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zusammendrücken. Gefetzt aber, dies könnte wirklich ge-schehen, so ist die bemerkte Naumverminderung doch so ge-ring, daß sie in hydrotechnischer Hinsicht gar nicht beachtetzu werden braucht. Viel wichtiger ist aber die Flächcn-Anzichung des Wassers gegen andere Körper, die sich beidiesen subjektiv nach ihrer Dichtigkeit richtet, wobei, wennsie gegen die Attractionskraft deS Wassers überwiegend ist,dieses Object wird, und im Eegcntbeile das Wasser sub-jectivisch zu betrachten ist. Man erkennt dies im erstenFalle sehr leicht, wenn ein Tropfen Wasser auf einem an-dern Körper, z. B. auf Stein oder auf Metall, sich schnellund flach ausbreitet, weil alle Atomen desselben stark ange-zogen werden. In dem zweiten Falle, wenn die Cohasionder Waffertheile unter sich starker ist, als die Adhäsion zuleichten lockern Körpern, oder wenn die subjcctive Anziehungdes Wassers größer ist, so behalten die Tropfen ihre Kugel-form; z. B. wenn Wassertropfen auf Staub oder Asche fallen.
§. 8.
Diese Anhänglichkeit des Wassers an andere Körper,die auch seine Capillarität genannt wird, weil sie sich inganz kleinen engen Röhren, oder zwischen einander nahestehenden Flächen, am stärksten und deutlichsten zeigt, kannbei dichten Körpern so groß werden, daß sie die Schweredes Wassers überwindet, und dasselbe in die Höhe zieht.Am deutlichsten sieht man dieselbe bei engen gläsernen, anbeiden Seiten offenen Röhren, welche in ein Gefäß mitWasser an einem Ende eingetaucht sind, wo das Wasser inder Röhre sich so bedeutend über die Oberfläche des Wassersin dem Gefäße erhebt, daß man diese Höhe messen, mitdem Gewicht des Wassers und den anziehenden Flächenvergleichen, und daraus die Größe der anziehenden Kraft