch einen Theil von elastischenFlüssigkeiten, ohne Raumerwcitcrung in sich aufnehmenkönnen. So nimmt z. B. das Wasser 4 bis 5 Hundert-theile seines Raums atmosphärische Luft auf, und specifischleichtere Flüssigkeiten, deren noch viel mehr, weil bei jenendie eigenthümliche Schwere durch ihren hydrostatischen Druckdie Flächcn-Anziehung mehr befördert, oder die Porositätvermindert. Nur soweit als diese aufgenommene Luft com-prcssionsfähig ist, kann sich die Elasticität des Wassers,welche neuere Naturforscher bemerkt haben wollen, (unge-achtet ihre Versuche noch andern Einwendungen unterliege»)erstrecken; und die Masse des Wassers selbst läßt sich nicht